Zuzahlung bei Kur/ Verkürzung der Kur

von
Hertha

Ich habe heute meine Kurbewilligung bekommen. 6 Wochen - ich hatte mit 3 Wochen gerechnet.

Jetzt habe ich 2 Probleme.

1) Für 6 Wochen kann ich mir die Zuzahlung nicht leisten, da ich derzeit ohne eigenes Einkommen bin.

2) Ich habe ein Stellenangebot zum 1.09., das ich nicht ausschlagen möchte. Fange ich mit einer Kur an, kann ich die Stelle gleich vergessen.

Ich kann die Kur frühestens Anfang August antreten, weil ich in der kommenden Woche noch einmal für 1 Woche ins Krankenhaus muss.

In diesem Jahr musste ich schon soviel an Zuzahlungen leisten, gibt es eine Grenze?? Derzeit haben wir nur das Einkommen meines Mannes, das deckt aber gerade mühsam unsere monatliche Lebenshaltung.

Bei 6 Wochen Kur, müsste ich da wirklich 420 Euro zuzahlen??

von
Nix

Bitte rufen Sie Ihren Sachbearbeiter an und erkundigen Sie sich:

Gemäss § 32 Absatz 4 SGB VI in Verbindung mit den Härterichtlinien RV besteht keine Zuzahlung, wenn bestimmte Einkommensgrenzen unterschritten werden (unter EUR 980,-- Nettoentgelt), oder wenn Sie im Krankengeldbezug sind; also vor Leistungsbeginn zuletzt Krankengeld bezogen haben, besteht keine Zuzahlung.
Ist die Rehabilitationsleistung als Anschlussheilbehandlung im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt bewilligt worden, dann besteht nur für 14 Tage zu je EUR 10,-- Zuzahlung = EUR 140,--, wenn Sie diese nicht schon im Krankenhaus geleistet haben; für diesen Fall bestünde ebenfalls keine Zuzahlungspflicht für die Reha.

Für das Antreten einer"Kur" müssen Sie rehabilitationsfähig sein. Wenn Sie vorher ins Krankenhaus müssen, sind Sie nicht rehabilitationsfähig. Dann dürfen Sie auch nicht in die Reha fahren. Da müssen Sie in der Klinik anrufen und bescheidsagen, dass vorher noch ein Krankenhausaufenthalt ansteht. Auch müssen Sie den RV-Träger darüber informieren. Möglicherweise steht dann die Behandlung einer anderen Diagnose im Vordergrund und die bereits bewilligte Rehabiltationsleistung ist bezüglich der DORT zu behandelnden Hauptdiagnose hinfällig.
Werden Sie tätig!
Rufen Sie Ihren RV-Träger an und klären Sie das!
Fragen Sie bitte auch Ihren behandelnden Hausarzt!
Im Hinblick auf Ihren neuen Job stellt sich überhaupt die Frage, ob Sie die Reha nicht besser absagen und im nächsten Jahr oder irgendwann in der Zukunft mal wieder einen neuen Antrag stellen.
Sie müssen schon wissen:
Bin ich nun krank und MUSS ich in die Reha oder will ich lieber arbeiten und ist die Reha eigentlich nur "just for fun"?

von
???

Sie müssen insgesamt für ein Jahr für 42 Tage Zuzahlung leisten. Zuzahlungen die an die Krankenkasse bereits gezahlt wurden, werden dabei berücksichtigt.
Sollten Sie Übergangsgeld während der Kur erhalten, brauchen Sie für die entsprechenden Tage keine Zuzahlung leisten.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich von der Zuzahlung (teilweise) befreien zu lassen. Dies ist abhängig von Ihrem Einkommen. Einen entsprechenden Antrag erhalten Sie bei Bedarf von Ihrem Sachbearbeiter zugesandt.

Über die Verkürzung der Kur sollten Sie zuerst mit dem Sachbearbeiter sprechen. Falls der sie ablehnt, scheuen Sie sich nicht, die Kur trotzdem anzutreten und das Problem mit den dortigen Ärzten zu besprechen. Außerdem ist ein Kurheim kein Gefängnis. Notfalls beenden Sie die Kur eben ohne ärztliches Einverständnis.

Experten-Antwort

Hallo Herta,

eine allgemeinverbindliche Aussage läßt sich hier leider nicht treffen. Grundsätzlich aber so viel:

Sofern Sie nicht von der Krankenkasse/Agentur für Arbeit zur Rehaantragstellung aufgefordert wurden (eingeschränkte Dispositionsbefugnis), kann der Aufnahmetermin grundsätzlich verschoben werden. Abhängig von der Indikation, den medizinischen Befunden, ist eine Verschiebung bis zu einem halben Jahr möglich.
Mit Blick auf die bevorstehende Beschäftigungsaufnahme kann durchaus auch eine "Rücknahme/Rückgabe" der Bewilligung mit empfohlenem Neuantrag zu gegebener Zeit in Betracht kommen.
Also sprechen Sie am besten einfach mal mit Ihrem Rehaträger.

Zum Thema Zuzahlungen:

Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, haben sich an den Kosten einer stationären Leistung zur medizinischen Rehabilitation zu beteiligen. Richtig ist, dass für jeden Tag 10,00 Euro zuzuzahlen sind. Die Dauer beträgt für "normale" stationäre Leistungen 42 Tage im Kalenderjahr. Die Tage bereits geleisteter Zuzahlungen im Kalenderjahr (z. B. für einen Krankenhausaufenthalt) werden auf die Gesamtdauer angerechnet.

Darüber hinaus lassen das Gesetz und die Zuzahlungsrichtlinien eine ganze Reihe von weiteren Befreiungsmöglichkeiten zu. Bezieht die Versicherte vor Antragstellung (vergleichsweise vor Reha-Beginn) Einkommen, das weniger als 40% der monatlichen Bezugsgröße (Wert für 2007=980,00 Euro) beträgt, Leistungen nach dem SGB II oder XII, ist sie von der Zuzahlung zu befreien. Auch der Bezug von Übergangsgeld während der Leistung führt zu einer Befreiung von der Zuzahlung.