Zwangsrente

von
Schrader170

Hallo!

Ich werde im Januar 2023 63 Jahre alt. Ich habe einen unbefristeten Teilzeitjob und erhalte aufstockend Hartz4. Nun wurde ich aufgefordert einen Antrag auf Rente mit 63 Jahren zustellen, was einen Abschlag von 12 % bedeutet, und nochmals ca. 11 Prozent für Krankenkasse und Pflegeversicherung. Meine zu erwartende Bruttorente wäre 1006 Euro. Davon 12% Abschlag macht 885 Euro, davon nochmal ca. 11 Prozent Versicherungsbeiträge wären etwa 790 Euro Netto. Mein Hartz4-Anspruch wären aktuell 449 € 543 Miete warm plus 10,33 für Warmwasser. Also bestünde weiterhin ein Anspruch auf Grundsicherung von ca. 207 Euro. Darf das Jobcenter mich daher überhaupt in Zwangsrente schicken? Wie hoch wäre dann die Möglichkeit eines Zuverdienstes. Ich habe ein Nettoeinkommen von 872 Euro plus steuerfreie Zuschläge für Schichtarbeit von durchschnittlich 120 Euro. Für Antworten bedanke ich mich recht herzlich.

Schrader170

von
Schade

Was das JC darf und was nicht klären Sie bitte dort.

Neben der Altersrente dürften Sie 2023 auf jeden Fall 6300€ dazu verdienen - vielleicht auch mehr, falls der derzeitige Coronazuverdienst von 46060 € auch ins nächste Jahr verlängert werden sollte, Fragen dazu richten Sie bitte an die Koalition.

Schönen Tag.

von
Schrader170

Hallo Schade, vielen Dank für die schnelle Antwort!

Zitiert von: Schade
Was das JC darf und was nicht klären Sie bitte dort.

Neben der Altersrente dürften Sie 2023 auf jeden Fall 6300€ dazu verdienen - vielleicht auch mehr, falls der derzeitige Coronazuverdienst von 46060 € auch ins nächste Jahr verlängert werden sollte, Fragen dazu richten Sie bitte an die Koalition.

Schönen Tag.

Hört sich erstmal nicht schlecht an. Wenn ich aber weiterarbeiten möchte, was ich auf jeden Fall will, wird mir dann wie viel darüber hinaus abgezogen? Ich möchte ja weiterhin Rentenbeiträge einzahlen.

Mit freundlichen Grüßen
Schrader170

Experten-Antwort

Hallo Schrader170,

ob Sie zur Rentenantragstellung aufgefordert werden können, entscheidet das Jobcenter nach eigenem Ermessen. Diese Frage sollten Sie daher mit Ihrem Jobcenter klären.

Wir als Rentenversicherungsträger können diese Aufforderung nur dann zurückweisen, wenn Sie vor dem 63. Lebensjahr eine Altersrente mit Abschlägen beantragen sollen.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Schrader170

Danke ans Expertenteam!

Wenn ich weiterarbeiten würde und dann 45 Jahre in die Rentenkasse einbezahlt habe, würde sich dann mein Rentenanspruch so erhöhen, als ob ich die Abschlagsfreie Rente erreichen würde? Bis dahin sind es ja nur noch 22 Monate. Eine weitere Frage: würde ich mit dem Erreichen der Regelaltersrente, also ab jetzt 44 Monate, im Falle einer schlechten Rente, Anspruch auf Grundsicherung haben? Für Ihre Bemühungen danke ich Ihnen.

Schrader 170

Experten-Antwort

Hallo Schrader170,

mit einer Wartezeit von 45 Jahren haben Sie Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Diese wird immer abschlagsfrei gewährt. Sollten Sie allerdings vorher schon eine vorzeitige Altersrente mit Abschlägen beziehen, können Sie nicht mehr in eine andere (ggf. dann abschlagsfreie) Altersrente wechseln.

Auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze kann ein Anspruch auf eine Grundsicherung im Alter bestehen.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Tipp

Sie scheinen nicht zu verstehen, dass sich hier um ein Rentenforum handelt. Fragen zur Grundsicherung beantwortet Ihre Kommune (Sozial-/Grundsicherungsamt).

von
RW

Die Grundsicherung für Bedürftige

Reichen Ihre Einkünfte im Alter oder bei voller Erwerbsminderung nicht für Ihren Lebensunterhalt aus, können Sie Grundsicherung beantragen.

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/In-der-Rente/Grundsicherung/grundsicherung_node.html

von
Perfide

so ist das, das Jobcenter zwingt die Leute zum Rentenantrag.
Dies, nach über 40 Versicherungsjahren. Das ist das reale perfide an unserem Versicherungssystem. Die DRV verwaltet und ist nicht zuständig.

von
Alois

Zitiert von: Schrader170
Hallo!

Ich werde im Januar 2023 63 Jahre alt. Ich habe einen unbefristeten Teilzeitjob und erhalte aufstockend Hartz4. Nun wurde ich aufgefordert einen Antrag auf Rente mit 63 Jahren zustellen, was einen Abschlag von 12 % bedeutet, und nochmals ca. 11 Prozent für Krankenkasse und Pflegeversicherung. Meine zu erwartende Bruttorente wäre 1006 Euro. Davon 12% Abschlag macht 885 Euro, davon nochmal ca. 11 Prozent Versicherungsbeiträge wären etwa 790 Euro Netto. Mein Hartz4-Anspruch wären aktuell 449 € 543 Miete warm plus 10,33 für Warmwasser. Also bestünde weiterhin ein Anspruch auf Grundsicherung von ca. 207 Euro. Darf das Jobcenter mich daher überhaupt in Zwangsrente schicken? Wie hoch wäre dann die Möglichkeit eines Zuverdienstes. Ich habe ein Nettoeinkommen von 872 Euro plus steuerfreie Zuschläge für Schichtarbeit von durchschnittlich 120 Euro. Für Antworten bedanke ich mich recht herzlich.

Schrader170

Das Jobcenter darf jeden Alg 2 Empfänger auffordern, mit 63 Jahren einen Rentenantrag zu stellen. Kommen Sie dem nicht nach, kann das Jobcenter sogar die Antragstellung vornehmen und Sie werden zwangsverrentet!

von
MEE

Schrader170[/quote] Das Jobcenter darf jeden Alg 2 Empfänger auffordern, mit 63 Jahren einen Rentenantrag zu stellen. Kommen Sie dem nicht nach, kann das Jobcenter sogar die Antragstellung vornehmen und Sie werden zwangsverrentet! [/quote]

Das Jobcenter darf nicht jeden Leistungsbezieher auffordern, eine Altersrente mit Kürzung zu beantragen!

Das Jobcenter muss die s.g. Unbilligkeitsverordnung (Verordnung zur Vermeidung unbilliger Härten durch Inanspruchnahme einer vorgezogenen Altersrente (Unbilligkeitsverordnung - UnbilligkeitsV)
prüfen.

von
RW

Arbeitslos und 63 – droht die Zwangsverrentung?

Wer arbeitslos und 63 oder älter ist, könnte auch eine vorgezogene Altersrente erhalten. Kann das Amt dann einen Rentenantrag verlangen? Was bei Arbeitslosengeld und Hartz 4 gilt.

https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/arbeitslos-und-63-droht-die-zwangsverrentung.html

von
Alois Ergänzung

Allerdings gibt es auch Ausnahmen von der Regel,bspw. erreicht der Betreffende in Kürze eine abschlagsfreie Altersrente, bezieht er Alg 2 nur als Aufstockung, ist neben der Rente der Bezug von Sozialleistungen, wie GruSi, gegeben. Davon dürfte einiges auf Sie zutreffen.

von
Atalante

Zitiert von: Schrader170
Hallo!

Ich werde im Januar 2023 63 Jahre alt. Ich habe einen unbefristeten Teilzeitjob und erhalte aufstockend Hartz4. Nun wurde ich aufgefordert einen Antrag auf Rente mit 63 Jahren zustellen, was einen Abschlag von 12 % bedeutet, und nochmals ca. 11 Prozent für Krankenkasse und Pflegeversicherung. Meine zu erwartende Bruttorente wäre 1006 Euro. Davon 12% Abschlag macht 885 Euro, davon nochmal ca. 11 Prozent Versicherungsbeiträge wären etwa 790 Euro Netto. Mein Hartz4-Anspruch wären aktuell 449 € 543 Miete warm plus 10,33 für Warmwasser. Also bestünde weiterhin ein Anspruch auf Grundsicherung von ca. 207 Euro. Darf das Jobcenter mich daher überhaupt in Zwangsrente schicken? Wie hoch wäre dann die Möglichkeit eines Zuverdienstes. Ich habe ein Nettoeinkommen von 872 Euro plus steuerfreie Zuschläge für Schichtarbeit von durchschnittlich 120 Euro. Für Antworten bedanke ich mich recht herzlich.

Schrader170

Hier gibt es es einen Artikel dazu:
https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/arbeitslos-und-63-droht-die-zwangsverrentung.html
Möglicherweise kommt die Unbilligkeitsverordnung zum Tragen.

von
Schrader170

Vielen Dank an allen, die sich hier an der Diskussion beteiligen. Ich bin sehr erfreut darüber.

Eine letzte Frage noch ans Expertenteam: Ab welchen Einkommen würde man mir die Zwangsrente komplett streichen? Wie gesagt, ich habe 872 Euro Netto aus dem Brutto von ca. 1090 Euro. Hinzukommen etwa 120 Euro, je nach Nachtschicht und Sonntagsarbeit. Danke für Ihre Bemühungen.

Liebe Grüße
Schrader170

Experten-Antwort

Hallo Schrader170,

ab welchem Hinzuverdienst Ihre Altersrente nicht mehr zu zahlen ist, hängt maßgeblich von der Höhe Ihrer Rente ab, die wir nicht kennen. Genaue Auskünfte erhalten Sie, wenn Sie eine Rentenauskunft von Ihrem Rentenversicherungsträger anfordern. Sie können auch folgenden Hinzuverdienstrechner nutzen:
Hinzuverdienstrechner | Deutsche Rentenversicherung (deutsche-rentenversicherung.de)
Ausführliche Informationen zum Thema Hinzuverdienst erhalten Sie aus der folgenden Broschüre:
Homepage | Altersrentner: So viel können Sie hinzuverdienen | Deutsche Rentenversicherung (deutsche-rentenversicherung.de)

Viele Grüße,
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
DiplomRentner

Ich weiß gar nicht, weshalb der/die TS/-in hier so besorgt ist… Ich wurde seinerzeit vom JobCenter „gebeten“ mit 60 Jahren die Altersrente zu beantragen! Das Ergebnis sieht nun so aus, dass ich mit 18 % Anschlag mein Dasein fristen muss…

von
Schrader170

Zitiert von: Experte/in
Hallo Schrader170,

ab welchem Hinzuverdienst Ihre Altersrente nicht mehr zu zahlen ist, hängt maßgeblich von der Höhe Ihrer Rente ab, die wir nicht kennen.

Meine Bruttorente wird 885 ca. Euro sein

von
Schrader170

Zitiert von: DiplomRentner
Ich weiß gar nicht, weshalb der/die TS/-in hier so besorgt ist… Ich wurde seinerzeit vom JobCenter „gebeten“ mit 60 Jahren die Altersrente zu beantragen! Das Ergebnis sieht nun so aus, dass ich mit 18 % Anschlag mein Dasein fristen muss…

Ja, aber ich würde gerne bis zur Regelrente oder gar darüber hinaus arbeiten. Selbst mein Arbeitgeber würde das begrüßen.

von
W°lfgang

Zitiert von: Schrader170
Darf das Jobcenter mich daher überhaupt in Zwangsrente schicken?

Hallo Schrader170,

-> Unbilligkeitsverordnung, ein paar Links dazu:

https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-Gesetzesvorhaben/unbilligkeitsverordnung.html

https://www.arbeitsagentur.de/wissensdatenbank-sgbii/12a-vorrangige-leistungen

https://www.gesetze-im-internet.de/unbilligkeitsv/index.html#BJNR073400008BJNE000800119

"Ich habe ein Nettoeinkommen von 872 Euro plus steuerfreie Zuschläge für Schichtarbeit von durchschnittlich 120 Euro."
+ 790 € Nettorente.

Damit dürften Sie aktuell mit Rente + zulässigem Hinzuverdienst locker aus der Grundsicherung bzw. HLU raus sein - dieses Jahr. Die Hinzuverdienstgrenze aus Arbeitseinkommen für 2023 beträgt aktuell (wieder nur) 6.300 € Bruttoentgelt, was zur Rentenkürzung führen würde, Sie dann ggf. wieder im ergänzenden Sozialleistungsbereich liegen.

HIER kann das keiner aus dem Rentenbereich auflösen, da hilft nur reden/argumentieren mit dem JC.

Gruß
w.

PS: für eine Aufforderung zum Rentenantrag zum 01.02.2023 ist es noch viel zu früh. Da max. die letzten 3 Monate vor Rentenbeginn 'hochgerechnet' werden können, ist ein Antrag Ende Oktober zeitnah und ausreichend - vielleicht ist das auch ein Argument fürs JC, jetzt nicht 'wild/unverhältnismäßig' eine Rentenantragstellung einzufordern. Bis dahin wird es wohl auch Klarheit geben, ob die künftige Hinzuverdienstgrenze bei Arbeit und Rente nicht doch/dauerhaft höher ausfällt.
PPS: natürlich können Sie jetzt schon für Oktober einen Rentenantragstermin buchen (erhalten eine entsprechende Bestätigung/ab mit dem Wisch ans JC) ...Antrag muss ja nicht tatsächlich/formgerecht gestellt werden ;-)

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Wie Anleger Steuern sparen können

Banken verschicken in diesen Wochen ihre Jahressteuerbescheinigungen. Was Anleger jetzt wissen müssen.

Gesundheit 

Neues Notvertretungsrecht für Ehepartner

Ehepartner haben seit Anfang 2023 ein gegenseitiges Notvertretungsrecht. Was das bedeutet und warum eine Vorsorgevollmacht dennoch sinnvoll ist.

Rente 

Was für Rentner 2023 wichtig ist

Mehr Rente, Hinzuverdienst, Wohngeld, Steuer: Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen für Rentnerinnen und Rentner.

Soziales 

So viel bekommen Sie 2023 netto mehr heraus

Fast alle Berufstätigen profitieren 2023 von Steuerentlastungen. Was in Euro und Cent zusätzlich herausspringt.

Altersvorsorge 

Arbeitslos – was tun mit der betrieblichen Altersvorsorge?

In Krisenzeiten fürchten viele Beschäftigte um ihren Job. Was passiert im Ernstfall mit der betrieblichen Altersvorsorge? Und wie kann sie bei einem...