Zwangsrente ist vom Tisch

von
HW

Sehr geehrte Damen und Herren, ich lese gerade mit
großem Interresse den Nachrichtenartikel " Zwangsrente für Langzeitarbeitslose ist vom Tisch". Sehr erstaunt bin ich über den Satz: "Bis Ende dieses
Jahres können Arbeitslose dagegen auch dann eine abschlagsfreie Rente verlangen, wenn Sie ab 58 Jahren nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen wollen."
Ist diese Ausführung so zu verstehen, daß bis Ende dieses
Jahres alle Leute die eine 58ger
Regel unterschrieben haben abschlagsfrei in Rente gehen
können??? Dann müssten sich
doch die Betroffenen beeilen noch einen Rentenantrag in diesem Jahr zu stellen.
Vielen Dank für Ihre Antworten
MFG

Experten-Antwort

Bitte abwarten!

Noch ist nichts in "trockenen Tüchern". Bitte beachten Sie auch den Thread

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=73650&dekade=2

und dort vor allem die Antwort der Expertin.

Gruß
Redaktion

von
KSC

diesen Artikel haben Sie, lieber HW gründlich missverstanden.

Mit 58 gibt es keine Altersrente, gab es sie auch noch nie und wird es sie wohl nie geben. Somit ist ein Altersrentenantrag mit 58 sinnlos!

Und die allermeisten Altersrenten sind heutzutage erst mit 65 abschlagsfrei.

d.h. wer heute mit 58 beim Arbeitsamt oder beim "Hartzamt" erklärt, dass er nicht vermittelt werden will, bleibt weiterhin arbeitslos, kann aber erst mit 65 zur Rente "gezwungen werden" weil eben erst dann (in der Regel) die Altersrente abschlagsfrei ist.

Und genau diese Regelung ist derzeit strittig, weil sie nach bisheriger Regelung ausläuft.
Offenbar gibt es in der Politik Bestrebungen etwas zu ändern, was aber letztlich (irgendwann einmal) im Gesetz, bzw. in Dienstanweisungen steht, darüber kann heute m.E. nur spekuliert werden.

Und da helfen einige Presseberichte und Politikeräußerungen nur bedingt weiter, weil diese Erklärungen - wie der von Ihnen zitierte - so schwammig sind, dass sie leicht missverstanden werden.

Und manchmal drängt sich beim Fachpersonal der Eindruck auf, dass weder Politiker noch Presse in dieser Sache genau Bescheid wissen - aber trotzdem so tun, als ob sie Sensationen zu verkünden haben.
(deswegen reagieren user wie "schade" oder "knut rassmussen" in den Augen einiger leicht gereizt).

Und wie groß dieses Problem in der Praxis ist bleibt abzuwarten:
denn schon heute gehen viele Arbeitslose trotz Abschlägen weit vor 65 "freiwillig" in Rente, ganz einfach, weil die Rente trotz allem wesentlich höher ist als das ALG 2.

Und bei ganz mickrigen Renten fallen die Abschläge ohnehin nicht ins Gewicht, weil die Differenz zum Existenzminimum ohnehin von Grundsicherung oder Sozialhilfe ausgeglichen wird.

Folge aus allem: jeder Betroffenen muss sich im Einzelfall erkundigen, was für ihn das beste ist, wobei momentan kein Berater (weder bei RV noch bei Arbeitsamt) weiß wie die neue Regelung tatsächlich aussieht.

Vielleicht hilft dieser Beitrag einigen jetzt klarer zu sehen.

von
Heilfroh

Danke KSC für die Klarstellung.

Ich bin aber ganz froh, dass die Presse viel über das Thema berichtet (auch wenn manchmal zu verkürzt), denn nur so hat sich was bewegt.

Freue mich, wenn Sie was offizielles im Netz finden und uns allen den Link hier ins Forum stellen...

von
HW

Vielen Dank für Ihren Beitrag lieber KSC! Ich muß zugeben,
daß ich mich nicht präzise in
meinem Beitrag geäußert habe.
Bei mir ist folgende Situation:
Am 1.11.2008 falle ich mit 60
Jahren und 6 Monaten ( bei
Inanspruchnahme der 58ger Regel ) in " Hartz IV ". Dann sind 46 Jahre und 7 Monate ununterbrochen Beiträge in die
RV geflossen ( einschließlich der Beiträge des Arbeitsamtes
in Höhe von 80 % des letzten
Gehaltes ) Meine Hoffnung war/ist, dass im Zuge der in 2007 auslaufenden 58ger Bestimmungen für die Betroffenen in den Anschlußregelungen die Möglichkeit einer freiwilligen " Zwangsverrentung " bestehen.
( Das Alter von 60 Jahren wäre
bei mir ja dann erreicht ) Wie
Sie richtig bemerken, muss sich
im Einzelfall jeder Betroffene erkundigen,was für Ihn das Beste ist. Abgesehen davon, dass in meinem Fall der finanzielle Unterschied zwischen der Leistung von Hartz IV und einer ( trotz Abschlägen ) vorgezogenen Altersrente klar ist, würde ich
mir gerne das bestimmt nicht
angenehme Procedere mit dem
" Hartzamt " ersparen. Nach den jetzigen frühesten Möglichkeiten könnte ich nur eine " Altersrente wegen Arbeitslosigkeit " mit 62 Jahren
und 4 Monaten in Anspruch nehmen. Wie Sie aber schon richtig bemerkten, muss sicher
abgewartet werden, wie die
neuen Regelungen ausfallen werden.
Nochmals Vielen Dank!
M f G

von
Bernhard

Ist es möglich, mit 50 % Erwerbninderung mit 63 Jahren in Rente geschickt zu werden, oder bekommt man ab dem 63 sechzigsten Lebensjahr im Falle einer Krankheit oder Arbeitslosigkeit Krankengeld, beziehungsweise Arbeitslosengeld für die dauer der Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit ?

Danke im voraus
Bernhard

Experten-Antwort

Hallo Bernhard,

bezugnehmend auf Ihre Anfrage vom 02.12.2007 teilen wir Ihnen mit, daß bevor Sie keinen Anspruch auf eine
abschlagsfreie Altersrente haben, zu einer Antragstellung nicht aufgefordert werden können. Somit haben Sie
selbstverständlich auch über das 63. Lebensjahr hinaus Anspruch auf Kranken- bzw. Arbeitslosengeld.
Erst ab dem Zeitpunkt ab dem Sie Anspruch auf eine ungeminderte Rente haben, können Sie von der Krankenkasse
bzw. der Agentur für Arbeit zur Rentenantragstellung aufgefordert werden.

Nachdem es bei der Erwerbsminderungsrente keine prozentuale Einteilung gibt, gehen wir davon aus, daß Sie die
Altersrente wegen Schwerbehinderung (50 %) gemeint haben.
Falls Sie zu dem Thema "Altersrenten" nähere Ausführung über das Internet wünschen, können Sie unter
"ihre-vorsorge.de" auf das Thema: Altersrente (rechte Seite) klicken und weitere Informationen über die
Voraussetzungen der jeweiligen Altersrenten erhalten.

Wann der genaue Zeitpunkt zur Aufforderung gekommen ist, kann ohne Kenntnis Ihres Geburtsdatums und Ihrer
Versicherungsnummer zur Prüfung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen pauschal leider nicht mit-
geteilt werden.

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, bei dem für Sie zuständigen Rentenversicherungsträger eine Rentenauskunft
anzufordern, aus der Sie dann alle Daten entnehmen können.

Sollte dies nicht ausreichen, können Sie auch einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren.
Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/
Beratungsstellen" ermitteln.