Zwischen Ende ATZ und Beginn Regelaltersrente 1 Jahr - Ist Arbeitslosigkeit / ALG sinnvoll?

von
AchimR

Daten:
Geb.-Datum MM.JJJJ : 12/1958
Altersrente für langjährig Versicherte (min. 35Jahre) erfüllt.
Beginn Regelaltersrente 1.1.2025 laut Rentenauskunft.
Versicherungsverlauf m. Kontenklärung erledigt, keine Lücken.
Alle weiteren Bedingungen zu einer ATZ erfüllt.

Die Firma bietet nun einen ATZ an mit folg. Daten:
"Start aktive Phase: 01.11.2022
Start passive Phase: 01.06.2023
Renteneintritt: 01.01.2024"

-> mein Renteneintritt laut Regelaltersrente ist aber der 1.1.2025

d.h. ich müsste 1 Jahr bis zur offiziellen Rente "überbrücken".

1. Entweder ich akzeptiere dann den Rentenbeginn ab 1.1. 2024, das hieße aber: 0,3% / Monat (also 4,3%) Abschlag auf meine berechnete Rente - und das auf Dauer - korrekt?
2. ODER, wenn mein Verständnis richtig ist, ich melde mich rechtzeitig vor dem Ablauf der ATZ arbeitslos und würde dann ALG I beziehen. Dieses ALG würde aber nur 60% des Netto-Verdienstes meiner ATZ betragen OHNE Berücksichtigung der Aufstockung durch den Arbeitgeber - Ist das korrekt?
3. Welche Beträge müsste ich noch von diesem ALG abziehen? (KV, RV...?)
4. Hätte dieses niedrigere ALG über 1 Jahr eine weitere negative Auswirkung auf die spätere Rente?

Vielen Dank vorab!

von
Bernd

Können Sie zum 01.01.2024 weder die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, noch die Altersrente für Schwerbehinderte in Anspruch nehmen?

4. Kann man m.M. nach vernachlässigen.
3. Von den 60 % ALG I müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden.
2. ALG I wird vom Grubdgehalt berechnet, die Aufstockungsbeiträge bleiben außer Betracht.
1. Wenn ich das richtig sehe, wären es 3,6 % Abschlag.

Bei ALG 1 wird es ne Sperre geben, weil sie ihren Arbeitsplatz absichtlich verloren haben...

von
Pierre

Hallo,

sofern absichtlich eine Arbeitlsosigkeit herbeigeführt wird, tritt definitiv eine Sperre ein.

MfG

von
Fux de Lux

Zitiert von: Bernd

Bei ALG 1 wird es ne Sperre geben, weil sie ihren Arbeitsplatz absichtlich verloren haben...

Nicht unbedingt:

https://www.steuertipps.de/altersvorsorge-rente/altersvorsorge/bsg-keine-sperrzeit-bei-arbeitslosengeld-bezug-nach-der-altersteilzeit

von
AchimR

Zitiert von: Bernd
Können Sie zum 01.01.2024 weder die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, noch die Altersrente für Schwerbehinderte in Anspruch nehmen?

4. Kann man m.M. nach vernachlässigen.
3. Von den 60 % ALG I müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden.
2. ALG I wird vom Grubdgehalt berechnet, die Aufstockungsbeiträge bleiben außer Betracht.
1. Wenn ich das richtig sehe, wären es 3,6 % Abschlag.

Bei ALG 1 wird es ne Sperre geben, weil sie ihren Arbeitsplatz absichtlich verloren haben...

erst mal Danke!
zu 4. : nun, das müsste ich schon genauer wissen, denn das summiert sich ja über die Jahre..
zu 3. o.k. keine Sozialabgaben; höchstens Steuern; wobei bei glattem Datumswert (1.1. eines Jahres kein Progressionsvorbehalt eintreten dürfte, aber das werde ich beim FA noch mal abfragen)
zu 2. ...das habe ich befürchtet, und das würde mich ja nahezu unter den Rentenbetrag bringen...
zu 1. yep, hatte zu viele Gedanken im Kopf und einfaches Multiplizieren außer acht gelassen, sry.

von
AchimR

Zitiert von: Pierre
Hallo,

sofern absichtlich eine Arbeitlsosigkeit herbeigeführt wird, tritt definitiv eine Sperre ein.

MfG

hmm, ich denke nicht.
Ich beziehe mich auf diese Meldung: "durch die Einführung der abschlagsfreien Altersrente ab 63 für besonders langjährig Versicherte die Rechtslage deutlich verändert. Wenn ein Betroffener sich deshalb nun entscheidet, nach dem Ende der ATZ erst einmal keine Rente zu beantragen, kann ihm dies nicht vorgeworfen werden, befand das BSG. Die Umentscheidung sei legitim. Deshalb dürfe keine Sperrzeit verhängt werden." - zitiert aus https://www.rentenfuchs.info/anspruch-auf-arbeitslosengeld-nach-altersteilzeit/

von
Abschläge

vom ALGI werden 80% als Berechnungsgrundlage für Beiträge zur RV berücksichtigt (die Ihnen aber nicht abgezogen werden)

Entsprechend hat das dann Auswirkungen auf die spätere Rente, hängt aber von der Höhe Ihres Grundgehaltes ab.

Lässt Ihr Arbeitgeber sich evtl. auf Verhandlungen ein, die ATZ entsprechend zu verlängern? Einfach mal versuchen :-)

von
Pierre

Zitiert von: AchimR
Zitiert von: Pierre
Hallo,

sofern absichtlich eine Arbeitlsosigkeit herbeigeführt wird, tritt definitiv eine Sperre ein.

MfG

hmm, ich denke nicht.
Ich beziehe mich auf diese Meldung: "durch die Einführung der abschlagsfreien Altersrente ab 63 für besonders langjährig Versicherte die Rechtslage deutlich verändert. Wenn ein Betroffener sich deshalb nun entscheidet, nach dem Ende der ATZ erst einmal keine Rente zu beantragen, kann ihm dies nicht vorgeworfen werden, befand das BSG. Die Umentscheidung sei legitim. Deshalb dürfe keine Sperrzeit verhängt werden." - zitiert aus https://www.rentenfuchs.info/anspruch-auf-arbeitslosengeld-nach-altersteilzeit/

Das gilt aber nur bei besonderen Umständen und nicht generell. Zumindest wenn man das Urteil komplett liest.

MfG

von
Abschläge

Zitiert von: Pierre
...
Das gilt aber nur bei besonderen Umständen und nicht generell. Zumindest wenn man das Urteil komplett liest.

MfG

da hilft vielleicht diese 'Quelle' dem Fragesteller noch:

https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-159_ba015166.pdf

von
W°lfgang

Zitiert von: AchimR
(...)

Hallo AchimR,

die noch offene Frage: haben Sie mit 64 oder ff. (hier 01.01.2024) die 45 Jahre erreicht?

Abschnitt I Ihrer letzten Rentenauskunft "Altersrente für besonders langjährig Versicherte" bitte checken.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo AchimR,

Ihre Fragen wurden größtenteils schon beantwortet.
Ergänzend zu Punkt 4.:
Wie sich der Bezug von Arbeitslosengeld bei der Berechnung der Höhe der Rente auswirkt, ist nicht vorhersehbar.

Viele Grüße

Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
AchimR

Zitiert von: W°lfgang
Zitiert von: AchimR
(...)

Hallo AchimR,

die noch offene Frage: haben Sie mit 64 oder ff. (hier 01.01.2024) die 45 Jahre erreicht?

Abschnitt I Ihrer letzten Rentenauskunft "Altersrente für besonders langjährig Versicherte" bitte checken.

Gruß
w.

Hatte ich geprüft, die "45 Jahre für besonders langjährig Versicherte" erreiche ich nicht, nur die '>= 35 Jahre für langjährig Versicherte".

von
AchimR

Zitiert von: Abschläge
Zitiert von: Pierre
...
Das gilt aber nur bei besonderen Umständen und nicht generell. Zumindest wenn man das Urteil komplett liest.

MfG

da hilft vielleicht diese 'Quelle' dem Fragesteller noch:

https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-159_ba015166.pdf

Danke für diesen Hinweis!
Nun, diesen Regelungskatalog und dessen Formuierungen muß ich erst mal durchdringen, eine einfache Antwort finde ich nicht unmittelbar leider

von
AchimR

Zitiert von: AchimR
Zitiert von: Abschläge
Zitiert von: Pierre
...
Das gilt aber nur bei besonderen Umständen und nicht generell. Zumindest wenn man das Urteil komplett liest.

MfG

da hilft vielleicht diese 'Quelle' dem Fragesteller noch:

https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-159_ba015166.pdf

Danke für diesen Hinweis!
Nun, diesen Regelungskatalog und dessen Formuierungen muß ich erst mal durchdringen, eine einfache Antwort finde ich nicht unmittelbar leider

m.E. würde keine Sperrzeit eintreten, wie durch 159.1.2. r) erklärt, da ich ja tatsächlich VOR Erklärung einer ATZ den willen hatte in die Rente einzutreten ..'..der Arbeitnehmer sein unbefristetes Arbeitsverhältnis im Rahmen einer
Altersteilzeitvereinbarung nach dem Altersteilzeitgesetz in ein befristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt hat. Hierfür ist erforderlich, dass er
im Zeitpunkt der Vereinbarung, gestützt auf objektive Umstände, beabsichtigt hat, nahtlos nach der Freistellungsphase der Altersteilzeit aus
dem Arbeitsleben auszuscheiden. Objektive Anhaltspunkte für eine solche Absicht sind insbesondere dann gegeben, wenn dieser die tatsächlich vorhandene Möglichkeit der Inanspruchnahme einer (vorgezogenen) Rente mit Bezug zu etwaigen damit verbundenen Abschlägen abgeklärt oder vor Abschluss der Altersteilzeitvereinbarung Informationen,
insbesondere bei sachkundigen Stellen, zum Rentenbezug ab diesem
Zeitpunkt eingeholt hat. Einem Verhalten nach Abschluss der Altersteilzeitvereinbarung kommt für die Beurteilung des wichtigen Grundes
keine Bedeutung mehr zu...'

von
AchimR

Zitiert von: Abschläge
vom ALGI werden 80% als Berechnungsgrundlage für Beiträge zur RV berücksichtigt (die Ihnen aber nicht abgezogen werden)

Entsprechend hat das dann Auswirkungen auf die spätere Rente, hängt aber von der Höhe Ihres Grundgehaltes ab.

Lässt Ihr Arbeitgeber sich evtl. auf Verhandlungen ein, die ATZ entsprechend zu verlängern? Einfach mal versuchen :-)

Leider momentan nein, der AG bezieht sich auf eine Betriebsregelung, die mit dem GBR abgestimmt ist sowie auf das ATZ-Gesetz, welches (warum auch immer noch) das 65 LJ als Ende der ATZ formuliert.
M.E. ist das ja gar nicht mehr sinnvoll oder logisch, da ja das Renteneintrittsalter für jeden folgenden Jahrgang nach hinten geschoben wird.
Also eigentlich müsste meine Fragestellung ja X Personen jetzt und noch mehr in Zukunft betreffen....

von
Abschläge

Zitiert von: AchimR
...

Hatte ich geprüft, die "45 Jahre für besonders langjährig Versicherte" erreiche ich nicht, nur die '>= 35 Jahre für langjährig Versicherte".

Das aber ist dann auch nicht soooo schlecht, denn die Agentur für Arbeit (unabhängig von den noch ungeklärten 'Sperrzeiten') darf Sie bei ALGI-Anspruch nicht in eine abschlagbehaftete Rente schicken, sondern müsste dann erst einmal zahlen (und Sie evtl. ein paar Bewerbungstermine wahrnehmen...)

Einen GdB>=50 haben Sie ja wohl nicht (wurde auch schon gefragt), damit könnten Sie abschlagfrei mit den >=35 Jahren zum 01.01.2023 in Rente gehen.

---

die Arbeitsanweisung AfA zur Sperrzeit gibt tatsächlich keine 'einfache' Antwort und muss in Ruhe bestimmt drei Mal gelesen werden, da aber die zitierten Urteile nur unter bestimmten Voraussetzungen gelten, lohnt sich das sicher. Der nächste Regentag dafür kommt bestimmt :-)

Sollten Sie tatsächlich eine Sperrzeit erhalten, haben Sie die Möglichkeit, sich für diese 12 Wochen bei der RV freiwillig zu versichern und müssten sich auch selbst um Ihre KV/PV kümmern.

Sprechen Sie doch tatsächlich nochmal mit Ihrem Arbeitgeber, ob der Zeitraum ATZ nicht verlängert werden kann.

Viel Erfolg und alles Gute!

von
Abschläge

ok, bezgl. Arbeitgebergespräch hat sich das überschnitten

Ich würde es dennoch nochmal versuchen, eben mit dem Argument dass... haben Sie einen Tarifvertrag irgendwo im Hintergrund in den Sie nochmal schauen könnten...

von
AchimR

Zitiert von: Abschläge
ok, bezgl. Arbeitgebergespräch hat sich das überschnitten

Ich würde es dennoch nochmal versuchen, eben mit dem Argument dass... haben Sie einen Tarifvertrag irgendwo im Hintergrund in den Sie nochmal schauen könnten...

Vielen Dank nochmals!
Ja, ich habe mit dem GBR gesprochen, die mir bestätigt haben dass die derzeitige Regelung zw. GBR und AG (steht aus 2017) noch gültig ist.
Aber ich bleibe dran. Einen gleitenden Übergang vom Arbeitsleben in die Rente (wie im Vorwort des Gesetzes oder Regelung zur ATZ beschrieb) habe ich mir anders vorgestellt...

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