2. Gutachter wegen EM Rente (bin im Widerspruchsverfahren)

von
Die Gehörlose Kranke

Ich bin seit dem 16.12.2016 krank Depressionen, Panikstörung und monatelang starke Schmerzen im Rücken/Schulterbereich. Im Januar 2018 KH-Aufenthalt, März 2018 wieder KH Aufenthalt und OP HWS (3 Bandscheibenvorfälle in der HWS von c4 bis c7)Cages. Anschließend 5 Wochen Reha. Schmerzen sind viel stärker geworden, am ganzen Körper. Dazu schwere Panikattacken, tags wie nachts. Schlaflos. EM Rente im August 2017 beantragt. Jan. 2018 Gutachter. Bei der Untersuchung schwere Panikattacke und Weinkrämpfe. Durchfall und Erbrechen. Beauftragter Gutachter war gerade mal 5 min. im Zimmer (am Schluß). Ein Assistenzarzt war die gesamte Zeit anwesend, ich hatte eine Gebärdensprachdolmetscherin dabei (bin gehörlos, 100 GdB schwerbehindert plus B für Begleitung auf dem Ausweis). Sie bezeugt es. Dieser 5 Minuten-Gutachter schrieb mich für arbeitsfähig - voll! Widerspruch. Zwischenzeitlich weitere Diagnose "Fibromyalgie" - deswegen die starken Schmerzen. Weiterhin in psychotherapeutischer Behandlung, alle 3 Monate Psychiater. Medikamente Sertralin und Quetiapin. Schmerzmittel werden noch erprobt, derzeit Tilidin, vertrage ich nicht. Jetzt soll ich nochmal zum Gutachter. Ich habe furchtbare Angst!

von
Die Gehörlose Kranke

Ich bitte um Entschuldigung. Die KH-Aufenthalte und OP waren NICHT 2018 sondern 2017. Danke!

von
???

Diese Angst wird Ihnen hier leider keiner nehmen können. Besprechen Sie dieses Thema mit Ihrem Therapeuten. Er kann Ihnen da sicher besser helfen. Außerdem sollten Sie eine Vertrauensperson mitnehmen, die Sie zumindest bis zur Tür des Untersuchungszimmers begleitet. Ob sie mit rein darf, entscheidet der Gutachter und da Sie ja auch noch die Gebärdendolmetscherin haben, könnte es drinnen etwas eng werden.
In extremen Fällen macht der Gutachter auch Hausbesuche. Ob das nur bei Einschränkung der Mobilität oder auch bei psychischen Problemen geht, müssten Sie bei der DRV erfragen.

Experten-Antwort

Hallo,

Sie haben leider keine konkrete Frage gestellt, wie wir hier im Forum beantworten könnten. Ihre Ängste können wir Ihnen leider nicht nehmen - aber sehen Sie die zweite Begutachtung als eine Chance, dass nun Ihre Erkrankung noch einmal beurteilt und möglicherweise im Sinne einer Erwerbsminderung eingeschätzt wird.

von
Die Gehörlose Kranke

Das wird beim Psychologen besprochen. Atemübungen, Entspannungsübungen. Mein Psychologe sagte auch, dass ich mir sagen soll, "mir passiert nichts". "Es geht vorüber". Ich habe noch nicht mal einen Termin, aber schon wieder Erbrechen und Durchfall. Die Panikattacken werden wieder schlimmer. Ich fühle mich so ausgeliefert.

von
Die Gehörlose Kranke

Zitiert von: Experte/in
Hallo,

Sie haben leider keine konkrete Frage gestellt, wie wir hier im Forum beantworten könnten. Ihre Ängste können wir Ihnen leider nicht nehmen - aber sehen Sie die zweite Begutachtung als eine Chance, dass nun Ihre Erkrankung noch einmal beurteilt und möglicherweise im Sinne einer Erwerbsminderung eingeschätzt wird.

Ach so - ist denn ein Gutachten gültig, wenn der namentlich beauftragter Gutachter erst am Ende für 5 min. dazu kommt? Wenn ein Assistenzarzt das gesamte Gutachten bestreitet?

von
Die gehörlose Kranke

Hm, weiß niemand das?

Experten-Antwort

Ein Gutachten zu den gesundheitlichen Einschränkungen in einem bestimmten medizinischen Fachgebiet ist zunächst einmal nur eine von meist mehreren medizinischen Unterlagen (Befundberichte, Krankenhausberichte etc.), die der Sozialmediziner des RV-Trägers insgesamt in seine Beurteilung einbeziehen wird. Welche konkrete Person das Gutachten erstellt hat (soweit es sich natürlich um einen Arzt handelt), ist dabei eher ohne Bedeutung. Ich gehe davon aus, dass der benannte Gutachter sich dabei durchaus von einem anderen Arzt assistieren lassen darf.

Sofern Sie jedoch der Meinung sind, dass das Gutachten nicht korrekt erstellt wurde, können Sie das Ihrem RV-Träger mitteilen - was Sie mit dem Widerspruch ja letztlich implizit schon getan haben. Wenn nun ein neues Gutachten erstellt wird (vermutlich von einem anderen Arzt?), dann ist das doch in Ihrem Sinne und Sie sollten versuchen, da möglichst unvoreingenommen heranzugehen.

von
???

"Das wird beim Psychologen besprochen. Atemübungen, Entspannungsübungen. Mein Psychologe sagte auch, dass ich mir sagen soll, "mir passiert nichts". "Es geht vorüber". Ich habe noch nicht mal einen Termin, aber schon wieder Erbrechen und Durchfall. Die Panikattacken werden wieder schlimmer. Ich fühle mich so ausgeliefert."

Weder die Experten noch die anderen User können Ihnen hier wirklich helfen. Wie denn auch, wenn das anscheinend nicht mal Ihr Psychologe schafft.

von
Die Gehörlose Kranke

Eine Psychotherapie dauert Zeit. Meine Angststörung wird ein Leben lang bleiben.

von
Naomi

Zitiert von: Die Gehörlose Kranke
Eine Psychotherapie dauert Zeit. Meine Angststörung wird ein Leben lang bleiben.

Wer sagt das? Und selbst wenn die Angststörung ein Leben lang bleibt, kann man lernen damit umzugehen und damit zu leben. Aber das gehört hier eher weniger ins Forum. Die Rente kann ihnen hier niemand bewilligen. Was konkret wollen sie denn mit ihrem Beitrag hier bewirken?