2 Renten beantragen

von
Günni

Hallo,
ich habe vor einiger Zeit eine Rente für Schwerbehinderte beantragt.
Das Verfahren über die Schwerbehinderteneigenschaft ist aber leider noch nicht abgeschlossen. Momentan läuft noch ein Widerspruchsverfahren.
Ich werde im Oktober 63 Jahre alt. Kann ich zwischenzeitlich die Altersrente für langjährig Versicherte ab 11/2018 beantragen?
Bzw. könnte ich nach eventueller Feststellung der Schwerbehinderung stattdessen diese Rente rückwirkend ab meinen eigentlich gewollten Rentenbeginn (10/2017) bekommen, oder würde sie dann auch erst ab 11/2018 gezahlt werden? Geht so ein Wechsel überhaupt? Ich hab gelesen, dass ein Rentenwechsel eigentlich nicht möglich ist. Aber ich kann ja nichts dafür, dass das Verfahren so lange bei der Stadt dauert. Und so lange warten kann ich auch nicht.

von
W*lfgang

Hallo Günni,

natürlich gehen 'mehrere' Altersrentenanträge zum selben oder späteren/frühestmöglichen Zeitpunkt, solange Verfahren noch laufen.

Wenn zum Rentenbeginn - wie hier - auch dann/später der erforderliche GdB bestätigt wird, wird die schon mögliche/gezahlte 'schwächere' Rente einfach umgeswitscht.

Beantragen Sie auf jeden Fall die Altersrente für langjährig Versicherte - kommt dann später der erforderliche GdB 50 zum selben oder früheren Zeitpunkt, wird die Rentenart gewechselt und durch den kleinen Abschlag gibt es entsprechende Nachzahlungen. Natürlich unter Berücksichtigung ggf. parallelen Einkommens (Arbeitsentgelt/Sozialleistungsbezug).

Informieren Sie sich trotzdem in einer Beratungsstelle, da das Offensichtliche nicht immer das Optimale sein muss ...zudem werden Sie kaum einen zeitnahen Termin für Ihren Antrag bekommen, der Anruf/Terminvereinbarung/auch online, reicht aber schon, um Ihnen weitere Anspruchsmöglichkeiten zu sichern.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Günni,

den Ausführungen von W*lfgang stimmen wir grundsätzlich zu.

Ein Rentenwechsel ist nach bindender Bewilligung einer Rente wegen Alters ausgeschlossen (§ 34 Abs. 4 SGB VI). Die Ausschlussregelung kommt aber nur dann zur Anwendung, wenn sich für die weitere Rente ein späterer Rentenbeginn ergeben würde als für die zuerst bewilligte Altersrente. Sie können also zwischenzeitlich eine Altersrente für langjährig Versicherte stellen. Sollte es zu einer rückwirkenden Anerkennung der Schwerbehinderung (mind. GdB 50) kommen, kann die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (bei Vorliegen aller weiteren Voraussetzungen) dann auch mit einem früheren Rentenbeginn (abhängig vom Antragsmonat dieser Rente) als dem Rentenbeginn der Altersrente für längjährig Versicherte beginnen.

Sollte die Altersrente für schwerbehinderte Menschen später beginnen als die Altersrente für langjährig Versicherte können Sie den Antrag auf Altersrente für langjährig Versicherte zurücknehmen, solange der Bescheid über diese Altersrente noch nicht bindend geworden ist (zum Beispiel durch Einlegen eines Widerspruchs).

von
Rentenschmied

Hallo und Mahlzeit,

Sie sehen also dass es vom Zeitpunkt abhängt ab dem das Versorgungsamt Ihnen den GdB von mind. 50% (Gleichstellung als Schwerbehinderter bei z.Bsp. nur 30 % reicht nicht!) anerkennt. Ist halt ein Risiko dabei - Ihre Entscheidung!

Mit besten Grüßen