45 Jahre voll, dann ALG 1 bis zur Rente?

von
Michael

Hallo, habe Ende Oktober 22 die 45 Jahre voll, gehe dann in die Arbeitslosigkeit. Die Rente ohne Abschläge bekäme ich erst Anfang 2025 (Jahrgang 60). Geht das so einfach, also die 2 Jahre mit ALG 1 zu überbrücken, und die letzten 5 Monate würde ich mich selbst finanzieren, oder macht das Arbeitsamt da evtl. Schwierigkeiten? Danke für die Antwort

von
Klaus

Hallo,

die Agentur für Arbeit wird natürlich versuchen sie noch in Arbeit zu bringen. Es wird daher vermutlich nicht allzu "enspannt" diesen Weg zu gehen.

Generell ist es aber möglich.

MfG Klaus

von
Jörg

Zitiert von: Michael
Hallo, habe Ende Oktober 22 die 45 Jahre voll, gehe dann in die Arbeitslosigkeit. Die Rente ohne Abschläge bekäme ich erst Anfang 2025 (Jahrgang 60). Geht das so einfach, also die 2 Jahre mit ALG 1 zu überbrücken, und die letzten 5 Monate würde ich mich selbst finanzieren, oder macht das Arbeitsamt da evtl. Schwierigkeiten? Danke für die Antwort
Die Zeiten, wo einen das Arbeitsamt ab einem gewissen Alter in Ruhe gelassen hat, gibt es nicht mehr. Sie werden damit rechnen müssen, dass versucht wird, Sie in Arbeit zu vermitteln. Wenn Sie dann vielleicht noch einen gesuchten Beruf haben, wie bspw. Kraftfahrer oder Lokführer und gesundheitlich dazu nicht eingeschränkt sind, werden sich wohl auch passende Stellen finden.

von
LSch

User Michael, bin der Meinung den Sachverhalt neu zu überdenken.
Warum unbedingt die Altersrente für „besonders langjährig Versicherte“, wählen,
die man nicht vorzeitig in Anspruch nehmen kann und in Kauf nimmt, 5 Monate als Ausgleich
aus eigener Tasche zu finanzieren.
Mein Vorschlag:
1.die Altersrente für „langjährig Versicherte“ wählen, die im Folgemonat nach Ablauf der
Arbeitslosigkeit beginnen sollte.
2, den vorgesehenen Betrag für die Finanzierung der fehlenden 5 Monate bis zur ursprünglich
vorgesehenen Altersrente für „besonders langjährig Versicherte“ zur Verringerung der Minderung wegen vorzeitigem Rentenbeginn der Rente für „Langjährig Versicherte“ in die DRV einzahlen.
.
Lassen Sie sich dazu eine Proberechnung anfertigen.
.
Wenn ohnehin die Dauer der Leistungsgewährung von der Agentur für Arbeit zu Ende ist es keine Schwierigkeiten mehr geben. Auch sonst nicht. Ausgenommen, Sie würden erneut wieder Leistungen beanspruchen.

von
Teuer

Zitiert von: LSch

2, den vorgesehenen Betrag für die Finanzierung der fehlenden 5 Monate bis zur ursprünglich
vorgesehenen Altersrente für „besonders langjährig Versicherte“ zur Verringerung der Minderung wegen vorzeitigem Rentenbeginn der Rente für „Langjährig Versicherte“ in die DRV einzahlen.

Lassen Sie sich dazu eine Proberechnung anfertigen.
.
Wenn ohnehin die Dauer der Leistungsgewährung von der Agentur für Arbeit zu Ende ist es keine Schwierigkeiten mehr geben. Auch sonst nicht. Ausgenommen, Sie würden erneut wieder Leistungen beanspruchen.

Das wird aber bei knapp 9 % Abschlag je nach Rentenhöhe recht teuer!

Das sind nicht nur 5 Monate * 0,3 %!!!

von
Abschläge

Zitiert von: Teuer
Zitiert von: LSch

2, den vorgesehenen Betrag für die Finanzierung der fehlenden 5 Monate bis zur ursprünglich
vorgesehenen Altersrente für „besonders langjährig Versicherte“ zur Verringerung der Minderung wegen vorzeitigem Rentenbeginn der Rente für „Langjährig Versicherte“ in die DRV einzahlen.

Lassen Sie sich dazu eine Proberechnung anfertigen.
.
Wenn ohnehin die Dauer der Leistungsgewährung von der Agentur für Arbeit zu Ende ist es keine Schwierigkeiten mehr geben. Auch sonst nicht. Ausgenommen, Sie würden erneut wieder Leistungen beanspruchen.

Das wird aber bei knapp 9 % Abschlag je nach Rentenhöhe recht teuer!

Das sind nicht nur 5 Monate * 0,3 %!!!

Man muss ja nicht den möglichen Gesamtbetrag einbezahlen, wenn überhaupt.
Erst einmal erhöht noch das ALG die Rente (80% vom letzten Brutto)

Und wenn man dann 1.000,00 EUR Rente hätte (ist leichter zu rechnen als 1431,16), dann wären es 90 EUR Abschlag. Hätte man also für fünf Monate 910,00 EUR, davon geht dann noch KV/PV runter, ca. 11%. Bleiben also netto ca. 815 EUR X 5 = 4075,00 EUR, auf die man 'verzichtet' und stattdessen eigenes Geld investiert, um die fünf Monte zu überbrücken. Und müsste sich für diese Zeit selbst KV versichern, den Beitrag trägt man komplett alleine (wieviel das genau ist weiß die zuständige Krankenkasse), wenn nicht gerade noch jemand da ist, der einen mit in der Familienversicherung unterbringt.

ca. 100 EUR Abschlag auszugleichen kostet ca. 25.000,00 EUR.
So richtig kann man die dann später nicht mehr steuerlich 'gewinnbringend' einsetzen, sollte also noch passieren, so lange es noch gutes Gehalt gibt. Aber dazu hat ein Steuerberater bestimmt tolle Ratschläge.
Und wenn nicht alles schon bei vorgezogenem Rentenbeginn bezahlt ist, macht es sich auch erst bei der späteren Regalaltersrente bemerkbar. Vorher hat man trotzdem den niedrigeren Zugangsfaktor, auch auf das, was man erhöht, weshalb man etwas deutlich mehr als 9% ausgleichen muss, um wieder auf 100% Rente zu kommen.

Und zahlt dann aber auf die erhöhte Rente dann auch wieder entsprechend mehr KV/PV.

25.000,00 durch 90 sind rund 23 Jahre, die man Rente beziehen müsste (Rentenanpassungen nicht berücksichtigt).

Also ich würde mir ne Probeberechnung bei der DRV zum gewünschten Rentenbeginn erstellen lassen (also dort Termin vereinbaren, vielleicht sogar so, dass ich noch den für 2022 besonders günstigen 'Einkaufspreis für Abschläge' beanspruchen kann und auch noch Steuervorteile haben, denn in 2022 gibt's ja noch Gehalt). Und erst dann den Betrag abziehen, den ich ja mit der entsprechend früher erhaltenen Rente dann auch noch 'gespart' habe :-)

Und falls noch ein Lottogewinn dazwischen kommt, der dann die 5 Monate easy überbrückt, dann nimmt man eben die vorgezogene Rente tatsächlich nicht (wird man nicht zu gezwungen, auch wenn man schon bezahlt hat, das Geld bekommt man aber nicht wieder) sondern nimmt dann trotzdem erst die Rente als 'besonders langjähriger' ohne Abschlag.

Naja, eine Beratungsstelle kann 'dieses Gewirr' anhand der tatsächlichen Zahlen dann noch richtig hübsch verpacken und der Steuerberater aus der Nachbarschaft 'steuert' den Rest dazu bei.

Achja, beim Arbeitsamt können zwar ein paar Bewerbungsgespräche anfallen, aber zu einer Rente mit Abschlag dürfen die einen nicht auffordern (das geht dann erst bei ALGII).

Ein schönes Wochenende!

von
Nur Umschalten!

wenn Du 45 Jahre voll hast mit Arbeit, musst Du, wenn das Arbeitsamt von Dir Bewerbungen verlangt, Dich einfach etwas umstellen.
Du nimmst Deinen PC / die Zeitung / u schreibst Bewerbungen.
Machst auch, fall das überhaupt vorkommt auch mal Bewerbungsgespräche. Ist auch interessant !
Die schriftlichen Ablehnungen, legst Du ab.
Den Ordner mit Bewerbungen, legst Du dem Arbeitsamt vor.
Es fällt einem enorm schwer, wenn man immer gearbeitet hat dies so durchzuziehen.
So kommst Du zu 2 Jahren Arbeitslosengeld mit Versicherungsbeiträgen an die DRV.
Die Krankenkasse, wird versuchen, Dich dazu zu bringen einen Rentenantrag zu stellen. Lass Dich nicht darauf ein !! Nicht Du, mit 45 Versicherungsjahren ist der Betrüger, es sind diese verdammten Brüder.
Zahle wenn möglich, freiwillig zusätzlich Beiträge ein. Hilft auch bei der Steuer. Gutes Gelingen.
Mir wollten diese " Vereine" dies System nach 48 Versicherungsjahren so aufzwingen. Ein pervertiertes System nach langer Berufszeit.

von
KSC

Zitiert von: Nur Umschalten!

Die Krankenkasse, wird versuchen, Dich dazu zu bringen einen Rentenantrag zu stellen. Lass Dich nicht darauf ein !!

Wie kommen Sie denn auf diese Idee dass die Krankenkasse sich da einmischt?
Solange der Fragesteller arbeitslos gemeldet ist oder sich privat finanziert, bekommt die Kasse ihre Beiträge und es wird der Kasse völlig egal sein ob die Agentur oder die DRV nun zahlt.

Zur Ausgangsfrage: Der Plan kann funktionieren, ob es sich alles unterm Strich rechnet muss durchgerechnet werden - bis zur Rente ist dazu ja lange genug Zeit, auch für persönliche Beratungen bei der DRV (telefonisch, per Video oder klassisch vor Ort).

von
Oh Gott

Zitiert von: Nur Umschalten!

Die Krankenkasse, wird versuchen, Dich dazu zu bringen einen Rentenantrag zu stellen. Lass Dich nicht darauf ein !! Nicht Du, mit 45 Versicherungsjahren ist der Betrüger, es sind diese verdammten Brüder.
Zahle wenn möglich, freiwillig zusätzlich Beiträge ein. Hilft auch bei der Steuer. Gutes Gelingen.
Mir wollten diese " Vereine" dies System nach 48 Versicherungsjahren so aufzwingen. Ein pervertiertes System nach langer Berufszeit.

Solange ALG 1 gezahlt wird interessiert es die Krankenkasse überhaupt nicht. Die Agentur für Arbeit zahlt nämlich weiter die Krankenkassenbeiträge.

Also wird und kann sie keinen Versuch unternehmen dich ich eine Rente zu zwingen.

Das ist blanker Unsinn.

Sofern mein Vorredner anderer Meinung sein sollte möge er doch bitte gerne die Rechtsgrundlage dazu einstellen.

Experten-Antwort

Hallo Michael,

bei dem Arbeitslosengeld I handelt es sich um eine Versicherungsleistung. Aus diesem Leistungsbezug kann die Agentur für Arbeit Sie nicht zu einer Antragstellung auf eine frühere Altersrente mit Abschlägen auffordern. Zu den weiteren Verfahrensabläufen der Agentur für Arbeit können wir in diesem Forum keine Antwort geben.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

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