450-€-Job neben voller EU-Rente.

von
Milena

Ich glaube, dass dieses Thema hier schon mehrfach behandelt wurde, aufgrund der bisher widersprüchlichen Antworten hoffe ich aber doch auf einen eindeutigen Expertenrat.
Ich bin 50 Jahre alt und beziehe aufgrund einer Krebserkrankung seit August 2016 eine volle und unbefristete EU-Rente.
Ich habe nun die Möglichkeit, eine Stelle im öffentlichen Dienst auf 450-€-Basis anzunehmen. Die maximale wöchentliche Arbeitszeit beträgt 9,5 h, allerdings konnte man mir nicht sagen, wie sich diese auf die einzelnen Wochentage verteilt, das heißt, man konnte mir nicht garantieren, dass die Arbeitszeit jeden einzelnen Tag unter 3 Stunden liegt.
Ich lese immer wieder, dass dies die Rente gefährden "kann" - wie sieht es in der Praxis aus? Sind tatsächlich Fälle bekannt, in denen der Rentenanspruch in einem solchen Fall wieder entzogen wurde?
Ich befinde mich wirklich in einem Dilemma, nach der Trennung von meinem Mann reicht die Rente für mich als alleinerziehende Mutter nicht, so dass ein Zuverdienst notwendig wird. Jedoch ist es fast unmöglich, einen Minijob zu finden, bei dem einen ein täglicher Einsatz von unter drei Stunden garantiert wird.
Vielen Dank schon einmal für eine Antwort.

von
Schorsch

Zitiert von: Milena
Sind tatsächlich Fälle bekannt, in denen der Rentenanspruch in einem solchen Fall wieder entzogen wurde?

Ohne nähere Detailkenntnisse kann kein Außenstehender Ihre Frage verbindlich beantworten.

Sie sollten Ihren RV-Träger über Ihre Absicht einer Arbeitsaufnahme informieren und eine schriftliche Antwort erbitten.
Dann sind Sie garantiert auf der sicheren Seite.

MfG

von
Bärbel

Off Topic: Du musst 9h pro Woche im öffentlichen Dienst pro Woche arbeiten, um auf 450€ Euro zu kommen?
Vielleicht solltest du mit deinem Arbeitgeber mal über eine vernünftige Entohnung reden.
Ich bin nur Putzfrau, komme aber bei 8 Wochenstunden schon auf meine 450€.
Zu deiner Frage: wenn du regelmäßig über 3h am Tag arbeitest, wird die DRV dich irgendwann nur noch teilweise Erwerbgemindert sehen und nicht mehr voll.
Wenn es nur gelegentlich in Ausnahmefällen mal passieren könnte, das du zb 4 h arbeiten muss ( zb 1 mal im Monat oder wenn andere krank sind) ist es weniger ein Problem

Experten-Antwort

Hallo Milena,

Sie sollten Ihren Rentenversicherungsträger über die geplante Arbeitsaufnahme im Minijob-Bereich informieren; dieser wird den Sachverhalt konkret für Sie prüfen.

Sofern Sie nicht dauerhaft mehr wie 3 Stdn. täglich arbeiten, sondern nur im Ausnahmefall, dürfte dies jedoch kein Problem darstellen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.03.2019, 08:07 Uhr]

von
W*lfgang

Zitiert von: Milena
Ich lese immer wieder, dass dies die Rente gefährden "kann" - wie sieht es in der Praxis aus?

Hallo Milena,

die 'Praxis'/meine Erfahrung in Einzelfällen mit MA im ÖD, sieht eher so aus, dass Sie im Rahmen der soz.-med. festgestellten EM (nur) zz./vorübergehend nicht in der Lage sind, eine Beschäftigung von ü3 Std./5 Tage die Woche nach allgemeinen Arbeitsmarktkriterien ausüben zu können – was allemal geht. Was Sie dann wirklich leisten wollen/können, welche Std. Sie dann wöchtl./verteilt auf einzelne Tage einsetzen ...dürfte kein Problem sein.

WENN Sie sich VORHER das Okay dazu Ihrer DRV bestätigen lassen. Da ist auch eine zeitlich höhere Beschäftigung kein Problem.

Eine unbefristete EMRT (da stehen Sie bereits auf dem 'höchsten Level/die wird niemals mehr wieder können)' – schon gar nicht in dem Alter - fällt nicht so ohne Weiteres vom Rentenhimmel, fällt auch nicht spontan weg, nur weil Sie sich wieder eine Beschäftigung zutrauen/Sie ihnen angeboten wird.

Aber: Im Rahmen der Mitteilungspflichten - auch bei zulässigem Hinzuverdienst - müssen Sie die DRV bei dieser Rente beteiligen. Sie werden sicher problemlos ein 'Okay' erhalten.

Gruß
w.