450,- Euro Haushaltshilfe warum so hohe Abzüge

von
ackibaun

Guten Tag,
meine Frau 63 - seit vielen Jahren nicht mehr erwerbstätig - bei mir KV mitversichert (noch kein Rentenbezug - ich selbst 66 - aus der 60-vorgezogenen Altersrente nach Teilzeit Rentenempfänger - nicht mehr berufstätig) wurde vor 2 Jahren als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt auf 450,- Euro Basis bei einem pflegebedürftigen Rentner (es ist weder ein Geschäfts- noch Unternehmerhaushalt) -85- PS.1 - angestellt bzw. dann bei der Deutschen RV Knappschaft Bahn See im Haushaltsscheck-Verfahren angemeldet, damit alles gesetzlich legal läuft (so wurde es ihr empfohlen)
Eine Zeit lang war es ihr und uns relativ egal - da der Rentner die Beiträge immer abgebucht bekam und den Minijob finanziell tragen konnte -.
wieviel er an Abgaben bezahlen muss bzw. ihm abgebucht werden..
Inzwischen hat er aber viele zusätzliche krankheitsbedingte Mehrausgaben...
Meiner Frau und mir ist nun aufgefallen, dass die Abgaben im Verhältnis zu dem Minijob gesehen, doch recht hoch sind, .
wenn er umgerechnet monatlich ca. 127,- Euro .bezahlen muss, was ich für einen Rentner bzw. im Verhältnis zu den 450,- Euro doch recht happig finde...
Es werden monatlich (umgerechnet)angesetzt:€
KV 22,50 /RV 22,50 /RV-AN-Ant 61,/UV 7,20/U1 3,15 /U2 1,08 Pst 9,-

Kann das nicht in irgendeiner Weise verringert werden, ohne dass es zu unseren Lasten geht?
Er hat auch keinerlei Einkommensteuer zu leisten

Danke für eine Einschätzung.........

von
W*lfgang

Hallo ackibaun,

beim Minijob in Privathaushalten ist der Eigenanteil zur Rentenversicherung 4x so hoch, wie bei normalen Minijobs - der Arbeitgeber zahlt nur 5 % RV-Betrag, Sie/Ihre Frau den Restanteil von 13,7 %.

Zudem gilt eine 'Mindestbemessungsgrundlage', heißt, ist das Einkommen unter 175 EUR/mtl. werden automatisch 175 EUR mtl. unterstellt, um danach den Rentenbeitrag festzusetzen - sonst könnten sie ja auch eine 1-EUR-Beschäftigungen ausüben, um mit Cent-Beiträgen voll rentenversichert zu sein.

Ihnen geht es eher darum, was IHM abgezogen wird...

>KV 22,50 /RV 22,50 /RV-AN-Ant 61,/UV 7,20/U1 3,15 /U2 1,08 Pst 9,-

sieht normal aus, ohne das nun % nachgerechnet zu haben. Der Arbeitgeber hat pauschale KV-Beiträge zu zahlen/12 %, zur RV 5 %, UV, U1, U2, und PV - alles pauschalierte Abzüge ...und, das bekommt er doch ziemlich 1:1 vom Finanzamt wieder! Deswegen auch jeder Haushaltsjob angemeldet werden sollte, weil die Abgaben über die ESt-Erstattung wieder rücklaufen.

Wenn Sie es rechtsverbindlich haben wollen (dies hier ist nur ein Rentenforum!), müssen Sie sich an einen Steuerberater / Lohnsteuerhilfeverein / Rechtsanwalt mit zugelassen Rechtsberatungskenntnisse wenden.

Gruß
w.

von
Rob

Die Abzüge sind, zumindest bis August 2015, richtig. Ab September 2015 gibt es geringfügige Änderungen in den U1 und U2 Porzentsätzen.
Allerdings betragen die Aufwendungen Ihres Arbeitgebers nicht 127 EUR. Ihr AN-Anteil zur Rentenversicherung von 61 EUR müssen Sie davon noch abziehen. Den bezahlten ja Sie und nicht Ihr Arbeitgeber.

von
kpjmk

Hallo. Ich nehme an 127€ ist der Betrag für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Hier ist der Rechner bei der Minijobzentrale. Sie müssen nur noch den Verdienst eintragen. https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/Tools/Haushaltsscheckrechner/Formular2015_monate_09_bis_12/InhaltsNav.html

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo ackibaum,

mit den vorhergehenden Kommentaren ist eigentlich Alles gesagt.

Mit freundlichen Grüßen

von
ackibaun

Ganz herzlichen Dank für diese hilfreichen Informationen...jetzt ist uns vieles klarer, denn : meine Frau hat gar keine eigenen Abzüge, sie sollte die vollen 450,- Euro bekommen das trägt er wohl alles...Seine Familie wollte wohl auch, dass alles auch AN von der Seite wie als AG getragen wird. Das scheint wohl möglich oder ist da was falsch gemacht worden.? bzw.Kann er das Ganze nun trotzdem voll absetzen.? Er hat ja bisher keind Ekst zu machen brauchen.

von
Herz1952

Hallo Ackibaun,

Normal wäre, wenn Ihre Frau auf Minijobbasis im Haushalt arbeitet (bis 450,-- Euro), dass der Arbeitgeber (Haushaltsvorstand) nur ca. 13 % für diverse Umlagen tragen muss. Die Umlagen können Sie nachsehen unter "Minijobzentrale Minijob im Haushalt". Die zusätzlichen Belastungen dürften somit nur ca. 60,-- Euro monatlich betragen. Die Gesamtbelastung könnte er bis zu einem Höchstbetrag tatsächlich von "dem zu zahlenden Gesamtsteuerbetrag" absetzen. Nur, das er kein Steuerpflichtiges Einkommen hat, nützt ihm das nicht.

Jetzt könnte es aber sein, dass Ihre Frau "aufstockt". Wenn er sich an dieser Aufstockung beteiligt, wäre es aber kein Minijob mehr, sondern ein ganz normales Arbeitsverhältnis mit allen Konsequenzen (Beiträge zur Sozialversicherung ca. 50/50, jedoch höhere Arbeitgeberbeiträge, da es sich um einen sog. "Midijob" bis 800 Euro handeln würde.

von
Konrad Schießl

Will ja dass ganze nicht nochmal aufrollen.
Mir sei aber noch der Hinweis gestattet, sich
beim Finanzamt, Lohnsteuerhilfeverein, Steuerberater , Auskunft zu holen, geht für diese
Sachlage ins Leere.
Soweit-dies sieht so aus-, nicht annähernd das
Existenzminimum von 16944 plus Abzugsbeträge,
erreicht wird.
Es wird sogar so sein, für die Steuer kann sogar die Steuerklasse III Verwendung finden.
da für die Rente keine Steuerklasse zu vergeben ist. Bei Klasse III beginnt die mtl.
Steuer erst ab 1788 im Monat.

Schlimme aber finde ich den Hinweis von
Oberlehrer Wolfgang" Alles pauschalierte Abzüge..... und, das bekommt er doch ziemlich
1:1 vom Finanzamt wieder.
Dies ist auch der Grund, warum jeder Haushaltsjob angemeldet werden sollte, weil
die ABGABEN über die EST-Erstattung wieder
rücklaufen.
Würde mich nicht wundern über die Überschrift
in Bild " Finanzamt erstattet Kranken-
Versicherungs-und RV. Beiträge.

MfG.

von
Herz1952

Es sind mittlerweile 14,9% Umlagen, die der Arbeitgeber (Haushalt) abführen müsste. Hier der Link mit der Übersicht:

https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/04_450_euro_minijob/04_pauschalabgaben/node.html

Im Link steht was von "gewerblicher Bereich", der "Haushaltsbereich ist aber auch aufgeführt.

von
Naja...

... ganz richtig läuft das dann wohl nicht. Wenn der Arbeitgeber die Arbeitnehmeranteile übernimmt ist das ein geldwerter Vorteil und als beitragspflichtiges Entgelt anzuzsehen. Damit überschreitet Ihre Frau die Grenze, bis zu der ein Minijob vorliegt und das Haushaltscheckverfahren ist auch nicht mehr anwendbar.

von
Herz1952

Hallo K.S.,

ich vermute W*lfgang hat nur die Umlagen gemeint, als er von 1:1 sprach. Die Steuerersparnis wäre, wenn überhaupt Steuerpflichtiges Einkommen vorliegt, sogar größer als die Umlagen. Die Gesamten Aufwendungen können nämlich Steuerlich geltend gemacht werden. Davon können 20 % bis zu einem Höchstbetrag von 520 Euro jährlich direkt von dem zu zahlenden Steuer b e t r a g abgezogen werden.

von
kpjmk

Hallo. Ich denke Ihre Fau ist bei Ihnen Familienversichert. Die Grenze für die Familienversicherung ist bei Minijob 450 €. Ohne Minijob noch weniger. Wenn Sie mehr verdient muß Sie sich auch selbst versichern in einer Krankenkasse.

von
Herz1952

Hallo kpjmk,

ich habe kürzlich gelesen (KK-Homepage), dass Minijobs die Familienversicherung nicht ausschließen. Das hängt wohl damit zusammen, dass auch eine Pauschale an die Krankenversicherung durch den Arbeitgeber zu zahlen ist. Es können also 450,-- Euro ohne "Selbstversicherung" verdient werden.

von
kpjmk

Hallo Herz 1952. Aber nur wenn keine anderen Einkünfte mehr vorhanden sind. Wenn der Arbeitgeber beim 450€ Minijob den Arbeitnehmeranteil übernimmt ist der Verdienst über 450€ und es ist kein Minijob mehr und die Familienversicherung ist auch nicht mehr möglich.

von
Herz1952

Hallo kpjmk,

dies habe ich in meinem ersten Beitrag hierzu schon erwähnt, da es mir aufgrund der genannten Beiträge so schien.

Ob das "klug" wäre, wenn dies so vereinbart ist, das ist eine andere Seite. Es ergäbe sich zumindest ein Midijob, bei dem der Arbeitgeber etwas höhere Beiträge zur SV zahlen muss (gestaffelt nach Einkommenshöhe bis 799,-- Euro.

von
Herz1952

Hallo ackibaun,

Sie können auch bei der Minijobzentrale direkt anrufen und abklären, wie es sich verhält. Kostet nur die Telefongebühr und kein Steuerberatungs-Honorar.