Ab und zu mehr als 6 Std tgl. Arbeitszeit bei TER

von
Annesofie

Nun endlich bin ich als Teilerwerbsminderungsrentnerin bei einem öffentlichen Arbeitgeber angestellt. Leider noch befristet.
Um mich hier, auch als Teilzeitkraft, fest zu etablieren um entfristet zu werden und damit unkündbar, möchte ich an vielen Fortbildungen teilnehmen. Im öffentlichen Dienst habe ich noch nie gearbeitet und habe damit viel Nachholebedarf.

Meine Auffassungsgabe ist für einen Tag von mehr als 8 Stunden sehr gering. Nicht umsonst beziehe ich TERente und arbeite in Teilzeit. Der Inhalt der Fortbildungen bleibt somit auch nur teils hängen. Besser als Garnichts.
Auch meine Arbeitszeit ist manchmal länger als 6 Stunden, mit dem Hintergrund: lieber eine angefangene Angelegenheit zu beenden, als am nächsten Tag wieder neu anfangen zu denken und damit neue Fehler zu produzieren.

Nun meine Frage:
Sind solche "Ausreißer" der täglichen Arbeitszeit beim Bezug einer Teilerwerbsminderungsrente "erlaubt"? Bedarf es einer Erklärung?

Für Hinweise oder unterstützende bzw. entwarnende Erklärungen bin ich schon jetzt allen sehr dankbar.

Viele Grüße

von
Marco

Natürlich nicht. Das sind völlig willkürliche schwammige Grenzen die keiner beachten muss. Ob Sie nun 6 oder gelegentlich 8 h arbeiten interessiert keinen. Teilerwerbsminderung ist ja völlig unabhängig von der Arbeitszeit da können Sie auch getrost 8 h arbeiten.

Und wenn man es ernst nimmt, 6h stellen schon das absolute Maximum dar. Wenn Sie dann regelmäßig gelegentlich ab und zu 8h arbeiten weisen Sie doch nach das es geht und natürlich müssten Sie das der DRV melden. Die Grenzen gibts ja nicht zum Spaß zum selbst entscheiden halte ich sie ein oder nicht.

Diese Fragen immer. Herrlich. Ich bin total voll EM bei dsr DRV war es ein Kampf die sind alle doof und wollen mir was böses, kann ich da wöchentlich 30 h arbeiten gehen?

von
Marco

Ergänzend heißt es im Gesetz, "wer außer Stande ist MINDESTENS 6h täglich zu arbeiten". Es muss streng genommen UNTER 6 h gearbeitet werden. Wenn Sie regelmäßig 6h täglich arbeiten liegt nach dem Gesetz KEINE EM vor und wenn es dann noch mehr werden GELEGENTLICH.

von
Schade

Diese und ähnliche Fragen sind in den Letzten Monaten / Jahre schon hundertfach im Forum gestellt worden, in der Suchfunktion können Sie dazu stundenlang lesen.

Als Fazit werden Sie erkennen:
Pauschal (und schon gar nicht hier im Forum) lässt sich dazu nichts Konkretes sagen.

Ob Sie mit Ihrem Arbeitszeitmodell und den beschriebenen Ausreißern Probleme bekommen können, können Sie nur direkt mit der Sachbearbeitung Ihres RV Trägers klären.

Sollte jemand immer wieder 6 und mehr Stunden am Tag arbeiten können, kann sich natürlich die Frage stellen ob er überhaupt noch teilweise em ist.

Ob das je überprüft wird, hängt vom Einzelfall ab und ist schlecht vorhersehbar.

Ob man mit einer konkreten Nachfrage die berümten "schlafende Hunde" weckt, ist nicht absehbar.

Letztlich Ihr Risiko abzuschätzen ob man die Rente riskieren will, wenn man öfters 6 und mehr Stunden arbeitet und damit vielleicht beweist dass man nicht mehr erwerbsgemindert ist.

von
Annesofie

vielen Dank für Ihre Antworten, besonders von von Schade :-)

Ja es gibt ganz bestimmt schon viele Fragen und Antworten zu diesem Thema. Wenn es jedoch Erfahrungen oder gar spezifische Gesetzestexte, vielleicht auch NEUE, dazu gibt, sind diese immer wieder gestellten Fragen doch gerechtfertigt.

Darf ich also die Antworten so verstehen:
ab und zu über 6h Stunden täglich, beim Bezug einer Teilerwerbsminderungsrente, ist vom Bearbeiter der DR%V abhängig, dies zu tolerieren? Laut Gesetz ist fest eine tägliche Arbeitszeit BIS 5:59h erlaubt.

Vielen Dank fürs antworten
Annesofie

von
denk mit

Ja. die Frage wurde schon zigfach gestellt. Kein wunder, wenn man nicht wirklich befriedigende Antworten bekommt, auch don Experten nicht!

Mal hieß es von dieser Seite, überprüft werde nur die Höhe des Zuverdienster (und die ist im öffentlichen Dienst ja meist eh immer gleich!), mal heißt es, das müsse genehmigt werden!

Ist halt alles nicht so einfach, wenn z.B. auch ab und zu Dienstreisen ins Ausland anfallen. Und diese nicht vorab einschätzbar sind. Also ich habe bis dato noch keine Lösung gefunden. Man wüsste auch nicht, was man sich da konkret genehmigen lassen sollte! Jeden Einzelfall, der oft auch kurzfristig eintritt? Das wäre illusorish

Außerdem Gleitzeit ... ich kann ja nicht exakt nach 5,59 Stunden den Bleistift fallen lassen, wenn gerade Leute was wollen! Bzw. nach der Zeit, die als regelmässige Arbeitszeit vereinbart wurde, oder?

von
Annesofie

vielen Dank denk mit! Das lässt mich nicht so im Regen stehen.

Und genau solche Situationen meine ich; Fortbildungen in anderen Städten (ggf. noch mit Übernachtungen) oder eben einfach den Stift fallen lassen, wenn der/die Chef/in vor einem stehen.

Es gibt also nur eines: nach bestem Gewissen für sich selbst arbeiten und klar kommunizieren, dem Dienstherr und der DRV, wenn nötig, gegenüber?

von
denk mit

Ja, man hängt irgendwie zwischen sämtlichen Stühhlen. Konkrete Vorgaben gibt es nicht, der Arbeitgeber spielt jetzt auch nicht immer so mit, wie es die DRV gerne hätte. Man muss sich durchlavieren und das beste hoffen.

Finde ich eigentlich schade, dass damit der Arbeitnehmer alleine gelassen wird und unter Umständen das alles guten Gewissens macht und dann die rote Karte von DRV oder halt Arbeitgeber erhält.

von
Schorsch

Zitiert von: Annesofie
Laut Gesetz ist fest eine tägliche Arbeitszeit BIS 5:59h erlaubt.

Nein, eben nicht!
Die Grenze liegt bei UNTER 6 Stunden und nicht bei 5 Stunden 59 Minuten.

Wer behauptet, er könne zwar 5 Stunden und 59 Minuten arbeiten aber keine 6 Stunden, der macht sich höchstens lächerlich und kann gewiss sein, das seine Rentenakte aufmerksam im Auge behalten wird.

Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte darauf achten, dass seine tägliche Arbeitszeit 5,5 bis maximal 5,75 Stunden nicht überschreitet.

Ansonsten könnte es irgendwann schlaflose Nächte geben.

MfG

von
denk mit

ja schon klar, aber meine regelmässige Arbeit ist beispielsweise 4,5 Stunden. Aber es gibt eben immer wieder Anlässe, wo es mehr ist. Und wenn die Threaderstellerin Fortbildungen besucht, dann halt auch. Wie bei mir... Da fehlt einfach eine feste Regelung. Beziehungsweise wie das mit Gleitzeit vereinbart werden kann oder soll.

Experten-Antwort

Eine positive Definition der "gewissen Regelmäßigkeit" hat der Gesetzgeber nicht festgelegt. Wenn nur "gelegentliche" Überschreitungen der täglichen Arbeitszeit vorliegen, ist dies sicherlich nicht schädlich.

von
Feli

Um eine teilw. EM-Rente zu bekommen, ist die medizinische Feststellung erforderlich, dass man nur noch in der Lage ist, zwischen 3 und 6 Stunden regelmäßig berufstätig zu sein. Kann also heißen, jemand kann gerade noch über 3 Std. arbeiten oder jemand anders schafft gerade so knapp 6 Stunden am Tag. Beide bekommen teilw. EM-Rente.

Ob diese Menschen ihre noch vorhandene Restleistungsfähigkeit in 2 oder 4 oder 6 oder 8 Stunden am Tag oder 2 Tage a 10 Std. einsetzen oder komplett auf Kosten der Restgesundheit arbeiten, ist absolut unerheblich. Ggf. wird der Verdienst, der über der individuellen Hinzuverdienstgrenze liegt, auf die Rente angerechnet.

Natürlich kann die RV, wenn a u f D a u e r vollschichtig gearbeitet wird, prüfen, ob die teilw. EM noch vorliegt oder nicht. Wird aber laufend nur ein Teilzeitgehalt bezogen, besteht dafür überhaupt keine Veranlassung.

von
DRV

Zitiert von: Feli
Um eine teilw. EM-Rente zu bekommen, ist die medizinische Feststellung erforderlich, dass man nur noch in der Lage ist, zwischen 3 und 6 Stunden regelmäßig berufstätig zu sein. Kann also heißen, jemand kann gerade noch über 3 Std. arbeiten oder jemand anders schafft gerade so knapp 6 Stunden am Tag. Beide bekommen teilw. EM-Rente.

Ob diese Menschen ihre noch vorhandene Restleistungsfähigkeit in 2 oder 4 oder 6 oder 8 Stunden am Tag oder 2 Tage a 10 Std. einsetzen oder komplett auf Kosten der Restgesundheit arbeiten, ist absolut unerheblich. Ggf. wird der Verdienst, der über der individuellen Hinzuverdienstgrenze liegt, auf die Rente angerechnet.

Natürlich kann die RV, wenn a u f D a u e r vollschichtig gearbeitet wird, prüfen, ob die teilw. EM noch vorliegt oder nicht. Wird aber laufend nur ein Teilzeitgehalt bezogen, besteht dafür überhaupt keine Veranlassung.

Wo haben Sie denn Ihre Weisheiten her, die im Übrigen nicht korrekt sind?
Fakt ist, dass es eben nicht nur auf den Hinzuverdienst ankommt, sondern auch auf die tägliche Stundenzahl in der dieser erzielt wird.
Es ist wirklich beschämend, welche gefährlichen Falschauskünfte hier gegeben werden.
Wenn der Rentenversicherungsträger erfährt, dass Sie mehr als die erlaubte Stundenzahl arbeiten, kann das schneller zu einer Überprüfung Ihres Rentenanspruchs führen als Sie glauben. Nur wenn der sozialmedizinische Dienst dann der Meinung ist, dass Sie auf Kosten Ihrer Restgesundheit arbeiten, behalten Sie dann auch Ihren Rentenanspruch. Genau deshalb sind solche Dinge im Vorfeld mit dem Rententräger zu klären.
Derartige Falschaussagen sollten schnellstens gelöscht werden, um Fragesteller hier im Forum nicht unnötig zu verunsichern und zu falschem Handeln zu veranlassen.

von
Schorsch

Zitiert von: DRV

Nur wenn der sozialmedizinische Dienst dann der Meinung ist, dass Sie auf Kosten Ihrer Restgesundheit arbeiten, behalten Sie dann auch Ihren Rentenanspruch. Genau deshalb sind solche Dinge im Vorfeld mit dem Rententräger zu klären.

So ist es!

Im Übrigen sollte sich jeder EM-Rentenbezieher der meint, die erlaubten Zeitgrenzen vollständig ausschöpfen oder sogar überschreiten zu können, mal ernsthaft fragen, ob er tatsächlich rentenrelevant erwerbsgemindert ist.

Bei manchen hiesigen Fragestellern und Kommentatoren habe ich da so meine Zweifel...

MfG