Abfindung

von
Claus

Hallo !
Ich werde Ende des Jahres meinen Arbeitgeber verlassen und im Januar und Februar nach Steuerfestlegung dann eine sechsstellige Abfindung erhalten.
Derzeit stehe ich vor der Frage, wie lege ich das Geld am besten an.
Da denke ich an eine Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung oder an die Einzahlung in einen Rürup-Rentenvertrag.
Ca 40.000€ sollen da jährlich maximal möglich sein, beim Rürup-Vertrag.
Ist das bei der Rente genau so, kann ich da auch ca. 40.000€ einzahlen, die sich dann steuermindernd auswirken ?
Was meinen hier die Experten, sollte man in Rürup oder besser in die gesetzliche Rente einzahlen ?
Wie viel gesetzliche Rente bringen 40.000€ eigentlich ?

Danke für Ihre Hilfe !
Claus

von
W*lfgang

Zitiert von: Claus
Wie viel gesetzliche Rente bringen 40.000€ eigentlich ?

Hallo Claus,

rd. 176 EUR *) bis 30.06., bereits ab 01.07.2018 werden daraus 182 EUR (Rentenanpassung von rd. 3 %, West).

In einer Summe lässt sich das in der DRV so nicht verbauen, da passen 2018 nur rd. 14500 EUR als freiwillige Höchstbeiträge ins Rentenkonto.

Interessant könnte daher auch eine (ratenweise) Ausgleichszahlung für erwartete Rentenminderung bei einer vorgezogenen Altersrente mit Abschlag sein. Freiwillige Beiträge wie Ausgleichszahlungen können ggf. als Vorsorgeaufwendungen im Einzahlungsjahr steuermindernd wirken.

Suchen Sie mal eine Beratungsstelle auf und informieren Sie sich über die Möglichkeiten - in der Rente, zur Steuern werden Sie dort keine Auskunft erhalten können!

*) 'Brutto' = Rente ohne Abschlag, keine KV/PV abgezogen, ESt will das Finanzamt auch noch haben.

Gruß
w.

von
Claus

Hallo Wolfgang !
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In einer Summe lässt sich das in der DRV so nicht verbauen, da passen 2018 nur rd. 14500 EUR als freiwillige Höchstbeiträge ins Rentenkonto.
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Der Höchstbeitrag gilt pro Person.
Bei Verheirateten müsste das dann das Doppelte sein richtig ?
Also 29000 € ?

von
egal (der Erste)

Im Prinzip richtig, aber hierbei ist zu beachten, dass eine freiwillige Beitragszahlung nur möglich ist, wenn in 2018 keine weiteren Beitragszeiten vorhanden sind. Für jeden (angefangenen) Monat mit weiteren Beitragszeiten (z.B. bei erneuter Beschäftigung) vermindert sich der genannte Betrag um 1/12. Sollten also Sie eine neue Beschäftigung bzw. Ihre Frau überhaupt eine Beschäftigung ausüben, bliebe nur die Möglichkeit der Ausgleichszahlung für eine Rentenminderung bei vorgezogener Altersrente.

von
egal (der Erste)

Korrigiere auf 2019

von
suc

Zur Steueroptimierung ist auch die Sonderausgabe Altersvorsorge zu beachten:
Pflichtbeiträge (AG+AN)
+ freiw.Beiträge zu GRV/Rürup
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Summe, sofern nicht über Höchstbeitrag Knappschaft (2018: 23712€)
* Faktor (2018: 0.86, 2019: 0.88 usw.)
---
Zwischenprodukt
- AG-Pflichtbeiträge
---
abzugsfähige Altersaufwendungen (gehen vom Brutto ab)

Genaueres auf https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderausgabe_(Steuerrecht)#Aufwendungen_f%C3%BCr_die_Altersvorsorge

von
Claus

Danke schon mal für die Auskünfte, ich lese mir das bei Wikipedia noch gründlich durch.

Möchte noch erwähnen, 2019 gehen wir für das ganze Jahr in das Ausland, also wir haben kein Einkommen oder Sozialabgaben in Deutschland, bleiben aber in Deutschland steuerpflichtig.

von
Claus

Noch eine Frage, ob ich das richtig verstanden habe:

Rürup + Riester + gesetzliche Renteneinzahlung = max 22.172 Euro 2015, jetzt mehr.
Für Verheiratete das Doppelte.

Müssen das dann auch jeweils getrennte Verträge sein , Mann, Frau oder kann das bei einer Person, z.B. Mann auf einmal in das jeweilige Rentenkonto einzahlen ?

von Experte/in Experten-Antwort

Für Arbeitnehmer sind Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung nur in einem begrenzten Umfang möglich. Die Rechtsvorschrift des § 187a Sozialgesetzbuch Römisch Sechs (SGB VI) erlaubt über 50-Jährigen die Zahlung von Beiträgen bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente.
Um einen Abschlag in Höhe von ca. 165,- Euro Monatsrente auszugleichen, müssten die von Ihnen genannten 40.000,- eingezahlt werden.
Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung und zur Rüruprente können steuerrechtlich geltend gemacht werden. In welcher Höhe die Anerkennung durch das Finanzamt erfolgt, kann in diesem Forum nicht beurteilt werden. Beratungen zum Steuerrecht sind nur durch Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine möglich.
Grundsätzliche Einschätzungen, welcher Zahlungsweg der bessere von Beiden sei, werden von den gesetzlichen Rentenversicherungsträgern ebenfalls nicht abgegeben.