Ablauf des Widerspruchsverfahrens bei DRV

von
Anton R.

Hallo miteinander,

kann mir jemand bitte genau beschreiben, wie der genaue Ablauf des Widerspruchsverfahrens bei der DRV aussieht? Es irritiert mich, dass die zuständige Abteilung mir zunächst wenig ergiebige Antworten schickt, in denen der Rentenbescheid der Abteilung verteidigt wird.

Es sieht fast so aus, als Interesse bestünde, möglichst wenige Widersprüche an die Widerpruchsstelle weiterzuleiten. Habt Ihr auch solche Erfahrungen gemacht?

von
Schorsch

Wahrscheinlich wollte Ihnen die DRV mit diesem Antwortschreiben signalisieren, dass Ihr Widerspruch nicht erfolgreich sein wird.
Gäbe es tatsächlich Hinweise darauf, dass Ihr Widerspruch berechtigt wäre, dann würde der zuständige Sachbearbeiter sofort einen entsprechenden Abhilfebescheid erteilen.
Schließlich möchten die Sachbearbeiter vermeiden, vom Widerspruchsausschuss auf Fehler hingewiesen zu werden.

Deshalb werden Widersprüche bereits im Vorfeld gründlich geprüft, um eine unnötige Vorlage beim Widerspruchsausschuss zu vermeiden.
Widersprüche die dem Widerspruchsausschuss vorgelegt werden, sind nur in den seltensten Fällen erfolgreich.

MfG

von
Anton R.

Interessanterweise geht die Sachbearbeitung auf meine Einwände gar nicht ein und bedient sich lediglich Textbausteine, die keinen Bezug dazu haben. Es sieht aus eher nach einer Serienabfertigung als nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit meinen Argumenten.

von
Rosel

Das muss ich leider bestätigen . Ist sicherlich ncht überall so und wird mit Personalnot zu tun haben. Aber mein Mann erhielt auch auschließlich Schreiben mit Satzbausteinen, die gar nicht zu seinem Gutachten passen . Der Widerspruchsausschluss schleßlich hat nicht einmal einen Datenfehler korrigiert , auf den wir hingewiesen haben . Nun läuft die Klage .
Das macht ratlos .

von
Schorsch

Zitiert von: Anton R.

Interessanterweise geht die Sachbearbeitung auf meine Einwände gar nicht ein und bedient sich lediglich Textbausteine, die keinen Bezug dazu haben. Es sieht aus eher nach einer Serienabfertigung als nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit meinen Argumenten.

Denkbar ist auch, dass der zuständige Sachbearbeiter keine passenden Textbausteine gefunden hat, obwohl er den Sachverhalt richtig eingeschätzt hat.
Wenn Sie Ihren Widerspruch nicht zurück nehmen, wird er automatisch dem Widerspruchsausschuss vorgelegt.
Dort wir allerdings auch mit Textbausteinen gearbeitet, die nicht unbedingt logisch klingen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

MfG

von
Rosel

Aber Schorsch, sind wir einig, dass das mit den Satzbausteinen eigentlich nicht geht ? Da wird über Lebensschicksale entschieden, und dann kriegt man so ein vorgefertigtes Schreiben . Mein Schwager bekam wörtlich denselben Text wie mein Mann, der hat aber eine völlig andere Krankheitssituation. Und ein Widerspruchsausschuss, der auch nur Satzbausteine schickt, verlagert alles bloß an die Gerichte . Die völlig überlastet sind .

Das Mindeste wäre, dass die Deutsche Rentenversicherung selber einmal aufschreit , die Arbeit nicht mehr bewältigen zu können und mehr Personal zu fordern . Ich habe alles Verständnis und selber einen Arbeitsplatz , an dem ich Bescheide erstelle , und ich habe zu wenig Kollegen . Aber notfalls dauert es dann eben noch länger , ich muss aber jedem Leben einzeln gerecht werden . Sonst könnte ich nachts nicht mehr schlafen .

von
Nahla

Vermutlich können Sie sich jetzt schon mit dem Gedanken vertraut machen, dass auch der Widerspruch für Sie negativ entschieden wird und Sie dann den Klageweg beschreiten müssen.

Aber lassen Sie sich davon nicht entmutigen, viele setzen ihre Ansprüche vor dem Sozialgericht erfolgreich durch.

von Experte/in Experten-Antwort

Eine Annahme, dass in Ihrem Fall alles auf eine Zurückweisung des Widerspruchs hindeutet, lässt sich nicht zwangsläufig festmachen.
Nach der Beantwortung der Fragen kann es sich ergeben, dass weitere Erhebungen durch den Rentenversicherungsträger notwendig sind.

von
Schorsch

Zitiert von: Anton R.

Nach der Beantwortung der Fragen kann es sich ergeben, dass weitere Erhebungen durch den Rentenversicherungsträger notwendig sind.

Die DRV hat keine Fragen gestellt sondern unzureichend geantwortet.

MfG

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

ich habe bereits meine EM-Rente (smile)

von Experte/in Experten-Antwort

Wenn nicht einmal sinngemäß gefragt wurde, ob der Widerspruch zurückgenommen wird, kann auch das Weitere abgewartet werden.

von
Anton R.

Zitiert von: Anton R.

Wenn nicht einmal sinngemäß gefragt wurde, ob der Widerspruch zurückgenommen wird, kann auch das Weitere abgewartet werden.

Auf meine Einwände wurde überhaupt nicht reagiert, es wurden unpassende Texbausteine verwendet und den Rentenbescheid mit dieser unsachgemäßen Begründung für richtig befunden. Die in diesem Zusammenhang nur als dreist zu bezeichnende Frage nach der Rücknahme des Widerspruchs wurde gestellt.

Ich hätte nie gedacht, so ein erbärmliches Niveau bei der Bearbeitung eines Widerpruchs erleben zu müssen. Der Widerspruch ist noch nicht bei der zentralen Widerspruchsstelle, aber dort erwarte ich nach dieser Erfahrung dasselbe.

von
Schorsch

Zitiert von: Anton R.

Der Widerspruch ist noch nicht bei der zentralen Widerspruchsstelle, aber dort erwarte ich nach dieser Erfahrung dasselbe.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/BadenWuerttemberg/de/Inhalt/4_Presse/medieninformation/01_Pressemitteilungen/Archiv/Widerspruchsausschuesse2013.html

Ziat: "
Dass die Entscheidungen der Rentenversicherung in den meisten Fällen richtig waren, beweist die Statistik: 235 Widersprüchen wurde voll beziehungsweise teilweise stattgegeben. In 11.561 Fällen (98 Prozent) blieb es bei der Entscheidung der Verwaltung." (zitat ende!)

MfG

von
Anton R.

Na dann arbeitet die zentrale Widerspruchsstelle hoffentlich doch etwas verantwortungsvoller als die Widerspruchsstelle in der zuständigen Abteillung.

von
Schorsch

Zitiert von: Anton R.

Na dann arbeitet die zentrale Widerspruchsstelle hoffentlich doch etwas verantwortungsvoller als die Widerspruchsstelle in der zuständigen Abteillung.

Zitat: "In 11.561 Fällen (98 Prozent) blieb es bei der Entscheidung der Verwaltung." (Ztat ende!)

MfG

von
Anton R.

Zitiert von: Schorsch

Zitiert von: Anton R.

Na dann arbeitet die zentrale Widerspruchsstelle hoffentlich doch etwas verantwortungsvoller als die Widerspruchsstelle in der zuständigen Abteillung.

Zitat: "In 11.561 Fällen (98 Prozent) blieb es bei der Entscheidung der Verwaltung." (Ztat ende!)

MfG

Um es aber zu verdeutlichen. In Ihrem Beispiel geht es um das Verhältnis Widerspruchsauschuss zu Widerspruchsstelle. Viel interessanter wäre die Statistik, wie erfolgreich sind die Klagen der Rentner vor den Sozialgerichten.

von
Schorsch

Zitiert von: Anton R.

Um es aber zu verdeutlichen. In Ihrem Beispiel geht es um das Verhältnis Widerspruchsauschuss zu Widerspruchsstelle. Viel interessanter wäre die Statistik, wie erfolgreich sind die Klagen der Rentner vor den Sozialgerichten.

Der von mir erwähnte Link bezieht sich auf den "Widerspruchsausschuss", der dann entscheidet, wenn der verantwortliche Sachbearbeiter seinen Bescheid trotz Widerspruch für korrekt hält.

Und während ca. 50 Prozent aller "Hartz4-Klagen" zugunsten der Kläger ausgehen, dürfte die Erfogsquote bei Renten-Klagen deutlich niederiger sein:

http://rentenberatung-ziemann.de/rente-erwerbsminderung/klage-wegen-erwerbsminderung/

Zitat:
"In 77,20 % aller vor dem Sozialgericht erledigten Klageverfahren des Jahres 2011 (d.h. nicht nur aufgrund Klage wegen Erwerbsminderung) unterlag der Versicherte oder Leistungsempfänger. In 15,30 % bzw. 7,50 % aller Fälle konnten die Kläger vollumfänglich bzw. teilweise Obsiegen." (Zitat ende!)

(Ich hatte mit meiner damaligen Klage allerdings Erfolg!)

MfG

von
mp

Zitiert von: Anton R.

Interessanterweise geht die Sachbearbeitung auf meine Einwände gar nicht ein und bedient sich lediglich Textbausteine, die keinen Bezug dazu haben. Es sieht aus eher nach einer Serienabfertigung als nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit meinen Argumenten.

Wenn das so stimmt, dann finde ich das Verhalten der DRV menschenverachtend. Bei einer EM Rente geht es um die Existenz, die Antragsteller haben sich ehe sie einen Antrag stellen schon monatelang mit ihrer Krankheit herumgeschlagen, habe i.d.R. eine Reha hinter sich und sich genau überlegt, wie sie ihre Krankheit im Antrag beschreiben.

Wenn dann von der DRV so eine kaltschnäuzige Ablehnung erfolgt, ohne dass der Antragsteller überhaupt erfährt, auf warum der Antrag abgelehnt wird, dann bleibt mir gerade die Spucke weg.

Ich bin selbst gerade in diesem Prozess und hatte letzte Woche die Ablehnung im Briefkasten. In meinem Bescheid stand absolut kein Grund, warum der Antrag abgelehnt wird. Und nach der Erfahrung hier habe ich große Angst, ob mein Widerspruch überhaupt gelesen wird und nicht einfach per Textbaustein abgeschmettert wird.

Ich dachte immer, dass man es bei der DRV mit Menschen zu tun hat, dass ihnen klar ist, was der Antrag für den Antragsteller bedeutet und dass man als Mensch und nciht einfach als Verwaltungsakt behandelt wird.

mp

von
mp

Zitiert von: Anton R.

Interessanterweise geht die Sachbearbeitung auf meine Einwände gar nicht ein und bedient sich lediglich Textbausteine, die keinen Bezug dazu haben. Es sieht aus eher nach einer Serienabfertigung als nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit meinen Argumenten.

Wenn das so stimmt, dann finde ich das Verhalten der DRV menschenverachtend. Bei einer EM Rente geht es um die Existenz, die Antragsteller haben sich ehe sie einen Antrag stellen schon monatelang mit ihrer Krankheit herumgeschlagen, habe i.d.R. eine Reha hinter sich und sich genau überlegt, wie sie ihre Krankheit im Antrag beschreiben.

Wenn dann von der DRV so eine kaltschnäuzige Ablehnung erfolgt, ohne dass der Antragsteller überhaupt erfährt, auf warum der Antrag abgelehnt wird, dann bleibt mir gerade die Spucke weg.

Ich bin selbst gerade in diesem Prozess und hatte letzte Woche die Ablehnung im Briefkasten. In meinem Bescheid stand absolut kein Grund, warum der Antrag abgelehnt wird. Und nach der Erfahrung hier habe ich große Angst, ob mein Widerspruch überhaupt gelesen wird und nicht einfach per Textbaustein abgeschmettert wird.

Ich dachte immer, dass man es bei der DRV mit Menschen zu tun hat, dass ihnen klar ist, was der Antrag für den Antragsteller bedeutet und dass man als Mensch und nciht einfach als Verwaltungsakt behandelt wird.

mp

von
GroKo

Widerspruch ist Widerspruch und
Erpelschloot ist Erpelschloot