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Ablauf Erwerbsminderungsrente

von
Sabine W.

Hallo,

ich habe mal eine Frage im Allgemeinen:

Welche Abteilungen werden bei der DRV Bund durchlaufen, bis man einen Bescheid bekommt?

Ich frage daher, weil ich aufgrund einer schweren Erkrankung im letzten Jahr einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe und nach mehrmaligen Telefonaten zum aktuellen Stand keine Info bekommen habe.

Termin beim Gutachter fand im Januar 2017 statt.

Aktuell liegen meine Unterlagen seit letzter Woche beim Arzt im Haus (???) vor.

Weiss jemand wie es dann weitergeht und wie viele Abteilungen noch durchlaufen werden?

Vielen Dank für Ihre Antworten.

von
Fortitude one

Hallo Sabine W.,

welche Abteilungen ein EMR Antrag in der DRV durchläuft kann ich Ihnen leider auch nicht beantworten. Aus Erfahrung kann ich sagen, daß Sie Geduld haben müssen. Von weiteren Telefonaten würde ich absehen. Fragen Sie einfach beim Gutachter nach ob er schon das Gutachten an die DRV geschickt hat. Sobald das Gutachten der DRV vorliegt, können Sie von mehreren Bearbeitungsmonaten ausgehen.

Viel Glück.

Mfg

Experten-Antwort

Hallo Sabine W.,

geht ein Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung ein, landet dieser zunächst in der "Sachbearbeitung Rente". Dort wird der medizinische Teil getrennt an den Ärztlichen Dienst weitergeleitet. Dort werden dann die vorhandenen Unterlagen gesichtet und ein Prüfarzt befindet darüber, ob die Unterlagen ihm für eine Entscheidung ausreichen. Wenn nicht, werden die im Antrag angegebenen behandelnden Ärzte schriftlich um bestimmte Unterlagen gebeten. Liegen diese insgesamt vor, erfolgt wieder die Vorlage beim Prüfarzt. Dieser erstellt ein "Votum", welches der "Sachbearbeitung Rente" zugleitet wird.
Die SB Rente hat in der Zwischenzeit das Versicherungskonto auf Vollständigkeit überprüft und prüft nun, ob die versicherungsrechtlichen Bedingungen zum Zeitpunkt des vom Prüfarzt votierten Leistungsfall erfüllt sind.
Wenn "nein" wird ein Ablehnungsbescheid erteilt.
Wenn "ja" wird einem hauseigenen Juristen der Fall zur Entscheidung vorgelegt.
Dieser sagt dann "ja" oder "nein". Die SB Rente fertigt daraufhin den entsprechenden Bescheid.
Das gesamte Verfahren geht bestenfalls innerhalb von 3 Monaten durch, manchmal kann es mit viel hin und her bei medizinischen Unterlagen auch über ein halbes Jahr dauern. Ein ungünstigen Fällen hat es auch schon über ein Jahr gedauert.

von
Sabine W.

Vielen Dank für Ihre ausführlichen Schilderungen und der Klarheit. Dann werde ich weiter abwarten und hoffen, dass die DRV Bund bald zu einem Ergebnis kommt.

von
Anna

Darf ich da kurz einmischen: Das heisst, wenn der ärztliche Gutachter schreibt, voll erwerbsfähig, dann prüft der Jurist selber gar nicht ? Ich frage das, weil ein Angehöriger einen geradezu absurden Ablehnungsbescheid bekommen hat. Der Arzt hat angekreuzt, das er voll einsatzfähig ist, gleichzeitig aber aufgeschrieben, er darf nicht im sitzen, nicht im stehen und nicht im gehen arbeiten. Was jetzt bitte kein Joke ist, wir haben auch gelacht am Anfang drüber. Es ist uns vergangen mittlerweile.
Also eigentlich muss doch der Jurist auch nochmal hingucken, dachte ich bisher ? Wie kann das denn sein, dass nur bei der Aussicht, eine Rente zahlen zu sollen,sich der Jurist die Unterlagen anguckt, ehe er einen Bescheid erlässt ?

von
W*lfgang

Zitiert von: Anna
Der Arzt hat angekreuzt, das er voll einsatzfähig ist, gleichzeitig aber aufgeschrieben, er darf nicht im sitzen, nicht im stehen und nicht im gehen arbeiten.
Anna,

da geht ja noch was - Ölablasser in einer KfZ-Werkstatt ohne Hebebühne/liegende Tätigkeit ;-)

Da gab es wohl auch den Zusatz "nicht überwiegend", um hier deutlich zu machen, dass nicht auf Dauer und einseitig eine ständige Arbeitshaltung mehr möglich ist. Und die 3 erweiterten Einschränkungen sind grundsätzlich üblich für 'normale' Arbeitsbedingungen jenseits Alter 30 *g - die anderen 10-20 möglichen/speziellen Einschränkungsarten wären interessanter.

Und was soll der Jurist da prüfen - med. gesehen? Dafür hat er ja den med. Dienst zur Vorbereitung der Entscheidung. Er prüft auf Schlüssigkeit, wurden alle gutachterlich relevanten Daten berücksichtigt, gibt es widersprüchliche Aussagen, passen die Versicherungsvoraussetzungen/Ausnahmeregelungen, der vorgeschlagene Leistungsfall.

Dann leitet er ggf. eine Nachprüfung ein oder sagt eindeutig hopp oder topp - lässt sich alles in der DRV-Akte nachlesen.

Sie haben vielleicht die Experten-Antwort missverstanden:

> Wenn "nein" wird ein Ablehnungsbescheid erteilt.
> Wenn "ja" wird einem hauseigenen Juristen der Fall zur Entscheidung vorgelegt.

Das 'nein' bezog sich darauf, dass allein schon die Rentenzeiten für die EM-Rente nicht ausreichen und bereits deswegen eine Ablehnung/macht die Sachbearbeitung, erforderlich ist und der med. Teil insofern völlig unbedeutend ist. Bis 60 Monate Mindestversicherungszeit und 36/60 Monate Pflichtbeiträge vor Leistungsfall kann auch ein Sachbearbeiter zählen, dafür muss er nicht den 'Chef' zum Nachzählen bemühen ;-)

Gruß
w.