Abschlagsausgleichzahlung und ALG1-Rentenbeitrag

von
Bertram

Guten Tag,

ich bin schwerbehindert und möchte zum frühestmöchen Zeitpunkt in Rente gehen.
Ich werde 10,8% Abschläge in kauf nehmen.
Diese Abschläge will ich dieses Jahr auch aus steuerlichen Gründen ausgleichen.
Die "Auskunft zum Ausgleich der Rentenminderung" dazu, habe ich schon von der DRV erhalten.
Der Betrag ist etwa 3000€ unter dem steuerlich ansetzbaren Maximalbetrag für 2019.
Dieses Jahr werden zusätzlich bei der DRV noch Beiträge von der AfA bezüglich ALG1 auf mein Rentenkoto eingehen.
Was passiert, wenn der so entstandene Gesamtbetrag also ALG1-Rentenbeitrag und Ausgleichszahlung weit über dem steuerlich ansetzbaren Maximalbetrag liegt ?
Wirken sich rententechnisch betrachtet trotzem alle Einzahlungen die 2019 auf mein Rentenkonto eingehen rentensteigernd aus oder gibt es da eine Deckelung ?
Weil es heißt ja immer, jeder eingezahlte Euro zählt bei der Rente.

Vielen Dank !
Bertrama

von
KSC

Das eine (Ausgleich für Abschläge) und das andere (aktuelle Beiträge aus Lohn, ALG und KG) haben zunächst mal nichts miteinander zu tun. Aus Rentensicht erhöht sich durch beides die spätere Rente.

Experten-Antwort

Hallo, Bertram,

wenn Sie Ausgleichszahlungen vornehmen werden Sie daraus resultierend zusätzliche Rentenanwartschaften (Entgeltpunkte) erhalten. Der Abschlag von 10,8% würde bei der dafür vollen erforderlichen Ausgleichszahlung quasi nicht mehr vorliegen, da Sie ja Geld dafür bezahlt haben. Wird nun im die Agentur für Arbeit für Sie in Zukunft weitere RV-Beiträge leisten, werden auch aus diesen Leistungen Rentenanwartschaften für Sie entstehen. Beides wirkt sich rentensteigernd aus. Wir sind nicht befugt Angabe zu Auswirkungen auf die Einkommenssteuererklärung und den damit verbundenen Vor- und Nachteilen zu erteilen. Dazu wäre es erforderlich, dass Sie z.B. mit einem Steuerberater/in Rücksprache halten.

von
Bertram

Zitiert von: Experte/in
Hallo, Bertram,

wenn Sie Ausgleichszahlungen vornehmen werden Sie daraus resultierend zusätzliche Rentenanwartschaften (Entgeltpunkte) erhalten. Der Abschlag von 10,8% würde bei der dafür vollen erforderlichen Ausgleichszahlung quasi nicht mehr vorliegen, da Sie ja Geld dafür bezahlt haben. Wird nun im die Agentur für Arbeit für Sie in Zukunft weitere RV-Beiträge leisten, werden auch aus diesen Leistungen Rentenanwartschaften für Sie entstehen. Beides wirkt sich rentensteigernd aus. Wir sind nicht befugt Angabe zu Auswirkungen auf die Einkommenssteuererklärung und den damit verbundenen Vor- und Nachteilen zu erteilen. Dazu wäre es erforderlich, dass Sie z.B. mit einem Steuerberater/in Rücksprache halten.

Vielen Dank für die bisher erteilten Auskünfte.

Ich habe noch eine generelle Frage, die mir gerade in den Kopf gekommen ist.
Grundsätzlich kann ich also im Jahr 2019 auf ein mal den wie von der DRV errechneten Abschlag ausgleichen und zusätzlich über das ALG1 in meine Rente einzahlen.
Da gibt es also keine Hindernisse.

Weil ursprünglich war im Gespräch bei den Beratungsterminen mit der DRV immer von mir geplant, dass ich auswandere und keine weiteren Einzahlungen mehr als pflichtversicherter in die Rente in Deutschland tätige.

Noch eine Frage zu den von der AfA getätigten Einzahlungen, sind das reale Euro oder nur fiktive Einzahlungen ?

Dank für Ihre Hilfe !
Bertram
Das hat sich aber kurz vor 2019 zerschlagen.

Experten-Antwort

Es fließt tatsächlich Geld (siehe § 176 Abs. 2 SGB VI). Zur genaueren Bestimmung des Verfahrens wurde mit Datum vom 09.01.1995 eine Vereinbarung zwischen der Rentenversicherung und der Bundesagentur für Arbeit geschlossen.

Solche Vereinbarungen bestehen auch mit anderen Sozialleistungsträgern.