abschlagsfreie Rente mit 63

von
paulina

Mein Mann ist zur zeit in seinem Beruf ,schwere körperliche Tätigkeit,arbeitsunfähig.Bis nächstes jahr würde er noch Krankengeld bekommen.Dann fehlen ihm noch 5 Monate Beitragszeit bis zur abschlagsfreien Rente.Wäre es sinnvol ihn jetzt schon als Minijobber bei mir anzustellen zb.für leichte Gartenarbeiten bei meinen Mietobjekten,mit normalem Arbeitsvertrag etc.damit man die Wartezeit hinbekommt.Er übernimmt jetzt schon einige kleinere Arbeiten dort ,jedoch unentgeldlich.

von
senf-dazu

Hallo Paulina!

Eine Zeit der Arbeitsunfähigkeit kann auch zur Wartezeit von 45 Jahren gerechnet werden:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/Muttertexte/04_leistungen/01_rente/mindestversicherungszeit_stand_august_2014.html#doc218970bodyText7
Wenn der derzeitige Bezug von Krankengeld für die Wartezeit zählt, kann durch einen Minijob keine "doppelte Berechnung" des Zeitraum erfolgen. Erst nach dem Krankengeldbezug würde ein Minijob zur Erfüllung der Wartezeit beitragen.

von Experte/in Experten-Antwort

Solange Ihr Mann Krankengeld bezieht, zahlt die gesetzliche Krankenkasse Beiträge in das Rentenkonto ein, es entstehen dadurch Pflichtbeiträge (Wartezeitmonate). Eine parallel ausgeübte geringfügige Tätigkeit (bei momentaner AU???) führt nicht zu zusätzlichen Wartezeitmonaten. Es ist vielmehr der Zeitraum nach dem Ende des Krankengeldbezuges zu überdenken. Das Sie mit der Meldung der Beschäftigung das Rentenkonto Ihres Mannes etwas aufbessern und diese „Hausmeisterkosten“ steuerlich geltend machen können, ist dann ein Aspekt, über den es sich lohnt nachzudenken. Sprechen Sie das aber vorher mit der Krankenkasse Ihres Mannes ab. Für die Zeit nach Ende des Krankengeldbezuges empfehle ich, vorerst noch abzuwarten und dann zu gegebener Zeit nochmals eine Frage zu stellen.

von
paulina

Meine Frage war dahingehend,wenn mein Mann ausgesteurt wird, und dann in die Nahtlosigkeit der
Arge fällt, wird er doch sofort die Rente für langjährig Versicherte nehmen müssen und nicht die für besonders langjährige.Dem entkommt er doch nur mit einem Minijob zu diesem Zeitpunkt.Die Krankenkasse wird wahrscheinlich sagen,soll
er doch mit 63 mit Abschlägen gehen.Ist doch sein Problem.Deshalb dachte ich den Minijob vielleicht schon etwas früher beginnen,wenn man den Ämtern und Kassen noch nicht so ausgeliedert ist.

von Experte/in Experten-Antwort

Ob es überhaupt bei Ihrem Mann zu einer Krankengeldzahlung bis zur sogenannten Aussteuerung kommt, oder vielleicht vorher die Krankenkasse auffordert eine medizinische Reha zu beantragen, welche bei fehlendem Erfolg dann zu einer eventuellen Umwandlung in die Erwerbsminderungsrente führt, ist derzeit offen. Die jetzige Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung bewirkt jedenfalls nicht, dass Ihr Mann bessere Chancen auf die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherten bekommt. Derzeit sollte sich Ihr Mann vorrangig auf die Genesung konzentrieren.

von
Bienchen

Ich verstehe Sie so das Ihr Mann aus finanzieller Sicht auch die 5 Monate ohne Leistungen der Agentur für Arbeit auskommt.
Somit muss er auch keinen Antrag auf Leistungen nach dem Krankengeld stellen und keiner kann Ihn zwingen.
Außerdem kann das Jobcenter keinen zwingen in Rente mit Abschlägen zu gehen.

von
Fuchs

Gute Idee.
1. Krank mit Krankengeld
2. Krank am letzten Tag ausgesteuert
3. Am ersten Tag ohne Krankengeldbezug, Minijob + evtl. ALG 1 , rechtzeitig melden (solange die Arbeitsagentur mitspielt ok.)
4. Rente für langjähre Versicherte
Super, wenn man so einen "Arbeitgeber" hat.
Ich denk das geht.

von
Klugpuper

Hierzu sollten Sie und Ihr Mann sich eingehend beraten lassen.
Zur ganzheitlichen Betrachtung gehören ja auch etwaige Ansprüche auf Resturlaub oder Guthaben auf dem Stundenkonto.
Daher werden Sie sich über die Rentenversicherung hinaus wahrscheinlich noch weitere Ansprechpartner suchen müssen, um am Ende eine Entscheidung treffen zu können.

von
Fuchs

Nach 3.
muss es noch heißen:

Wieder gesund

von
abc

Zitiert von: paulina

Mein Mann ist zur zeit in seinem Beruf ,schwere körperliche Tätigkeit,arbeitsunfähig.Bis nächstes jahr würde er noch Krankengeld bekommen.Dann fehlen ihm noch 5 Monate Beitragszeit bis zur abschlagsfreien Rente.

Wie der Experte schon sagte, haben Sie die Rechnung vermutlich ohne die Krankenkasse gemacht. Die wird sicher mit einer Aufforderung zur Reha kommen ehe die 78 Wochen Krankengeld um sind. Und je nach Ausgang kann daraus ein EM-Rentenantrag werden....

von
senf-dazu

Wenn Sie sich sorgen, dass statt der abschlagsfreien "Rente ab 63" eine vorgezogene Rente mit Abschlägen sozusagen verordnet wird, schauen Sie sich mal die "Unbilligkeitsverordnung" an. Vielleicht greift die in dieser Situation.

von
W*lfgang

Zitiert von: Bienchen
Außerdem kann das Jobcenter keinen zwingen in Rente mit Abschlägen zu gehen.
Bienchen ...und auch senf-dazu), Hallo paulina,

weder geht es beim ALG (1) um Jobcenter, noch um die Unbilligkeitsverordung.

die AfA erbringt die Leistung entsprechend der vorgeleisteten AV-Beiträge bis zum Ende der Anspruchsdauer, sofern die Vermittlungsfähigkeit besteht (ansonsten geht das vorwiegend in eine berufliche Reha-Aufforderung über, er ist ja dauer-au) - einen Zwang zur (vorzeitigen) Altersrente gibt es bei der AfA nicht.

Daneben ist die finanzielle Situation zu beurteilen, ob man mit Rente und Abschlag nicht besser fährt, als der Verzicht auf diese + Aufwendungen für den Minijob, ggf. noch freiwillige KV-Beiträge für die 'Überbrückungszeit' oben drauf ...wann rechnet sich der Mehrbetrag der ungekürzten Rente wirklich, um den Verlust aller Leistungen + Kosten wieder reinzuholen?!. Man muss nicht immer zwingend 'geil' auf die ungekürzte Rente sein, wenn die Zahlen - sofern man sich damit beschäftigt - eine andere Aussage treffen.

Beratungsstelle aufsuchen und sich eine einfache Berechnung dazu erstellen lassen.

Bei unkompliziert laufendem ALG (da kommt auch für die Zwischenzeit adäquates Einkommen rein) dürfte der parallele Mini-Job wohl die interessanteste Lösung sein. Allerdings: Minijob/Haushaltsjob im _eigenen Haus_ ...da melde ich mal arge Zweifel an! Die Modalitäten dafür klären Sie vorher mit der Minijobzentrale, ob da wirklich ein 'einwandfreies' Beschäftigungsverhältnis vorliegt:

https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/01_basiswissen/02_infos_kompakt_zu/01_familienangehoerigen/node.html

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: Bienchen

Außerdem kann das Jobcenter keinen zwingen in Rente mit Abschlägen zu gehen.

Das kann es sehr wohl:
https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=1916

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: W*lfgang
(...)
änzend:

Experten/in-beiträge sind völlig richtig dargestellt: hält die KK wirklich die mögliche Laufzeit der KG-Zahlung still? Eher unwahrscheinlich - wenn nicht diverse Therapien zur ambulanten Wiederherstellung vorerst erforderlich sind/z. B. bei Krebserkrankungen, um eine Heilungschance in Richtung Herstellung der Erwerbsfähigkeit zu erreichen.

'Normale' AU läuft niemals die volle Laufzeit/78 Wochen durch, da setzt die KK schon vorher den Hebel/Reha-Antrag an ...und das kann umgehend zur EM-Rente führen - wie gern auch immer der Betroffene die abschlagsfreie Rente in Sichtweite hätte. In solch einem Fall sind intensive Gespräche mit der KK erforderlich, damit die sich erweichen lässt, den 'vorgezogenen' Rentenbeginn zugunsten höherer Rente/höherer Krankenversicherungsbeiträge doch noch aufzugeben in Richtung abschlagsfreie Rente.

Dauerhafte AU ist leider kein Wunschkonzert, wenn die KK als Leistungsträger die eigenen gesetzlichen Möglichkeiten heranzieht/heranziehen muss – SGB5 ist nicht SGB6!

Gruß
w.

von
abc

Zitiert von: W*lfgang

'Normale' AU läuft niemals die volle Laufzeit/78 Wochen durch, da setzt die KK schon vorher den Hebel/Reha-Antrag an ...und das kann umgehend zur EM-Rente führen - wie gern auch immer der Betroffene die abschlagsfreie Rente in Sichtweite hätte.

Könnte aber selbst mit Reha theoretisch klappen. Wenn man nach der Reha AU aber nicht EM entlassen wird, muss die Krankenkasse notfalls noch bis zum bitteren Ende der 78 Wochen zahlen. Aber ganz ohne Reha gehts vermutlich nicht.

Kommt darauf an, was die Reha-Ärzte in das Gutachten schreiben. Reha-Ärzten ist ja eher daran gelegen, dass man nicht erwerbsgemindert ist.