Abschlagsfreie Rente mit Schwerbehinderung

von
Jojonnie

Gibt es eine Möglichkeit, die 10,8 % Abschlag beim Übergang von der EMR in die Altersrente zu umgehen?
Gibt es dazu evtl. eine anhängige Klage vor einem höherem Gericht in der Bundesrepublik?

von
Ouz

Nein.

von
Siehe hier

Zitiert von: Jojonnie
Gibt es eine Möglichkeit, die 10,8 % Abschlag beim Übergang von der EMR in die Altersrente zu umgehen?
Gibt es dazu evtl. eine anhängige Klage vor einem höherem Gericht in der Bundesrepublik?

Warum auch?
Aus Ihrem schon etwas älteren Beitrag ging hervor, dass Sie seit drei Jahren EM-Rente beziehen (also seit 2017), und einige Jahre Beitragszahlungen gefehlt hatten, weil Sie selbstständig waren.
Aus Ihrem persönlichen Versicherungsverlauf haben sich also bis Ende 2016 eine gewisse Anzahl an EP angesammelt. Hierbei wurde schon berücksichtigt, ob Sie kurz vor Ihrer Erwerbsminderung schlechter verdient hatten, weil Sie ja schon krank waren. Das wurde dann rausgerechnet, damit es nicht zu Ihren Ungunsten sich auswirkt.

Bei Rentenbeginn in 2017 galt noch eine Zurechnungszeit bis 62.
Wie alt Sie tatsächlich jetzt sind, weiß ich nicht. Ich nehme mal an (als Beispiel) in 2017 waren Sie 58. Also wurden 48 Monate Zurechnungszeit zu Ihrem bisherigen Versicherungsverlauf dazu gerechnet. Aus den monatlich bis dahin durchschnittlich erworbenen EP. Vom Ergebnis (als Betrag) wurden dann pro Monat 0,3% abgezogen, die fehlen, bis Sie Ihre Regelaltersgrenze erreichen. Dieser Abzug ist aber auf 10,8 % (36 Monate) begrenzt, auch wenn Sie (mit einem angenommenen Baujahr 1959 bzw. Geb.Datum 15.05.1959) erst mit 66 Jahren + 2 M die Regelaltersrente erreichen. Sind also weitaus mehr als 36 Monate, dennoch haben Sie 'nur' 10,8 % Abzug.

Eine Rente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre) erreichen Sie aufgrund Ihres Versicherungsverlaufes so oder so nicht.
Ihre Alternative ist also vorgezogene SB-Rente (Jahrgang 1959 = 2020) mit 10,8 % Abschlag.
oder vorgezogene Altersrente mit 63 (Jg 59 = 2022) mit 11,4 % Abschlag.
Wenn Sie von der EM-Rente direkt in eine folgende Altersrente wechseln, ohne zuvor nochmal 24 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen zu sein, behalten Sie die in der EM-Rente beinhalteten 10,8% und den Rentenbetrag, auch falls die für die Folgerenten sich ein niedriger Betrag ergeben würde (Bestandschutz). Folgerenten abschlagsfrei geht also NUR, wenn zwischen EM-Rente und Folgerente 24 Monate noch mal gearbeitet wird. Ist die EM-Rente höher als z. B. die SB-Rente (mit Abschlag), bekommen Sie den höheren Betrag.

Seit 2017 haben Sie schon von drei Rentenerhöhungen 'profitiert' Ihrer Steuerfreibetrag aus 2017 ist 26 % (in 2020 sind es nur noch 20 % und verringert sich dann jeweils um 1 %). Zum Rentenwechsel wird aber der Freibetrag als Betrag beim Wechsel in eine Altersente neu festgeschrieben, d.h., Sie profitieren weiter von den 26 % aber MIT den Erhöhungen im Verhältnis ebenfalls.

Ärgerlich ist natürlich, dass Sie etwas zu früh krank geworden sind. Bei EM-Rentenbeginn ab 01.01.2019 ist die Zurechnungszeit höher, der Abschlag aber weiterhin maximal 10,8%. Seis drum, das kann man nicht ändern.

Aber wogegen wollen Sie klagen? Dass mehr zugerechnet wird als abgezogen? Die Klage würde dann wohl wegen Verunglimpfung des Gerichts schlichtweg abgelehnt.

Hier nun noch der Link für Sie, nach dem Sie ein für Sie gültiges Geburtsdatum einsetzen und Ihre persönlichen Rentenbeginndaten (inkl. SB) berechnen können:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Online-Dienste/Online-Rechner/RentenbeginnUndHoehenRechner/rentenbeginnrechner_node.html

Also klagen Sie nicht sondern schlafen Sie gut! :-)

Experten-Antwort

Hallo User Jojonnie,

sollten Sie die EM-Rente als volle Rente beziehen und Ihnen wurde die Rente bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze bewilligt, sind Sie nicht verpflichtet eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit dem Abschlag von 10,8% in Anspruch zu nehmen.
Wenn Sie eine teilweise EM-Rente beziehen, können Sie jederzeit auch die Umwandlung in eine volle EM-Rente beantragen.

Derzeit sind keine Klagen bei einem höchsten deutschen Gericht anhängig, die Ihre Problematik behandeln; auch nicht beim Bundesverfassungsgericht.

von
Neugierig

Zitiert von: Experte/in
Hallo User Jojonnie,

sollten Sie die EM-Rente als volle Rente beziehen und Ihnen wurde die Rente bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze bewilligt, sind Sie nicht verpflichtet eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit dem Abschlag von 10,8% in Anspruch zu nehmen.
Wenn Sie eine teilweise EM-Rente beziehen, können Sie jederzeit auch die Umwandlung in eine volle EM-Rente beantragen.

Derzeit sind keine Klagen bei einem höchsten deutschen Gericht anhängig, die Ihre Problematik behandeln; auch nicht beim Bundesverfassungsgericht.

Hallo Experten,

Soweit ich informiert bin, ist bei einer vollen EMR mit 10,8% Abschlag, für die Ewigkeit! Ich selbst beziehe eine volle EMR und könnte bald in die AR für Schwerbehinderte wechseln oder soll ich noch warten bis zur Regelalteesrente ohne Abschläge?
Danke.

MFG

von
senf-dazu

Hallo Neugierig!

Der Abschlag bleibt, wie Sie richtigerweise schreiben, "für die Ewigkeit".
Da ändert sich auch nichts, dass die Regelaltersrente (in der Regel) abschlagsfrei ist.
Der Abschlag bleibt auch beim Wechsel in eine Altersrente erhalten, die einen geringeren oder keinen Abschlag hätte.
Das ist nur anders, wenn zwischen der EM-Rente und der Altersrente mindestens zwei Jahre ohne Rentenbezug liegen (also Besserung/Heilung und erneute pflichtverischerte Beschäftigung).

von
Neugierig

Zitiert von: senf-dazu
Hallo Neugierig!

Der Abschlag bleibt, wie Sie richtigerweise schreiben, "für die Ewigkeit".
Da ändert sich auch nichts, dass die Regelaltersrente (in der Regel) abschlagsfrei ist.
Der Abschlag bleibt auch beim Wechsel in eine Altersrente erhalten, die einen geringeren oder keinen Abschlag hätte.
Das ist nur anders, wenn zwischen der EM-Rente und der Altersrente mindestens zwei Jahre ohne Rentenbezug liegen (also Besserung/Heilung und erneute pflichtverischerte Beschäftigung).


Hallo senf-dazu,

Danke für die Info. Arbeiten kann ich leider nicht mehr. Mit den 10,8% Abschläge habe ich mich abgefunden. Dann muss ich ja nicht abwarten bis zur Regelalteesrente und kann demnächst meine AR für Schwerbehinderte beantragen! Ist das korrekt?

Gruß

von
Ouz

Richtig, wenn Sie bereits 10,8 % Abzug haben können Sie die vorgezogene Rente für Schwerbehinderte beantragen und es bleibt bei den maximal 10,8 % Abzug.

von
W°lfgang

Zitiert von: Jojonnie
Gibt es eine Möglichkeit, die 10,8 % Abschlag beim Übergang von der EMR in die Altersrente zu umgehen?

Ja! ...verzichten Sie für über 2 Jahre auf die aktuelle Rente, dann wird anschließend bei Neuantrag der aktueller Abschlag nach Neuberechnung der Altersrente anzuwenden sein.

Man/Frau muss nur wollen, was möglich ist ;-)

Gruß
w.

von
KSC

.....und ab 85 "rechnet" sich dieser tolle Tipp vielleicht?

Wovon lebt der verzichtende rentner dann 2 Jahre lang?

von
Ichweißes

v. Arbeitslosengeld z.B. ;)