Äußerst kurzfristiger Antritt der Reha

von
Kaventsmann

Guten Tag,

in meinem Anliegen geht es nicht direkt um mich sondern um meinen Cousin.
Er ist zZt 45 Jahre alt und seit 3 Jahren in der Erwerbsminderungs Rente. Nun hat er am 25.05 ein Schreiben der Reha Klinik bekommen, das er sich am 06.06 um 11 Uhr in einer Klinink 150km weit entfernt einfinden soll. Am 24.05 wurde zum schon schlechten Allgemeinen Gesundheitszustand festgestellt, das 3 Bandscheiben im Nackenbereich raus sind und der Rückenmarkskanal bereits beschädigt ist.
Regelmäßige Arzt Besuche (Kardiologe, Schmerztherapeuth und Hausarzt etc haben selbstverständlich stattgefunden.

Die EUR ist jeweils auf ein Jahr befristet.

Meine Frage nun, wie kann man kurzfristig verfahren um eine Aufschiebung der Reha zu erwirken, um die notwendige Bandscheiben OP vorerst wahr zu nehmen?
Hat eventuell jemand bereits Erfahrung mit einer so kurzfristigen "Einberufung" in die Reha?
Nach seiner Aussage hat er in keiner Weise die Möglichkeit bei der Entscheidung ob stationär oder Ambulante Reha mitzuwirken.
Eine Unterbringung in 150km ist auf Grund der familiären Bedingungen praktisch gar nicht möglich.

Ihm wurde ohne ein Schreiben der RV lediglich der Termin von der Reha Klinik zugesendet.

ich bedanke mich im Vorfeld für die Anteilnahme und Hilfestellung
Mfg

von
SE

Anruf beim Sachbearbeiter der Rentenversicherung – Telefon steht auf dem Bewilligungsbescheid-
Erklärung der Situation – OP Termin steht an– Rehaverschiebung
Gleichzeitig eine Bescheinigung des Arztes – derzeit rehaunfähig mit Begründung.

von
Roland

Ich wurde am Montag angerufen, damit ich am Mittwoch pünktlich in der Reha-Klinik bin (600 km entfernt). Alles machbar, wenn man will.

von
Kaventsmann

@Roland
das mag ja gern sein wenn du allein stehend bist und nicht gerade die Diagnose bekommen hast das dein Rückenmarkskanal auf Grund von beschädigten Bandscheiben freigelegt ist.
Von wollen oder nicht wollen ist hier auch garnicht die rede.

von
Diagnose

... gerade die Diagnose bekommen hast das dein Rückenmarkskanal auf Grund von beschädigten Bandscheiben freigelegt ist. ...

Wie bitte???

Diese Diagnose wird der Cousin ganz bestimmt nicht bekommen haben!

Wenn schon, dann ist der Spinalkanal aufgrund von Bandscheibenschäden EINGEENGT und sollte operativ versorgt werden, sodass das Rückenmark (Myelon) nicht weiter eingeengt/gedrückt wird.

Da viele BS-Operationen primär unnötig sind und leider immer wieder allzu schnell erfolgen, sie zudem oft Folgeschäden und somit Revisions-OPs nach sich ziehen, sollte man eine operative Intervention vorab gut abwägen.

Es gibt nur wenige Kriterien, wie neurologische Ausfälle/Lähmungen oder eine Blasen- und/oder Mastdarmstörung, die eine BS-OP tatsächlich dringlich machen.

Da BS-Schäden auch gut konservativ behandelt werden können, sollte man grundsätzlich auch eine Reha (vor einer OP) im Behandlungsschema mit einbeziehen!

Ich bin selbst schwer BS-Geschädigt, in allen drei WS-Abschnitten, und kann nur dazu raten, sich nicht zu früh einer OP zu unterziehen!
Einmal angefangen geht es oft leider mit einer Instabilität der nächsten WS-Abschnitte, Schraubenlockerung oder Pseudoarthrosen immer weiter.

Rehabilitativ geht da jedoch zunächst ganz viel.

Experten-Antwort

Hallo Kaventsmann,
Sie können unter Vorlage eines ärztlichen Attests Widerspruch gegen den Aufnahmetermin einlegen. Wegen der Kürze der Zeit empfehle ich Ihnen, sich ggf. im Vorfeld telefonisch mit dem Rehaträger sowie dem Rententräger, der ja vermutlich die Reha-Maßnahme im Rahmen des Weiterbewilligungsverfahrens für die EM-Rente veranlasst hat, in Verbindung zu setzen, damit diese Bescheid wissen. Auch die Klinik sollte ggf. informiert werden. Aber reden Sie erst mit den Trägern.
Im Übrigen ist es nicht ungewöhnlich, dass es zu so kurzfristigen Einberufungen zum Reha-Antritt kommt. Dies ist fast immer dann der Fall, wenn ein anderer Leistungsträger zur Reha aufgefordert hat. In diesen Fällen ist auch meistens die Klinik schneller als der Beischeid über die Rehabewilligung.