ALG 1 nach § 51 SGB V und Reha Ablehnung

von
Patrizia Hammes

Ich wurde nach längerer Krankheit gem. § 51 SGB V von meiner Krankenkasse aufgefordert einen Med. Reha Antrag zu stellen. Diesen Antrag habe ich fristgemäß innerhalb der 10 Wochen gestellt gestellt und ist auch von der DRV genehmigt worden. Mein behandelnder Arzt und ich sind jedoch mittlerweile der Meinung, das sich mein Gesundheitszustand soweit gebessert hat, das ich auf dem allgemeinem Arbeitsmarkt mindestens 6 Stunden Täglich arbeiten gehen könnte.

Meine Fragen:

1) Wenn ich die Reha jetzt absage, werde ich natürlich von der Krankenkasse ausgesteuert und es gibt kein Krankengeld mehr, klaar. Wie sieht das dann mit dem Arbeitsamt aus, wenn ich mich ab nun dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stelle? Die AU wurde offiziell beendet und ich bin Arbeitsfähig. Kann mir jetzt das Arbeitsamt trotzdem einen Strick aus dieser Sache drehen, so nach dem Motto, das ich meine Arbeitsfähigkeit nur vortäusche um das wesendlich höhere ALG 1 zu beziehen? Wie gesagt, ich kann arbeiten, stelle mich dem Arbeitsamt zur Vermittlung zur Verfügung. Eigentlich dürfte mich das Arbeitsamt in diesem Falle nicht wegschicken oder weiterhin auf die DRV als Kostenträger verweisen.

von
Herz1952

Das ALG I ist in der Regel geringer als z.B. Krankengeld. Sie täuschen also nichts vor. Das Arbeitsamt darf Sie auch nicht wegeschicken. Sie suchen ja auch Arbeit und sind vermittelbar. Was Ihr Arzt sagt ist eigentlich nicht maßgebend. Dieser kann nicht beurteilen, ob Sie "unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes vermittelbar sind.

Es könnte sein, dass das Arbeitsamt allerdings ein eigenes Gutachten zu Ihrer Leistungsfähigkeit erstellt und Sie zunächst auf die Reha verweist.

Wenn die RV die Reha genehmigt hat, geht diese auch davon aus, dass ohne Reha Ihr Leistungsvermögen in Zukunft gefährdet sein könnte.

Die Ärzte wissen im allgemeinen nicht einmal, was arbeitsunfähig überhaupt bedeutet. Wenn Sie in Ihrem jetzigen Beruf nicht arbeitsfähig sind, sind Sie nun mal arbeitsunfähig.

Überlegen Sie sich die Sache nochmals in Ruhe. Wenn Sie sich tatsächlich voll leistungsfähig halten, sollten Sie sich schnellstmöglich beim Arbeitsamt melden, damit keine Lücke zwischen KG und ALG entsteht. ALG I erhalten Sie frühesten ab dem Tag der Arbeitslosmeldung.

Es erscheint mir sogar so, dass eine Lücke nicht mehr vermeidbar ist, da die Krankenkasse nicht mehr weiterzahlt, wenn die AU schon jetzt beendet ist.

von
Stolluba

Ich würde die Reha auf keinen Fall absagen! Es kann Ihrer Leistungsfähigkeit nach längerer Krankheit doch nur zuträglich sein.

Melden Sie sich beim Arbeitsamt und schildern Sie die Sachlage. Ich gehe davon aus, man wird Ihnen keine Angebote oder Schulungsmaßnahmen anbieten, ehe sie die Reha hinter sich haben.

von Experte/in Experten-Antwort

Da Ihnen die Reha sicherlich nicht ohne guten Grund bewilligt wurde rate ich Ihnen "als Mensch" im Sinne Ihrer Gesundheit sich einen Verzicht gut zu überlegen.

Als Mitarbeiter der DRV kann ich keine Aussage dazu treffen, wie die Kollegen der Agentur für Arbeit verhalten werden. An Vermutungen kann und will ich mich nicht beteiligen.

Wenn Sie wieder gesund sind und sich uneingeschränkt für Arbeit zur Verfügung halten, frage ich mich zudem woher das Arbeitsamt überhaupt erfahren sollte, dass eine Reha durch die DRV bewilligt und von Ihnen nicht angetreten wurde?
Doch höchstens dann, wenn Sie das dort angeben.

Schönes WE

von
Patrizia Hammes

Bekommt das Arbeitsamt eigentlich mitgeteilt, ob eine Aufforderung nach § 51 SGB V verlangt wurde?

von Experte/in Experten-Antwort

Von der DRV nicht. Aus welchem Grund sollte die DRV das tun müssen oder wollen?

Wir wissen doch gar nicht, dass Sie sich eventuell arbeitslos melden - es könnte doch auch sein, dass Sie die Reha nicht antreten, weil Sie wieder in Arbeit sind und den Job nicht riskieren wollen.

Die DRV hat nicht die Zeit in solchen Fällen andere Behörden aufs Geradewohl zu informieren.