ALG1 und Anspruch auf Schwerbehinderten Rente

von
Flo

Ich bin 08/1955 geboren, habe unbefristet GdB 50 und 35 Jahre Wartezeit erfüllt. Laut Rentenauskunft hätte ich Anspruch auf
A) Regelaltersrente ohne Abschlag ab 01.06.2021, würde sich bei späterer Inanspruchnahme pro Monat um 0,5% erhöhen, frühere Inanspruchnahme nicht möglich.
B) Altersrente für langjährige Versicherte ohne Abschlag ab 01.06.2021, mit Abschlag 9,9% frühestens ab 01.09.2018.
C) Altersrente für Schwerbehinderte ohne Abschlag ab 01.06.2019, mit Abschlag 10,8% frühestens ab 01.06.2016.

Zur Zeit beziehe ich ALG1 genehmigt vom 01.03.2018 - 29.02.2020, welches deutlich höher ist als meine prognostizierte Rente. Mein Plan ist daher, Option C) ab 01.03.2020 zu beantragen. Das Arbeitsamt kennt meinen GdB 50.

Fragen:
1. Kann das ALG1 ab 01.06.19 gestrichen werden, da ich ab dann ja Anspruch auf C) ohne Abschlag hätte?
2. Umgekehrt, würde ALG1 bis 29.02.20 weitergezahlt, auch wenn ich C) bereits früher in Anspruch nähme?
3. Gibt es bei einer Inanspruchnahme von C) nach dem 01.06.2019 eine mit A) vergleichbare Regelung (Erhöhung pro Monat um 0,5%)?
4. Gibt es eine Hinzuverdienstgrenze bei C) vor dem 01.06.21?
5. Was wäre der Unterschied zwischen A) - C), wenn ich Altersrente erst ab 01.06.21 beantrage?

Experten-Antwort

Guten Tag Flo,

zu Ihren Fragen:
1. Nein, die Agentur für Arbeit ist hierzu nicht berechtigt.

2. Nein, mit dem Bezug der vollen Altersrente (auch mit Abschlag) ruht der Anspruch auf Arbeitslosgengeld.

3. Die Abschläge bei der Altersrente bleiben grds. ein Leben lang bestehen. Sie könnten die Altersrente auch als Teilrente von 10 bis 99 % Ihrer Rente beanspruchen. Nehmen wir an, Sie beantragen ab 06/2021 nur eine 50 % Teilrente. In diesem Fall würde die nicht in Anspruch genommene Hälfte der Altersrente mit der Umwandlung in die Altersvollrente um 0,5 % pro Monat der Nicht-Inanspruchnahme erhöht.

4. Ja. Für eine volle Altersrente gilt bis zum 31.05.2021 die Jahres-Hinzuverdienstgrenze von 6.300,- €. Darüber hinaus erzielter Hinzuverdienst würde anteilig angerechnet (Grundsatz: Überschreitender Verdienst geteilt durch 12 x 40 %).

5. Das lässt sich hier nicht konkret mit einem Euro-Betrag benennen. Bei einem Rentenbeginn 06/2019 haben Sie ggü. dem Rentenbeginn 06/2021 drei Beitragsjahre weniger - allein die Beitragszeiten bewirken eine Steigerung der Monatsrente von ca. 13,70 Euro Brutto bei einem 450,- Euro Monatsverdienst und bis ca. 198,- Euro Brutto bei Höchstbeiträgen (mtl. 6.500,- Euro Bruttoverdienst). Sollten Sie die Altersrente für schwerbehinderte Menschen noch früher beanspruchen, fehlen weitere Beitragszeiten und auf die geringere Rente werden zudem Abschläge berechnet.

von
Flo

Hallo Experte,

erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort!

Die Fragen 3 und 5 hatte ich etwas anders gemeint, daher noch einmal nachgehakt:

3. Nehmen wir an, ich beantrage Schwerbehinderten Rente erst ab dem 01.03.20, also 9 Monate später als abschlagsfrei möglich. Wäre die Rente dann wie bei A) um 9 x 0,5% = 4,5% höher (weitere Einzahlungen während dieser Zeit außer Betracht gelassen)?

5. Dass früherer Rentenbeginn evtl. die insgesamt gezahlte Beitragssumme schmälert, sei mal außer Betracht gelassen. Die Frage war, ob es einen Unterschied zwischen A), B) oder C) gibt, wenn ich in allen 3 Fällen den Beginn auf den 01.06.21 lege?

von
KSC

3) Die Zuschläge gibt es erst ab der Regelaltersgrenze, vorher nicht!

5) Wenn Sie erst mit Regelalter in Rente gehen ist die Altersrente immer gleich hoch, egal welche Rentenart Sie im Antrag ankreuzen.

:)

von
Flo

Zitiert von: KSC
3) Die Zuschläge gibt es erst ab der Regelaltersgrenze, vorher nicht!

5) Wenn Sie erst mit Regelalter in Rente gehen ist die Altersrente immer gleich hoch, egal welche Rentenart Sie im Antrag ankreuzen.

:)

Hallo KSC, vielen Dank, ich hatte es mir schon so gedacht, war mir aber nicht sicher.