Altersrente für Schwerbehinderte oder volle Erwerbsminderungsrente ab 61. Lebensjahr

von
Maria

Liebe Experten,
ich beziehe aktuell eine Teilerwerbsminderungsrente und vollende demnächst das 61. Lebensjahr. Ist es richtig, dass ich ab dem 61. Lj.das Wahlrecht zwischen der vollen Erwerbsminderungsrente und der Schwerbehindertenrente habe, unabhängig davon, ob die Voraussetzungen für die volle Erwerbsminderungsrente vorliegen?
Im voraus vielen Dank für die Antwort.
Maria

von
Sylvia

Zitiert von: Maria
Liebe Experten,
ich beziehe aktuell eine Teilerwerbsminderungsrente und vollende demnächst das 61. Lebensjahr. Ist es richtig, dass ich ab dem 61. Lj.das Wahlrecht zwischen der vollen Erwerbsminderungsrente und der Schwerbehindertenrente habe, unabhängig davon, ob die Voraussetzungen für die volle Erwerbsminderungsrente vorliegen?
Im voraus vielen Dank für die Antwort.
Maria

Hallo,

es liegt ein Missverständnis vor. Ein Wahlrecht gibt es nicht. Und schon garnicht für die volle Erwerbsminderungsrente. Wenn Sie einen unbefristeten GDB von 50 haben, beantragen Sie die AR für schwerbehinderte.

Mfg

von
Silvia

Hallo Maria

Die vorgezogene Altersrente für Schwerbeinderte ist unabhängig eines EM-Falles anzusiedeln und bedarf einiger Voraussetzungen:
- einen GdB zum gegeben Leistungsfalleintritt von mindestens 50
- das entsprechende Alter je nach Geburtsjahrgang gestaffelt
- mindestens 35 Jahre an Anrechnungszeiten

Wie auch ggf. bei der EMR wird diese vorgezogene Rentenart gleichsam mit einem lebenslangem Abschlag behaftet.

Gruß Silvia

von
Maria

Es liegt eine Schwerbehinderung von 60 % vor. Die Info über das Wahlrecht bekam ich von einer Beratungsstelle. Allerdings konnte ich im Internet nichts darüber finden.

von
Maria

Es liegt eine Schwerbehinderung von 60 % vor. Die Info über das Wahlrecht bekam ich von einer Beratungsstelle. Allerdings konnte ich im Internet nichts darüber finden.

von
chi

Wenn Sie 1958 geboren sind, einen GdB von mindestens 50 haben und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllen (für die zählen sämtliche rentenrechtlichen Zeiten), können Sie ab dem Monat nach Ihrem Geburtstag die Altersrente für Schwerbehinderte bekommen. Regulär ist der Beginn dafür mit 64, also im Jahr 2022; für jeden Monat früher werden 0,3% Abschlag fällig – also maximal 10,8%, wenn Sie sie sofort (drei Jahre vorzeitig) in Anspruch nehmen.

Eine volle Erwerbsminderungsrente können Sie nur bekommen, wenn Sie eben auch erwerbsgemindert sind und nach medizinischem Urteil keine drei Stunden am Tag mehr arbeiten können. Wenn Sie diese Voraussetzung erfüllen und das geänderte Recht von 2019 zur Anwendung kommt, wäre die Erwerbsminderungsrente wohl höher als die Rente für Schwerbehinderte. Dafür ist mit der Rente für Schwerbehinderte weniger Aufwand und Ungewißheit verbunden.

von
Moni

Zitiert von: Maria
Es liegt eine Schwerbehinderung von 60 % vor. Die Info über das Wahlrecht bekam ich von einer Beratungsstelle. Allerdings konnte ich im Internet nichts darüber finden.

Es gibt keine Schwerbehinderung mit %! Nur GdB. Bitte beantragen Sie AR für schwerbehinderte.

Gruß

von
DRV

Zitiert von: Maria
Es liegt eine Schwerbehinderung von 60 % vor. Die Info über das Wahlrecht bekam ich von einer Beratungsstelle. Allerdings konnte ich im Internet nichts darüber finden.

Da haben Sie etwas falsch verstanden. Ein Wahlrecht über eine Erwerbsminderungsrente existiert nicht und eine Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung wird Sie auch so nicht beraten haben.

von
KSC

Wählen: "ich will voll em sein und bekomme dann die volle Rente" geht natürlich nicht.

Sie können aber natürlich wählen ob Sie die Altersrente oder die volle EM Rente beantragen wollen.

Ob Sie tatsächlich voll emm sind kann Ihnen aber keiner im Forum und auch kein DRV Berater im Voraus sagen. Diese voll EM Rente könnte auch abgeleht werden, weil Sie eben weiterhin nur teilweise em sind.

Ob die Bedingungen für einen AR erfüllt sind, ist in aller Regel im Vorfeld klar.

Da haben Sie wohl etwas nicht richtig verstanden oder falsch in der Fragestellung dargestellt.

von
Maria

Vielen Dank für die Antworten.
Da habe ich vermutlich wirklich etwas falsch verstanden.
Nachden ich nun schon längere Zeit krankgeschrieben bin und neben meiner Teilerwerbsminderungsrente Krankengeld beziehe muss ich mir jetzt wohl überlegen, ob ich die volle Erwerbsminderungsrente beantrage, oder die Altersrente für Schwerbehinderte. Die Voraussetzungen für die Altersrente für Schwbh. sind in jedem Fall erfüllt. Lt. ärztl. Berichten und eines Gutachtens liegt eine Leistungsfähigkeit von unter 3 Stunden vor. Die Chancen, dass dann die volle EMR bewilligt wird, sind vielleicht nicht schlecht.
Maria

Experten-Antwort

Hallo Maria,

die bisherigen Antworten haben ja bereits klargestellt, dass Sie beide Renten (Altersrente und Rente wegen voller Erwerbsminderung) nur erhalten können, wenn Sie die jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen für diese Renten erfüllen und die Renten beantragen.

Zu beachten ist vor allem der Hinweis von Chi, dass die Renten unterschiedlich hoch sein können. Beginnt eine Rente wegen voller Erwerbsminderung im Jahr 2019, gibt es eine verlängerte Zurechnungszeit, die über den Rentenbeginn hinaus bis zum 65. Lebensjahr und 8 Monaten reicht.

Weiterhin sollten Sie noch Folgendes beachten: Wahrscheinlich wird die Altersrente schneller bewilligt werden können, da eine medizinischen Begutachtung zur Feststellung von voller Erwerbsminderung erfahrungsgemäß etwas Zeit in Anspruch nimmt. Ist die Altersrente aber bereits BINDEND bewilligt, können Sie danach nicht mehr in eine Rente wegen voller Erwerbsminderung wechseln. Wenn Sie also beide Renten beantragen wollen, sollten Sie zum Antrag auf Altersrente entweder vermerken, dass über diesen Antrag erst nach Entscheidung über den Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung entschieden werden soll. Oder Sie legen gegen den Altersrentenbescheid Widerspruch ein und verhindern dadurch, dass der Bescheid bindend wird. Den Widerspruch können Sie zu gegebener Zeit einfach zurücknehmen, falls die Rente wegen voller Erwerbsminderung abgelehnt wird oder niedriger als die Altersrente ausfällt.

von
EM

Hallo Experte,

arbeiten sie im Sinne der Rentenversicherung?

Dies wurde auch in einer Beratungsstelle der Rentenversicherung in NRW so bestätigt.

Es müssen 2 Rentenanträge gestellt werden:

EM-Rente 2019 höher als eine Altersrente: Gesetzgeber hat die Situation erkannt
Dem Gesetzgeber war im laufenden Gesetzgebungsverfahren bewusst, dass es im Hinblick auf die die neue EM-Rente und einer vorgezogenen Altersrente zu der „eigenartigen“ Situation kommen kann, dass die Erwerbsminderungsrente im monatlichen Zahlbetrag höher ausfallen kann, als die Altersrente.
Er hat eine gesetzliche Regelung für die Geltung der höheren Rente angepasst. Den § 89 SGB VI. Diese Vorschrift regelt die Rangfolge und Geltung von mehreren Rentenansprüchen gleichzeitig. Im RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz wurde diese Regelung zu Gunsten der Versicherten geändert.
EM-Rente 2019 höher als eine Altersrente: Neuregelung des § 89 SGB VI im Detail
Dem Absatz 1 der bisher geltenden Regelung des § 89 SGB VI wurde eine sperrige Neuregelung angefügt.
Diese sagt sinngemäß folgendes aus:
Ist schon eine Rente bezahlt worden und wird für denselben Zeitraum eine höhere oder im Rang höhere Rente bewilligt, so ist der Rentenbescheid über die niedriger Rente vom Beginn der laufenden Zahlung der höheren oder im Range höheren Rente aufzuheben.
Und es gibt einen Rückforderungsverbot gegenüber dem Versicherten für den Fall, dass die deutsche Rentenversicherung an anderen Leistungsträgern zu erstattenden Beträge zusammen mit der niedrigeren Rente den Betrag der höheren Rente oder ranghöheren Rente übersteigen.
Die Neuregelung ist am Tage nach der Verkündung am 05.12. 2018 in Kraft getreten, so steht es im Artikel 1 RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz vom 28.11.2018 (Bundesgesetzblatt I S. 2016 Nr. 40). Damit greift diese neue Regelung schon im Jahr 2018.
Hintergrund der Neuregelung waren Urteile des Bundessozialgerichts vom 07.04.2016 und vom 25.Mai 2018, Aktenzeichen B 13 R 33/15 R. Wurde ein Rentenbescheid über die niedrigere Rente bindend, so konnte wegen den Regelungen der §§ 45, 48 SGB X dieser Bescheid nicht mehr zurückgenommen werden. Eine solche Regelung verstößt gegen die Vorgaben des § 89 SGB VI.
§ 89 Absatz 1 Satz 3 SGB VI bewirkt jetzt im positiven Sinne zu Gunsten des Versicherten, dass in den Fällen des rückwirkenden Zusammentreffens von Renten eine Bescheidaufhebung mit Wirkung für die Zukunft erfolgen kann. Dadurch werden aber auch Doppelzahlungen von Versichertenrenten vermieden, auf die kein Vertrauen bestehen kann.
Für den Zeitraum des Zusammentreffens der Rentenansprüche bis zum Aufhebungszeitpunkt gilt der Anspruch auf die höhere oder ranghöhere Rente bis zur Höhe der bereits gezahlten niedrigeren oder rangniedrigeren Rente als erfüllt= Fiktion der Erfüllung!
Es müssen weiter zwei Rentenanträge gestellt werden!
Einmal der Rentenantrag auf die Altersrente und der Antrag auf die Erwerbsminderungsrente. Ob hier im Sinne der Meistbegünstigung die Deutsche Rentenversicherung für Sie einen Antrag auf eine EM-Rente annehmen müsste, bleibt abzuwarten. Da aber nur der Versicherte die Anspruchsvoraussetzungen für seinen Anspruch auf eine EM-Rente kennt, ist aus unserer Sicht zwingend ein Antrag auf die EM-Rente zu stellen! Und zwar neben der Altersrente!

von
Pegasus

Nichts anderes hat der Experte gesagt. Und ob die Rentenversicherung einen Antrag "annimmt", kann sie nicht entscheiden. Gestellte Anträge (wie sinnvoll oder nicht) müssen ent- und beschieden werden.

von
Groko

Zitiert von: EM
Hallo Experte,

arbeiten sie im Sinne der Rentenversicherung?

Dies wurde auch in einer Beratungsstelle der Rentenversicherung in NRW so bestätigt.

Es müssen 2 Rentenanträge gestellt werden:

EM-Rente 2019 höher als eine Altersrente: Gesetzgeber hat die Situation erkannt
Dem Gesetzgeber war im laufenden Gesetzgebungsverfahren bewusst, dass es im Hinblick auf die die neue EM-Rente und einer vorgezogenen Altersrente zu der „eigenartigen“ Situation kommen kann, dass die Erwerbsminderungsrente im monatlichen Zahlbetrag höher ausfallen kann, als die Altersrente.
Er hat eine gesetzliche Regelung für die Geltung der höheren Rente angepasst. Den § 89 SGB VI. Diese Vorschrift regelt die Rangfolge und Geltung von mehreren Rentenansprüchen gleichzeitig. Im RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz wurde diese Regelung zu Gunsten der Versicherten geändert.
EM-Rente 2019 höher als eine Altersrente: Neuregelung des § 89 SGB VI im Detail
Dem Absatz 1 der bisher geltenden Regelung des § 89 SGB VI wurde eine sperrige Neuregelung angefügt.
Diese sagt sinngemäß folgendes aus:
Ist schon eine Rente bezahlt worden und wird für denselben Zeitraum eine höhere oder im Rang höhere Rente bewilligt, so ist der Rentenbescheid über die niedriger Rente vom Beginn der laufenden Zahlung der höheren oder im Range höheren Rente aufzuheben.
Und es gibt einen Rückforderungsverbot gegenüber dem Versicherten für den Fall, dass die deutsche Rentenversicherung an anderen Leistungsträgern zu erstattenden Beträge zusammen mit der niedrigeren Rente den Betrag der höheren Rente oder ranghöheren Rente übersteigen.
Die Neuregelung ist am Tage nach der Verkündung am 05.12. 2018 in Kraft getreten, so steht es im Artikel 1 RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz vom 28.11.2018 (Bundesgesetzblatt I S. 2016 Nr. 40). Damit greift diese neue Regelung schon im Jahr 2018.
Hintergrund der Neuregelung waren Urteile des Bundessozialgerichts vom 07.04.2016 und vom 25.Mai 2018, Aktenzeichen B 13 R 33/15 R. Wurde ein Rentenbescheid über die niedrigere Rente bindend, so konnte wegen den Regelungen der §§ 45, 48 SGB X dieser Bescheid nicht mehr zurückgenommen werden. Eine solche Regelung verstößt gegen die Vorgaben des § 89 SGB VI.
§ 89 Absatz 1 Satz 3 SGB VI bewirkt jetzt im positiven Sinne zu Gunsten des Versicherten, dass in den Fällen des rückwirkenden Zusammentreffens von Renten eine Bescheidaufhebung mit Wirkung für die Zukunft erfolgen kann. Dadurch werden aber auch Doppelzahlungen von Versichertenrenten vermieden, auf die kein Vertrauen bestehen kann.
Für den Zeitraum des Zusammentreffens der Rentenansprüche bis zum Aufhebungszeitpunkt gilt der Anspruch auf die höhere oder ranghöhere Rente bis zur Höhe der bereits gezahlten niedrigeren oder rangniedrigeren Rente als erfüllt= Fiktion der Erfüllung!
Es müssen weiter zwei Rentenanträge gestellt werden!
Einmal der Rentenantrag auf die Altersrente und der Antrag auf die Erwerbsminderungsrente. Ob hier im Sinne der Meistbegünstigung die Deutsche Rentenversicherung für Sie einen Antrag auf eine EM-Rente annehmen müsste, bleibt abzuwarten. Da aber nur der Versicherte die Anspruchsvoraussetzungen für seinen Anspruch auf eine EM-Rente kennt, ist aus unserer Sicht zwingend ein Antrag auf die EM-Rente zu stellen! Und zwar neben der Altersrente!

Viel "Gebuchstabel" für die gleiche Aussage des Experten.

von
Maria

Hallo,
nun bin ich bestens informiert und weiß, wie ich vorgehen muss.
Vielen Dank für die umfassenden Antworten.
Maria

von
Klaus

Hallo habe eine Frage,
Ich beziehe seid 2010 volle Erwerbsminderungsrente.
Bin seit 2017 50% Scherbehindert,fest geschriebenen.
Meine einstieg in die Rente ist auf 2025 festgelegt.
Besteht die möglichkeit schon früher als 2025 in den Rentenstatus zugehen.

Vielen Dank im Voraus.

von
Jupp

Wer soll das wissen, ohne ihr Alter zu kennen?

von
DRV

Zitiert von: Klaus
Hallo habe eine Frage,
Ich beziehe seid 2010 volle Erwerbsminderungsrente.
Bin seit 2017 50% Scherbehindert,fest geschriebenen.
Meine einstieg in die Rente ist auf 2025 festgelegt.
Besteht die möglichkeit schon früher als 2025 in den Rentenstatus zugehen.

Vielen Dank im Voraus.

Ohne Ihr Alter und Angaben ob Sie 35 Jahre rentenrechtliche Zeiten zurückgelegt haben, kann Ihnen niemand Ihre Frage beantworten.
Im Übrigen schreibt man nicht in einen alten Thread rein, sondern eröffnet einen neuen.