Altersrente / Rente wegen verminderter Erwebsfähigkeit

von
Malu

Ich bin seit z. Z. arbeitsunfähig und beziehe Krankentagegeld der PKV. Beiträge zur RV habe ich seit 08/2019 nicht mehr gezahlt.

Einen Anspruch auf die Regelaltersrente habe ich ab 01.08.21. Eine Arbeitsfähigkeit wird voraussichtlich vorher nicht mehr eintreten.

Da das Krankentagegeld deutlich höher ist, als die zu erwartende Rente, möchte ich auch jetzt keinen Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente stellen, da diese ggf. mit dem 1. des Antragsmonats beginnen und mein Anspruch auf Krankentagegeld wegfallen würde.

Meines Wissens müsste ich eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vor dem Anspruch auf die Regelaltersrente stellen. Sinn der Antragstellung ist die Zurechnungszeit, da ich davon ausgehe, dass meine Regelaltersrente dadurch höher ausfallen würde, wenn z.B.die Erwerbsunfähigkeit ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit festgestellt wird.

Kann ich also im Juli 2021 die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beantragen und die Regelaltersrente ab 01.08.21?

Falls erforderlich können Sie mich auch gerne unter 01627784362 anrufen.

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich vorab.

von
Walter

Hallo,

ich kann Ihnen aus persönlicher Erfahrung folgende Hinweise und Tipps geben:

1. Die PKV kann den Anspruch auf das Krankentagegeld überprüfen, bei Feststellung der Berufsunfähigkeit wird die Zahlung eingestellt.

2. Das Krankentagegeld unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt, gehört also nicht in die Steuererklärung (wichtig für eine rückwirkende EM-Rente).

3. Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen müssen eingehalten werden. Der Knackpunkt ist, sie zahlen momentan keine Rentenbeiträge mehr. Ich würde aber nicht zum letzten Monat mit der Antragsstellung auf die EM-Rente warten, es wird lange genug dauern.

4. Ziffer 1 ist ihr größtes "Problem", die PKV kann je nach Vertrag aber auch das Krankentagegeld zurückfordern. Ein Doppelbezug von Leistungen, namentlich Krankengeld und Rente ist in der gesetzlichen Sozialversicherung nicht vorgesehen. Im Bereich der privaten KV und Rente hängt es vom tatsächlichen Vertragstext ab. Auch sind dort ihre Mitwirkungspflichten festgehalten, z.B. ob der Bezug der EM-Rente gemeldet werden muss. Die Verjährungsfristen sind auch andere als im Sozialrecht.

von
W°lfgang

Zitiert von: Malu
Meines Wissens müsste ich eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vor dem Anspruch auf die Regelaltersrente stellen. Sinn der Antragstellung ist die Zurechnungszeit, da ich davon ausgehe, dass meine Regelaltersrente dadurch höher ausfallen würde, wenn z.B.die Erwerbsunfähigkeit ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit festgestellt wird.

Kann ich also im Juli 2021 die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beantragen und die Regelaltersrente ab 01.08.21?

Hallo Malu,

können Sie natürlich so machen - Ihre Entscheidung.

Aber, je nach Beginn der EM/Rückwirkende Rentenzahlung - siehe hier Beitrag @Walter - könnte Ihre PKV das sehr aufmerksam verfolgen /verrechnen /PKV-Krankentagegeld zurückfordern.

Das Forum hier ist nicht geeignet, Ihre Fragen dazu zu klären, das müssen Sie im Detail mit Ihrer PKV abmachen.

Gruß
w.

von
Naiv

Seine Telefonnummer in einem offenen Forum zu nennen, ist schon sehr naiv.
Da wundert es nicht, dass man auch Fragen zum Krankengeld aus einer PKV fälschlich in einem Forum der gesetzlichen Rentenversicherung stellt.

Experten-Antwort

Hallo Malu,

zu Ihrer Frage, ob Sie im Juli eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und die Regelaltersrente im August beantragen können: Ja können Sie.

Wie jedoch bereits erwähnt wurde, ist mit einer gewissen Bearbeitungszeit zu rechnen. Möglicherweise ist eine persönliche Begutachtung durch den medizinischen Dienst notwendig. Außerdem kann hier nicht geklärt werden, ob die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden.

Um unter anderem zu klären, ob Sie die notwendigen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente überhaupt erfüllen, ist es hilfreich eine Beratung der Deutschen Rentenversicherung einzuholen.

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