Anrechnung der Beamtenzeit auf 45 Jahre

von
Jutta

Ich bin seit 05/1995 verbeamtet und habe von 09/1974 bis 04/1995 durchgängig Beiträge in die RV gezahlt. Ich möchte ab 10/2022, d. h. nach 48 Berufsjahren, in Ruhestand gehen und bekomme lt. Auskunft meines Dienstherren auch eine Pension für die Zeit bei diesem Dienstherren (ab 01/1991 bis 04/1995 als Angestellte, danach verbeamtet; ca. 50% der akt. Bezüge als Pension), da ich mit dann 65 Jahren eine beamtenrechtlich und rentenrechtliche Anrechnungszeit von mehr als 45 Jahren haben werde abschlagsfrei (RV-Zeiten bei anderen AG werden auf die 45 Jahre anerkannt). Ich habe aber weitere 16 Jahre in der freien Wirtschaft bzw. die 5 Jahre als Angestellte gearbeitet, für diese Zeit auch RV-Beiträge gezahlt und Rentenansprüche erworben, allerdings erst ab 09/2023. Nun meine Fragen: Was muss ich tun, um mit 65 Jahren auch für die 1. Hälfte meines Berufslebens einen Rentenanspruch ab 10/2022 zu bekommen? Bekomme ich die Arbeitsjahre als Beamtin auf die 45 Jahre und damit auf eine abschlagsfreie Rente mit 65 Jahren als Anrechnungszeit anerkannt? Da ich ab 09/2022 auch keinen Anspruch auf eine Rente mit Abschlägen habe, fehlt mir sonst ab 09/2022 bis zum Rentenanspruch ab 08/2023 ein nicht unerheblicher Teil meiner Alterseinkünfte obwohl ich deutlich mehr als 45 Jahre gearbeitet habe. Eine Anerkennung von vergleichbaren Zeiten in einem anderen Rentensystem (z.B. im Ausland) scheint doch auch möglich zu sein?
MfG
Jutta I.

von
Schade

Wahrscheinlich haben Sie in der gesetzlichen RV keine 35 Jahre (das könnte nur dann der Fall sein wenn Sie als Beamtin zusätzlich noch freiwillig in die DRV eingezahlt hätten).
Daher ist nur die Regelaltersrente mit 65 +11 (Jg 57?) möglich.

Eine Addition mit den Beamtenzeiten sieht das SGB nicht vor, daher gibt es für Ihrem Wunsch keine Rechtsgrundlage.

Experten-Antwort

Hallo,

Schade hat recht. Bei der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung können Dienstzeiten als Beamter nicht bei der Wartezeit berücksichtigt werden.

Viele Grüße,
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
senf-dazu

Vermutlich liegen für Ihre gesetzliche Rente auch weniger Zeiten alsvermutet vor, da die 5 Jahre als Angestellte (im öffentlichen Dienst?) ja bereits von Ihrem Dienstherren für die Pension herangezogen und bewertet werden.
Beachten Sie auch, dass eine ab der Regelaltersgrenze mögliche gesetzliche Rente dann ggf. Auswirkungen auf die Pension haben könnte. Siehe dazu z.B.
https://www.dgbrechtsschutz.de/recht/verwaltungsrecht/alles-ums-geld/themen/beitrag/ansicht/alles-ums-geld/gesetzliche-renten-koennen-auf-die-pension-eines-beamten-angerechnet-werden/details/anzeige/

von
W°lfgang

Zitiert von: senf-dazu
Vermutlich liegen für Ihre gesetzliche Rente auch weniger Zeiten alsvermutet vor, da die 5 Jahre als Angestellte (im öffentlichen Dienst?) ja bereits von Ihrem Dienstherren für die Pension herangezogen und bewertet werden.

Hallo senf-dazu,

Rentenzeiten bleiben Rentenzeiten !!! Egal, ob Sie bei den ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten (zusätzlich) anzurechnen sind, oder nicht. Je nach Art der Zeit fallen sie gff. aus einer 'Bewertung' aus der DRV raus ...

@Jutta: "Nun meine Fragen: Was muss ich tun, um mit 65 Jahren auch für die 1. Hälfte meines Berufslebens einen Rentenanspruch ab 10/2022 zu bekommen? Bekomme ich die Arbeitsjahre als Beamtin auf die 45 Jahre und damit auf eine abschlagsfreie Rente mit 65 Jahren als Anrechnungszeit anerkannt?"

Das eine ist Ihre Pension, die Ihr Dienstherr nach seinen eigenen Gesetzen/mitzuzählenden Zeiten berechnet ...auch hier könnten die 45 Jahre mit Zeiten außerhalb des Dienstverhältnisses/Beamtin erreicht werden. Das andere ist Ihre gesetzliche Rente - nach deren Bedingungen. Zwei Systeme, die man eigentlich beim 'Wechsel' _vorher_ hinterfragt haben sollte "wann kommt was/zählt/zählt nicht mehr?!".

@Jutta: Berechnung/Hinterfragung der Pensionsansprüche beim Dienstherren erfragen/einfordern (ab Alter X ist das möglich!)/dort die ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten in Summe feststellen lassen - auch unter Berücksichtigung der (noch nicht leistbaren Rentenansprüche! ...vorübergehender Pensionszuschlag?) und sich eine Rentenauskunft der DRV zukommen lassen:

https://www.eservice-drv.de/SelfServiceWeb/

um hier den frühesten Altersrentenanspruch (nach Regelaltersgrenze!) der DRV nachzulesen.

Beides zusammen ...sehr kompliziert (nein, nur umfangreich ;-)) Sie haben diesen Weg gewählt und müssen sich da nun selbst durchhäkeln – DRV allein hier ist kann nur Aussagen für Ihre vermeintlichen Rentenansprüche machen ...ggf. 'Hinweise' geben, die letztendlich immer zu Ihrem Dienstherren führen: der muss rechnen in Ihrem Sinne! :-)

Gruß
w.

von
Jutta

Hallo W°lfgang, danke für die Info, sie haben das Problem als 1. genau getroffen.
Meine aktuelle Rentenauskunft liegt vor: frühstmöglicher Rentenbeginn ist 65+X. Pensionsauskunft habe ich ebenfalls eingeholt.
Die Lücke wird wohl bleiben, da § 22 Abs.1 Nr. 2 ThürBeamtVG das erreichen der Altersgrenze 65 mit 45 Arbeitsjahren nicht als besondere Altersgrenze kennt oder nicht kennen will?! (alle anderen Bedingungen dort sind erfüllt). Auskunft des Dienstherren: bei einer Antragsaltersgrenze - wie 65 mit 45 Arbeitsjahren - handelt es sich nicht um eine besondere Altersgrenze mit Anspruch auf vorübergehende Erhöhung, da die Lücke auf eigenem Wunsch entsteht. Leider!! Aber Danke für's mitdenken.

von
Walter

Fragen Sie mal ihren Dienstherrn nach "vorübergehender erhöhung des ruhegehaltssatzes", vielleicht hilft ihnen das weiter.

Beispiel:
https://lbv.landbw.de/-/erhohung-des-ruhegehaltssatzes

von
Jutta

Hallo Walter,
leider hat Thüringen die Regelung zur vorübergehenden Erhöhung auf Justizvollzug, Polizei und Feuerwehr beschränkt.
Aber Danke für die Mühe.