Anrechnungszeiten wegen langjähriger Krankheit

von
Inge

Ich bin seit 2005 arbeitsunfähig wegen Krankheit.
Von meinem Arbeitgeber erhalte ich eine Betriebsrente.
Werden mir die Jahre der Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit in der Rente angerechnet?

Ich musste mich freiwillig gesetzlich versichern, da mein Mann
privatversichert ist. Kann ich bei Rentenbeginn wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurück?

von
Uiuiji

Ich verstehe nicht ganz wieso Sie nur eine Betriebsrente bezogen haben und keinerlei gesetzliche Rente?

Sollte das stimmen ist diese Zeit nichts wert für Ihr Rentenkonto.

Für die Frage der Krankenversicherung der Rentner müssen Sie eine gesetzliche KV fragen, damit hat die Rentenversicherung nichts am Hut. Sieht aber nicht so gut aus, Sie hätten sich auch freiwillig gesetzlich versichern können. So werden höchstwahrscheinlich die 90 % gesetzliche Versicherung nicht erreicht vor dem Renteneintritt.

von
Berater

Eine Anrechnungszeit wegen Krankheit kommt nur in Betracht, wenn diese Krankheitszeiten unmittelbar auf eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder Tätigkeit folgen.
Dies ist durch geeignete Bescheinigungen der Krankenkasse oder der behandelnden Ärzte nachzuweisen.
Anerkannte Krankheitszeiten haben aber keinen rentenrechtlichen Wert, zählen allerdings zur Wartezeit von 35 Jahren.

Durch die freiwillige Versicherung in einer gesetzlichen KK könnten Sie die Voraussetzungen für die KVdR erfüllt haben.
Diese Prüfung obliegt aber Ihrer Krankenkasse und ist nicht Aufgabe der Rentenversicherung.

von
Inge

Ich bin "freiwillig" gesetzlich versichert und möchte bei Rentenbeginn - gesetzlich versichert werden - um einen günstigeren Beitrag zu zahlen. Werde dies bei der KV erfragen.

von
Werner67

Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, in denen Sie Krankengeld von einer gesetzlichen Krankenkasse bezogen haben, sind Beitragszeiten. Die nach Auslaufen des Krankengeldes folgende weitere Arbeitsunfähigkeit ist eine Anrechnungszeit; maximal werden jedoch 3 Jahre AU angerechnet.
Sollten Sie ohne Anspruch auf Krankengeld versichert gewesen sein, wird die Arbeitsunfähigkeit nur dann angerechnet, wenn Sie selbst auf Antrag Pflichtbeiträge entrichtet haben.

von
Nachfrage

Zitiert von: Werner67
Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, in denen Sie Krankengeld von einer gesetzlichen Krankenkasse bezogen haben, sind Beitragszeiten. Die nach Auslaufen des Krankengeldes folgende weitere Arbeitsunfähigkeit ist eine Anrechnungszeit; maximal werden jedoch 3 Jahre AU angerechnet.
Sollten Sie ohne Anspruch auf Krankengeld versichert gewesen sein, wird die Arbeitsunfähigkeit nur dann angerechnet, wenn Sie selbst auf Antrag Pflichtbeiträge entrichtet haben.

Wo ist denn gesetzlich bestimmt, dass nur 3 Jahre AU angerechnet werden?

Experten-Antwort

Der Begriff der durch Krankheit bedingten Arbeitsunfähigkeit in § 58 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB VI hat dieselbe Bedeutung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (vgl. hierzu u.a. die BSG-Rechtsprechung vom 25.02.2010, AZ.: B 5 R 116/08 R sowie Beschluss des Großen Senats des BSG vom 16.12.1981 Az.: GS 3/78 und 4/78.
In Anwendung der oben genannten BSG-Urteile bestimmt sich der Berufsschutz und damit die Arbeitsunfähigkeit aber nicht unbegrenzt nach der letzten Beschäftigung, sondern hier gilt ein Zeitraum von drei Jahren.

von
Jana

Zwischen freiwillig gesetzlich versichert und gesetzlich versichert besteht keinerlei Unterschied.

von
Berater

Zitiert von: Jana
Zwischen freiwillig gesetzlich versichert und gesetzlich versichert besteht keinerlei Unterschied.

Dann sollten Sie sich besser die jeweilige Beitragshöhe anschauen und Sie werden einen großen Unterschied feststellen.

von
Jana

Die Beitragshöhe berechnet sich laut Einkommenshöhe.

Ich war schon freiwillig gesetzlich versichert, mein Mann ist es momentan.

Wir haben immer nur nach Einkommen gezahlt.

von
W°lfgang

Hallo Inge,

ich tippe mal auf eine 'Postrente' ...oder? Na, auch nicht eindeutig, dann hätten Sie sich auch in der DRV freiwillig versichern müssen, um alle 2 Jahre die EM-Rente der DRV beantragen zu müssen.

Freiwillige Beiträge in der KV _sind_ Beiträge in der gesetzlichen KV.

>"Kann ich bei Rentenbeginn wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurück?"

Sie sind da auch jetzt schon/noch drin ;-)

Wenn Sie zum Beginn der gesetzlichen Rente in den rd./max. letzten 25 Jahren immer in einer gesetzlichen KK versichert waren/oder wenigstens zu 90 % (ja, auch die freiwilligen KV-Beiträge zählen dazu), werden Sie ab Rentenbeginn die Bedingungen für die KVdR (Krankenversicherung der Rentner) erfüllen und weiter/dann wieder Pflichtmitglied Ihrer KK sein.

Tipp: stellen Sie den Rentenantrag möglichst früh = 6 Monate vor Rentenbeginn/Termin/Nachfrage davor auch schon weitere 3 erforderlich, dann werden die Beiträge als 'Rentenantragstellerin' ab formlosem Antragsdatum nur noch rd. 190 € mtl. betragen – sicher etwas weniger, als jetzt im Rahmen der freiwilligen KV unter Berücksichtigung des halben Ehegatteneinkommens.

Gruß
w.