Anspruch auf Erwerbsunfähigkeits.- oder Erwerbsminderungsrente???

von
R. K.

Hallo,

ich bin mir nicht sicher ob meine Frage eventuell bereits in einem anderen Beitrag beantwortet wurde. In den letzten Wochen fand ich nirgendwo einen Fall der dem meinen nahe kam.

Zum "Fall":
Ich bin 29 Jahre alt, im letzten Jahr wurde mir eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert.
Dieses Jahr kam dann doch eine Abhängigkeitserkrankung hinzu.
Momentan befinde ich mich in einer Rehabilitationstherapie aus der ich nächsten Monat als arbeitsunfähig entlassen werde.
Man sagte mir ich müsse dann einer Erwerbsunfähigkeits.- oder Erwerbsminderungsrente beantragen.
Ich bin mir aber nicht sicher dass das Sinn macht da ich meiner Meinung nach die Voraussetzungen dafür nicht erfülle.

Nach meiner dreijährigen Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel arbeitete ich eineinhalb Jahre voll. Dann bezog ich ein halbes Jahr ALG-I wovon drei Monate getrichen wurden da ich die Kündigung selbst verschuldete. Es folgte ALG-II fur knapp 3 1/2 Jahre. Dann wieder ein 40Stundenjob für 6Monate und seit dem wieder ALG-II.

Da ich als arbeitsunfähig für die nächsten zwei Jahre entlassen werde wird mir das Jobcenter ja vollkommen berechtigt die Mittel streichen.

Jetzt meine Frage. Lohnt es sich für mich die EMR/EUR zu beantragen und habe ich überhaupt Anspruch auf sie oder sollte ich mich direkt an das Sozialamt wenden?

Vielen Danke im Vorraus für eine hilfreiche Antwort.

MfG R.K.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo R.K.,

neben den geforderten medizinischen müssen folgende versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein:

- Sie müssen vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens fünf Jahre versichert gewesen sein (sogenannte allgemeine Wartezeit)
- In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung).

An diesen Voraussetzungen könnte es nach Schilderung Ihres Falles scheitern. Allerdings würde ich Ihnen trotzdem raten, sich nach Entlassung in einer Auskunft-und Beratungsstelle der DRV vorzustellen. Dort kann man Einsicht in Ihr Versicherungskonto nehmen.

von
W*lfgang

Hallo R. K.,

sollte das JC feststellen - grundsätzlich im Rahmen einer Begutachtung über das örtliche Gesundheitsamt/oder hier nach Auswertung des Reha-Entlassungsberichts - dass nur noch eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit von unter 3 Std. täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für mehr als 6 Monate vorliegt, wird man Ihnen das vom JC mitteilen. Damit verbunden die Aufforderung, sowohl einen Antrag auf EM-Rente *) zu stellen, wie wohl auch gleichzeitig beim örtlichen Sozialamt die Grundsicherung zu beantragen.

Sie erhalten dafür 2 Rückantwort-Vordrucke, wo in beiden Fällen die (mündliche/formlose) Antragstellung bestätigt wird - von der DRV oder dem örtlichen Versicherungsamt, sowie auch vom Sozialamt ...dann geht alles seinen Weg und das JC wartet ab, bis da Entscheidungen getroffen werden und zahlt bis dahin weiter.

Warten Sie einfach ab, bis Sie dazu die Aufforderungen vom JC erhalten, dann machen Sie sich auf den Weg, lassen die Vordrucke vom JC 'abstempeln' und es geht weiter.

*) heißt seit 2001 Erwerbsminderungsrente (EMRT) - im Prinzip dasselbe, auch wenn einige/auch öffentliche Stellen das immer noch nicht mitbekommen haben.

Die EMRT könnte auch direkt von der DRV nach der Reha-Entlassung angeboten werden – entsprechendes Schreiben folgt, auch gilt abwarten ...da gehen ein paar Wochen ins Land.

Gruß
w.

von
Batrix

Zitiert von:

An diesen Voraussetzungen könnte es nach Schilderung Ihres Falles scheitern.

also, drei Jahre Lehre + 1,5 Jahre Beschäftigung + 3 Monate AloGeld + 6 weitere Monate Beschäftigung ergeben nach Adam Riese mehr als 5 Jahre, womit die allgemeine Wartezeit erfüllt wäre.

und da diese Zeiten mit den AloGeld II - Bezugszeiten bis auf die Sperrfrist alle nahtlos zu sein scheinen, wären die 3 Jahre Pflichtbeitragszeiten in den letzten 5 Jahren vermutlich auch erfüllt, da der 5-Jahreszeitraum um die AloGeld II - Zeiten in die Vergangenheit verlängert werden kann.

es ist also eher wahrscheinlich - wenn es sich so bestätigt, wie von R. K. dargestellt, dass die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

@R. K. gehen Sie auf jeden Fall nach der Reha zu einer Auskunft- und Beratungsstelle (parallel zur Meldung beim JobCenter, siehe Beitrag von W*lfgang), dort kann bestätigt werden, ob die Voraussetzungen erfüllt sind und im Normalfall auch eine Aussage über die ungefähr zu erwartende Rentenhöhe (Vergleich mit Höhe AloGeld II).

MfG

von
Herz1952

Zitiert von: Batrix

Zitiert von: Batrix

An diesen Voraussetzungen könnte es nach Schilderung Ihres Falles scheitern.

also, drei Jahre Lehre + 1,5 Jahre Beschäftigung + 3 Monate AloGeld + 6 weitere Monate Beschäftigung ergeben nach Adam Riese mehr als 5 Jahre, womit die allgemeine Wartezeit erfüllt wäre.

und da diese Zeiten mit den AloGeld II - Bezugszeiten bis auf die Sperrfrist alle nahtlos zu sein scheinen, wären die 3 Jahre Pflichtbeitragszeiten in den letzten 5 Jahren vermutlich auch erfüllt, da der 5-Jahreszeitraum um die AloGeld II - Zeiten in die Vergangenheit verlängert werden kann.

es ist also eher wahrscheinlich - wenn es sich so bestätigt, wie von R. K. dargestellt, dass die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

@R. K. gehen Sie auf jeden Fall nach der Reha zu einer Auskunft- und Beratungsstelle (parallel zur Meldung beim JobCenter, siehe Beitrag von W*lfgang), dort kann bestätigt werden, ob die Voraussetzungen erfüllt sind und im Normalfall auch eine Aussage über die ungefähr zu erwartende Rentenhöhe (Vergleich mit Höhe AloGeld II).

MfG

-"
" In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung)."
Erst lesen und dann kritisieren.

von
W*lfgang

Zitiert von: Herz1952

Zitiert von: Batrix

Zitiert von: Batrix

An diesen Voraussetzungen könnte es nach Schilderung Ihres Falles scheitern.

also, drei Jahre Lehre + 1,5 Jahre Beschäftigung + 3 Monate AloGeld + 6 weitere Monate Beschäftigung ergeben nach Adam Riese mehr als 5 Jahre, womit die allgemeine Wartezeit erfüllt wäre.

und da diese Zeiten mit den AloGeld II - Bezugszeiten bis auf die Sperrfrist alle nahtlos zu sein scheinen, wären die 3 Jahre Pflichtbeitragszeiten in den letzten 5 Jahren vermutlich auch erfüllt, da der 5-Jahreszeitraum um die AloGeld II - Zeiten in die Vergangenheit verlängert werden kann.

es ist also eher wahrscheinlich - wenn es sich so bestätigt, wie von R. K. dargestellt, dass die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

@R. K. gehen Sie auf jeden Fall nach der Reha zu einer Auskunft- und Beratungsstelle (parallel zur Meldung beim JobCenter, siehe Beitrag von W*lfgang), dort kann bestätigt werden, ob die Voraussetzungen erfüllt sind und im Normalfall auch eine Aussage über die ungefähr zu erwartende Rentenhöhe (Vergleich mit Höhe AloGeld II).

MfG

-"
" In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung)."
Erst lesen und dann kritisieren.
...fangen Sie einfach mal mit Verstehen an, was in dieser Regelung wirklich drinsteckt - pures Lesen reicht da nicht ;-)

Gruß
w.