Antrag auf Kontenklärung - Rückfragen

von
corvus_maximus

Hallo,

vor zwei Wochen habe ich in einer Beratungsstelle Nachweise für Ausbildungszeiten eingereicht. Der Berater hat hieraus einen Antrag auf Kontenklärung gemacht. Nun habe ich eine Brief von der Rentenversicherung erhalten. Folgende Fragen:

1) Um feststellen zu können, ob die Zeiten für die schulische Ausbildung als Anrechnungszeiten neben den Beschäftitungszeiten berücksichtigt werden können, will die Rentenversicherung von mir ein Formular haben, auf dem ich ausfüllen soll, in welchem Zeitraum ich wie lange für Beschäftigung und Studium gearbeitet habe. Es ist sehr aufwändig, dies zu rekonstruieren, daher werde ich lange dafür brauchen (muss diverse Kalender raussuchen, in Erinnerungen kramen, vielleicht Dokumente raussuchen und mit Kollegen/Kommilitonen telefonieren). Leider fehlt mir momentan die Zeit hierzu, da ich beruflich eingespannt bin und im März kaum Urlaub bekommen werde. In dem Schreiben steht nicht, wie viel Zeit ich mir hierfür lassen darf (bei einem Widerspruch gilt ja 1 Monat). Wie viel Zeit darf ich mir mit der Beantwortung lassen?

2) Obwohl die Zeiten der Beschäftigung in meinem Versicherungsverlauf korrekt erfasst sind, geht die Rentenversicherung in diesem Rückfrageschreiben von einem falschen Beginndatum der Beschäftigung aus. Gibt es hier Fristen, die ich bei der Beanstandung beachten muss?

3) Der Berater hat mich beim Ausfüllen des Formulars nicht gefragt, ob ich mal längere Zeit arbeitsunfähig bzw. krank gewesen wäre. Im Antrag hat er dies jedoch als verneint angegeben. Er hat lediglich gefragt, ob ich mal einen Unfall gehabt hätte. Hintergrund ist, dass ich im Alter von 27 Jahren mal 2,5 Wochen wegen einer größeren OP krankgeschrieben/arbeitsunfähig gewesen bin, als mein Studium noch lief. Die Krankschreibung war kurz vor Ende meiner Beschäftigung. Im Internet habe ich gelesen, dass man bei Krankschreibungen auf ganz komplizierte Weise irgendwelche Anrechnungszeiten o.ä. mit Studienzeiten o.ä. zusammenlegen kann. Kann/sollte ich hier noch irgendetwas tun? Wenn ja, innerhalb welcher Fristen?

Diese Angelegenheit wird noch dadurch verkompliziert, dass die Krankschreibung in einem Zeitraum liegt, den wir momentan nicht betrachten, da ich für diesen Ausbildungszeitraum, in dem die Krankschreibung lag, noch keine Nachweise habe - werde ich vermutlich erst in einigen Jahren (nach Abschluss) nachweisen können. Dass ich dies erst später nachweisen werde, hat der Berater auch ganz am Ende des Antrags unter "Bemerkungen" aufgeführt.

von
KSC

Für die Kontenklärung gibt es keine Fristen, wenn Sie wollen haben Sie alle Zeit der Welt. allerdings will die Sachbearbeiten den Fall auch irgendwann vom Tisch haben.
Buchen Sie halt nochmals einen Beratungstermin und wenn Sie ganz viel Zeit brauchen ziehen Sie den Antrag zurück, bitten um Rücksendung der eingesandten Unterlagen und kümmern sich später darum. :)

zu 1) Anrechnungszeiten wegen eines Studiums gibt es nur wenn das Studium gegenüber dem Job überwiegend war. Um zu erklären: "Ich habe überwiegend studiert und nebenbei (abends, in den Ferien) gearbeitet braucht es eigentlich keiner aufwändigen Recherche. Für Zeiten in denen die Arbeit überwog werden keine (unbewerteten) Studienzeiten angerechnet.

zu 2) Wenn das was nicht stimmt, lässt sich das in einem Satz richtig stellen "Sie schreiben meine Beschaftigung begann am xx.xx.xxxx - die Arbeit begann aber tatsächlich am xx.xx.xxxx". Das können Sie heute Abend noch hinschreiben. Könnte ja auch ein Schreibfehler des Sachbearbeiters gewesen sein?

zu 3) Wenn die Krankheitszeit in der Beschäftigung liegt, waren die 2,5 Wochen höchstwahrscheinlich durch die Lohnfortzahlung abgedeckt und würden überhaupt keine Rolle spielen.

von
korpus

Hi, corvus_confitius_schumzi gonzo kontroletti Spezi jo corvus_spezialisti venneday
guz biola wunoli gonzi prego äkolösi van brokoli sales mi .

von
Lis

Man kann es alles auch viel zu kompliziert machen...
Der Vordruck muss nicht Minutenweise ausgefüllt werden. Aus der Erinnerung heraus Zeitraum xy z.B. 30h in der Woche Studium und 20h für die Beschäftigung. Sicher nicht irgendwas angeben, aber man weiß doch ob man 10 20 30 40 50 Stunden gearbeitet/studiert hat.
Es geht dabei lediglich darum was nun überwiegend war.
Was steht denn im Vordruck bei der Beschäftigung? Liegt der nicht erwähnt Zeitraum ggf. nicht in der Überschneidung mit der Schule? Wenn es in Ihrem Versicherungsverlauf richtig gespeichert ist, liegt es an einem Tippfehler oder eben der zeitlichen Überschneidung mit der Schule. Also nichts was sie beanstanden müssen.
Mit der Krankschreibung... 2,5 Wochen? Was heißt denn kurz vor Ende der Beschäftigung? Ist die Zeit im Versicherungsverlauf mit der abhängigen Beschäftigung belegt? Hatten Sie bei 2,5 Wochen nicht eine Lohnfortzahlung? Wenn ja interessiert dies nicht, da die Zeit belegt ist.

von
corvus_maximus

Zitiert von: KSC

Für die Kontenklärung gibt es keine Fristen, wenn Sie wollen haben Sie alle Zeit der Welt. allerdings will die Sachbearbeiten den Fall auch irgendwann vom Tisch haben.
Buchen Sie halt nochmals einen Beratungstermin und wenn Sie ganz viel Zeit brauchen ziehen Sie den Antrag zurück, bitten um Rücksendung der eingesandten Unterlagen und kümmern sich später darum. :)

zu 1) Anrechnungszeiten wegen eines Studiums gibt es nur wenn das Studium gegenüber dem Job überwiegend war. Um zu erklären: "Ich habe überwiegend studiert und nebenbei (abends, in den Ferien) gearbeitet braucht es eigentlich keiner aufwändigen Recherche. Für Zeiten in denen die Arbeit überwog werden keine (unbewerteten) Studienzeiten angerechnet.

zu 2) Wenn das was nicht stimmt, lässt sich das in einem Satz richtig stellen "Sie schreiben meine Beschaftigung begann am xx.xx.xxxx - die Arbeit begann aber tatsächlich am xx.xx.xxxx". Das können Sie heute Abend noch hinschreiben. Könnte ja auch ein Schreibfehler des Sachbearbeiters gewesen sein?

zu 3) Wenn die Krankheitszeit in der Beschäftigung liegt, waren die 2,5 Wochen höchstwahrscheinlich durch die Lohnfortzahlung abgedeckt und würden überhaupt keine Rolle spielen.

Danke für Ihre hilfreiche Antwort!

Zu 1) Mir wurde ein Formular zugeschickt, in dem ich genaue Zeiträume und Wochenstunden angeben soll. Für die Ermittlung der Zeiträume (Semesterferien, Praxisphasen, reine Studienphasen) brauche ich schon ein wenig Zeit.
In der Tat hat mein Studium zeitlich deutlich gegenüber dem Job überwogen.
Ich verstehe Sie so, dass ich hier theoretisch keine Fristen einhalten muss. Vielleicht schreibe ich dem Sachbearbeiter, dass das Datum aus Punkt 2) falsch ist und dass ich für die Klärung von Punkt 1) noch etwas Zeit benötige.

Zu 3) Ja, während der Krankschreibung habe ich weiterhin meinen Lohn erhalten. Dann spielt dies keine Rolle? Ich hatte es bereits vermutet, konnte dies in die komplizierten Texte aus dem Internet nicht hineininterpretieren.
Liegt dies daran (dass die Anrechnung von der Lohnfortzahlung abhängig ist), dass ich zu diesem Zeitpunkt über 25 Jahre alt war? Das Alter soll Laut Internet irgendeinen Unterschied machen.
In diesen 2,5 Wochen habe ich aus meinem Job Lohnfortzahlung erhalten, habe studiert (zeitlich überwog das Studium, wenn ich gesund gewesen wäre) und war krankgeschrieben.

von
corvus_maximus

Zitiert von: Lis

Man kann es alles auch viel zu kompliziert machen...
Der Vordruck muss nicht Minutenweise ausgefüllt werden. Aus der Erinnerung heraus Zeitraum xy z.B. 30h in der Woche Studium und 20h für die Beschäftigung. Sicher nicht irgendwas angeben, aber man weiß doch ob man 10 20 30 40 50 Stunden gearbeitet/studiert hat.
Es geht dabei lediglich darum was nun überwiegend war.
Was steht denn im Vordruck bei der Beschäftigung? Liegt der nicht erwähnt Zeitraum ggf. nicht in der Überschneidung mit der Schule? Wenn es in Ihrem Versicherungsverlauf richtig gespeichert ist, liegt es an einem Tippfehler oder eben der zeitlichen Überschneidung mit der Schule. Also nichts was sie beanstanden müssen.
Mit der Krankschreibung... 2,5 Wochen? Was heißt denn kurz vor Ende der Beschäftigung? Ist die Zeit im Versicherungsverlauf mit der abhängigen Beschäftigung belegt? Hatten Sie bei 2,5 Wochen nicht eine Lohnfortzahlung? Wenn ja interessiert dies nicht, da die Zeit belegt ist.

Naja, mein Studium war durch die vielen Praxisphasen schon relativ verworren. Es fällt mir sehr schwer, da jetzt auf Anhieb zu sagen, in welchen Monaten ich studiert habe und in welchen ich gearbeitet habe. Das muss ich rekonstruieren.

Zur Krankschreibung: Ja, ich hatte eine Lohnfortzahlung. Ja, die Zeit ist durch eine abhängige Beschäftigung belegt. Zusätzlich war ich Student, wobei das Studium zeitlich überwog.

von
=//=

Sie müssen keine monatlichen Angaben machen, "in welchen Monaten ich studiert habe und in welchen ich gearbeitet habe". Das erwartet niemand von Ihnen. Wenn während der gesamten Zeit des Studiums in der Regel dieses die Arbeitszeit überwogen hat, schreiben Sie das so hin. Sie können auf dem Fragebogen ja erwähnen, dass Sie keine genaueren Angaben - was die Stundenzahl angeht - mehr machen können.

von
W*lfgang

Zitiert von: corvus_maximus
Zu 1) Mir wurde ein Formular zugeschickt, in dem ich genaue Zeiträume und Wochenstunden angeben soll. Für die Ermittlung der Zeiträume (Semesterferien, Praxisphasen, reine Studienphasen) brauche ich schon ein wenig Zeit.
corvus maximus,

Sie investieren dafür zu viele Gedanken. Die DRV will nur eine grobe Schätzung haben, das muss nicht minutiös sein und auf die Std. genau. So eben, wie es logisch nachvollziehbar ist, welchen Zeitaufwand die Arbeit und welchen Zeitaufwand das Studium 'regelmäßig' eingenommen hat.

Bei einer Vollzeitbeschäftigung ist die Anrechnung eines parallelen Studiums eh außen vor ...wird jeder normal Denkende unterstellen, dass Sie bei Vollzeitarbeit 40 Std./Woche nicht auch noch 40+ Std. ins Studium investiert haben können - oder?! ;-) Ansonsten machen Sie eine 30 Std. / 40 Std. Rechnung auf und gut ists.

Nebenbei: Beschäftigungen in den Semesterferien sind mit dem Zeitaufwand außerhalb (!) der Semesterferien zu vergleichen.

Dieser spezielle Vordruck ist mit längerem Nachdenken bereits in 5 Min. ausgefüllt/pi mal Daumen ...und Bedeutung hat die Studienzeit (heute) ohnehin nicht. Für die DRV gilt aber nicht Sinn/Rentenerhöhung/nutzlos zuerst, sondern lediglich die Frage, ist eine (weitere) Rentenzeit.

Gruß
w.

von
corvus_maximus

Zitiert von: W*lfgang

Sie investieren dafür zu viele Gedanken. Die DRV will nur eine grobe Schätzung haben, das muss nicht minutiös sein und auf die Std. genau. So eben, wie es logisch nachvollziehbar ist, welchen Zeitaufwand die Arbeit und welchen Zeitaufwand das Studium 'regelmäßig' eingenommen hat.

Bei einer Vollzeitbeschäftigung ist die Anrechnung eines parallelen Studiums eh außen vor ...wird jeder normal Denkende unterstellen, dass Sie bei Vollzeitarbeit 40 Std./Woche nicht auch noch 40+ Std. ins Studium investiert haben können - oder?! ;-) Ansonsten machen Sie eine 30 Std. / 40 Std. Rechnung auf und gut ists.

Nebenbei: Beschäftigungen in den Semesterferien sind mit dem Zeitaufwand außerhalb (!) der Semesterferien zu vergleichen.

Gruß
w.

Naja, ich habe ein duales Studium absolviert bzw. danach eine Studienförderung, bei der ich Geld erhalten habe, ohne dafür im Betrieb arbeiten zu müssen, da ich von meinen betrieblichen Aufgaben freigestellt war. Ich habe ganz normal studiert und dafür meine alten Bezüge weiterbekommen. Darum geht es. In manchen Monaten war ich dafür permanent im Betrieb, in anderen gar nicht.

Laut Rentenberater soll ich Rentenversicherung entscheiden, wie hierbei zu verfahren ist.

von
W*lfgang

Zitiert von: corvus_maximus
ohne dafür im Betrieb arbeiten zu müssen, da ich von meinen betrieblichen Aufgaben freigestellt war.
corvus_maximus,

dann ist die Antwort doch ganz einfach: Null Zeitaufwand für die 'Arbeit'/die von der DRV hinterfragten Pflichtbeiträge/Beschäftigungszeit und voller Einsatz/Zeitaufwand für der Studium gelten vorrangig – und führen zur 'nutzlosen' Anrechnung der gleichzeitigen Studienzeit ...

Ergänzend könnte man dabei anfügen 'da ich von von meinen betrieblichen Aufgaben freigestellt war/keine Zeit für die 'Arbeit/Pflichtbeitragszeit' aufgewendet habe.

Nun muss es aber sitzen!

Gruß
w.
PS: Kommen Sie morgen mal in meinem Büro vorbei und wir klären den unbedeutenden Rest dieser Sache ;-) Und SV-Recht haben Sie sicher nicht studiert? *gg Nein, soll keinesfalls eine 'Abwertung' sein ...ist gut, dass Sie sich dazu bereits Gedanken machen – überlassen Sie es aber bitte _vor Ort_ den zuständigen Stellen, Sie aus diesem 'Dilemma' - das keines ist – zu erlösen.

von
corvus_maximus

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: corvus_maximus
ohne dafür im Betrieb arbeiten zu müssen, da ich von meinen betrieblichen Aufgaben freigestellt war.
corvus_maximus,

dann ist die Antwort doch ganz einfach: Null Zeitaufwand für die 'Arbeit'/die von der DRV hinterfragten Pflichtbeiträge/Beschäftigungszeit und voller Einsatz/Zeitaufwand für der Studium gelten vorrangig – und führen zur 'nutzlosen' Anrechnung der gleichzeitigen Studienzeit ...

Ergänzend könnte man dabei anfügen 'da ich von von meinen betrieblichen Aufgaben freigestellt war/keine Zeit für die 'Arbeit/Pflichtbeitragszeit' aufgewendet habe.

Nun muss es aber sitzen!

Gruß
w.
PS: Kommen Sie morgen mal in meinem Büro vorbei und wir klären den unbedeutenden Rest dieser Sache ;-) Und SV-Recht haben Sie sicher nicht studiert? *gg Nein, soll keinesfalls eine 'Abwertung' sein ...ist gut, dass Sie sich dazu bereits Gedanken machen – überlassen Sie es aber bitte _vor Ort_ den zuständigen Stellen, Sie aus diesem 'Dilemma' - das keines ist – zu erlösen.

Danke, so langsam wird mir der Sachverhalt klarer!
Vorweg: Nein, SV-Recht habe ich sicher nicht studiert. Ein wenig Erfahrungen habe ich aber in den letzten Jahren mit privatem Versicherungsrecht gemacht. SV-Recht ist aber doch etwas anders...

Der Rentenberater sagte sogar, dass es für mich vielleicht(!) günstiger wäre, wenn das Studium neben der Tätigkeit nicht angerechnet werden würde, da es eine 8-Jahres-Regel (beginnend in meiner Schulzeit ab dem 17. Geburtstag) gäbe. Ganz am Ende meines Masterstudiums (Zeitraum noch nicht im Antrag berücksichtigt) hatte ich nämlich ein paar Monate, in denen ich reiner Student (ohne Finanzierung) war. Würden die ersten Jahre des Studiums nicht anerkannt, könnte ich vielleicht noch etwas für die letzten Monate bekommen. Der Berater sagte, ich sollte einfach die Entscheidung der Rentenversicherung abwarten. Gibt es einen Ausweg aus diesem "Dilemma"?

Ansonsten verstehe ich Sie so, dass ich für die ganze Zeit des dualen Studiums "Null Zeitaufwand für die Arbeit" angeben soll, auch wenn ich in einigen Monaten (Praxissemester und Semesterferien) im Betrieb gearbeitet habe (Vorpraktikum, Berufsausbildung, Praktikum, Bachelorarbeit im Betrieb)?
Ich hätte eigentlich diejenigen Monate getrennt aufgelistst, in denen ich im Studium war und in denen ich im Betrieb war.

von
W*lfgang

Zitiert von: corvus_maximus
Der Rentenberater sagte sogar, dass es für mich vielleicht(!) günstiger wäre,
...Sie haben einen Rentenberater, der sich offensichtlich gut auskennt - hören Sie auf ihn!

Damit ist von mir alles gesagt ...Sie werden schon gut beraten - und in 40 Jahren sieht wieder alles anders aus :-)

Gruß
w.

von
corvus_maximus

Hallo,

mittlerweile habe ich einen Bescheid von der Rentenversicherung erhalten, der mich sehr verunsichert:
1) Obwohl ich im Antrag klargestellt habe, dass das Studium DEUTLICH mehr Zeit als die parallele Beschäftigung in Anspruch genommen hat, will die Rentenversicherung das Studium nicht als Anrechnungszeit anerkennen. Diesbezüglich habe ich den Sachbearbeiter angerufen. Er hat gesagt, dass er davon ausgeht, dass mein duales Studium genauso ablief wie das duale Studium der Deutschen Rentenversicherung, das zeitlich nicht gegenüber der Beschäftigung überwiegen würde. Wenn ich es doch anerkennen lassen wollte, sollte ich Widerspruch einreichen und mir sowohl vom Arbeitgeber als auch von der Hochschule bescheinigen lassen, wie viel Zeit ich dort jeweils verbracht habe.

2) Der Bescheid ist derart unverständlich/widersprüchlich geschrieben, dass ich ihn missverstehe. Meinen Eltern habe ich ihn zu lesen gegeben - sie haben gar nichts verstanden. Daraufhin habe ich den Sachbearbeiter angerufen, der mir den Bescheid erklärt hat (sehr zu meinem Missfallen): Im Bescheid steht, dass über die Anrechung und Bewertung der im Versicherungsverlauf angegebenen Daten erst bei Feststellung einer Leistung entschieden wird. Dies verstehe ich so, dass dies auch für die Anrechnung meines Studiums gilt. Laut Sachbearbeiter würde dies gerade hierfür NICHT gelten. Es gibt noch mehr solcher Unverständlichkeiten...

3) Ich habe mich mit dem Sachbearbeiter darauf geeinigt, dass ich nun erstmal einen "Widerspruch zur Fristwahrung" einreiche und mich in der damit "erkauften" Zeit beraten lasse. Jetzt stellt sich mir die Frage, wer in dieser Angelegenheit gut berät. Der Rentenberater in meiner nächstgelegenen Stadt sagte mir bei Antragseinreichung, dass er sich in Bezug auf das duale Studium nicht auskennen würde und mich ganz allgemein auch nicht neutral beraten würde, da er immer die Position der Rentenversicherung einnehmen würde. An welechen Berater sollte ich mich hier wenden?

4) Inhaltlich gehen mir die folgenden Dinge durch den Kopf:
- 8-Jahres-Regel: Nach der derzeitigen Gesetzeslage wäre es günstiger, das Studium NICHT anerkennen zu lassen, da ich dann eine spätere Lücke in den Beitragszeiten mit meinem Studium stopfen kann
- Laut Sachbearbeiter hätte die Anerkennung des Studiums den Vorteil, dass bestimmte beitragsfreie Zeiten höher bewertet würden. Was könnte er diesbezüglich meinen?
- Was mich wirklich am meisten ärgert: Ich wollte die Bescheinigungen früh einreichen, damit ich frühzeitig weiß, was ich an Rente erwarten kann und damit die Bescheinigungen nicht verloren gehen. Nun habe ich dadurch den Nachteil, dass ich mich bezüglich der Anerkennung meines Studiums jetzt schon für eine Variante entscheiden muss. Die Gesetzeslage kann sich bis zu meinem Rentenalter noch beliebig oft ändern. Daher könnte es sein, dass es später mal von Nachteil sein wird, wenn ich das Studium jetzt nicht anerkennen lasse (obwohl jetzt die Nicht-Anerkennung von Vorteil wäre). Wenn ich mit der Einreichung bis kurz vor Renteneintritt gewartet hätte, hätte ich mich - entsprechend der DANN gültigen Rechtslage - OPTIMAL entscheiden können. Nun habe ich einen Nachteil, obwohl (weil?) ich es eigentlich besonders gut machen wollte. grr...
Gibt es hier einen Ausweg? Ist es vielleicht doch so, dass ich die Anerkennung des Studiums nachträglich beantragen kann, wenn sich die Rechtslage bzgl. der Anerkennung ändern sollte? Oder kann ich den Antrag vielleich jetzt noch zurückziehen und damit den Bescheid für ungültig erklären lassen?