Arbeiten im Praktikum bei voller Erwerbsminderungsrente

von
Coach D

Im Job-/Bewerbungscoaching habe ich immer wieder Klienten die bereits Teilerwerbs- oder volle Erwerbsminderungsrente beziehen.
Folgende Fragestellung stellt sich dabei immer wieder mal wenn ein Klient, um seine Chance zu erhöhen trotzdem noch arbeiten gehen zu können, eine Weiterbildung im pflegerischen Bereich macht. Hier sind Praxisphasen von 40 bis teilweise 120 Stunden gefordert.
Frage ist nun ob die Grenze von 15 Wochenstunden hier überschritten werden darf ohne finanzielle Einschnitte seitens der DRV befürchten zu müssen?

von
Katja

Ich finde die Frage sehr interessant , weil es ja auch wichtig sein kann, eine Weiterbildung machen zu können, um die Chancen zumindest auf einen Zuverdienst ( Minijobs) erhöhen zu können.

Ich persönlich glaube, dass die Praktikumsanteile nur so geleistet werden können, wie es der entsprechenden Leistungsfähigkeit entspricht. Also bei voller EMR weniger als 3 Stunden, und bei teilweiser EMR zwischen 3 - weniger als 6 Stunden. Und letztlich wäre es ja bestimmt auch möglich, in diesem aktuellen, vorgegebenen Rahmen die Stunden zu „ sammeln“, bis ausreichend Praktikumsanteile vorhanden sind.

Aber wie schon geschrieben, das ist eine Vermutung von mir und ich bin gespannt auf die Antworten.

von
Schade

Da es die unterschiedlichsten Ausgestaltungen von Praktika gibt, wird es hier im Forum keine klaren Antworten geben können welches Praktikum erlaubt, welches grenzwertig und welches verboten ist.

Um auf der sicheren Seite zu sein darf der Anfragende entweder nur unter 3 Stunden täglich (15 Std wöchentlich) tätig sein und er fragt seinen konkreten Fall direkt bei "seiner DRV Sachbearbeitung" nach.

Bekommt er/sie grünes Licht ist das genehmigte Praktikum "save".

Experten-Antwort

Hallo Coach D,

prinzipiell dürfen Ihre Klienten mit der beschriebenen Fallgestaltung natürlich ein Praktikum absolvieren. Solange sie durch das Praktikum die Hinzuverdienstgrenze für die Rente nicht überschreiten, ist dieses zunächst auch kein Problem.

Bei der Ausübung einer ggf. auch unentgeltlichen (Vollzeit-)Beschäftigung könnte sich der Rentenversicherungsträger allerdings durchaus die Frage stellen, ob die in der Vergangenheit festgestellte Erwerbsminderung noch vorliegt und eine entsprechende Überprüfung einleiten. Dies kann sogar mit einem Entzug der Erwerbsminderungsrente enden.

Solange das Praktikum aber mit dem festgestellten Restleistungsvermögen harmoniert, wäre hier grundsätzlich nichts zu befürchten.

Dennoch wäre es aus ratsam, den Sachverhalt vor Beginn des Praktikums individuell mit dem zuständigen Rentenversicherungsträger abzuklären.

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