arbeiten trotz krankschreibung

von
sabuncu

Hallo an alle,
meiner frau geht es psychisch nicht gut und sie hat einen psychiater aufgesucht.
der arzt wollte meine frau prompt für längere zeit krankschreiben. meine frau hat aber einen 1std. job welches sie grade so hinbekommt.

darf sie denn trotz der krankschreibung diesen 1std. job ausüben oder sollte sie aufhören?

gruss

von
Oldenburger

Moin, sabuncu.

Das ist eine heikle Frage. Und eigentlich gehört sich auch gar nicht in dieses Forum...
Die Antwort ist auch etwas davon abhängig, welche Tätigkeit Ihre Frau ausübt.
Ich gehe davon aus, dass der Arzt Ihre Frau gefragt hat, welche Tätigkeit sie ausübt. Dann dürfte er sie bewusst auch für diese Tätigkeit arbeitsunfähig geschrieben haben. Gerade bei psychischen Erkrankungen sollte man nicht parallel zu der Entscheidung des Arztes sein eigenes Konzept durchziehen.

Ihre Frau sollte mit dem Psychiater darüber reden, wenn sie der Meinung ist, dass ihr diese Tätigkeit gut tut. "Gerade so hinbekommen" sollte m.E. kein Grund für die Weiterbeschäftigung sein.

Auf evtl. versicherungsrechtliche Auswirkungen gehe ich jetzt einmal nicht ein.

Gruß, Oldenburger

von Experte/in Experten-Antwort

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ein Experte der Deutschen Rentenversicherung zu Fragen des Arbeitsrechts und zu allgemeinen medizinischen Sachverhalten sich nicht positionieren kann.

von
Schade

Rat aus der Praxis:

Wenn Ihre Frau täglich 1 Stunde arbeitet und das weitermachen will, soll Sie den Psychiater bitten Sie zu behandeln aber nicht krank zu schreiben.

Wenn sie sich krankschreiben lässt, bleibt sie halt die Stunde daheim.

Wo ist eigentlich das Problem?
im Regelfall drängt kein Arzt seinem Patienten gegen dessen Willen einen Krankenschein auf, er rät bestenfalls dringend dazu mit der Arbeit aufzuhören. Wie der Arzt reagiert, wenn die Patientin seinem Rat nicht folgt, ist eine andere Sache.

Dieses Problem sollte im Gespräch Arzt mit Patientin doch zu regeln sein, oder?

von
Herz1952

Wenn Ihre Frau den Job noch "hinbekommt", gilt sie eigentlich nicht als AU, weil eine AU auf die letzte Tätigkeit bezogen ist. Vielleicht weis der Psychiater gar nicht, dass sie nur einen 1-Std.Job hat.

Aber in diesem Fall würde ich den Rat von Schade befolgen, dies mit Ihrem Arzt abzusprechen.

Vielleicht hält er sie in diesem Fall auch noch für arbeitsfähig für eine so kurze Zeit, oder er hält es in diesem Fall sogar für sinnvoll, dass sie versucht, noch weiterzuarbeiten, wenn sie meint es täte ihr gut. Wenn es nicht geht, kann er sie auch jederzeit - praktisch auch auf ihren eigenen Wunsch hin, AU schreiben. Dann wäre das Optimum sogar erreicht.

Versicherungsrechtlich dürften dann auch keine Probleme auftreten. Nur, wenn sie ihre Leistung nicht mehr bringen könnte, könnte ihr Arbeitgeber ihr zu kündigen. Aber das ist ein andere Sache, die auch gütlich mit dem AG geregelt werden könnte.

Alles Gute für Ihre Frau