Arbeitsende mit 58 - Regelaltersrente mit 65 o. Abschlag - was kann ich einzahlen?

von
Matteo M.

Ich möchte mit 58 J. aufhören zu arbeiten und noch für 3 J. einzahlen, damit ich die 45 RJ voll bekomme. Dann lebe ich die weiteren 4 J. von meinem Ersparten und mit 65 J. beantrage ich die (abschlagsfreie) Rente. Wie viel kann ich nachzahlen und wie viel Rente werde ich weniger bekommen? Tatsächlich doch nur für die nicht eingezahlten 4 J., oder?

Experten-Antwort

Zitiert von: Matteo M.
Ich möchte mit 58 J. aufhören zu arbeiten und noch für 3 J. einzahlen, damit ich die 45 RJ voll bekomme. Dann lebe ich die weiteren 4 J. von meinem Ersparten und mit 65 J. beantrage ich die (abschlagsfreie) Rente. Wie viel kann ich nachzahlen und wie viel Rente werde ich weniger bekommen? Tatsächlich doch nur für die nicht eingezahlten 4 J., oder?

Hallo Matteo,

Sie können die Höhe Ihrer freiwilligen Beiträge zwischen dem Mindestbeitrag (derzeit 83,70 €) und dem Höchstbeitrag (derzeit 1.209,00 €) selbst bestimmen.

Wenn Sie anschließend 4 Jahre lang nicht in die Rentenversicherung einzahlen, ändern sich die bis dahin erworbenen Rentenanwartschaften nicht. Negative Auswirkungen kann die 4-jährige Lücke allenfalls im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung haben, bei der Bewertung von beitragsfreien oder beitragsgeminderten Zeiten. Ob und wie sich das ggf. auswirkt, kann nur bei Kenntnis Ihres Versicherungsverlauf bzw. bei einer Probeberechnung beurteilt werden. Ich empfehle Ihnen daher, sich ggf. von Ihrem Rentenversicherungsträger individuell beraten zu lassen.

von
****

Zitiert von: Matteo M.
Ich möchte mit 58 J. aufhören zu arbeiten und noch für 3 J. einzahlen, damit ich die 45 RJ voll bekomme. Dann lebe ich die weiteren 4 J. von meinem Ersparten und mit 65 J. beantrage ich die (abschlagsfreie) Rente. Wie viel kann ich nachzahlen und wie viel Rente werde ich weniger bekommen? Tatsächlich doch nur für die nicht eingezahlten 4 J., oder?

Eine noch dümmere Entscheidung kann man kaum treffen, und erwarten Sie anschließend bitte kein Dankschreiben von der DRV und den Beitragszahlern für die Einzahlung und die 2 Jahre verschenkte Rente von 63 bis 65.

von
InezMaria

An ****: Wieso 2 J. verschenkte Rente? Ich kann dann - mit 65 J. - abschlagsfrei gehen, das ist doch wohl ein gutes Argument!!! Ob ich die Einzahlungen machen werde, hängt natürlich davon ab, wie viel ich dafür an Rente mehr bekommen werde, das ist ja klar.

Experten-Antwort

Zitiert von: InezMaria
An ****: Wieso 2 J. verschenkte Rente? Ich kann dann - mit 65 J. - abschlagsfrei gehen, das ist doch wohl ein gutes Argument!!! Ob ich die Einzahlungen machen werde, hängt natürlich davon ab, wie viel ich dafür an Rente mehr bekommen werde, das ist ja klar.

Hallo InezMaria,

der User @**** wollte auf seine Art darauf hinweisen, dass Matteo M. bereits mit 63 Jahren die Altersrente für langjährig Versicherte anstatt mit 65 Jahren die Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen kann. Er kann also bereits 2 Jahre vor dem 65. Lebensjahr in Rente gehen und müsste dabei auch keine 3 Jahre lang freiwillige Beiträge zahlen.

Allerdings würde Matteo die vorgezogene Altersrente dann nicht abschlagsfrei erhalten, sondern müsste einen Abschlag zwischen 12 % (Jahrgang 1960) und 14,4 % (ab Jahrgang 1964) hinnehmen.

Ob sich das "lohnt", muss Matteo für sich entscheiden...

von
santander

Wie sind sie in der Zeit der nichttätigkeit krankenversichert ?

von
****

Zitiert von: InezMaria
An ****: Wieso 2 J. verschenkte Rente? Ich kann dann - mit 65 J. - abschlagsfrei gehen, das ist doch wohl ein gutes Argument!!! Ob ich die Einzahlungen machen werde, hängt natürlich davon ab, wie viel ich dafür an Rente mehr bekommen werde, das ist ja klar.

Angenommen sie haben nach Aufgabe der Arbeit mit 58 einen Rentenanspruch von 1300.- Euro, sind Jahrgang 1960, dann hätten sie ab dem 63 Lj. einen Rentenanspruch von 1300.- minus 12% = 1144.- Brutto. Monate Rentenbezug vom 63 bis zum 65 Lj. = 24 Monate X 1144,- = 27456.- Euro ohne Rentenanpassung.
Sie wollen also auf ca. 27500.- Euro Brutto verzichten um dann ab dem 65 Lj monatlich 156.-Euro mehr zu haben. Sie müssten die Rente ab 65 mindestens 15 Jahre lang beziehen nur um die nicht in Anspruch genommene Rente von 27500.- auszugleichen. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung bei Männern von 79 J und Frauen von ca. 83 Jahren wird das schwierig. Noch schlechter sieht die Berechnung aus wenn sie bis zum 65 lj. freiwillig in der GKV oder Privat krankenversichert sind, dann müssen sie nämlich zu den 27500.- noch die KV/PV+ Zusatzbeiträge dazu rechnen.

von
chi

Zitiert von: ****
Sie müssten die Rente ab 65 mindestens 15 Jahre lang beziehen (…) Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung bei Männern von 79 J und Frauen von ca. 83 Jahren wird das schwierig.

Das ist die Lebenserwartung bei Geburt. Wer schon z.B. 60 Jahre alt ist, hat eine höhere Lebenserwartung, weil alle tödlichen Unfälle und Erkrankungen in den ersten 60 Lebensjahren (die in die Berechnung der Lebenserwartung bei Geburt eingegangen sind) ihn verfehlt haben.

von
W*lfgang

Zitiert von: ****
Sie wollen also auf ca. 27500.- Euro Brutto verzichten

Ergänzend:

dazu kommen auch noch die aufzuholenden mind. 3000 EUR aus der freiw. Beitragszahlung, um überhaupt die 45 Jahre zu erreichen - bei daraus resultierendem 'Rentenplus' von lediglich rd. 14 EUR mtl. ...und den 'schlechteren' Steuerfreibetragssatz nicht zu vergessen.

Verschiebung des frühestmöglichen Rentenbeginns bei Abschlag, über diesen langen Zeitraum, ohne annähernd vergleichbare Einkünfte aus Beschäftigung/Tätigkeit ...@Matteo M.: willkommen, Sie wären wohl bundesweit der Erste, der das verwirklicht und auf eine Laufzeit/Lebenszeit von 85+ rechnet, um bis dahin lediglich sein Kapital/Rentenverzicht wieder auf dem Konto zu haben. Immerhin, der Heimaufenthalt dann kann mit ein paar mehr EUR finanziert werden/Angehörige werden entlastet ;-)

Gruß
w.