Arbeitsfähig entlassen aus Reha mit Einschränkung, fühle mich aber noch krank

von
Michael Hall

Ich hatte schon ein Thema eingestellt mit der Prognose das ich arbeitsunfähig entlassen wurden bin, nun heute beim Entlassungsgespräch in der Reha Klinik ergab sich ein anderer Verlauf und damit ganz andere Fragen zum Thema

Inzwischen hatte ich heute das Gespräch mit der mir zuständigen Reha Ärztin aus der Reha Klinik, da ich morgen dort entlassen werde. Ich habe eine chronische Leukämie CLL und war nach der Chemotherapie auf Aufforderung der Krankenkasse relativ kurz nach der Chemo zur Reha eingeladen worden, habe also noch faktisch jede Menge der 72 Wochen Krankenzeit. Ich wurde während der Chemotherapie von meinen Arbeitgeber gekündigt und bin seitdem im Krankengeldbezug der KK oder jetzt im Übergangsgeld.

Ergebnis der Reha Abschluss Gespräch mit der Ärztin in der Reha Klinik:

Ich werde morgen als Arbeitsfähig entlassen, allerdings da meine Blutwerte wegen der Chemotherapie zb Leukozyten und Trombozyten zu niedrig sind mit dem Zusatz nur "beschränkt arbeitsfähig" da ich wegen der Infektionsgefahr und der Müdigkeit nicht in allen Bereichen arbeiten könnte, aber dennoch in sitzender Tätigkeit den Arbeitsmarkt doch zu Verfügung stehen könnte. Ich finde das echt lächerlich ... nach so einer schweren Krankheit zumal ich kundgetan hatte in der Klinik das ich nach meiner Meinung noch 2-3 Monate brauche um wieder einigermaßen auf den Damm zu sein.

Ich selber fühle mich im Moment noch nicht so fit aus unterschiedlichen Gründen, z.B. das ich mich auch noch zu Schwach fühle, meine Kurzatmigkeit usw.

Arbeitsfähig entlassen heißt das nun, dass jetzt auf dem Papier gesund bin und morgen nachdem ich aus der Reha entlassen bin zum Arbeitsamt laufen darf damit ich überhaupt Geld bekomme oder kann ich mich von meiner Hämatologin weiter krank schreiben lassen oder sagt dann die KK, wir zahlen kein Geld mehr weil die Reha Klinik sie ja wenn auch beschränkt arbeitsfähig entlässt?

Begründung der Ärztin war übrigens, das sie schon einmal so ein Fall hatten mit meinen Krankheitsbild in der Klinik hatten und das es dann Theater gegeben hat mit der KK und dem Arbeitsamt und sie mich deswegen nicht Arbeitsunfähig aus der Reha entlassen können!

Was kann ich nun tun, was raten Sie mir? Eigentlich würde ich noch gerne 2-3 Monate Genesen und nicht direkt morgen zum Arbeitsamt gehen sondern noch Krankengeld weiter beziehen bis ich mich wieder fit fühle!

(und nur zur Info von bösen Geister, ich war davor 13 Jahre nie krank geschrieben, bin also nicht berufsmäßig faul und hatte einen akademischen Job)

von
Hannes

Wenn sie sich sofort nach Entlassung aus Reha weiterhin krank schreiben erhalten sie selbstverständlich weiterhin Krankengeld bis die 72 wochen ausgeschöpft sind.
Sie müssen den Rehabericht ja nicht mal der KK zur Verfügung stellen. Sie sind der Aufforderung der KK zur Reha gefolgt und damit gibt es erst mal keinerlei Grund eine Weiterzahlung zu verweigen.
Alles Gute!

von
Angela

Man möge mich korrigieren, falls ich falsch liege: m.E. ist es für einen weiteren Krankengeldbezug wichtig, dass du dich sofort vom Hausarzt oder Hämatologen weiter krank schreiben lässt. Es darf keine Lücke, auch nicht 1 Tag, entstehen.

von
Frank martin

Zitiert von: Angela

Man möge mich korrigieren, falls ich falsch liege: m.E. ist es für einen weiteren Krankengeldbezug wichtig, dass du dich sofort vom Hausarzt oder Hämatologen weiter krank schreiben lässt. Es darf keine Lücke, auch nicht 1 Tag, entstehen.

Ja da habe. Sie Recht mit

von
KSC

Anmerkung am Rande:

auch als Arbeitloser könnten Sie wohl 2-3 Monate zu Hause genesen, weil Sie wohl kaum gleich in der ersten Woche 5 Vorstellungstermine, etc haben werden und wohl auch nicht von heute auf morgen einen neuen Job.
Realistisch ist doch frühestens ein Job zum 01.05. und dann hätten Sie auch die 2-3 Wochen daheim.

So gesehen ist das in meinen Augen kein "gewaltiges Thema" - und die Frage ob Sie au sind oder nicht beantworten ohnehin die Ärzte.......

von
Nahla

Zitiert von: Angela

Man möge mich korrigieren, falls ich falsch liege: m.E. ist es für einen weiteren Krankengeldbezug wichtig, dass du dich sofort vom Hausarzt oder Hämatologen weiter krank schreiben lässt. Es darf keine Lücke, auch nicht 1 Tag, entstehen.

Das bedeutet, am besten direkt nach der Erlassung beim Arzt aufschlagen und Krankmeldung abholen, damit diese auch für den Entlassungstag gilt.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Michael Hall,

bitte wenden Sie sich unverzüglich nach Entlassung aus der Rehaklinik an Ihren behandelnden Arzt, um Ihre gesundheitliche Situation zu besprechen. Wenn dieser Arzt Sie arbeitsunfähig schreibt, dürfte kein Problem bezüglich der anschließenden Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse entstehen.

von
Herz1952

Legen Sie sofort Widerspruch ein. Die Krankenkasse hat kein Recht zur Einstellung der KG-Zahlung, weil Sie Ihnen keine Verweisungstätigkeit im jetzigen Stadium zuweisen dürfte.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, umgehend einen Rechtbeistand zu nehmen, auch ein freier Renten- und Sozialversicherungsberater wäre zu empfehlen.

Dieser kennt die Urteile in solchen Fällen genau. Meiner hat einen Brief an die Krankenkasse geschrieben, 400 Euro dafür von der Kasse verlangt und auch bekommen. Ich hatte weiterhin Krankengeld. Allerdings war es bei mir so, dass die noch während der Kündigungszeit passierte.

Reha-Ärzte haben davon keine Ahnung wie das zu laufen hätte. Krankenkassen ist schon lange nicht mehr zu trauen, ebenso Reha-Gutachern. Diese haben alle nur Angst, dass ihnen die Krankenkasse Schwierigkeiten machen. Es geht schon lange nur ums Geld und nicht um den Menschen, erst recht nicht um den kranken Menschen.

Ich rate Ihnen dringend sich von einem Fachanwalt oder Renten- und Versicherungsberater aufklären zu lassen.

von
Herz1952

Ergänzung:

melden Sie sich sicherheitshalber auch umgehend bei Arbeitsamt und teilen Sie Ihre Situation mit.

Die Kassen verschieben gerne auf das Arbeitsamt nach dem Motto: Heiliger St. Florian, verschone unser Haus, zünd' andere an.

Mir wurde übrigens in meinem Fall vom Arbeitsamt geraten: "Legen Sie Widerspruch und immer wieder Widerspruch ein".

Noch ein Tipp: Zur Sicherheit stellen Sie noch einen Rentenantrag, und gehen mit diesem zum Arbeitsamt.

von
Herz1952

Einen Anspruch auf 72 Wochen Krankengeld haben Sie übrigens nicht, wenn Sie die Krankasse bei Krankengeldbezug auffordert einen Rentenantrag zu stellen. Nach der Aufforderung haben Sie 10 Wochen Zeit dies zu tun und Sie bekommen für diese Zeit weiterhin Krankengeld.

Man weis leider auch nicht, wie sich Ihr Gesundheitszustand entwickelt. Unsere Nachbarin hat übrigens auch diese, oder ähnliche Leukämie. Sie hatte noch Wochen oder Monate lang mit "Knochenschmerzen" zu tun, diese sind nicht einmal sofort nach der Chemo aufgetreten.

Alles Gute für Ihre Gesundheit

von
Nahla

Zitiert von: Herz1952

Einen Anspruch auf 72 Wochen Krankengeld haben Sie übrigens nicht, wenn Sie die Krankasse bei Krankengeldbezug auffordert einen Rentenantrag zu stellen. Nach der Aufforderung haben Sie 10 Wochen Zeit dies zu tun und Sie bekommen für diese Zeit weiterhin Krankengeld.

Die Krankenkasse ist nicht berechtigt, zum Rentenantrag aufzufordern, nur zum Antrag auf REHA und da hat man dann zehn Wochen Zeit, diesen Reha-Antrag zu stellen.

In diesem Fall ist solch eine Reha ja gerade rum.

Wenn nun die Entlassung als arbeits- bzw. erwerbsfähig erfolgt, wenn auch mit Einschränkungen und der behandelnde Arzt aber weiterhin arbeitsunfähig bescheinigt, sollte dann weiter Krankengeld gezahlt werden.

von
Herz1952

Legen Sie sofort Widerspruch ein. Die Krankenkasse hat kein Recht zur Einstellung der KG-Zahlung, weil Sie Ihnen keine Verweisungstätigkeit im jetzigen Stadium zuweisen dürfte.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, umgehend einen Rechtbeistand zu nehmen, auch ein freier Renten- und Sozialversicherungsberater wäre zu empfehlen.

Dieser kennt die Urteile in solchen Fällen genau. Meiner hat einen Brief an die Krankenkasse geschrieben, 400 Euro dafür von der Kasse verlangt und auch bekommen. Ich hatte weiterhin Krankengeld. Allerdings war es bei mir so, dass die noch während der Kündigungszeit passierte.

Reha-Ärzte haben davon keine Ahnung wie das zu laufen hätte. Krankenkassen ist schon lange nicht mehr zu trauen, ebenso Reha-Gutachern. Diese haben alle nur Angst, dass ihnen die Krankenkasse Schwierigkeiten machen. Es geht schon lange nur ums Geld und nicht um den Menschen, erst recht nicht um den kranken Menschen.

Ich rate Ihnen dringend sich von einem Fachanwalt oder Renten- und Versicherungsberater aufklären zu lassen.

melden Sie sich sicherheitshalber auch umgehend bei Arbeitsamt und teilen Sie Ihre Situation mit.

Die Kassen verschieben gerne auf das Arbeitsamt nach dem Motto: Heiliger St. Florian, verschone unser Haus, zünd' andere an.

Mir wurde übrigens in meinem Fall vom Arbeitsamt geraten: "Legen Sie Widerspruch und immer wieder Widerspruch ein".

Noch ein Tipp: Zur Sicherheit stellen Sie noch einen Rentenantrag, und gehen mit diesem zum Arbeitsamt.

Einen Anspruch auf 72 Wochen Krankengeld haben Sie übrigens nicht, wenn Sie die Krankasse bei Krankengeldbezug auffordert einen Rentenantrag zu stellen. Nach der Aufforderung haben Sie 10 Wochen Zeit dies zu tun und Sie bekommen für diese Zeit weiterhin Krankengeld.

Man weis leider auch nicht, wie sich Ihr Gesundheitszustand entwickelt. Unsere Nachbarin hat übrigens auch diese, oder ähnliche Leukämie. Sie hatte noch Wochen oder Monate lang mit "Knochenschmerzen" zu tun, diese sind nicht einmal sofort nach der Chemo aufgetreten.

Alles Gute für Ihre Gesundheit

von
Herz1952

Smile.....

von
xyz

@FS
wie hier schon geraten wurde, sofort zum Arzt wegen der weiteren Krankschreibung!
Mir scheint jedoch, dass Sie die Sachverhalte durcheinander bringen: die Einschränkung wegen sitzender Tätigkeit/Arbeitsmarkt klingt eher wie eine Einschätzung des Leistungsvermögens und nicht wie die Entscheidung arbeitsfähig vs. arbeitsunfähig.

@ Herz
könnten Sie Ihre Antworten überarbeiten?
Offenbar richten Sie sich an einen anderen Fragesteller...zu diesem Thema passt es irgendwie nicht so recht

von
Michael hull

Nein ich verwechsel da nichts...

Die Reha Ärztin hat den Entlassungsbericht heute mit "Arbeitsfähig" angekreuzt, jedoch dann dazu geschrieben (originaler Wortlaut): nur für leichte Tätigkeiten ohne Infektionsgefahr und pychischer Belastungen

Für mich ist das völlig gegensätzlich..... Da ich ja als Sicherheitsingenieur (auch wenn ich ja während meiner Chemo vom AG entlassen wurde, Kitas, Schulen, Kläranlagen usw prüfe könnte ich im Moment meinen letzten Job wenn ich einen direkt finden würde nicht ausüben können! Die Reha Ärztin meinte dazu dann muss ich halt was anderes arbeiten zB irgend etwas im Büro!

Na ja meine behandelnde Hämatologin hat mich heute direkt wieder 6 Wochen krank geschrieben. Ist nur die Frage ob die Liebe KRankenkasse da mitspielt und Krankengeld bezahlt oder sich auf den Reha Entlassungsbericht beruft und nichts mehr zahlt!

Zum Arbeitsamt brauche ich gar nicht gehen weil die dann sagen, sie sind krank und stehen den Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung

von
Herz1952

Am besten direkt alle Krankenkassen verklagen. Schmerzensgeld wäre für diese Schikanen gerechtfertigt (smile)

von
Hannes

Sie sind weiterhin krank geschrieben und erhalten weiterhin Krankengeld was ist daran so schwer zu verstehen.?? Das habe ich in meinem ersten Beitrag geschrieben und daran ändert sich nicht auch nichts!

von
Hannes

..... Und nochmal der KK brauchen sie den Rehabericht nicht überlassen, das konnten sie doch in der Reha ankreuzen an wen der gehen soll??!

von
Michael hull

Ja danke Hannes,

Habe ich ja auch so gemacht in der Reha, bzw. der Ärztin schriftlich aufgefordert, nur den Ärzten den Reha Bericht zukommen zu lassen aber nicht der Krankenkasse.

Letztendlich kommt die KK aber doch an dem Bericht über den Medizinischen Dienst.

Meine Krankenkasse hatte mir aber vor Antritt der Reha geschrieben, dass sollte die Reha mich arbeitsfähig schreiben, ich mich bitte sofort beim Arbeitsamt melden soll und das die KK nicht mehr zuständig ist ( hängt vielleicht mit der Reha Aufforderung zusammen)

Dennoch habe ich heute der KK per Einschreibe die neue Krankmeldung meiner Hämatologin eingereicht! Bin gespannt wie die KK reagieren wird?

von
Michael Hall

Habe heute Bescheid von meiner krankenkasse bekommen, die eine weitere KG Zahlung verweigern mit folgenden Textlaut: (Interessant das die meine Entlassungsmitteilung kennen wenn auch die Einschränkungen fehlen) obwohl ich die Weitergabe in der Reha Klinik an die KK ausgeschlossen habe.

Hier der Wortlaut der Antwort:

Vielen Dank für Ihr Schreiben vom 14.04.16 (Tag der Entlassung aus der Reha / weitere Krankschreibung vom Arzt bis zum 20.05.16)

Am 14.04.16 wurden Sie aus der stationären Rehamaßnahme entlassen. Aus der Entlassungsmitteilung der Rehaeinrichtung geht hervor, dass Sie arbeitsfähig entlassen worden sind.

Diese Entscheidung ist für uns verbindlich. Ohne eine medizinische Begründung für die abweichende Entscheidung können und werden wir Ihnen kein Krankengeld mehr zahlen.

Eine medizinische Begründung entsprechend der Arbeitsunfähigkeit- Richtlinien haben wir beim behandelnden Arzt angefordert. Sobald uns eine Begründung vorliegt, lassen wir die Unterlagen vom medizinischen Dienst der Krankenversicherung bewerten.

Bitte melden Sie sich umgehend bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit um weiteren Versicherungsschutz gewährt zu bekommen und Leistungen von der Argentur für Arbeit zu beziehen.

Mit freundlichen Gruß .....

Ist das rechtskonform was die KK da macht und darf sie mir einfach kein Krankengeld mehr zahlen obwohl meine behandelnde Hämatologin mich am gleichen Tag weiter krank geschrieben hat. Der MDK wird eh mit Sicherheit die KK unterstützen und ihren Willen durchsetzen.

Meine Arbeitsfähigkeit war ja eingeschränkt worden in der Reha mit der Begründung der schlechten Blutwerte das ich keine Tätigkeit mit Infektionsgefahr oder körperliche Belastung machen darf. Auch würde mich interessieren wie die KK an den Entlassungsmitteilung gekommen ist ohne mein Einverständnis.

Was raten Sie mir?