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Arbeitsmarktrente und Minijob beim alten Arbeitgeber

von
Wartender

Guten Tag,
ist es rentenunschädlich möglich, bei Bewilligung einer vollen EM-Rente aufgrund des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarkt, beim bisherigen Arbeitgeber, nahtlos an das beendete bisherige Arbeitsverhältnis, einen Minijob auszuüben oder würde die DRV es so deuten, dass der Arbeitgeber damit in der Lage ist, einen leidensgerechten Teilzeitarbeitsplatz anzubieten und die Arbeitsmarktrente aufheben?
Das laufende Teilzeit-Arbeitsverhältnis endete tarifvertraglich mit Bewilligung der teilweisen EM-Rente auf Dauer.
Vielen Dank für Infos

Wartender

von
Schorsch

Zitiert von: Wartender
Guten Tag,
ist es rentenunschädlich möglich, bei Bewilligung einer vollen EM-Rente aufgrund des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarkt, beim bisherigen Arbeitgeber, nahtlos an das beendete bisherige Arbeitsverhältnis, einen Minijob auszuüben oder würde die DRV es so deuten, dass der Arbeitgeber damit in der Lage ist, einen leidensgerechten Teilzeitarbeitsplatz anzubieten und die Arbeitsmarktrente aufheben?

Die eigentliche Frage müsste lauten, warum "Minijobs" keine Teilzeitarbeitsplätze sein sollen.

Immerhin bringt ein 450 Euro-Job mehr als die Hälfte einer durchschnittlichen VOLLEN EM-Rente ein.
Wenn nun ein Bezieher einer Teil-EM-Rente zusätzlich einen 450 Euro-Job ausübt, hat er demnach mindestens genauso viel wie ein Bezieher einer vollen EM-Rente ohne Hinzuverdienst.

Es ist daher überhaupt nicht einzusehen, warum ein teilweise Erwerbsgeminderter genauso viel EM-Rente erhalten soll wie ein vollständig Erwerbsgeminderter und zusätzlich noch rentenunschädlich 450 Euro hinzuverdienen darf.

Vermutlich auch aus diesem Grund gehören diese "Arbeitsmarktrenten" nach Ansicht namhafter Sozialrechtsexperten auf den Prüfstand und werden hoffentlich bald ersatzlos abgeschafft.
Zumal diese "Premium-Arbeitslosenunterstützung" Arbeitslose ohne gesundheitliche Einschränkungen massiv benachteiligt.

MfG

Experten-Antwort

Hallo Wartender,

grundsätzlich ist die Ausübung eines Minijobs mit einer täglichen Arbeitszeit von unter 3 Stunden (unter 15 Stunden wöchentlich) unschädlich für den Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung, unabhängig davon, ob diese aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarktes bewilligt wurde. Wird der Minijob beim bisherigen Arbeitgeber aufgenommen, könnte dies weitere Ermittlungen seitens der Rentenversicherung beim Arbeitgeber nach sich ziehen, ob ein Teilzeitarbeitsplatz im Umfang von 3 bis unter 6 Stunden täglich angeboten werden kann. Ob im Ergebnis dann nur noch die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung zu leisten wäre, hängt von den Gegebenheiten des Einzelfalls ab.

von
Richard

Zitiert von: Wartender
Guten Tag,
ist es rentenunschädlich möglich, bei Bewilligung einer vollen EM-Rente aufgrund des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarkt, beim bisherigen Arbeitgeber, nahtlos an das beendete bisherige Arbeitsverhältnis, einen Minijob auszuüben oder würde die DRV es so deuten, dass der Arbeitgeber damit in der Lage ist, einen leidensgerechten Teilzeitarbeitsplatz anzubieten und die Arbeitsmarktrente aufheben?
Das laufende Teilzeit-Arbeitsverhältnis endete tarifvertraglich mit Bewilligung der teilweisen EM-Rente auf Dauer.
Vielen Dank für Infos

Wartender

Hallo Wartender,

ich würde es bei einem neuen AG versuchen. Dort sind die Chancen um ein vielfaches höher, dass die DRV nicht nicht vermuten wird, dass der Arbeitgeber damit in der Lage ist, einen leidensgerechten Teilzeitarbeitsplatz anzubieten und die Arbeitsmarktrente damit hinfällig wird.
Soweit ich richtig informiert bin, soll nächstes Jahr die Arbeitsmarktrenten abgeschafft werden. Ich finde das sehr Schön und Fair gegegenüber den vollen EMR.

mfg

von
Franz Josef

Zitiert von: Wartender
Guten Tag,
ist es rentenunschädlich möglich, bei Bewilligung einer vollen EM-Rente aufgrund des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarkt, beim bisherigen Arbeitgeber, nahtlos an das beendete bisherige Arbeitsverhältnis, einen Minijob auszuüben oder würde die DRV es so deuten, dass der Arbeitgeber damit in der Lage ist, einen leidensgerechten Teilzeitarbeitsplatz anzubieten und die Arbeitsmarktrente aufheben?
Das laufende Teilzeit-Arbeitsverhältnis endete tarifvertraglich mit Bewilligung der teilweisen EM-Rente auf Dauer.
Vielen Dank für Infos

Wartender


Es ist nicht nachvollziehbar, warum manche Leute unbedingt die Schmerzgrenzen der DRV-Mitarbeiter austesten müssen.

Wenn man schon das unverschämte Glück hat, aufgrund dieser fragwürdigen Arbeitsmarktrenten-Regelungen doppelt so viel Rente zu bekommen als einem eigentlich zusteht, dann sollte man diese GESCHENKTE Rente nicht fahrlässig aufs Spiel setzen.

Freut Euch und gut ist es!

von
Bill

Zitiert von: Franz Josef

Wenn man schon das unverschämte Glück hat, aufgrund dieser fragwürdigen Arbeitsmarktrenten-Regelungen doppelt so viel Rente zu bekommen als einem eigentlich zusteht, dann sollte man diese GESCHENKTE Rente nicht fahrlässig aufs Spiel setzen.

Aus Dir spricht doch schon wieder der Alkohol.

von
Aufmerksamer Nachbar

Zitiert von: Bill
Zitiert von: Franz Josef

Wenn man schon das unverschämte Glück hat, aufgrund dieser fragwürdigen Arbeitsmarktrenten-Regelungen doppelt so viel Rente zu bekommen als einem eigentlich zusteht, dann sollte man diese GESCHENKTE Rente nicht fahrlässig aufs Spiel setzen.

Aus Dir spricht doch schon wieder der Alkohol.


Warum?
Er hat doch völlig Recht!
(Schorsch übrigens auch...)

von
Kill

Zitiert von: Bill
Zitiert von: Franz Josef

Wenn man schon das unverschämte Glück hat, aufgrund dieser fragwürdigen Arbeitsmarktrenten-Regelungen doppelt so viel Rente zu bekommen als einem eigentlich zusteht, dann sollte man diese GESCHENKTE Rente nicht fahrlässig aufs Spiel setzen.

Aus Dir spricht doch schon wieder der Alkohol.

Na, vielleicht meinst Du Dich selbst.

von
Wartender

An Alle,
mir war nicht bewusst, dass ich mit dieser Frage auf solche Vorurteile gegenüber der "geschenkten" vollen EM-Rente stoße.
Es soll EM-Rentner geben, die Unterhaltspflichtig sind und dies von der Rente selber eben nicht mehr leisten können und aus diesem Grund trotz der "unverdient gechenkten" Arbeitsmarktrente wenige Stunden arbeiten möchten/müssen, damit die Unterhaltspflicht der Kinder nicht auf die Allgemeinheit, sprich ALG2 abgewälzt wird.
In meinem Fall würde ich wöchentlich 6 Stunden arbeiten wollen und ich denke nicht, dass dies als Teilzeittätigkeit einzustufen ist
Gruß Wartender

von
Schorsch

Zitiert von: Wartender
An Alle,
Es soll EM-Rentner geben, die Unterhaltspflichtig sind und dies von der Rente selber eben nicht mehr leisten können und aus diesem Grund trotz der "unverdient gechenkten" Arbeitsmarktrente wenige Stunden arbeiten möchten/müssen, damit die Unterhaltspflicht der Kinder nicht auf die Allgemeinheit, sprich ALG2 abgewälzt wird.

Rentenversicherungsbeitragszahler gehörern nicht zur Allgemeinheit?

Fakt ist nun mal, dass Sie nur teilweise erwerbsgemindert sind und nicht vollständig und somit (normalerweise) Anspruch auf eine halbe EM-Rente haben aber nicht auf eine volle EM-Rente.

Ein Anspruch auf eine sogenannte volle "Arbeitsmarktrente" besteht nach dem Willen des Gesetzgebers nur dann, wenn der Betroffene arbeitslos ist UND der Teilzeitarbeitsmarkt als verschlossen gilt.

Einige (vermutlich sogar die meisten) RV-Träger gehen grundsätzlich von einer Verschlossenheit des Teilzeitarbeitsmarktes aus, ohne Einzelfallprüfungen durchzuführen.
Würde gründlicher geprüft, würden nach meiner Überzeugung deutlich weniger "Arbeitsmarktrenten" bewilligt.

Die zahlreichen Frührentner mit Nebenbeschäftigung bestätigen meine Vermutung.

MfG