Arbeitszeitverteilung bei teilweiser Erwerbsminderungsrente

von
SL

Ich habe bereits vor ca. 10 Jahren aus gesundheitlichen Gründen meine wöchentliche Arbeitszeit reduziert.

Mein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert, so dass ich darüber nachdenke, eine teilweise Erwerbsminderungsrente zu beantragen, damit ich meine Arbeitszeit noch etwas weiter reduzieren kann.

Ich dürfte dann ja nur noch auf weniger als 6 Arbeitsstunden kommen, also z.B. 5 Tage mit je 5,5 Stunden.

Wäre es zulässig, die Arbeitszeit so zu verteilen, dass ich nur an 4 Tagen in der Woche jeweils 7 Stunden arbeite und so in der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden komme? Im Wochenschnitt wäre ich dann ja auch unter 6 Stunden täglich.
Mir hilft ein zusätzlicher Erholungstag in der Mitte der Woche mehr als die kürzere Tagesarbeitszeit.

von
Rentensputnik

Vom Grundsatz einer teilweisen EM-Rente dürften Sie täglich nur unter 6 Stunden arbeitsfähig sein!
Wenn Sie täglich 7 Stunden arbeiten können, wird es mit der EM-Rente vermutlich nichts werden, außer die DRV würde Ihnen attestieren, dass Sie die Mehrstunden auf Kosten Ihrer Restgesundheit arbeiten. Darauf würde ich mich an Ihrer Stelle aber nicht verlassen!

von
Fortitude one

Diese Frage wurde schon so oft hier im Forum gestellt. Benutzen Sie einfach mal die Suchfunktion. Vielleicht wird Ihnen die teilweise EMR gar nicht genehmigt. Dies ist Ihre subjektive Meinung. Tipp : Man kann nicht ein Antrag auf teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente stellen. Das obliegt dem sozialmedizinischen Dienst der DRV.

Mfg

von
W*lfgang

Zitiert von: SL
Mein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert
SL,

haben Sie bereits einen Schwerbehindertenausweis?

Ist zwar kein Muss, aber doch vielleicht ein Indiz für eine Verschlechterung der _Erwerbs_fähigkeit. Ohne GdB sind Sie bei einer EM-Rente (gleich ob voll/teilweise) doch ziemlich auf verlorenem Posten. Andererseits besteht kein Zwang, bei gesundheitlichen Einschränkungen den GdB prüfen zu lassen und somit eine 'unterstützende' Aussage für die Erwerbsfähigkeit/-minderung in der DRV zu untermauern ...2 verschiedene med. Rechtsbereiche eben.

Und, in welchem zeitlich wöchentlichem Umfang noch eine Beschäftigung aus sich DRV möglich wäre – um daran Ihre persönliche Arbeitszeit auszurichten -, können Sie nur durch einen Antrag auf EM-Rente feststellen lassen.

Gruß
w.

von
SL

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: SL
Mein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert
SL,

haben Sie bereits einen Schwerbehindertenausweis?

Ja, in 2015 wurde der GdB mit 60 und Kennzeichen G festgestellt und in 2017 in unbefristet umgewandelt.

Mir ist natürlich bewusst, dass das keine Garantie für die Anerkennung einer Erwerbsminderung ist, danke für den Hinweis.

Ich versuche halt, mich auch im Hinblick auf meine Altersrente noch so lange wie möglich durchzukämpfen und noch möglichst viel auf mein Rentenkonto einzuzahlen (bin Jahrgang 1962).

Natürlich ist mir klar, dass mich eine EM-Rente in der Höhe der Altersrente zurückwirft, aber es nützt ja auch nichts, wenn ich mich in den nächsten Jahren nur noch von Krankmeldung zu Krankmeldung hangele. Mir nicht und meinem Arbeitgeber schon gar nicht.

von
W*lfgang

Zitiert von: SL
(...)
SL,

wie sieht es mit einer Reha aus?

Kann natürlich auch - wie ein EM-Antrag - zum Bumerang werden/unter 3 Std. im ausgeübten Beruf, wie auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, und schon haben Sie faktisch die volle EM-Rente an der Backe.

Wenn Sie dann allerdings einen verständlichen Arbeitgeber haben, der Sie zwingend braucht, lässt sich auch das im Rahmen der Hinzuverdienstgrenzen für eine EM-Rente regeln.

Ich weiß noch nicht genau, was Sie wollen ...in den EM-Antrag mit allen Konsequenzen/Testballon in dieser Richtung starten und schauen, was bei rauskommt? Wenn Ihr AG so locker mitspielt, ja dann, dann stellen Sie den Antrag. Alles Andere ist dann Spekulation, da kann man weder hier, noch im direkten Gespräch eine bessere Aussage treffen ...

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo SL,

es geht bei der Frage der Erwerbsminderung letztlich nicht darum, wie Sie selbst die Arbeitszeit verteilen, sondern wie die Sozialmediziner Ihres RV-Trägers Ihre Erwerbsfähigkeit objektiv beurteilen. Wenn Sie den Antrag auf die EM-Rente stellen, wird geprüft werden, ob Sie
- noch mindestens drei Stunden, aber nicht mehr 6 Stunden am Tag arbeiten können (in irgendeiner arbeitsmarktüblichen Tätigkeit) => dann wären Sie teilweise erwerbsgemindert;
- nicht mehr drei Stunden am Tag arbeiten können => dann wären Sie voll erwerbsgemindert.

Wenn diese Entscheidung getroffen ist und der EM-Rentenanspruch festgestellt wurde, sind abweichende Arbeitszeitgestaltungen zwar nicht ausgeschlossen (z.B. höhere tägliche Arbeitszeit "auf Kosten der Restgesundheit"). Aber eine Tätigkeit von deutlich über 6 Stunden an fast allen Tagen der Woche könnte durchaus auch für den RV-Träger ein Indiz darstellen, dass die Erwerbsfähigkeit doch nicht so stark gemindert ist - was dann spätestens in die Entscheidung über die Weiterzahlung einer befristeten Rente eingehen könnte. Aber wie W*lfgang schon richtig geschrieben hat - hier im Forum ist das alles eher Spekulation...