Aufforderung zur Reha KK (Fast 63 Jahre, langjährig Versicherter)

von
Robert

Hallo,

habe nach einem Jahr AU (Depression) Aufforderung von KK zur Reha bekommen + Rentenantrag. Ohne MDK. Wurde vom Schreibtisch begründet. Hatten vom Arzt ein umfassende Beurteilung verlangt. Danach wurde beurteilt. Anhörung bevor die Aufforderung kam gab es nicht. Werde Mitte Juli 63, habe dann mit dem einen Jahr AU 46 anerkannte Renten Beitragsjahre zusammen. KK möchte bis 8 Juli den Antrag bei sich haben von mir zwecks Weiterleitung an Rententräger. Bin ohne Anstellung und habe 5 chronische Krankheiten. Am 1.4. 2020 hätte ich so ohne Abzug in Altersrente gehen können, was jetzt nicht mehr geht. Meine Fragen hierzu:
A. Lohnt Widerspruch und Akteneinsicht (bin im SoVD?
B. Hat Widerspruch aufschiebende Wirkung?
C. Der Reha Antrag wird wahrscheinlich in Rentenantrag umge-
wandelt nehme ich an oder?
D. Wenn ja gilt das Datum des Einganges oder Datum der Ent-
scheidung? Weil mit 63 Jahre steht man besser da oder?
E. Da ich langjährig Versicherter bin wird dann auf 65 Jahre und
10 Monate zugrunde gelegt für Rentenberechnung?
F. Oder erfolgt eine niedrige EU Rente?
G. Wenn Rente wegen Krankheit wird dann zu 50% oder 100%
gerechnet Erwerbsunfähig.
H. bei 50% wie viele Stunden am Tag dürfte ich am Tag arbeiten
bei Minijob. Und wie viel bei 100%.

Das sind die Fragen die mir einfallen. Wäre schön wenn ich hierin eine kompetente Antwort erhalten könnte.

Vielen Dank

von
krank-ohne-rente

Zitiert von: Robert
Hallo,

habe nach einem Jahr AU (Depression) Aufforderung von KK zur Reha bekommen + Rentenantrag. Ohne MDK. Wurde vom Schreibtisch begründet. Hatten vom Arzt ein umfassende Beurteilung verlangt. Danach wurde beurteilt. Anhörung bevor die Aufforderung kam gab es nicht. Werde Mitte Juli 63, habe dann mit dem einen Jahr AU 46 anerkannte Renten Beitragsjahre zusammen. KK möchte bis 8 Juli den Antrag bei sich haben von mir zwecks Weiterleitung an Rententräger. Bin ohne Anstellung und habe 5 chronische Krankheiten. Am 1.4. 2020 hätte ich so ohne Abzug in Altersrente gehen können, was jetzt nicht mehr geht. Meine Fragen hierzu:
A. Lohnt Widerspruch und Akteneinsicht (bin im SoVD?
B. Hat Widerspruch aufschiebende Wirkung?
C. Der Reha Antrag wird wahrscheinlich in Rentenantrag umge-
wandelt nehme ich an oder?
D. Wenn ja gilt das Datum des Einganges oder Datum der Ent-
scheidung? Weil mit 63 Jahre steht man besser da oder?
E. Da ich langjährig Versicherter bin wird dann auf 65 Jahre und
10 Monate zugrunde gelegt für Rentenberechnung?
F. Oder erfolgt eine niedrige EU Rente?
G. Wenn Rente wegen Krankheit wird dann zu 50% oder 100%
gerechnet Erwerbsunfähig.
H. bei 50% wie viele Stunden am Tag dürfte ich am Tag arbeiten
bei Minijob. Und wie viel bei 100%.

Das sind die Fragen die mir einfallen. Wäre schön wenn ich hierin eine kompetente Antwort erhalten könnte.

Vielen Dank

Oh, viele Fragen. Dann versuchen wir mal zu beantworten. Hier sieht man mal wieder um was es den KK geht, den Versicherten so schnell wie möglich aus dem KG Bezug zu bekommen und zur RV abzuschieben.
Jetzt zu den Fragen:
A) + B) Ja, ein Widerspruch gegen Aufforderung Reha-/Rentenantrag hätte aufschiebende Wirkung. Ob es sich "lohnt" kann hier keiner beantworten ohne die Fakten zu kennen. Die fehlende Anhörung könnte ein Ansatzpunkt sein, aber wäre hier jetzt Spekulation

C) Das wäre jetzt "hellsehen"

D) Wenn es bei der Frage um den Beginn der EM-Rente geht, siehe Antwort C). Da nach der kurzen Ausführung zur AU der Beginn der Erwerbsminderung schon eine Weile her ist, dürfte hier der Beginn rückwirkend sein, aber auch nur Spekulation

E) Das hat mit langjährig nichts zu tun, sondern mit dem Beginn der EM-Rente

F) Siehe Antwort E) Ein Beginn in 2019 hätte eine längere Zurechnungszeit als ein Beginn in z.B. 2018

G) Ob eine Teil-EMR, oder eine volle EMR ergibt sich am Ende aus einem sozialmedizinischen Gutachten

H) Zukunftsmusik

H.

von
Ulli

Ich würde dir dringend zur Reha raten oder willst du wegen der paar Monate dein Leben lang Abzüge in Kauf nehmen?
Du kannst die Zeit noch hinauszögern, da du nach Aufforderung der Krankenkasse 10 Wochen Zeit hast usw.

von
krank-ohne-rente

Zitiert von: Ulli
Ich würde dir dringend zur Reha raten oder willst du wegen der paar Monate dein Leben lang Abzüge in Kauf nehmen?

Das blöde ist, dass die KK das Dispositionsrecht jetzt hat. Im Falle einer Umdeutung des Reha-Antrages wäre die Problematik der Abzüge plötzlich wieder im Raum.

Zitiert von: Ulli
Du kannst die Zeit noch hinauszögern, da du nach Aufforderung der Krankenkasse 10 Wochen Zeit hast usw.

Das wäre sicherlich erstmal ein "brauchbarer Weg" um Zeit zu gewinnen. Für diesen Weg wäre es gut den Antrag kurz vor Ende der 10-Wochenfrist komplett formlos zu stellen (reicht vollkommen aus) und das direkt bei der RV und nicht über dir KK.
Dann gewinnt man dahingehend auch wieder Zeit, da die notwendigen Formulare einem dann erst mal zugeschickt werden müssen. Durch den formlosen Rehaantrag (nachweislich z.B. mittels Einschreiben) genügt man dem Gesetz vollkommen ggü. der KK.

H.

von
Robby

Zitiert von: Robert
Hallo,

habe nach einem Jahr AU (Depression) Aufforderung von KK zur Reha bekommen + Rentenantrag. Ohne MDK. Wurde vom Schreibtisch begründet. Hatten vom Arzt ein umfassende Beurteilung verlangt. Danach wurde beurteilt. Anhörung bevor die Aufforderung kam gab es nicht. Werde Mitte Juli 63, habe dann mit dem einen Jahr AU 46 anerkannte Renten Beitragsjahre zusammen. KK möchte bis 8 Juli den Antrag bei sich haben von mir zwecks Weiterleitung an Rententräger. Bin ohne Anstellung und habe 5 chronische Krankheiten. Am 1.4. 2020 hätte ich so ohne Abzug in Altersrente gehen können, was jetzt nicht mehr geht. Meine Fragen hierzu:
A. Lohnt Widerspruch und Akteneinsicht (bin im SoVD?
B. Hat Widerspruch aufschiebende Wirkung?
C. Der Reha Antrag wird wahrscheinlich in Rentenantrag umge-
wandelt nehme ich an oder?
D. Wenn ja gilt das Datum des Einganges oder Datum der Ent-
scheidung? Weil mit 63 Jahre steht man besser da oder?
E. Da ich langjährig Versicherter bin wird dann auf 65 Jahre und
10 Monate zugrunde gelegt für Rentenberechnung?
F. Oder erfolgt eine niedrige EU Rente?
G. Wenn Rente wegen Krankheit wird dann zu 50% oder 100%
gerechnet Erwerbsunfähig.
H. bei 50% wie viele Stunden am Tag dürfte ich am Tag arbeiten
bei Minijob. Und wie viel bei 100%.

Das sind die Fragen die mir einfallen. Wäre schön wenn ich hierin eine kompetente Antwort erhalten könnte.

Vielen Dank

Hallo,

von A bis H würde ich mit Ja beantworten. Alles Gute und viel Glück.

von
Robert

Erstmal Danke für die 4 Antworten und die Mühe die damit verbunden ist. Ganz die Lösung ist es noch nicht. Denn ich gehe nicht von einer EU Rente aus, sonder das vorzeitiger Renteneintritt erfolgt von der Altersrente ohne Abzüge. Weis da jemand was?

von
senf-dazu

Hallo Robert!

Lass Dich doch einmal beraten und die möglichen Renten pi-mal-daumen ausrechnen.
Aufgrund Deines Alters ist der Abschlag bei einer EM-Rente gering.
Die Beträge für eine EM- oder Alters-Rente für besonders langjährig Versicherte sollten sich nicht sehr unterscheiden, die für langjährig Versicherte liegt jedoch darunter, kann aber schon heute beantragt und im Sommer bezogen werden.
Evtl. ist eine volle EM-Rente finanziell gar nicht so übel ...

Also durchrechnen lassen und dann sind die Möglichkeiten vielleicht etwas leichter steuerbar (sowiet möglich).

Alles Gute!

Experten-Antwort

Hallo Robert,

aus meiner Sicht sollten Sie zunächst die Frage der Rechtmäßigkeit der Aufforderung zur Rehantragstellung durch die Krankenkasse klären. Hierzu kann ich aber im Rahmen dieses Forums zur Rentenversicherung und Alterssicherung keine näheren Ausführungen machen.

Bezüglich der Qualität der Aufforderung beziehungsweise Einschränkung kann der Rentenversicherungsträger nach den Urteilen des BSG vom 26.06.2008 (AZ: B 13 R 141/07 R und AZ: B 13 R 37/07 R, SozR 4-2500 § 51 Nr. 2) nur verlangen, dass die Krankenkasse der materiell-rechtlichen Abgrenzung der Leistungszuständigkeiten Rechnung trägt. Hiervon kann in der Regel ausgegangen werden. Der Rentenversicherungsträger kann nicht fordern, dass die Krankenkasse gegenüber dem Versicherten die Regelungen des Verwaltungsverfahrens einhält, insbesondere das Ermessen zutreffend ausübt. Dies hat zur Folge, dass der Rentenversicherungsträger an die Form und den Inhalt des Verwaltungsaktes keine Anforderungen stellen kann. Er ist an den Bescheid der Krankenkasse gebunden. Allenfalls kann er die Versicherten über die Bedeutung der Einschränkung und die Pflichten der Krankenkasse beraten, auf ihre Möglichkeiten hinweisen und das Verfahren bis zu einer Klärung zwischen den Versicherten und den Krankenkassen ruhen lassen. Die Entscheidung darüber, ob die Versicherten die Möglichkeit zur Disposition haben, trifft ausschließlich die Krankenkasse.

Sie sollten sich daher zur Frage der Einschränkung ihres Dispositionsrechts durch die Krankenkasse zunächst durch den SoVD (bei dem Sie ja offenbar bereits Mitglied sind) beraten lassen und dort das weitere Vorgehen gegenüber der Krankenkasse abstimmen. Hinsichtlich der übrigen Fragen wäre es aus meiner Sicht zu früh und zu spekulativ, um verwertbare/belastbare Angaben zu machen. Hierzu sollten Sie zunächst das weitere Verfahren abwarten und sich zu gegebener Zeit - gerade auch im Hinblick auf die Komplexität Ihrer Fragestellung - persönlich und individuell in einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers beraten lassen.

von
Robert

Vielen Dank auch für die beiden letzten Antworten. Ich habe heute hinbekommen nächste Woche beim Rententräger einen Termin zu erhalten, übernächsten Woche beim SoVD. Denke das ich bei beiden entsprechend beraten werden um zu sehen wie es weiter geht.

von
Schade

Bei allem "Gedöhns" bliebe noch zu bedenken, dass in Ihrem Alter eine Umdeutung in eine EM Rente vielleicht sogar ein besseres Rentenergebnis erzielen könnte, weil Sie im Zweifel durch die höhere Zurechnungszeit die Jahre bis 65+8 geschenkt bekämen.

Hatte gerade einen altersmäßig vergleichbaren Fall bei dem die Netto Altersrente (bes. langj. Vers) bei 1350 € läge und eine EM Rente bei knapp über 1400 €.

Ein Rehaantrag, der in einen EM Rentenantrag umgewandelt würde, wäre eventuell sogar ein "Geschenk des Himmels" und jede Aufregung über die böse Kasse würde sich ins Ge3genteil drehen.....??????

von
Robert

Danke für die Antwort. Jo ich denke so könnte es laufen

von
Robert

Danke für die Antwort. Jo ich denke so könnte es laufen