aus der Erwerbsminderungsrente in die Regelaltersrent - Abschläge?

von
Bruder Lustig

Hallo, ich bin Jahrgang ´58 und könnte am 01.01.23 als besonderslangjährig Versicherter in die Regelaltersrente OHNE Abschläge.
Gesundheitlich bin ich nicht mehr auf der Höhe, GdB 50%. Z. Zt. beziehe ich Krankengeld, was zum November ´21 ausläuft.
Nun erwäge ich eine EMR für das letzte Jahr bis zur regulären Rente.
Muss ich bei Erreichen der Altersrente dann mit Abzügen rechnen, Frage wie viel???
Vielen Dank für die Antwort(en)

von
Abwarten

Zunächst mal müssen Sie einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben und da reicht nicht nur Ihr Gefühl.

von
Siehe hier

Zitiert von: Bruder Lustig
Hallo, ich bin Jahrgang ´58 und könnte am 01.01.23 als besonderslangjährig Versicherter in die Regelaltersrente OHNE Abschläge.
Gesundheitlich bin ich nicht mehr auf der Höhe, GdB 50%. Z. Zt. beziehe ich Krankengeld, was zum November ´21 ausläuft.
Nun erwäge ich eine EMR für das letzte Jahr bis zur regulären Rente.
Muss ich bei Erreichen der Altersrente dann mit Abzügen rechnen, Frage wie viel???
Vielen Dank für die Antwort(en)

Hallo Bruder Lustig,
das Vorliegen einer Schwerbehinderung bedeutet nicht automatisch auch das Vorliegen einer Erwerbsminderung. Hier also auf Erwerbsminderungsrente zu 'spekulieren' kann erfolglos enden.

Aufgrund Ihres Alters und des vorliegenden GDB 50 erfüllen Sie aber anscheinend bereits seit 2019 die Voraussetzungen für eine Rente für Schwerbehinderte.

Seit wann genau können Sie mit diesem Rechner berechnen:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Online-Dienste/Online-Rechner/RentenbeginnUndHoehenRechner/rentenbeginnrechner_node.html

In beiden Fällen könnten Sie von der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte nicht mehr profitieren, die Abschläge aus Schwerbehindertenrente bzw. aus EM-Rente würden auf eine Folgerente übernommen.
Die Abschläge hängen davon ab, wie viele Monate noch bis zum Erreichen der Regelaltersrente vorliegen und betragen 03 % pro Monat. Im Fall einer EM-Rente ist dieser Abschlag auf 36 Monate = 10,8 % begrenzt.

Sie haben auch die Möglichkeit, die Rente für Schwerbehinderte zu beantragen und gleichzeitig die notwendigen Unterlagen für eine evtl. vorliegende Erwerbsminderung beizufügen. Dann würde geprüft, ob eine Erwerbsminderung und entsprechend ein EM-Rentenanspruch gleichzeitig neben dem Anspruch auf SB-Rente vorliegt. Ist dies der Fall, müsste Ihnen die höhere der beiden Rentenansprüche bezahlt werden.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die EM-Rente auch rückwirkend bewilligt werden kann und dann die KK Erstattungsansprüche auf das geleistete Krankengeld hätte.

Lesen Sie doch schon mal die entsprechenden Broschüren

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.html

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/reha_und_rente_schwerbehinderte_menschen.html

durch und vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei Ihrer zuständigen Rentenversicherung. Dabei kann dann - wenn gewünscht -auch gleich ein entsprechender Antrag aufgenommen werden.

Alles Gute!

von
Siehe hier

Komma verschwunden in diesem Satz:

Die Abschläge hängen davon ab, wie viele Monate noch bis zum Erreichen der Regelaltersrente vorliegen und betragen 03 % pro Monat. Im Fall einer EM-Rente ist dieser Abschlag auf 36 Monate = 10,8 % begrenzt.

korrekt heißt es 0,3 % pro Monat

Experten-Antwort

Hallo Bruder Lustig,

sollte Ihre Erwerbsminderungsrente einen Abschlag enthalten, bleibt dieser grundsätzlich auch bei einer Folgerente (Altersrente) enthalten.

von
Siehe hier

Zitiert von: Experte/in
Hallo Bruder Lustig,

sollte Ihre Erwerbsminderungsrente einen Abschlag enthalten, bleibt dieser grundsätzlich auch bei einer Folgerente (Altersrente) enthalten.

Hmmm... eine Erwerbsminderungsrente enthält eigentlich immer einen Abschlag...

allein schon aus dem Grund, dass eine EM-Rente nur mit Wirkung vor Beginn der Regelaltersrente beantragt werden kann und der Anspruch darauf aber auch mit Regelaltersrente endet.

Und die Monate, die zwischen Beginn der Erwerbsminderungsrente und dem Regelrentenalter liegen, werden mit einem Abschlag von 0,3 % berechnet (begrenzt auf 10,8%).

Eine etwas ungewöhnliche Expertenantwort also...

Experten-Antwort

Hallo Siehe hier,

seit 2012 wird die Altersgrenze von 63 Jahren für eine abschlagsfreie Rente schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben. Eine Tabelle finden Sie auf Seite 18 der Broschüre:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.html

von
Siehe hier

Zitiert von: Experte/in
Hallo Siehe hier,

seit 2012 wird die Altersgrenze von 63 Jahren für eine abschlagsfreie Rente schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben. Eine Tabelle finden Sie auf Seite 18 der Broschüre:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.html

Das ist mir bekannt.

Dennoch haben die Abschläge die im Falle einer EM-Rente berechnet werden, aber nichts mit einer vorgezogenen Altersrente zu tun, sondern beziehen sich auf den Beginn der regulären Rente (Regelrentenalter).

Sollte also der Fragesteller, der die EM-Rente noch gar nicht beantragt hat, nicht bis zum Erreichen des notwendigen Alters für 'besonders langjährig Versicherte' warten wollen (die dann ohne Abschläge bezahlt werden kann), sondern zuvor eine EM-Rente beantragen und diese bewilligt werden, fallen Abschläge an, die auch dann nicht wieder entfallen, wenn das Alter für besonders langjährig Versicherte' erreicht wurde.
Ebenso, wenn er vorzeitig die in seinem Fall mögliche Rente mit GdB>=50 beantragt.
In beiden Fällen bleiben die Abschläge auch für eine dann folgende (Regelalters)Rente erhalten.

Abschlagfrei ist also nur möglich, wenn bis zum Erreichen des notwendigen Alters abgewartet wird. Da aber im November 2021 bereits noch laufende Zahlungen entfallen, wäre dies wohl nicht die beste Lösung.

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