Befristete EM-Rente / Rente mit 45 Arbeitsjahren

von
Carola Haack

Sehr geehrte Damen und Herren,
es wäre schön, wenn Sie mir nachstehende Fragen beantworten könnten:
Ist es möglich, dass nach Ablauf einer befristeten Erwerbsminderungsrente die darauf folgende reguläre Rente niedriger ausfällt ?
Ich bin jetzt 62 Jahre alt und war jetzt 78 Wochen krank geschrieben. In dieser Zeit ist meine Firma in Insolvenz gegangen. Jetzt muss ich mich arbeitslos melden. Mit 64 und ein paar Monaten hätte ich 45 Arbeitsjahre erreicht, wenn die Zeit der Krankheit und Arbeitslosigkeit mit angerechnet wird. Ist dies der Fall und wie ist der Sachverhalt, wenn statt der Arbeitslosigkeit eine befristete Erwerbsminderungsrente in Kraft tritt ?
Herzlichen Dank für eine Antwort.

von
W*lfgang

Hallo Carola Haack,

> Ist es möglich, dass nach Ablauf einer befristeten Erwerbsminderungsrente die darauf folgende reguläre Rente niedriger ausfällt ?

Ja. Wenn zwischen Ende dieser Rente und der nächsten Rente mehr als 2 Jahre vergehen, gibt es keinen Vertrauensschutz mehr in die alten 'Punkte'/den letzten Wert der sich aus der Vorläuferrente ergebenden Rentenwerte – die neue Rente kann dann im Rahmen der dann anzuwendenden Berechnungsmodalitäten kleiner ausfallen.

> Firma in Insolvenz/45 Jahre

Beiträge aus den Krankengeldzeiten zählen sowieso zu den 45 Jahren mit. Und die Beiträge aus ALG - hier wegen Insolvenz – auch, auch wenn diese ALG-Zeiten in den sonst nicht mitzählbaren letzten 2 Jahren liegen.

> wie ist der Sachverhalt, wenn statt der Arbeitslosigkeit eine befristete Erwerbsminderungsrente in Kraft tritt ?

Das heißt, bei Ihnen läuft noch gar keine EM-Rente? ...was ich beim ersten kurzen Lesen angenommen habe.

Sofern mit 62ff. eine EM-Rente erforderlich sein sollte, hat die natürlich immer noch einen kleinen Abschlag – der bleibt auch bei einer folgenden Altersrente erhalten, egal ob Sie die 45 Jahre zum Tag xyz haben/erreichen. Das hängt jetzt davon ab, was die AfA mit Ihnen vorhat/einfordert ...kann man daher perspektivisch nicht abschließend beurteilen.

Bemühen Sie sich, der AfA klar zu machen, dass Sie noch mind. 15 Wochenstd. vermittelbar sind ...was angesichts der vorlaufenden 78 Wochen au kaum möglich ist – der med. Dienst der AfA wird Sie auf den Kopf stellen, um das tatsächliche Leistungsvermögen festzustellen – dann entscheidet sich der weitere Rentenweg, ob Sie ohne vorherigen 'EM-Rentenzwang' auch so in die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Jahren frei entscheidend rutschen können.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Frau Haack,

ergänzend zu den Ausführungen von W*lfgang halten wir in Ihrem Fall eine individuelle (persönliche) Beratung bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers für angebracht. Dort können einzelfallbezogen alle Eventualitäten besprochen / geklärt werden.