befristete volle EM und Wiedereingliederung

von
Dame

Ich habe eine befristete volle Erwerbsminderungsrente und möchte so bald wie möglich wieder arbeiten. Ich weiß nicht wieviel ich schaffen kann, daher möchte ich wissen, wie ich da am besten vorgehe. Insbesondere interessiert mich, was bei einer Wiedereingliederung zu berücksichtigen ist.

von
W*lfgang

Hallo Dame,

der 1. Schritt wäre, mit Ihrem Arbeitgeber zu reden, ob er überhaupt Möglichkeiten der (vorerst teilweisen) Weiterbeschäftigung sieht. Bei größeren Betrieben wenden Sie sich an Personalrat/Schwerbehindertenvertretung, um Unterstützung zu erhalten.

2. wäre - wenn es einen geeigneten Arbeitsplatz gibt - der Hinzuverdienst 'abzustimmen', damit Ihnen z. B. noch die halbe EM-Rente erhalten bleibt und letztendlich kaum Einkommenseinbußen vorhanden sind.

3. ist natürlich die DRV über Beschäftigung und Hinzuverdienst zu informieren.

Wegen Wiedereingliederung verweise ich auf einen älteren Beitrag:

https://www.ihre-vorsorge.de/forum.html?tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=15088

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Dame,

der Kommentar von W*lfgang ist dem Grunde nach richtig. Da Sie aber eine befristete Rente wegen Erwerbsminderung haben, ist unklar, wann Sie mit der Berufstätigkeit wieder beginnen wollen. Es ist immer besser den Anspruch auf Rente zu behalten, für den Fall, das der Arbeitsversuch scheitert. Hier wäre ein Gespräch bei der Rentenversicherung sinnvoll, um das genaue Vorgehen abzustimmen. Dabei können wir Ihnen auch gleich die aktuellen Hinzuverdienstgrenzen mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen

von
Dame

Es ist schon ´etwas´ her, seit dem letzten Mal, aber ich war zu entgeistert von dem ganzen Prozess, um hier gepflegte Mitteilungen zu machen (aber ein Danke an dieser Stelle für die damaligen Mitteilungen soviel Zeit muss sein) … dennoch ist die ´Sache´ noch nicht zu Ende, denn ich lebe noch …

Was also bisher geschah:
Ich hatte mit ArbeitgeberIn (AG) und ÄrztIn (Dr.) gesprochen. Wiedereingliederungsplan (Dr.) war geschrieben und an Krankenkasse (KK), DRV und AG verteilt. Termine zur Arbeitswiederaufnahme waren vereinbart und bei der DRV ein Verlängerungsantrag mit Hinweis auf Arbeitswiederaufnahme und Wiedereingliederungsantrag gestellt (denn sonst wäre für ein Schlimmstenfallsszenario wie Beinbruch keine Krankengeldzahlung möglich, aber das ist eine andere Geschichte).
Der Rentenbescheid kam kurzfristig (eine Woche vor Arbeitswiederaufnahme nach 5,5 Monaten): Verlängerung der befristeten vollen Erwerbsminderungsrente (ohne Gutachervorstellung). Zur Wiedereingliederung sagte/schrieb die DRV lange nix.
Die Beratungstermine bei der DRV selbst waren über Monate ausgebucht. Ich legte fristwahrend formalen Widerspruch gg. den Rentenbescheid ein.
Ein Rentenältester sagte in der Beratung "BVEMR nehmen, Widerspruch zurücknehmen, Arbeiten gehen, DRV alles Verrechnen lassen, DRV kann ja nichts gegen Arbeiten gehen haben". Sinngemäß war es ja auch so im Forum beschrieben…
Gesagt - getan.
Ich arbeitete 6 Wochen nach Wiedereingliederungsplan. Dann in einem Gespräch mit AG machte ich Mitteilung über den zurückgenommenen Widerspruch. Andertags kannte mich die Zeiterfassung nicht mehr "Konto gesperrt" und die Schlösser an meiner Bürotür waren ausgetauscht.
Hinsichtlich des Wiedereingliederungsantrages wurde auf Zeit gespielt. Die berufliche Rehabilitationsfachberatung hat die gewünschten Gespräche so lange hinausgezögert, bis ein Ablehnungsbescheid vorlag um dann zu sagen "Jetzt steht hier Schwarz auf Weiß "keine Wiedereingliederung"". Die Klage vorm Sozialgericht dauert an …
Als die befristete volle Erwerbsminderungsrente BVEMR erneut auslief habe ich eine Teilerwerbsminderungsrente beantragt, damit mein Arbeitsverhältnis wieder aktiviert werden kann und ich nicht ein zweites Mal gefoppt bin. (Dr. Stellungnahme zu Arbeitsfähigkeit / Belastbarkeit "ja".) Mit AG wieder alles abgestimmt – Teilzeitantrag und Weiterbeschäftigungsantrag gestellt noch in Erwartung des Rentenbescheides.
Der neue Bescheid lautet auf "VEMR bis zum Eintritt in die Altersrente" (im Jahr 2028+).

Ich fühl mich von allen guten Geistern verlassen und von der DRV im Stich gelassen.
Was soll denn das Leitungen-zur-Teilhabe-am-Arbeitsleben-, berufliche-Rehabilitationsfachberatung und Integrations-/Inclusion-Gesülze, wenn es nicht stattfindet und regelrecht vermieden oder gar torpediert wird?

Es hieß mal nach dem Abi: ´Studierfähigkeit zeigt sich im Studium´.
Die DRV meint wohl die ´Arbeitsfähigkeit zeigt sich als unsichtbares Wesen´ und wer Arbeit hat spuckt den anderen am besten in die Suppe und fühlt sich besser, wenn er/sie sich mit Blindheit geschlagen gibt, weil dann hat er/sie jemanden ´unter´ sich, auf den er/ sie blindlings runterschauen kann.

R.I.P - Renitent im Patriarchat
gezeichnet:
Die Dame, die sich über sachdienliche Hinweise für den Widerspruch gg. den Rentenbescheid freut …