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Beginn der Regelaltersrente

von
Bobby Fischer

Habe eine wahrscheinlich ungewöhnliche Frage

Bin Februar 1953 geboren und möchte jetzt die Regelaltersrente beantragen. Kann diese auch noch im September 2018 rückwirkend beginnen, wenn ich jetzt im November den Antrag gestellt habe und dabei noch 5 freiwillige Beiträge für Jan bis Mai 2018 nach gezahlt habe, um die Bewertung nach §262 zu bekommen?

Die 5 Monate brauche ich ja für den eigentlichen Rentenanspruch nicht, nur für die bessere Bewertung der Zeiten vor 1992. Oder ist der Rentenbeginn dann erst der November 2018?

von
Jonny

Wenn mit den im November gezahlten Beiträgen erst die 35 Jahre erfüllt sind, werden Sie wohl auf einen Rentenbeginn im Dezember warten müssen.

von
Bobby Fischer

Zitiert von: Jonny
Wenn mit den im November gezahlten Beiträgen erst die 35 Jahre erfüllt sind, werden Sie wohl auf einen Rentenbeginn im Dezember warten müssen.

Aber die 5 Jahre für die beantrage Rente sind längst erfüllt. Die freiwilligen Beiträge haben dann doch nur etwas mit der Berechnung zu tun, wenn ich das richtig verstanden habe.

Experten-Antwort

Hallo Bobby Fischer,

was Jonny meinte, ist, dass Sie 35 Versicherungsjahre erfüllt haben müssen, um die Mindestentgeltpunkte-Bewertung des § 262 SGB VI zu erhalten.
Gehen wir nun davon aus, dass Sie die Beiträge bis Mai 2018 zahlen und dadurch die 35 Jahre nun erfüllt sind, damit Sie von der Mindestentgeltpunktebewertung profitieren. Ungeachtet dessen, weil Sie die Wartezeit von 5 Jahren bereits erfüllt haben, kann die Rente rückwirkend ab dem Folgemonat des Erreichens der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden, sofern Sie diese spätestens 3 Monate nach Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen beantragen. In Ihrem Fall wäre das letztmögliche Antragsdatum der 31.12.2018. Sollten Sie nicht am 01.02.1953 geboren sein, wird Ihre Altersrente allerdings am 01.10.2018 beginnen.
Haben wir Ihren Sachverhalt richtig gedeutet? Wenn nicht dann geben Sie uns Bescheid.

von
Jonny

Zitiert von: Bobby Fischer
Zitiert von: Jonny
Wenn mit den im November gezahlten Beiträgen erst die 35 Jahre erfüllt sind, werden Sie wohl auf einen Rentenbeginn im Dezember warten müssen.

Aber die 5 Jahre für die beantrage Rente sind längst erfüllt. Die freiwilligen Beiträge haben dann doch nur etwas mit der Berechnung zu tun, wenn ich das richtig verstanden habe.

Richtig, nur mit der Berechnung. Aber dafür brauchen Sie doch die 35 Jahre. Und wenn Sie erst mit einer Einzahlung im November 2018 (egal für welche Monate zu Beginn des Jahres) auf die 35 Jahre kommen, müssen Sie wohl oder übel den Rentenbeginn auf den Monat nach der Erfüllung der 35 Jahre verschieben.
Haben Sie mal gerechnet, wieviel Mehr die Mindestentgeltpunkte bringen und wie viel Sie durch den späteren Rentenbeginn verlieren? Das sollten Sie mal machen und dabei nicht vergessen, das der spätere Rentenbeginn infolge eines höheren Zugangsfaktors natürlich auch vorteilhaft sein kann.
Viel Spass dabei wünscht
Jonny

von
W*fgang

Zitiert von: Bobby Fischer
um die Bewertung nach §262 zu bekommen?

Nachgefragt:

Würde Ihnen das denn überhaupt was 'bringen' /wie viel /mit welchem Beitragsaufwand / wann unter Verzicht des früheren Rentenbeginn überhaupt wieder raus?

Lässt sich alles errechnen, wenn man rechtzeitig damit anfängt - aber, unbekannter *Faktor ist allerdings die nachgehende Bezugsdauer/Ihr Lebensendalter.

Gruß
w.

von
Unwissende

Zitiert von: Jonny

Richtig, nur mit der Berechnung. Aber dafür brauchen Sie doch die 35 Jahre. Und wenn Sie erst mit einer Einzahlung im November 2018 (egal für welche Monate zu Beginn des Jahres) auf die 35 Jahre kommen, müssen Sie wohl oder übel den Rentenbeginn auf den Monat nach der Erfüllung der 35 Jahre verschieben.

Hallo Jonny,

da liegen Sie leider falsch. Da die freiwilligen Beiträge für Zeiten vor dem Rentenbeginn gezahlt werden, muss der Rentenbeginn nicht verschoben werden, damit diese berücksichtigt werden können (§ 75 Abs. 1 SGB VI).

Die freiwilligen Beiträge werden vielmehr ab Folgemonat der Zahlung bei der laufenden Rente berücksichtigt. Details siehe folgender Link:,

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_100R2.2.3

Da die Berücksichtigung der Zeiten im Zuge einer Neufeststellung erfolgt, werden dann auch die Mindestentgeltpunkte nach § 262 SGB VI neu geprüft und ermittelt.

von
Jonny

Zitiert von: Unwissende
Zitiert von: Jonny

Richtig, nur mit der Berechnung. Aber dafür brauchen Sie doch die 35 Jahre. Und wenn Sie erst mit einer Einzahlung im November 2018 (egal für welche Monate zu Beginn des Jahres) auf die 35 Jahre kommen, müssen Sie wohl oder übel den Rentenbeginn auf den Monat nach der Erfüllung der 35 Jahre verschieben.

Hallo Jonny,

da liegen Sie leider falsch. Da die freiwilligen Beiträge für Zeiten vor dem Rentenbeginn gezahlt werden, muss der Rentenbeginn nicht verschoben werden, damit diese berücksichtigt werden können (§ 75 Abs. 1 SGB VI).

Die freiwilligen Beiträge werden vielmehr ab Folgemonat der Zahlung bei der laufenden Rente berücksichtigt. Details siehe folgender Link:,

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_100R2.2.3

Da die Berücksichtigung der Zeiten im Zuge einer Neufeststellung erfolgt, werden dann auch die Mindestentgeltpunkte nach § 262 SGB VI neu geprüft und ermittelt.

Danke, man lernt doch auch jenseits der Regelaltersgrenze nie aus.
Gruß
Jonny

von
Bobby Fischer

Danke für die Antworten.
Wenn ich den Experten verstanden habe, kann meine Rente also rechtzeitig im September beginnen. Der Herr beim Rentenantrag meinte das auch, war aber nicht ganz sicher. Habe deshalb im Internet gesucht und war dann hier. Meine Rente soll ca. 1300 Euro werden und mit den 5 Monaten sollen es 1380 Euro werden. Danke, bin jetzt beruhigt.

von
Nebenbei bemerkt

Zitiert von: Unwissende
Zitiert von: Jonny

Richtig, nur mit der Berechnung. Aber dafür brauchen Sie doch die 35 Jahre. Und wenn Sie erst mit einer Einzahlung im November 2018 (egal für welche Monate zu Beginn des Jahres) auf die 35 Jahre kommen, müssen Sie wohl oder übel den Rentenbeginn auf den Monat nach der Erfüllung der 35 Jahre verschieben.

Hallo Jonny,

da liegen Sie leider falsch. Da die freiwilligen Beiträge für Zeiten vor dem Rentenbeginn gezahlt werden, muss der Rentenbeginn nicht verschoben werden, damit diese berücksichtigt werden können (§ 75 Abs. 1 SGB VI).

Die freiwilligen Beiträge werden vielmehr ab Folgemonat der Zahlung bei der laufenden Rente berücksichtigt. Details siehe folgender Link:,

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_100R2.2.3

Da die Berücksichtigung der Zeiten im Zuge einer Neufeststellung erfolgt, werden dann auch die Mindestentgeltpunkte nach § 262 SGB VI neu geprüft und ermittelt.

Interessant & trickreich, aber es stellt sich die Frage, ob §7 Abs. 2 SGB VI mit dieser Verfahrensweise in Einklang zu bringen ist(".. für Zeiten des Bezugs...,... Regelaltersgrenze erreicht...)?

§ 7 Freiwillige Versicherung
(2) Nach bindender Bewilligung einer Vollrente wegen Alters oder für Zeiten des Bezugs einer solchen Rente ist eine freiwillige Versicherung nicht zulässig, wenn der Monat abgelaufen ist, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wurde.

von
Unwissende

Zitiert von: Nebenbei bemerkt

Interessant & trickreich, aber es stellt sich die Frage, ob §7 Abs. 2 SGB VI mit dieser Verfahrensweise in Einklang zu bringen ist(".. für Zeiten des Bezugs...,... Regelaltersgrenze erreicht...)?

§ 7 Freiwillige Versicherung
(2) Nach bindender Bewilligung einer Vollrente wegen Alters oder für Zeiten des Bezugs einer solchen Rente ist eine freiwillige Versicherung nicht zulässig, wenn der Monat abgelaufen ist, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wurde.


Hallo Nebenbei bemerkt,

Sie haben Ihre Frage eigentlich schon selbst beantwortet, indem Sie § 7 Abs. 2 SGB VI zitiert haben.

a) Ausschluss nach BINDENDER Bewilligung einer Vollrente wegen Alters

Diesen Ausschluss kann man leicht umgehen, indem man die freiwilligen Beiträge zahlt, bevor der Altersrentenbescheid erlassen wird bzw. bevor die Widerspruchsfrist abgelaufen ist und der Bescheid bindend wird.

Alternativ kann man auch Widerspruch gegen den Rentenbescheid einlegen, dann wird er nicht bindend und man kann noch mehr Zeit für die Zahlung der freiwilligen Beiträge rausschlagen, falls das Geld noch nicht auf dem Konto ist.

Sie können Ihren Rentenversicherungsträger auch im Vorfeld (zum Beispiel im Rentenantrag) darauf hinweisen, dass noch freiwillige Beiträge gezahlt werden und darum bitten, dass der Rentenbewilligungsbescheid erst nach Zahlung erlassen werden soll.

b) Ausschluss für Zeiten des Bezugs einer solchen Rente

Dieser Ausschluss trifft hier nicht zu, da die Beiträge für Zeiten vor Rentenbeginn gezahlt werden sollen.

von
suchenwi

Zu "§ 7 Freiwillige Versicherung
(2) Nach bindender Bewilligung einer Vollrente wegen Alters oder für Zeiten des Bezugs einer solchen Rente ist eine freiwillige Versicherung nicht zulässig, wenn der Monat abgelaufen ist, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wurde."

Da bietet doch die Flexirente einen Ausweg - Flexi 99% ist keine Vollrente, und erlaubt demnach freiwillige Beiträge, wenn man will...

von
Unwissende

Zitiert von: suchenwi
Zu "§ 7 Freiwillige Versicherung
(2) Nach bindender Bewilligung einer Vollrente wegen Alters oder für Zeiten des Bezugs einer solchen Rente ist eine freiwillige Versicherung nicht zulässig, wenn der Monat abgelaufen ist, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wurde."

Da bietet doch die Flexirente einen Ausweg - Flexi 99% ist keine Vollrente, und erlaubt demnach freiwillige Beiträge, wenn man will...


Diese Variante wird vor allem dann interessant, wenn man es verpasst hat, die freiwilligen Beiträge rechtzeitig zu zahlen und der Bescheid über die Altersvollrente schon bindend geworden ist. Einfach für einen Monat die Teilrente von 99 % beantragen, in diesem Monat die freiwilligen Beiträge zahlen, anschließend zurück in die Vollrente = geringstmöglicher Rentenverlust (1 % für einen Monat).