Berlin und Baden-Württemberg schicken unterschiedliche Rentenauskunft bei gleicher Datenbasis

von
Bernd

Hallo !

Ich war bei einem Beratungsgespräch bezüglich meiner zu erwartenden Rente letzte Woche in Baden Württemberg.
Dort hat man mir eine Renteninformation mitgegeben.
Jetzt habe ich mit genau der gleichen Datenbasis eine Rentenauskunft aus Berlin bekommen und da sind es 28€ weniger Rente.
Bei Beiden sind meine Einzahlungszeiten bis 31.12.2017 berücksichtigt.
Wie kann das sein ?
Was ist nun richtig ?

von
Klugpuper

Welcher Wert weicht denn ab?
Der für die Erwerbsminderungsrente?

von
Bernd

Zitiert von: Klugpuper
Welcher Wert weicht denn ab?
Der für die Erwerbsminderungsrente?

Die Rente für Schwerbehinderte nach Abschlägen von 10,8%.
Das hat man mir in Baden-Württemberg beim Beratungsgespräch ausgerechnet und die Berechnung mitgegeben.
Davor hatte ich das bereits schriftlich in Berlin vor 2 Monaten beantragt, als das nicht ankam, habe ich den Termin in der Beratungsstelle genommen.
Und heute ist das aus Berlin endlich angekommen.
Genau die gleiche Datenbasis und 28 Euro weniger in dieser speziellen Rentenauskunft.

von
memyself

Ich war auch schon mehrfach bei der Rentenberatung in Stuttgart und immer wurde mir gesagt, die Berechnung müsse in Berlin angefordert werden. Wundert mich jetzt, dass du eine in BaWü bekommen hast ...

von
Bernd

Zitiert von: memyself
Ich war auch schon mehrfach bei der Rentenberatung in Stuttgart und immer wurde mir gesagt, die Berechnung müsse in Berlin angefordert werden. Wundert mich jetzt, dass du eine in BaWü bekommen hast ...

Sie haben eine Berechnung für mich gemacht, weil ich darum gebeten habe.
Die Berechnung weist meine Rente mit 10,8% Abschlägen aus und dann die Berechnung nach den Abschlägen der Kranken- u. Pflegeversicherung.
Die Tabelle geht dann noch weiter.
Da wird dann für jedes Jahr die neue zu erwartende Rente angezeigt, die ich zu erwarten habe, wenn ich bis zur Altersrente mit 0% Abschlägen weiter arbeiten würde.
Da will man mich mit wohl zum weiter einzahlen animieren.
Aber mal ehrlich, für nicht einmal 100€ mehr Nettorente am Ende, arbeite ich nicht mehr weiter.
Weil je mehr Rente, um so mehr Krankenkasse wird abgezogen.
Und wenn ich sehe, was bei meinem Riestervertrag raus kommt,lächerlich einfach.
Das lohnt sich doch heutzutage alles überhaupt nicht mehr !

von
Fortitude one

Zitiert von: Bernd
Hallo !

Ich war bei einem Beratungsgespräch bezüglich meiner zu erwartenden Rente letzte Woche in Baden Württemberg.
Dort hat man mir eine Renteninformation mitgegeben.
Jetzt habe ich mit genau der gleichen Datenbasis eine Rentenauskunft aus Berlin bekommen und da sind es 28€ weniger Rente.
Bei Beiden sind meine Einzahlungszeiten bis 31.12.2017 berücksichtigt.
Wie kann das sein ?
Was ist nun richtig ?

Hallo,

eine Renteninformation wird jährlich verschickt.
Jedes Jahr erhalten Sie von der Deutschen Rentenversicherung ein Schreiben über Ihren Stand bei der Rente. Dies ist nicht zufällig, sondern gesetzlich vorgeschrieben.

Die Rentenauskunft und Renteninformation ist im § 109 Sozialgesetzbuch Nr. 6 geregelt.
Haben Sie das 27. Lebensjahr vollendet, erhalten Sie jährlich eine schriftliche Renteninformation.
Haben Sie das 55.Lebensjahr vollendet, werden Sie alle 3 Jahre eine Rentenauskunft erhalten. Im Gesetz steht, die Renteninformation wird dann durch die Rentenauskunft ersetzt.

Die Renteninformationen enthält nur kurze Auskünfte über die Rente und die Rentenauskunft kommt einem Rentenbescheid schon sehr nahe.

Eine angeforderte Rentenauskunft ist meines Wissensstand aussagekräftiger.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Bernd

Noch ein Nachtrag dazu.
In der Tabelle wird auch aufgeführt, dass der Steueranteil immer höher wird, je später ich in Rente gehe.

von
Bernd

Zitiert von: Fortitude one
Zitiert von: Bernd
Hallo !

Ich war bei einem Beratungsgespräch bezüglich meiner zu erwartenden Rente letzte Woche in Baden Württemberg.
Dort hat man mir eine Renteninformation mitgegeben.
Jetzt habe ich mit genau der gleichen Datenbasis eine Rentenauskunft aus Berlin bekommen und da sind es 28€ weniger Rente.
Bei Beiden sind meine Einzahlungszeiten bis 31.12.2017 berücksichtigt.
Wie kann das sein ?
Was ist nun richtig ?

Hallo,

eine Renteninformation wird jährlich verschickt.
Jedes Jahr erhalten Sie von der Deutschen Rentenversicherung ein Schreiben über Ihren Stand bei der Rente. Dies ist nicht zufällig, sondern gesetzlich vorgeschrieben.

Die Rentenauskunft und Renteninformation ist im § 109 Sozialgesetzbuch Nr. 6 geregelt.
Haben Sie das 27. Lebensjahr vollendet, erhalten Sie jährlich eine schriftliche Renteninformation.
Haben Sie das 55.Lebensjahr vollendet, werden Sie alle 3 Jahre eine Rentenauskunft erhalten. Im Gesetz steht, die Renteninformation wird dann durch die Rentenauskunft ersetzt.

Die Renteninformationen enthält nur kurze Auskünfte über die Rente und die Rentenauskunft kommt einem Rentenbescheid schon sehr nahe.

Eine angeforderte Rentenauskunft ist meines Wissensstand aussagekräftiger.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.


Nein, weder die Renteninformation noch die Rentenauskunft sind in meinem Fall korrekt.
Weil dort überall der Zugangsfaktor 1 verwendet wird.
Das ist eine Fiktion, die annimmt, dass man bis zur Altersrente arbeitet.
Daher total irreführend und bei einem Großteil der Leute irreal.
Bei mir ist das als Schwerbehinderter der Zugangsfaktor 0,892.
Da kommt dann viel weniger bei der Rente raus.

Experten-Antwort

Hallo Bernd,
worin die Ursache für die unterschiedlichen Rentenauskünfte liegt, lässt sich hier im Forum kaum klären. Ich empfehle Ihnen daher, mit den beiden Auskünften nochmals eine Auskunfts- und Beratungsstelle aufzusuchen.

von
Schade

Sind Sie ganz sicher, dass man Ihnen eine Rentenauskunft oder eine Renteninformation ausgedruckt hat?

So wie Sie das beschreiben hört sich das eher nach einer Excel Tabelle an. So etwas wird in den Beratungsstellen in BaWü verwendet. und dieses Teil ist eigentlich perfekt um die möglichen Entwicklungen aufzuzeigen.
Wenn aber ein "Düpfelesscheißer" bemängelt, dass nicht alles centgenau passt, hat er wohl nicht ganz kapiert um was es dem Berater ging.

Hochgerechnet auf die künftige Rente sind da Abweichungen vollkommen normal. Die kommen auch bei jeder Rentenauskunft vor......

von
Bernd

Die spezielle Rentenauskunft kam aus Berlin.
Es könnte ein Excel-Sheet sein, was ich da in Baden-Württemberg bekommen habe.
28€ weniger im Monat, sind heute ein halb voller Einkaufswagen bei Aldi.
Dann werden wohl die Zahlen aus Berlin die korrekten sein.
Es ist mir durchaus klar, was der Sachbearbeiter in BW damit bezweckt.
In die Vereinigung DRV werde ich garantiert keinen Cent mehr einzahlen.

von
Schade

Und schon ist das geklärt.......es war eine Excel Liste.

Und bezweckt hat der Berater nur Ihnen zu helfen. Der hat Ihnen ne Berechnung gemacht, weil das Ding aus Berlin ewig nicht kam. Und statt dankbar zu sein und das anzuerkennen, mosert der Kunde. Prima!

PS ob Sie zahlen oder nicht geht dem Berater und jedem DRV Kollegen am Ar... Vorbei. das ist doch allein Ihre Entscheidung

von
Schorsch

Zitiert von: Bernd

Weil je mehr Rente, um so mehr Krankenkasse wird abgezogen.

Und wie viel Geld haben Sie die Solidargemeinschaft der GKV-Versicherten bereits gekostet?
Und wie hoch werden Ihre GKV-Leistungen erst sein, wenn Sie immer älter und immer gebrechlicher werden?

(Bitte mal ganz ehrlich sein!)

MfG

von
KSC

Lieber Bernd,
als Berater in BaWü verstehe ich Sie nun wirklich nicht.
Da gibt es eine von einem Kollegen programmierte Excel Tabelle, die man mit den aktuellen Werten der Rentenauskunft füttert und mit Ihrem aktuellen Lohn / Beitrag. Zudem wird die Rentenart vorgegeben, angekreuzt ob 45 Jahre vorhanden sind und dann spuckt diese Tabelle ab dem individuellen frühesten Rentenbeginn für jeden Monat (meinetwegen bis 68) die Bruttorente aus. Zudem wird noch KVdR und ein etwaiger Beitragszuschuss ermittelt. Arbeitet jemand länger als bis Regelalter sind auch noch die Zuschläge drin.
Der Kunde bekommt also für jeden möglichen Rentenbeginn seine "Nettorente" hochgerechnet.
Zudem steht drauf welcher Anteil steuerpflichtig ist und welcher Betrag zum Ausgleich eines Abschlages erforderlich wäre.

Für mich ist das ein perfektes Produkt, dass von den allermeisten Kunden sehr gelobt wird und das zudem auch noch einfach zu verstehen ist (was man von der Rentenauskunft nicht wirklich sagen kann).
Eine Riesenerleichterung für Berater und Kunden.

Die Hochrechnung für die Zukunft ist natürlich immer davon abhängig was jemand künftig verdient - so gesehen kann eine "offizielle Rentenauskunft" der DRV geringfügig anders rechnen.
Was aber in 2 oder 4 Jahren tatsächlich rauskommt weiß eh keiner.

Außerdem haben Sie die fragliche Tabelle nicht einfach so an den Kopf geworfen bekommen, sondern der Berater hat Ihnen doch sicher erklärt was er Ihnen mitgibt und was die einzelnen Zeilen aussagen.

Zum zukünftigen Lohn wurde garantiert etwas in der Art "ich gehe davon aus dass sich Ihr Lohn ähnlich wie 2017 weiterentwickelt"gesagt.

Mit dieser Tabelle kann sich der Kunde dann entscheiden, ob er bis 63 arbeitet oder länger, er hat alles auf einem DIN A4 Blatt.

Dass Sie Ihre 100 € mehr Rente ür etwaiges länger arbeiten individuell nicht als ausreichend erachten, ist aber Ihr ganz persönliches Problem.
Der Berater der DRV ist dafür sicher nicht verantwortlich.

von
W*lfgang

Zitiert von: KSC
Excel Tabelle

Ergänzend:

Habe ich mir auch schon vor gut 20 Jahren gemacht/statt immer nur Papier vollzuschmieren, um mal eben schnell mit aktuellen Werten und erwarteten/gesicherten Zukunftswerten diverse Rentenbeginne/Abschlagsvarianten fix hochzurechnen.

Natürlich besteht da immer ein (kleiner) Unsicherheitsfaktor, weil nicht die speziellen Feinheiten (z.B. der Gesamtleistungsbewertung oder gar die Auswirkungen auf die Mindest-EP-Berechnung) da einfließen können ...das 'sichtet' man dann schlicht aus der letzten Rentenauskunft - also denen, die noch vollständige Anlagen hatten ;-)

Eine Rentenauskunft - allein die 'besondere' zum Tag X ist das Nonplusultra - kann aber auch komplett in die Irre führen, wenn die zukünftigen Einkommensverhältnisse sich spontan anders entwickeln. Deswegen behilft man/Berater sich eben mit schlichten Mathe-Formeln und lässt Excel rechnen - passt fast immer bei Rentennähe ...*hey, sind sogar 5 EUR mehr geworden :-)
(KSC: Excel/Tabelle wird nicht 'programmiert'/das ist fertig, man nutzt nur seine Anwendungsmöglichkeiten für das was man will/vom Programm bereit gestellt wird ...oder 'programmieren' Sie auch Word, wenn Sie einen Standard-Vorlagebrief/gar Serienbrief, für dies und das entwerfen? ;-))

Gruß
w.
PS: weder auf die Rentenauskunft noch auf etwaige Hilfsberechnungen gibt es eine Garantie für die Ratsuchenden, geschweige denn einen 'einklagbaren' Anspruch – im Rahmen einer zugesicherten (Falsch)Auskunft bewegt man sich da in einem anderen Rechtsbereich.

von
Werner67

Hallo Bernd,

was genau haben Sie denn aus Berlin bekommen?
Auf der normalen Rentenauskunft ist doch die Höhe einer Altersrente für Schwerbehinderte gar nicht ausgewiesen.
Und falls doch eine spezielle Auskunft für eine Altersrente für Schwerbehinderte ausgedruckt wurde, ist möglicherweise keine Hochrechnung drin.
Bei Unklarheiten würde ich ausdrücklich empfehlen, dass Sie noch mal zur Beratung gehen und beide Berechnungen mitbringen.

Gruß
Werner

von
Bernd

Hallo KSC,
das sollte keine Kritik sein, ich finde die Information gut die in dem Excel steckt, dass es anscheinend nur in Baden-Württemberg gibt.

Es ist aber ernüchternd und macht mich sauer, wie wenig Rente ich nach jahrzehntelanger Arbeit bekommen werde.
Denn das war für mich als schwerbehinderter kein Kinderspiel, überhaupt arbeiten und durchhalten zu können.
Ich musste mich gegen Anfeindungen der Kollegen durchsetzen, die sich einen Spaß daraus machten, von hinten angeschlichen, mir die Hörgeräte aus zu schalteten. Einer hat mich mal angebrüllt, Ihr scheiß schwerbehinderten, machen immer nur zusätzliche Arbeit usw.
Ich habe mich trotz allen Problemen durchgebissen und jetzt kann ich nicht mehr und diese Armutsrente ist nun der Dank dafür ?
Vielen Dank Deutschland, du kannst wirklich stolz auf dich sein !

Hallo Werner,
Ja, das werde ich wohl machen müssen, noch mal ein Beratungsgespräch und die Beiden Dokumente vorlegen.
Bei dem aus Berlin handelt es sich um eine spezielle Rentenauskunft für die Rente als Schwerbehinderter, die gibt es nur auf Antrag.
Das Excel das ich aus BW bekam, geht ebenso bis Ende 2018, also keine weitere Hochrechnung für kommende Jahre, so wollte ich es auch.

von
Bernd

Muß noch ergänzen:
In dem Excel ist der Rentenstand Ende 2018 aufgeführt, in den weiteren Zeilen hat es durchaus Hochrechnungen dafür, wenn ich weiter arbeite bis zur Altersrente für Schwerbehinderte.

von
Bernd

Nur mal zur Information.
Meine Rente wird nach 10,8% Abzügen und Abzug der Krankenkasse 998€ betragen.
Ein Freund von mir der ebenso schwerbehindert ist, ist bereits seit 20 Jahren Zuhause, zuerst Arbeitslosenhilfe und dann Hartz4.
Wir haben vor kurzem zusammengerechnet, er hat derzeit mit Übernahme der Miete, Zuschlägen, keine GEZ, keine Abzüge durch die GKV, Vergünstigungen durch die Stadt, 1053€ monatlich.
Also mehr als ich, wo ich jahrzehntelang, trotz Behinderung in das Solidarsystem eingezahlt habe.

Kann mir einer mal erklären, was diese himmelschreiende Ungerechtigkeit soll ?

von
Omowäschtdurchdenknoten

Zitiert von: Bernd
Nur mal zur Information.
Meine Rente wird nach 10,8% Abzügen und Abzug der Krankenkasse 998€ betragen.
Ein Freund von mir der ebenso schwerbehindert ist, ist bereits seit 20 Jahren Zuhause, zuerst Arbeitslosenhilfe und dann Hartz4.
Wir haben vor kurzem zusammengerechnet, er hat derzeit mit Übernahme der Miete, Zuschlägen, keine GEZ, keine Abzüge durch die GKV, Vergünstigungen durch die Stadt, 1053€ monatlich.
Also mehr als ich, wo ich jahrzehntelang, trotz Behinderung in das Solidarsystem eingezahlt habe.

Kann mir einer mal erklären, was diese himmelschreiende Ungerechtigkeit soll ?

Nicht zu vergessen, dass Ihr Kollege auch niemals Steuern zahlen braucht. Sie aber evtl. schon irgendwann.
Es ist schmerzhaft für viele Rentner, insbesondere für die zukünftigen Rentner.
Vorsorge, Vorsorge, Vorsorge lautet das Motto.