Berücksichtigung Schwerbehinderung

von
Schön

Wird bei der EM-Rente bzw bei der Arbeitsmarktrente die Schwerbehinderung und etwaige Merkzeichen wie das G und B berücksichtigt durch die DRV?

von
Silvia

Hallo Frau/Herr Schön

Entscheidend für die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente ist nicht der Grad der Behinderung (GdB).

Alleinig aufgrund einer anerkannten Schwerbehinderung (auch mit MZ), besteht kein Anspruch auf Rente.

Die sozialmedizinische Beurteilung der Erwerbsfähigkeit aufgrund Schwerbehinderung ist getrennt/losgelöst zu betrachten.

Eine ärztliche Begutachtung stellt meist das sogenannte qualitative und quantitative Leistungsvermögen (Restleistungsvermögen) fest.

Aufgrund anerkannter Schwerbehinderung kann jedoch ein Anspruch auf Altersrente wegen Schwerbehinderung bestehen.

Gruss Silvia

von
Schön

Vielen Dank.

Aber wenn jemand nachweislich nicht richtig laufen kann durch das G nachgewiesen und Begleitung braucht durch das B nachgewiesen, fließt das bei der Beurteilung der Verfügbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein?

von
Fortitude one

[quote=296674]Wird bei der EM-Rente bzw bei der Arbeitsmarktrente die Schwerbehinderung und etwaige Merkzeichen wie das G und B berücksichtigt durch die DRV?[/quote

Hallo Schön,

ein kleiner Unterschied ob Arbeitsmarktrente oder EMR aus medizinischen Gründen liegt vor. Silvia hat Ihnen bereits sachlich dazu was geschrieben. Meine persönliche Meinung ist, wenn eine Person einen unbefristeten GdB 90 und höher mit den MZ z.b. G und B hat, dann ist ist das ein klarer Beweis dafür, daß die Person nicht mehr arbeiten kann. Aber die Realität sieht leider anders aus. Gegebenfalls müssten Sie vor das SG gehen.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Silvia

Hallo Frau/Herr Schön

Vielleicht hilft Ihnen das Lesen hier
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/208286/publicationFile/2121/aerzliches_gutachten_hinweise_begutachtung_pdf.pdf
ein wenig weiter.

Unter dem Punkt 2.2 werden Sie darüber lesen, dass das Vorliegen an "Summierung ungewöhnlicher Leistungseinschränkungen bzw. einer schweren spezifischen Leistungsbehinderung" eine von der Rechtsprechung entwickelte Ausnahme bildet und zur Anerkennung einer EM führen kann.

Im Rentenantragsverfahren bliebe dies gleichfalls zu prüfen.

Gruß Silvia

von
Schäuble lässt grüßen

Trotz allem gibt es auch Menschen die nicht laufen können und trotzdem in Vollzeit arbeiten.

Ein Querschnittsgelähmter im Rolli mit Büroarbeitsplatz, beispielsweise unser Parlamentspräsident beweist dies seit Jahren eindrücklich.

Experten-Antwort

Hallo Schön,

ein GdB (auch mit Merkzeichen) ist nicht gleichzusetzen mit einer Erwerbsminderung im rentenversicherungsrechtlichen Sinne. Die Rentenversicherung kann daher auch nicht den anerkannten Grad der Schwerbehinderung unmittelbar als Grundlage für eine Entscheidung über eine ggf. vorliegende Erwerbsminderung heranziehen. Allerdings werden gleichwohl alle (bekannten) aktuellen Gutachten, Befunde und Diagnosen bei der sozialmedizinischen Beurteilung durch den Rentenversicherungsträger berücksichtigt - also auch die, welche zur Anerkennung des Grades der Schwerbehinderung geführt haben.