Bitte um AHB-Tipps

von
Gernot

Liebes Forum,

Sie haben mir bereits mal hervorzüglich geholfen, tun Sie das bitte auch jetzt:

Herz-OP, Akut-Klinik, Arzt: "Glückwunsch, die OP ist ihr Freifahrtschein in eine Anschluss-Reha, nächste Woche gehts los!"

Ich google das, stoße auf eine Broschüre der Rentenversicherung und verstehe dank der vielen Schachtelsätze nix. Verzeihen Sie mir deshalb bitte diese Fragen:

1) Wer stellt den Antrag: Muss ich den downloaden, dann dem Krankenhaus oder meinem Arzt vorlegen? Binnen einer Woche Antrag bewilligen - das klappt doch nie, oder?
2) Versicherungsrechtliche Voraussetzungen: Mal steht was von 15 Jahren, dann von 2 Jahren, dann von 5 Jahren, dann was von freiwillig versichert. Ich bin Ex-Beamter, seit 2 Jahren in der freien Wirtschaft sozialversichert. Kriege ich die Reha?
3) Wunschrecht: Es liest sich so als könne man selbst die Klinik wählen. Wer kann mir eine in NRW empfehlen?
4) Wer bestimmt darüber, ob ich ambulant oder stationär die Kur antrete?

Ich danke für jegliche Unterstützung

von
Jonas

Hallo Gernod,

zu 1)
Der Antrag wird in der Regel mit Ihnen zusammen über den Sozialdienst des Krankenhauses gestellt. Sprechen Sie die entsprechende Stelle im Krankenhaus an.

zu 2)
Es gibt verschieden Voraussetzungen. Sie erfüllen nach Ihren Ausführungen die 6 aus 24. Das heißt, dass Sie innerhalb der letzten 2 Jahre mindestens 6 Monate Pflichtbeiträge an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben. Damit liegen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen vor. Zusätzlich müssen natürlich auch die medizinischen Voraussetzungen vorliegen.

zu 3)
Sie können einen Wunsch äußern. Ob er immer berücksichtigt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Empfehlung kann ich Ihnen nicht geben. Über Google werden Sie entsprechende Kliniken angezeigt bekommen. Sie können die Auswahl auch einfach dem RV-Träger überlassen, wenn Sie bisher keine Wunschklinik haben.

zu 4)
Grundsätzlich sollen Reha-Maßnahmen ambulant durchgeführt werden (kostengünstiger). Die Entscheidung trifft der RV-Träger (sozialmedizinische Abteilung). Entscheidend ist dabei, ob ein ambulante Maßnahme für Ihr Krankheitsbild sinnvoll ist und wenn ja, ob eine entsprechende Klinik in der Nähe ist. Über die sinnvollste Form sollten Sie mit Ihren behandelnden Ärzten sprechen und einen entsprechenden Hinweis in den Antrag mit aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Jonas

von
???

zu 4.
Bei AHB sucht nach meinem Wissen das Krankenhaus die Reha-Klinik aus. Sprechen Sie den Sozialdienst doch darauf auch an.

von
Jonas

Zitiert von: ???

zu 4.
Bei AHB sucht nach meinem Wissen das Krankenhaus die Reha-Klinik aus. Sprechen Sie den Sozialdienst doch darauf auch an.

Nein.
Die Entscheidung über die Klinik zur Durchführung einer medizinischen Leistung zur Teilhabe obliegt allein dem Kostenträger (hier: RV-Träger).

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Gernot,

den Ausführungen von Jonas ist nichts hinzuzufügen. Vielen Dank an Jonas!

von
=//=

Zitiert von: Jonas

Zitiert von: ???

zu 4.
Bei AHB sucht nach meinem Wissen das Krankenhaus die Reha-Klinik aus. Sprechen Sie den Sozialdienst doch darauf auch an.

Nein.
Die Entscheidung über die Klinik zur Durchführung einer medizinischen Leistung zur Teilhabe obliegt allein dem Kostenträger (hier: RV-Träger).

Das stimmt zwar grundsätzlich, aber manche Kliniken schlagen dem Patienten Kliniken vor, denen dann auch der RV-Träger zustimmt.

Nach einer Herz-OP wird mit größter Wahrscheinlichkeit keine ambulante, sondern eine stationäre AHB gewährt. Es dürfte meines Erachtens kaum oder keine Reha-Klinken geben, die bei diesem Krankheitsbild überhaupt in der Lage sind, eine ambulante Reha durchzuführen.