Corona (Covid-19): Antworten zu Beratungsterminen und Reha

Moderatoren-Beitrag

Liebe Leser,

das geht uns allen wohl gerade so: Die Verunsicherung ist groß. Wir verschaffen Ihnen einen Überblick. Dieser "Corona-Thread" wird täglich aktualisiert. Alle Neuigkeiten erhalten den Zusatz "NEU" damit Sie beim erneuten Öffnen dieses Threads sofort sehen, was sich getan hat. (Start des News-Threads: 13.3., 15:21 Uhr / letzte Aktualisierung, 30.3., 16:20 Uhr)

An alle §51 SGB V-Betroffenen im auslaufendem Krankengeld-Bezug: Wir telefonieren immer noch Krankenkassen ab, um Ihnen einen fundierten Artikel liefern zu können und bitten noch um Geduld.

NEU: Interview zur Reha in Zeiten von Corona: https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/reha-in-zeiten-von-corona.html

Ausführlicher FAQ-Artikel zu Reha und Corona unter: https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/reha-kliniken-reagieren-auf-corona-krise.html

Ausführlicher FAQ-Artikel zu LTA/berufliche Reha und Corona unter https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/berufliche-reha-lta-trotz-corona.html

Artikel zur Auswirkung von Kurzarbeitergeld auf die Rente, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung.
https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/kurzarbeitergeld-folgen-fuer-rente-krankenversicherung-und-steuern.html

CORONA UND BERATUNG

Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, schließen Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung oder schränken den Besucherverkehr ein.

Das Personal, das normalerweise in den Auskunfts- und Beratungsstellen arbeitet, wird nun auch an den Servicerufnummern der DRV eingesetzt. Es gibt die landesweite Rufnummer 0800 - 1000 4800 sowie die Servicerufnummern der Regionalträger. Diese Telefonnummern finden Sie im Artikel, der im nächsten Absatz empfohlen wird. Weil die Vor-Ort-Termine ausfallen, ist der Andrang an der Hotline groß - zudem dauern die Gespräche nun länger als sonst, weil die Formulare telefonisch durchgegangen werden.

Wir haben für Sie in einem Artikel Alternativen zur Vor-Ort-Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle zusammengefasst: https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/corona-alternativen-zum-beratungstermin-bei-der-rentenversicherung-1.html Wir bitten unsere Leser um Beachtung eines Posts des Users KSC weiter unten (@KSC: Danke!).

Eine weitere Option für Anträge, Fragen und Hilfen sind die Versicherungsämter der Städte, Gemeinden und Kreise. Viele schränken den Publikumsverkehr ein. Wir gehen davon aus, dass Vor-Ort-Termine kaum noch möglich sind. Auf den Internetseiten finden Sie entsprechende Hinweise. Wer bereits einen Termin hat oder dringende Fragen hat, sollte per Mail seine Wünsche äußern und eine Telefonnummer hinterlassen. Evtl. ist eine telefonische Beratung möglich. Siehe auch Beitrag von KSC unten.

Von den Einschränkungen sind auch Vorträge der Rentenversicherungen im Rahmen des Firmenservice betroffen. In der Regel wurden sie abgesagt.

Über Ihre Fragen im Forum und Mails wissen wir, dass auch Versicherte aktuell Termine nicht wahrnehmen (können) - etwa weil sie ungern öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollen oder die Kinderbetreuung ausfällt. Bitte sagen Sie die Termine ab.

CORONA UND REHA

Wie einzelne Reha-Kliniken mit dem Corona-Virus bzw. COVID-19 umgehen, hängt von einer Reihe von Faktoren ab - etwa den dort behandelten Krankheiten, der örtlichen Verbreitungslage und der Gefahreneinschätzung.

Wer eine Reha-Bewilligung erhält, sollte bei der Klinik anrufen, ob eine Reha derzeit möglich/sinnvoll ist. Die Rentenversicherung weist darauf hin, dass bei chronischen Erkrankungen der Lunge, des Herz-Kreislaufsystems, des Stoffwechsels und bei Immunschwäche Versicherte sorgfältig prüfen sollten, ob sie ihre Rehabilitation derzeit antreten sollten. Rücksprache mit dem behandelnden Arzt!

Reha-Bewilligungen sind jetzt 9 MONATE gültig! Das gilt auch für bereits erteilte Bescheide. Versicherte haben jetzt mehr Zeit, die aktuelle Situation zu berücksichtigen. Bislang galt eine 6-Monate-Frist. Danke an DRVBund für den Hinweis.

Die Bundesregierung plant, nun auch die Reha-Kliniken in die Notfalleversorgung zu integrieren. Dies dürfte nur für Patienten mit leichteren Verläufen gelten, da Reha-Kliniken i. d. R. keine intensivmedizinische Betreuung anbieten können. Welche Kliniken in Betracht kommen, ist noch unklar.

In Bayern, wo ja der Katastrophenfall ausgerufen wurde, werden die Reha-Einrichtungen - insbesondere die ambulanten Reha-Zentren - verpflichtet, ihren Betrieb zu prüfen und so zu gestalten, dass die Vorschriften der Gesundheitsbehörden erfüllt werden. Andernfalls muss die Einrichtung schließen. Die eigenen Reha-Kliniken der DRV Bayern Süd (Rehafachzentrum Bad Füssing-Passau, Orthopädische Klinik Tegernsee, Klinik Bad Reichenhall, Fachklinik Gaissach) nehmen ab sofort nur noch AHB-PatientInnen auf (AHB = Anschlussheilbehandlung). Diese werden bei der Aufnahme auf Anzeichen von Coronavirus überprüft. Die Kliniken werden sich mit Patienten, die in den nächsten Wochen in eine Reha starten sollen, rechtzeitig in Verbindung setzen und mitteilen, ob eine Anreise schon wieder möglich ist oder den Anreisetermin absagen. Nachsorgeleistungen können bis zu 6 Wochen unterbrochen werden, erst dann wird die Leistung abgebrochen.

Aufnahmestopp für alle Reha-Kliniken in Schleswig-Holstein (https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/I/Presse/PI/2020/MP/20200317_Corona_kureinrichtungen.html). Danke an User "Neu" für den Hinweis!

Wie sich Schul- und Kindergartenschließungen oder die Ausbreitung des Corona-Virus auf die Belegschaft auswirkt, ist derzeit schwer absehbar.

Kliniken, die noch Patienten aufnehmen, verschicken im Vorfeld der Reha Fragebögen. Diese sollten Patienten ehrlich und zeitnah beantworten.

Wir haben Anfragen erhalten, ob eine Verschiebung der Reha möglich ist. Grundsätzlich lassen sich Rehas verschieben, etwa wenn ein Patient nicht rehafähig (also krank) ist. Mehr Infos: https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/reha-kliniken-reagieren-auf-corona-krise.html (@Maria: Danke für den Hinweis)

In vielen Bundesländern wird das Besuchsrecht in Kliniken stark eingeschränkt. Wir wissen, dass das Kindern, Partnern und Patienten schwerfällt, bitten aber um Einhaltung der Weisung.

Auch ob Wochenendheimfahrten von Patienten möglich sind, entscheidet die Klinik.

Wir erhalten Nachfragen zum Thema Quarantäne: Quarantäne-Maßnahmen gab es in Kliniken bereits vor COVID-19 - etwa wenn ein Patient unter Durchfall litt. Quarantäne bedeutet, dass der Patient auf dem Zimmer bleibt und dort versorgt wird. In der Regel handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme durch die andere Patienten und das Personal geschützt werden sollen. In Zeiten von Corona verunsichern solche Maßnahmen mehr als sonst, letztlich dienen sie aber der Sicherheit aller.

Reha An-/Abreise: Die Bahn sagt, dass sie trotz Corona den Zugverkehr aufrecht erhält (https://www.bahn.de/p/view/service/aktuell/index.shtml). NEU: Uns erreichen Meldungen wonach einzelne Regionalverkehrsgesellschaften ihre Fahrpläne auf "Ferienmodus" wechseln (krankes/verhindertes Personal, weniger Fahrgäste). Vor An- und Abreise Verbindungen checken!

CORONA UND BEFÖRDERUNGSWERKE / BERUFLICHE REHA

Erste Berufsförderungswerke schließen ihre Einrichtungen. Etwa das BfW Saarland (https://www.bfwsaarland.de/bfw-saarland/info-zum-corona-virus-2/) oder die INN-tegrativ gGmbH mit Einrichtungen in Niedersachsen (https://inn-tegrativ.de/standorte.html). Auch hier: Internetseite des Anbieters checken oder dort anrufen. (@Stefan R.: Danke für den Hinweis!)

In Bayern wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Ab heute, 17.3.2020, sind die Berufsförderungswerke München, Kirchseeon und Eckert, Regenstauf geschlossen. Der Unterrichtsbetrieb wird auf Fernunterricht, Lernphasen zu Hause, Onlinebetreuung und sonstige Unterstützung auf Distanz umgestellt. Die Maßnahmen laufen daher unverändert weiter! Auch für das das Reha-Zentrum Nürnberg/BFW Nürnberg wird ab sofort bis 20.03.2020 der Lernort nach Hause verlagert. Sollten Teilnehmende trotzdem im Reha-Zentrum bleiben wollen, steht ihnen das Internat zur Verfügung. Die MitarbeiterInnen versorgen die Teilnehmer per Mail und Telefon mit Lernstoff und sind sogar als Ansprechpartner im BFW erreichbar.

ANDERE SOZIALTRÄGER
Weil hier schon Nachfragen kamen zu ALG: Die bundesweite Hotline der Arbeitsagenturen ist überlastet. Tipp: Einige Arbeitsagenturen schalten regionale Telefonnummern. Am schnellsten kommt man über eine Suchmaschine auf die Regio-Homepages, wenn man "Arbeitsagentur" und eine Ortsbezeichnung eingibt.

Allgemeine Informationen zu COVID-19 finden Sie u.a.:

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html#c11964

https://www.youtube.com/playlist?list=PLRsi8mtTLFAyJaujkSHyH9NqZbgm3fcvy

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/faq.htm

Wir bitten unsere Leser und Stammuser politische Diskussionen ("Deutschland hat versagt" etc) zu unterlassen. Alles, was wir an Lösch- und Dokumentationsarbeiten sparen können, stecken wir in die redaktionelle Arbeit.

Bitte bleiben Sie gesund.

Viele Grüße
Ihre Redaktion

PS: Wir aktualisieren diesen Thread mind. 1x täglich.

[Dieser Beitrag wurde 24mal bearbeitet, zuletzt am 30.03.2020, 16:21 Uhr]

von
Rudi Ratlos

Ich wollte in Kürze in einer DRV-Beratungsstelle Altersrente beantragen.

Und nun?
Soll ich jetzt damit solange warten, bis mitte des nächsten Jahres ein Impfstoff gefunden wurde?

von
fritze hilfreich

Zitiert von: Rudi Ratlos
Ich wollte in Kürze in einer DRV-Beratungsstelle Altersrente beantragen.

Und nun?
Soll ich jetzt damit solange warten, bis mitte des nächsten Jahres ein Impfstoff gefunden wurde?


Es gibt Versichertenberater und Versichertenälteste auch in Ihrer Nähe die beim Rentenantrag helfen. Suchen Sie doch mal danach, ggf. bei Google

von
nebenbei

Zitiert von: fritze hilfreich
Zitiert von: Rudi Ratlos
Ich wollte in Kürze in einer DRV-Beratungsstelle Altersrente beantragen.

Und nun?
Soll ich jetzt damit solange warten, bis mitte des nächsten Jahres ein Impfstoff gefunden wurde?


Es gibt Versichertenberater und Versichertenälteste auch in Ihrer Nähe die beim Rentenantrag helfen. Suchen Sie doch mal danach, ggf. bei Google

Dem Vernehmen nach soll es sogar Versicherungsämter und antragaufnehmende Gemeinden geben, die hier helfen können...
...meint zumindest das SGB IV und I

von
KSC

es gäbe dazu doch auch ganz andere prgamatische Lösungsmöglichkeiten:

Sie legen zur Zeit des Termins sämtliche benötigten Unterlagen parat (VSNR, IBAN, KKKarte, Steuer ID, etc und rufen dort an wo Sie den Termin haben.

In den 30-60 Minuten die für den Antrag vorgesehen sind, klären Sie das Notwendige mit dem vorgesehenen Berater, der gibt die Daten online ein und kann dieses sogar online versenden. Ob Sie ihm bei der Dateneingabe zusehen oder per Telefon mithören ist doch ziemlich egal, oder? Sie erhalten per Post die Kopie des Antrages zugesandt und alles wäre gut.

Ob zu so einer bürokratiefreien Verfahrensweise alle DRV Dienststellen bereit wären, kann ich natürlich nicht sagen - ich höre geradezu den Aufschrei einiger Kollegen.

Ich praktiziere das aber immer wieder (wenn jemand z.B. plötzlich erkrankt oder beim Termin plötzlich die EDV streikt) - warum sollte das in dieser "nationalen Notlage" nicht möglich sein?

Und kommt mir bitte nicht mit Datenschutz und Co; besndere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.

von
Lob

Danke an die DRV, dass sie hier informiert und KSC für gute Ideen.

von
Berater

Zitiert von: KSC
es gäbe dazu doch auch ganz andere prgamatische Lösungsmöglichkeiten:

Sie legen zur Zeit des Termins sämtliche benötigten Unterlagen parat (VSNR, IBAN, KKKarte, Steuer ID, etc und rufen dort an wo Sie den Termin haben.

In den 30-60 Minuten die für den Antrag vorgesehen sind, klären Sie das Notwendige mit dem vorgesehenen Berater, der gibt die Daten online ein und kann dieses sogar online versenden. Ob Sie ihm bei der Dateneingabe zusehen oder per Telefon mithören ist doch ziemlich egal, oder? Sie erhalten per Post die Kopie des Antrages zugesandt und alles wäre gut.

Ob zu so einer bürokratiefreien Verfahrensweise alle DRV Dienststellen bereit wären, kann ich natürlich nicht sagen - ich höre geradezu den Aufschrei einiger Kollegen.

Ich praktiziere das aber immer wieder (wenn jemand z.B. plötzlich erkrankt oder beim Termin plötzlich die EDV streikt) - warum sollte das in dieser "nationalen Notlage" nicht möglich sein?

Und kommt mir bitte nicht mit Datenschutz und Co; besndere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.

Ihre Idee ist wirklich nicht schlecht.
Mal schauen, ob mein Rententräger meinen Arbeitsplatz entsprechend telefonisch einrichten kann und überhaupt gewillt ist, derartige Lösungen auch umzusetzen.

von
nur ein Gedanke

Ich darf in die Rehaklinik Glotterbad. Ich gehe, weil ich mich dort sicherer fühle: Ich muss nicht arbeiten, keinen verkeimten ÖPNV nutzen, in der Klinik gelten hohe Hygienestandards und ich muss keine Hamsterkäufe machen - Vollverpflegung. Jeder soll selbst entscheiden, ob er seine Reha antritt. Meine Meinung soll nur zu Ihrer Meinungsbildung beitragen.

von
noch ein Gedanke...

An "nur ein Gedanke" ergänzend: In Reha-Kliniken ist ein Arzt gleich zwei Türen weiter. Bei meinem Hausarzt ist schon "Land unter"

von
W°lfgang

Zitiert von: KSC
es gäbe dazu doch auch ganz andere prgamatische Lösungsmöglichkeiten:(...)

> Bezug auf: "Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, schließen einige Rentenversicherungen ab 16.3. Auskunfts- und Beratungsstellen (DRV Nordbayern, DRV Saarland) oder schränken den Besucherverkehr ein."

Hallo KSC,

sehr gute Idee von Ihnen!

Da ja auch im kommunalen Raum ein erheblicher Nachfragebedarf/Kundenkontakt besteht, ist das eine Lösung, zumindest die Antragsfrage für Rentenanträge so zu handhaben/hier geht es ja grundsätzlich um finanzielle Existenzsicherung *) - Beratungen für dies und das können erst mal völlig hinten runterfallen, für etwaige (versäumte) Fristen finden sich sicher im Nachhinein großzügige Regelungen.

*) dass 3 Zimmer weiter der Zahltag für Barleistungen für Sozialleistungen aller Art gesichert wird ...darüber muss ich mir als erste (wichtigste!??) Sofortmaßnahme sicher keine Gedanken machen ;-)

Gibt es von den Mitlesenden auf kommunaler Ebene schon erste Erkenntnisse, wie/ob die örtlichen Versicherungsämter - oder allgemein auch, alle aus Bundesgesetz auf Länder/Kommunen übertragen Aufgaben mit erheblichen Kundenkontakt - zu verfahren haben; ggf. aus den Landesaufsichtsbehörden dazu bereits vorgesehene Verfahrens-/Handlungsanweisen?

Oder lässt man das, wie gehabt uneinheitlich, in den Händen der Gemeindefürsten, statt aus Bund/Land dazu klare Signale zu erhalten?

Gruß
w.

Experten-Antwort

Liebe Leser,

wir wollen den Blog hier übersichtlich halten. Deswegen haben wir einige Einträge gelöscht. Bitte konzentrieren Sie sich auf Fragen und sachdienliche Hinweise. Zickereien und "Wasserstandsmeldungen" aus anderen Ländern löschen wir. Der Thread wird sonst zu lang und unübersichtlich.

Wir widersprechen der Ansicht, dass Rentenanträge in dieser Lage zweitrangig sind. Altersrenten sind für die meisten Arbeitnehmer die Haupteinnahmequelle im Alter. Zudem gibt es noch Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten - inklusive Fristen, Formularen und Klärungsbedarf. Insofern sind alle sachdienlichen Hinweise zur Beratung willkommen.

@Wolfgang: Wir haben uns mal umgeschaut. Wir haben fast 20 Städte/Gemeinden abgesurft. Nirgendwo stand ausdrücklich, dass Versicherungsämter schließen - teilweise war die Onlineterminvergabe offen. Gleichzeitig lesen wir, dass Mitarbeiter einiger Verwaltungen ins Homeoffice geschickt wurden. Es hilft wohl nichts: Man kann versuchen, einen Termin zu kriegen (online oder telefonisch) und dann warten, ob und wie die Beratung stattfinden kann (evtl. klappt es per Post/Telefon).

Viele Grüße
Ihre Redaktion

von
Ela

Guten Morgen,
mein Mann ist Risikopatient (Asthmatiker) und soll am kommenden Dienstag zur Reha in eine Klinik in Kinzigtal (Ortenaukreis/BaWü,hat aktuell 22 Covid19-Fälle).
Auf der Internetseite der Klinik findet man keinerlei aktuelle Informationen und wir sind ziemlich verunsichert,weil mein Mann eigentlich mit den ÖPNV und der DB fahren müsste (natürlich ist auch die Fahrkarte schon besorgt).
Uns wurde zwar bei einem Telefonat versichert,dass die Klinik entsprechene Vorbereitungen getroffen und vorbereitet ist (so,wie man es vermutlich aktuell sein kann),trotzdem bleibt eben ein Restrisiko,vor allem,weil er ja eigentlich mit Bahn und ÖPNV anreist,und man nie weiss,wer mitfährt.
Mir wäre es fast lieber,ihn selbst mit dem Auto zu fahren.
Da wir aber finanziell sehr rechnen müssen,wir eine Fahrkarte schon gekauft haben (weil das Schreiben der Klinik erst vor knapp 7 Tagen kam,und damit der Reisegutschein bei der DB nicht eingelöst werden konnte),ist natürlich die Frage,ob wir die Kosten für die Fahrkarte trotzdem erstattet bekommen,oder ob nur die Kosten für die PKW-Anfahrt erstattet werden?
Und es ist für uns natürlich auch die Frage,ob es,bei allen Vorsichtsmaßnahmen,die im Menschenmöglichen stehen,trotzdem der Antritt seiner Reha sinnvoll ist.

Darüber hinaus beschäftigt uns natürlich auch die Frage, was passiert,wenn es zu solchen Situationen kommt,dass Städte abgeriegelt werden.Die aktuelle Situation mit dem Covid-19-Virus ist dermaßen chaotisch und uneinschätzbar,dass wir uns alle möglichen Maßnahmen vorstellen können (hier in Nbg/FÜ wurden mittlerweile alle Veranstaltungen und Versammlungen (privat wie öffentlich)von über 100 (!) Personen untersagt).
Wie es sich allein bis morgen,geschweige denn in den kommenden Wochen entwickelt,ist kaum abzusehen.

Was für Möglichkeiten haben wir,bzw. mein Mann,falls sich die Situation weiter verschlechtert?
Wäre auch ein vorzeitiger Abbruch der Reha-Maßnahme für ihn ohne Nachteile möglich,wenn sich die Situation weiterhin verschärft?
Wie würde es dann z.B. mit der Zahlung des Übergangsgeldes bzw.des Krankengeldes weitergehen?
Wäre es ggf. dann auch möglich,weil es bei ihm auch um seine generelle Arbeitsfähigkeit geht,zu einem anderen Zeitpunkt die Reha fortzuführen?

Wir haben bereits vergangene Woche mehrmals versucht,jemanden telefonisch bei entsprechender Stelle bei der Rentenversicherung zu erreichen,aber vergeblich.
Ich hoffe,dass Sie uns vielleicht hier ein wenig Auskunft geben können.
Wir werden morgen auch noch mal bei unsere KV vorstellig werden,weil mein Mann aktuell Krankengeld erhält,vielleicht könnte die uns da auch noch etwas weiterhelfen.

Herzlichen Dank und viele Grüße
Ela

von
Thorsten81

Hallo zusammen,

ich soll in 1,5 Wochen ebenfalls meine medizinische Reha antreten. Auf der Homepage der Klinik steht lediglich, dass sie um die Umstände wissen. Das steht dort aber auch schon länger und wurde nicht mehr aktualisiert.
Sowohl in der Klinik (Median Düsseldorf), als auch bei der DRV bekomme ich telefonisch seit Tagen niemanden erreicht.
Ich habe mich mit meiner KV in Verbindung gesetzt, aber dort konnte man mir nicht weiterhelfen, ausser mit dem Hinweis dass man um die schwierigen Umstände der Kontaktaufnahme wisse und selbst Probleme hätte.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheint es mir absolut fahrlässig ausgerechnet jetzt eine ambulante Reha in Anspruch nehmen zu "müssen". Ich benötige die Reha und bin mehr als froh darüber, sie bewilligt bekommen zu haben. Also bitte nicht falsch verstehen.
Aber die akute Berichterstatttung und die fehlende Möglichkeit in Kontakt treten zu können (vermutlich weil alles völlig überlastet ist), machen mir große Sorgen.

von
Peinlich

Die Rentenversicherung stellt sich in Ihrer Uneinigkeit ein sehr schlechtes Zeugnis aus.
Warum schließen einige Regionalträger Ihre Beratungsstellen für den Besucherverkehr und andere verringern Ihr Beratungsangebot und wiederum andere verändern nichts?
In der aktuellen Situation ist ein derartiges Gebaren mehr als verantwortungslos und zwar gegenüber Kunden und Mitarbeitern.
Wer stellt denn in der Regel Rentenanträge?
Richtig: Ältere und kranke Menschen, also die am meisten gefährdeten Personengruppen.
Daher kann es nur eine bundesweit richtige Entscheidung geben: Schließung aller Auskunfts- und Beratungsstellen. Die Berater könnten sich dann auf eine, für wirklich wichtige Anträge, telefonische Antragsaufnahme einstellen. Diese, hier schon vorgeschlagene Möglichkeit, wäre auch durchaus praktikabel.
Also liebe Rentenversicherung, in der jetzigen Situation ist Flexibilität gefragt. Ihr seid nicht das kleine gallische Dorf, das hier Widerstand leisten muss, was Ihr auch nicht könnt.

In diesem Sinne. Ein direkt Betroffener.

von
Modi1969

Hallo,

Ich denke auch, dass die Idee von KSC sinnvoll ist. Wenn man bedenkt, wie lange viele Versicherte bzw. Rentner auf ihren Termin gewartet haben und dass bei verzögerten Übergang ins Rentnerdasein auch finanzielle Notlagen bei den Versicherten entstünden, könnten die gebuchten Termine tatsächlich telefonisch abgearbeitet werden. Es hilft ja nix, die Leute dann Wochen später wieder einzubestellen. Wer soll den Beratungstsunami denn dann abfedern?
Und nicht jeder Antragsteller kann alleine die Online-Angebote auch nutzen. Daher wäre ein "Springen über den Schatten" in dieser Ausnahmesituation angezeigt.
Beratungsstellen offen zu lassen, erhöht nur das Risiko der Infektion der Mitarbeiter und der dann folgenden quarantänebedingten Komplettschließung.
Dies hilft m.E. Niemandem...

von
Versichertenältester

Zitiert von: KSC
es gäbe dazu doch auch ganz andere prgamatische Lösungsmöglichkeiten:

Sie legen zur Zeit des Termins sämtliche benötigten Unterlagen parat (VSNR, IBAN, KKKarte, Steuer ID, etc und rufen dort an wo Sie den Termin haben.

In den 30-60 Minuten die für den Antrag vorgesehen sind, klären Sie das Notwendige mit dem vorgesehenen Berater, der gibt die Daten online ein und kann dieses sogar online versenden. Ob Sie ihm bei der Dateneingabe zusehen oder per Telefon mithören ist doch ziemlich egal, oder? Sie erhalten per Post die Kopie des Antrages zugesandt und alles wäre gut.

Ob zu so einer bürokratiefreien Verfahrensweise alle DRV Dienststellen bereit wären, kann ich natürlich nicht sagen - ich höre geradezu den Aufschrei einiger Kollegen.

Ich praktiziere das aber immer wieder (wenn jemand z.B. plötzlich erkrankt oder beim Termin plötzlich die EDV streikt) - warum sollte das in dieser "nationalen Notlage" nicht möglich sein?

Und kommt mir bitte nicht mit Datenschutz und Co; besndere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.

Hallo KSC, super Idee, aber ich möchte beim Rentenantrag auch den Verlauf oder eine komplette Rentenauskunft sehen denn die Antragsteller sollen das an Rente bekommen was ihnen zusteht. Wenn das Konto nicht vollständig geklärt ist gibt es halt nicht die richtige Rente und das wäre doch blöd.Wenn das vorher aber alles geklärt sein sollte ist der Vorschlag mit der telefonischen Antragsaufnahme prima und machbar.Einen Haken gibt es noch und zwar den Nachweis eines Kindes wegen der PV. Das muss dann noch geklärt werden.

von
KSC

Klar lieber @Versichertzenältester,

da habe ich als DRVler natürlich die Daten am PC vor mir - das haben Sie oder ein Rathaus nicht unbedingt.

Das mit dem Kindernachweis und ggfls.fehlenden Unterlagen ist weniger das Problem, all das kann der Kunde per Kopie nachreichen, wenn sonst alles geklärt ist.

Wie gesagt praktiziere ich das schon in Einzelfällen längst vor "Corona".
Bei Alters- und Hinterbliebenenrenten ist das durchaus praktikabel, bei EM Renten praktiziere ich das bislang "eher nicht".

Aber einen EM Antrag kann ich als Kunde schon heute formlos stellen und dann läuft das KG oder ALG zunächst mal weiter.....

Schaun wir mal was unsere Führungen entscheiden.

von
Siehe hier

[quote=342075Hallo KSC, super Idee, aber ich möchte beim Rentenantrag auch den Verlauf oder eine komplette Rentenauskunft sehen denn die Antragsteller sollen das an Rente bekommen was ihnen zusteht. Wenn das Konto nicht vollständig geklärt ist gibt es halt nicht die richtige Rente und das wäre doch blöd.Wenn das vorher aber alles geklärt sein sollte ist der Vorschlag mit der telefonischen Antragsaufnahme prima und machbar.Einen Haken gibt es noch und zwar den Nachweis eines Kindes wegen der PV. Das muss dann noch geklärt werden.[/quote]

Wenn das Konto schon geklärt ist und dort auch Kindeserziehungszeiten einberechnet wurden, erübrigt sich der Nachweis für die PV ja eigentlich, denn es wurde bereits schon bei der DRV mal nachgewiesen.
Bei den gesetzlich (pflicht-oder freiwillig)Versicherten wurde die Elternschaft ebenfalls bereits bei der Pflegekasse nachgewiesen.
Also beschränkt sich dieser "Haken" ja wohl nur auf ungeklärte Konten (und privat Versicherte??).
Solange also noch irgendwo in den Behörden die Drucker und E-Mail-Verbindungen nutzbar bedient werden können, dürfte das (bei der DRV) noch nicht nachgewiesene aber das für den Beitrag zur Pflegeversicherung zu berücksichtigende Kind für einen Rentenantrag in dieser Ausnahmesituation aber wohl kaum ein plausibler Grund sein, den Antrag nicht stellen zu können.

Es wäre vielleicht auch zu überlegen, dass in "Zweifelsfällen" eine Rente zunächst vorläufig berechnet und beschieden wird, wenn das dazu beiträgt, dass die Rentenantragsteller dadurch nicht in ein finanzielles Loch fallen, nur weil ein Dokument gefehlt hat, das einen Unterschied von lediglich 0,25% im Auszahlungsbetrag verursacht.

Immerhin ist ja aufgrund der aktuellen Situation auch davon auszugehen, dass auch die anderen Behörden wie Grundsicherung oder Jobcenter die persönliche Kundenberatung einstellen...

Aber nunja, wenn die Regale ohnehin leergehamstert sind, braucht man ja auch wohl auch kein Geld mehr....??, wie sich dann aber die Vermieter verhalten, deren Wohnung man benutzt, weil man nicht mehr raus darf, sollte also auch nicht an 0,25% Differenz scheitern. Und nicht alle Rentenantragsteller haben Wohnungseigentum. Aber auch die Rentenantragsteller mit Wohneigentum haben Kosten zu tragen.

Sorry, aber gerade so etwas 'banales' wie den Kindernachweis für die Pflegeversicherung als "Haken" zu sehen verhindert doch, pragmatische Ideen wie von KSC angeregt, auch pragmatisch umzusetzen.

von
****

Liebe Leute,
in der aktuellen, unübersichtlichen Situation sollte doch jeder erstmal überlegen ob sie/er unbedingt JETZT eine Beratung in einer Beratungsstelle/beim Versicherungsamt oder bei einem Versichertenältesten/-Berater brauchten.
Einen Antrag auf Kontenklärung/Feststellung von Kindererziehungszeiten kann man aufschieben, außer man ist im lfd. Scheidungsverfahren oder Rentenverfahren.
Auch Leute die noch 10-15 Jahre bis zum frühestmöglichen Rentenbeginn vor sich haben können ihre Neugier auf eine Rentenauskunft auch nächstes Jahr befriedigen oder können, da sie ja jetzt genug Zeit zuhause verbringen ihre Rentenauskunft mal vollständig lesen u.U. auch mehrmals.
All diejenigen die bereits Beratungstermine gebucht haben sollten die Notwendigkeit nochmal überdenken und diese Termine rechtzeitig STORNIEREN, damit für die nicht aufschiebbaren Angelegenheiten wie Rentenanträge und WICHTIGE Beratungen, z.B. im Zusammenhang mit Aufhebungsverträgen/Kündigungen/Aufforderungen zur Reha oder EM-Rente durch das AA oder die KK, zeitnah erledigt werden können.

Auf alle Fälle sollte jetzt niemand in eine Beratungsstelle gehen, der deutliche Symptome einer schweren Erkältung (Husten, Schnupfen, Fieber hat, diese Personen werden in der Regel sofort der Dienststelle verwiesen!
Auch wer kürzlich aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, und schon gar nicht diejenigen die sich in Haus-Quarantäne befinden (ja es gibt solche Idioten) sollten eine Beratungsstelle NICHT aufsuchen.
Sollten sich die Besucher nicht an diese Ratschläge halten, besteht die Gefahr, dass ganz schnell betroffene Beratungsstellen geschlossen werden.

Also Leute erst Hirn einschalten, dann handeln und bleibt gesund.

PS: Auch in den Beratungsstellen wird akt. das Personal knapp, es ist ja auch noch Grippesaison und wegen der Schul- und KITA- Schließungen muß die Kinderbetreuung organisiert werden.

Experten-Antwort

Wir mussten Einträge löschen und bitten nochmals darum, dass Nicklichkeiten unterbleiben. Der Thread soll übersichtlich bleiben.