Dispositionsrecht bei ALG I und med. Reha

von
Tiddler

Meine medizinische Reha in der Psychosomatik wurde bewilligt, worüber ich mich freue, aber der Termin ist viel früher als erwartet (in 2 Wochen).

Ich wohne mit meinen Mann, 2 Schulkinder, und einen Hund, und viel muss gut organisiert werden. Die Kinder haben bald Sommerferien, was wegen Corona nicht vorher geplant werden konnte. Mein Mann ist selbstständig und braucht Vorlauf um seine Projekte umzustellen.

Meine Frage geht um die Dispositionsrecht, und die Sachverhalt ist etwas kompliziert. Ich möchte der Beginn der Reha um 2 Wochen verschieben um die Kinder und Haushalt besser organisieren zu können vor der Abfahrt.

Von der Krankenkasse bin ich während der Bezug von Krankengeld (psychischer Erkrankung) aufgrund gefährdete Erwerbsfähigkeit aufgefordert worden, einen Reha Antrag zu stellen. Diese ist ende März 2021 erfolgt worden.
Zum 1. April 2021 ist meinen befristete Vertrag ausgelaufen.
Meine AU ist daher zum 1. April beendet, da die mit Arbeitsstelle verbunden war.

Ich bekomme seither ALG I.

Ich habe eine GdB von 50% aufgrund einer seelische Erkrankung.
Die Agentur für Arbeit habe ich über meinen Rehaantrag informiert, sowie dass ich aus medizinischer Sicht nicht mehr die bisherige Tätigkeit nachgehen kann.

Ich bekam die Rückmeldung, dass bis die medizinische Reha durch ist abzuwarten, und dort eventuell eine LTA zu stellen.

Darf ich den Termin verschieben? Und falls nein, was ist die Rechtsgrundlage dahinter?

Vielen Dank!

von
KK

Das Dispositionsrecht bedeutet, dass Sie die Reha ohne das Einverständnis der Krankenkasse nicht verschieben dürfen. Demzufolge sollten Sie mit der Krankenkasse Rücksprache halten.

von
Siehe hier

Zitiert von: Tiddler
Meine medizinische Reha in der Psychosomatik wurde bewilligt, worüber ich mich freue, aber der Termin ist viel früher als erwartet (in 2 Wochen).

Ich wohne mit meinen Mann, 2 Schulkinder, und einen Hund, und viel muss gut organisiert werden. Die Kinder haben bald Sommerferien, was wegen Corona nicht vorher geplant werden konnte. Mein Mann ist selbstständig und braucht Vorlauf um seine Projekte umzustellen.

Meine Frage geht um die Dispositionsrecht, und die Sachverhalt ist etwas kompliziert. Ich möchte der Beginn der Reha um 2 Wochen verschieben um die Kinder und Haushalt besser organisieren zu können vor der Abfahrt.

Von der Krankenkasse bin ich während der Bezug von Krankengeld (psychischer Erkrankung) aufgrund gefährdete Erwerbsfähigkeit aufgefordert worden, einen Reha Antrag zu stellen. Diese ist ende März 2021 erfolgt worden.
Zum 1. April 2021 ist meinen befristete Vertrag ausgelaufen.
Meine AU ist daher zum 1. April beendet, da die mit Arbeitsstelle verbunden war.

Ich bekomme seither ALG I.

Ich habe eine GdB von 50% aufgrund einer seelische Erkrankung.
Die Agentur für Arbeit habe ich über meinen Rehaantrag informiert, sowie dass ich aus medizinischer Sicht nicht mehr die bisherige Tätigkeit nachgehen kann.

Ich bekam die Rückmeldung, dass bis die medizinische Reha durch ist abzuwarten, und dort eventuell eine LTA zu stellen.

Darf ich den Termin verschieben? Und falls nein, was ist die Rechtsgrundlage dahinter?

Vielen Dank!

Hallo Tiddler,
da Sie zzt. nicht AU sind UND auch kein Krankengeld erhalten, sondern ALGI, dürfte Ihr Ansprechpartner die Agentur für Arbeit sein.

Gleichzeitig sollte geklärt werden, ob die KK überhaupt berechtigt war, Sie aufzufordern und damit Ihr Dispositionsrecht einzuschränken, da bei Ihnen ein GdB 50 vorliegt.

Siehe folgender Artikel:

https://sozialversicherung-kompetent.de/krankenversicherung/leistungsrecht/898-krankengeld-aufforderungsrechte-krankenkasse.html#:~:text=Sobald%20eine%20Krankenkasse%20zur%20Stellung%20eines%20Antrages%20nach,Das%20bedeutet%2C%20dass%20er%20seinen%20Antrag%20z.%20B.

Bezüglich der Betreuung Ihrer Kinder könnte ein Anspruch auf Haushaltshilfe bestehen, dieser ist bei der DRV zu beantragen

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Reha/Warum-Reha/haushaltshilfe.html

Und Sie sollten sicher auch erst einmal bei der zuständigen Klinik nachfragen, ob von deren Seite eine Verschiebung nach Ihren Wünschen überhaupt möglich ist. Denn es nützt Ihnen ja nichts, wenn Sie alles planen und organisieren und dann haben die erst sechs Wochen später einen 'neuen' Platz...

Viel Erfolg und alles Gute!

Experten-Antwort

Hallo Tiddler,
eine Verschiebung des Rehaaufenthaltes sollte mit den entsprechenden Stellen (Agentur, Krankenkasse und der Reha-Klinik) abgesprochen werden. Für Rückfragen steht ihnen auch die Hotline der DRV zur Verfügung.

von
Caecilia

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Hallo Tiddler,
da Sie zzt. nicht AU sind UND auch kein Krankengeld erhalten, sondern ALGI, dürfte Ihr Ansprechpartner die Agentur für Arbeit sein.

Gleichzeitig sollte geklärt werden, ob die KK überhaupt berechtigt war, Sie aufzufordern und damit Ihr Dispositionsrecht einzuschränken, da bei Ihnen ein GdB 50 vorliegt.

Siehe folgender Artikel:

https://sozialversicherung-kompetent.de/krankenversicherung/leistungsrecht/898-krankengeld-aufforderungsrechte-krankenkasse.html#:~:text=Sobald%20eine%20Krankenkasse%20zur%20Stellung%20eines%20Antrages%20nach,Das%20bedeutet%2C%20dass%20er%20seinen%20Antrag%20z.%20B.
[/quote]

Mit wem klärt man diesen Sachverhalt. Ich befinde mich ebenfalls in dieser Situation mit GdB 60. Hatte letzte Woche hier schon meinen Fall geschildert, allerdings ohne GdB-Angabe.

VG Caecilia

von
Siehe hier

Zitiert von: Caecilia

Mit wem klärt man diesen Sachverhalt. Ich befinde mich ebenfalls in dieser Situation mit GdB 60. Hatte letzte Woche hier schon meinen Fall geschildert, allerdings ohne GdB-Angabe.

VG Caecilia

Hallo Caecilia,
da der Autor des verlinkten Artikels die 'Nichtmöglichkeit' mit den §§ 151 ff. SGB IX begründet, erhalten Sie weiterführende Informationen hierzu sicher auch bei dem für Sie zuständigen Integrationsamt.

https://www.integrationsaemter.de/kontakt/89c7/index.html

Auf der Seite wird auch ein Forum angeboten.

Aufgrund Ihres Beitrages von 'neulich' könnte in Ihrem Fall auch die Mitgliedschaft in einem Sozialverband (z.B. VdK oder SozVD) sinnvoll sein/werden, aber auch z.B. die Caritas bietet umfangreiche beratende (und bei Bedarf auch rechtliche) Unterstützung an.

Alles Gute!

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