Dispositionsrecht der KK, Rentenantrag EM, falsche Beratung VdK

von
Ainja

Mein Mann war bis Anfang Dez. in Reha. Bis dahin war er voll arbeitsfähig, immer mal wieder unterbrochen von kleineren Krankheitszeiten. Er hätte bis zur Vollrente noch 9 Jahre.

Nach der Reha bis dato im Krankengeld. Seitdem und auch vorher schon trägt er sich mit dem Gedanken, eine zunächst befristete Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen, aber noch arbeiten gehen zu wollen, soweit es ihm möglich ist. Im Abschlussbericht steht, dass er ab März langsam wieder einsteigen könne mit ca. 20/25 Std. wöchentlich.
Im Januar hat er dann schweren Herzens die Entscheidung getroffen, wg. seines Gesundheitszustandes tatsächlich eine teilweise Rente beantragen zu wollen, aber bitte mit Zeit. Das muss ja alles gut abgewägt sein. Und ist auch nicht einfach. Er war im Dezember schon dem VdK beigetreten, im Januar bisher einmal Besuch von einem Rentenberater gehabt zur Klärung von Beitragszeiten und anderem. Der nächste Besuch ist nächste Woche.

Am 22.12. hatte er Post von der DRV bekommen, in dem - wie ich jetzt erst las (Asche auf mein Haupt schon genug gekippt) - tatsächlich steht, dass sein Rehaantrag von März 2018 (!!) jetzt wegen einer nicht unerheblichen Minderung der Leistungsfähigkeit im Rahmen der Rentenantragsfiktion umgewandelt werden kann. Und da stehen auch die Belehrungen, wie man sich zu verhalten hat, falls man noch nicht von der KK aufgefordert wurde, einen Rentenantrag zu stellen und und und ...

Nachdem ich jetzt 2 Tage lang recherchiert habe, was das alles zu bedeuten hat (wir hatten noch nie mit solchen Sachen zu tun, und ich bin nicht blöd), verstehe ich das auch.
Ich hatte mich nicht gekümmert, weil ich glaubte, mein Mann sei in guten Händen, was die Beratungen angeht. Erst jetzt, nachdem die Schreiben von der Krankenkasse gekommen sind (s.u.), wird uns die Tragweite bewusst.

Dieses Schreiben von der DRV hat er dem VdK vorgelegt; zumal dort auch eine Frist angegeben war. Er bekam die Auskunft, darum müsse er sich nicht kümmern, er habe alle Zeit der Welt jetzt.
Auch dem Rentenberater legte er das Schreiben vor, was er tun solle. Hier war im übrigen die Frist schon abgelaufen. Der gab ihm nur die Auflage, er solle sich per e-mail kurz an die DRV wenden und schreiben, dass er zur Zeit mit einem Rentenberater in Kontakt stehe.
Dies haben wir am 31.01.2019 getan und noch hinzugefügt, dass er zur Zeit keine Rente beantragt und weder von KK noch von sonst einer Stelle bisher aufgefordert worden sei, einen solchen Antrag zu stellen.

Vor einigen Tagen kamen nun zwei Schreiben der Krankenkasse mit Datum vom 07.02. (am 12.02. hier eingegangen), in denen steht, dass er jetzt völlig eingeschränkt sei und eigentlich und uneigentlich gar nichts mehr zu entscheiden habe (Dispositionsrecht etc.) und er nun in der vom Rententräger gesetzten Frist binnen 10 Wochen die von denen gewünschten Unterlagen für den umgewandelten Rentenantrag zu stellen habe.
Der Rententräger hat aber gar keine Frist gesetzt.

Dieser schrieb jetzt zeitgleich mit Datum vom 04.02. an den VdK und im folgenden uns zugegangen, dass die KK ihnen mitgeteilt habe, dass mein Mann von seiner KK in seinen Gestaltungsrechten eingeschränkt worden sei. Und er dies wissen müsse. Nee, woher? Dies habe ihnen die KK mit Schreiben bereits vom 14.01.2019 mitgeteilt. Oha. Wussten wir gar nichts von. Und das deshalb bei der DRV der Rentenantrag als gestellt gilt. Das Schreiben der DRV bezog sich auf unsere email vom 31.01.
Leider steht dort Unrichtiges: Mein Mann habe ihnen angeblich mitgeteilt, nun keinen Rentenantrag stellen zu wollen. Mitnichten: Wir haben nur geschrieben, dass derzeit kein Rentenantrag gestellt ist. Im guten Glauben, dass das schon seine Richtigkeit hat, er das selbst entscheiden könne - nach Aussagen des VdKs und des Rentenberaters.

In den Schreiben der KK steht auch, dass der Rechtsanspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung dem Grunde nach bereits anerkannt ist.
Die Schreiben von der KK kamen übrigens nur auf telefonische Anforderung unsererseits, weil die mal wieder angerufen und gefragt haben, wie das denn nun aussähe mit seinem Gesundheitszustand und mein Mann ihnen völlig überfordert sagte, sie sollen ihm doch bitte schriftlich die Sachen schicken. Und ihnen läge ein Schreiben der DRV vor, so ihre telef. Aussage. Welches das sein soll, wissen wir noch nicht.

Ich weiß, Dummheit oder mangelnde Recherche schützt vor Strafe nicht. Bitte jetzt keine Vorwürfe. Ist mal alles so richtig übel gelaufen.
Meine Frage jetzt: Kann man hier noch irgendwas tun, um letztlich wieder volles Gestaltungsrecht zu bekommen und unabhängig von der Krankenkasse zu sein? Lohnt es sich noch, zu einem guten Sozialrechtsanwalt zu gehen und das alles mal gescheit klären zu lassen? Oder erst mal vorsorglich Widerspruch einlegen?

Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen klar ausgedrückt und wäre für Einschätzungen sehr dankbar.

PS: Die Krankenkasse schreibt übrigens auch, dass sie ihn aufgefordert habe, die Reha anzutreten. Das stimmt nicht. Mein Mann hat sich selbst zu einer solchen entschlossen.

von
Ulli

Um weiter Krankengeld zu beziehen, muss dein Mann den Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, wegen der Mitwirkungspflich.
Jedoch, sollte die Erwerbsminderungsrente tatsächlich bewilligt werden, dann kann er immer noch arbeiten, der Verdienst wird dann gegen gerechnet

von
Anja

Zitiert von: Ainja
Mein Mann war bis Anfang Dez. in Reha. Bis dahin war er voll arbeitsfähig, immer mal wieder unterbrochen von kleineren Krankheitszeiten. Er hätte bis zur Vollrente noch 9 Jahre.

Nach der Reha bis dato im Krankengeld. Seitdem und auch vorher schon trägt er sich mit dem Gedanken, eine zunächst befristete Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen, aber noch arbeiten gehen zu wollen, soweit es ihm möglich ist. Im Abschlussbericht steht, dass er ab März langsam wieder einsteigen könne mit ca. 20/25 Std. wöchentlich.
Im Januar hat er dann schweren Herzens die Entscheidung getroffen, wg. seines Gesundheitszustandes tatsächlich eine teilweise Rente beantragen zu wollen, aber bitte mit Zeit. Das muss ja alles gut abgewägt sein. Und ist auch nicht einfach. Er war im Dezember schon dem VdK beigetreten, im Januar bisher einmal Besuch von einem Rentenberater gehabt zur Klärung von Beitragszeiten und anderem. Der nächste Besuch ist nächste Woche.

Am 22.12. hatte er Post von der DRV bekommen, in dem - wie ich jetzt erst las (Asche auf mein Haupt schon genug gekippt) - tatsächlich steht, dass sein Rehaantrag von März 2018 (!!) jetzt wegen einer nicht unerheblichen Minderung der Leistungsfähigkeit im Rahmen der Rentenantragsfiktion umgewandelt werden kann. Und da stehen auch die Belehrungen, wie man sich zu verhalten hat, falls man noch nicht von der KK aufgefordert wurde, einen Rentenantrag zu stellen und und und ...

Nachdem ich jetzt 2 Tage lang recherchiert habe, was das alles zu bedeuten hat (wir hatten noch nie mit solchen Sachen zu tun, und ich bin nicht blöd), verstehe ich das auch.
Ich hatte mich nicht gekümmert, weil ich glaubte, mein Mann sei in guten Händen, was die Beratungen angeht. Erst jetzt, nachdem die Schreiben von der Krankenkasse gekommen sind (s.u.), wird uns die Tragweite bewusst.

Dieses Schreiben von der DRV hat er dem VdK vorgelegt; zumal dort auch eine Frist angegeben war. Er bekam die Auskunft, darum müsse er sich nicht kümmern, er habe alle Zeit der Welt jetzt.
Auch dem Rentenberater legte er das Schreiben vor, was er tun solle. Hier war im übrigen die Frist schon abgelaufen. Der gab ihm nur die Auflage, er solle sich per e-mail kurz an die DRV wenden und schreiben, dass er zur Zeit mit einem Rentenberater in Kontakt stehe.
Dies haben wir am 31.01.2019 getan und noch hinzugefügt, dass er zur Zeit keine Rente beantragt und weder von KK noch von sonst einer Stelle bisher aufgefordert worden sei, einen solchen Antrag zu stellen.

Vor einigen Tagen kamen nun zwei Schreiben der Krankenkasse mit Datum vom 07.02. (am 12.02. hier eingegangen), in denen steht, dass er jetzt völlig eingeschränkt sei und eigentlich und uneigentlich gar nichts mehr zu entscheiden habe (Dispositionsrecht etc.) und er nun in der vom Rententräger gesetzten Frist binnen 10 Wochen die von denen gewünschten Unterlagen für den umgewandelten Rentenantrag zu stellen habe.
Der Rententräger hat aber gar keine Frist gesetzt.

Dieser schrieb jetzt zeitgleich mit Datum vom 04.02. an den VdK und im folgenden uns zugegangen, dass die KK ihnen mitgeteilt habe, dass mein Mann von seiner KK in seinen Gestaltungsrechten eingeschränkt worden sei. Und er dies wissen müsse. Nee, woher? Dies habe ihnen die KK mit Schreiben bereits vom 14.01.2019 mitgeteilt. Oha. Wussten wir gar nichts von. Und das deshalb bei der DRV der Rentenantrag als gestellt gilt. Das Schreiben der DRV bezog sich auf unsere email vom 31.01.
Leider steht dort Unrichtiges: Mein Mann habe ihnen angeblich mitgeteilt, nun keinen Rentenantrag stellen zu wollen. Mitnichten: Wir haben nur geschrieben, dass derzeit kein Rentenantrag gestellt ist. Im guten Glauben, dass das schon seine Richtigkeit hat, er das selbst entscheiden könne - nach Aussagen des VdKs und des Rentenberaters.

In den Schreiben der KK steht auch, dass der Rechtsanspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung dem Grunde nach bereits anerkannt ist.
Die Schreiben von der KK kamen übrigens nur auf telefonische Anforderung unsererseits, weil die mal wieder angerufen und gefragt haben, wie das denn nun aussähe mit seinem Gesundheitszustand und mein Mann ihnen völlig überfordert sagte, sie sollen ihm doch bitte schriftlich die Sachen schicken. Und ihnen läge ein Schreiben der DRV vor, so ihre telef. Aussage. Welches das sein soll, wissen wir noch nicht.

Ich weiß, Dummheit oder mangelnde Recherche schützt vor Strafe nicht. Bitte jetzt keine Vorwürfe. Ist mal alles so richtig übel gelaufen.
Meine Frage jetzt: Kann man hier noch irgendwas tun, um letztlich wieder volles Gestaltungsrecht zu bekommen und unabhängig von der Krankenkasse zu sein? Lohnt es sich noch, zu einem guten Sozialrechtsanwalt zu gehen und das alles mal gescheit klären zu lassen? Oder erst mal vorsorglich Widerspruch einlegen?

Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen klar ausgedrückt und wäre für Einschätzungen sehr dankbar.

PS: Die Krankenkasse schreibt übrigens auch, dass sie ihn aufgefordert habe, die Reha anzutreten. Das stimmt nicht. Mein Mann hat sich selbst zu einer solchen entschlossen.

Hallo,

ich empfehle Dir unbedingt einen sehr guten Fachanwalt für Deine Angelegenheiten zu nehmen. Ich war damals in einer ähnlichen Situation und der Fachanwalt meines Vertrauens hat alles toll gemacht.

Grüße

von
Lucky Luke

Liebe Anja,

dieses Dispositionsrecht, von dem der Normalbürger in der Regel nie etwas gehört hat, bricht allen Kranken die jemals eine Reha hatten, das "Genick", was von der GKV mit Sicherheit so gewollt ist. Siehe meine Posts vom 12.02.19.

Auch dem Nutzer Lucie, Post vom 14.02.19, geht's wohl genauso.

Spart für alle Geld, ausser den von Krankheit Betroffenen.

Wünsche Ihnen viel Erfolg, sehe aber kaum Chancen für Ihren Mann.

Viel Kraft - Lucky Luke

von
Ainja

Vielen Dank für die Antworten und Mitempfinden. Hat vielleicht noch jemand Einschätzungen? Fände ich klasse - zumal sich mir mit der ganzen merkwürdigen Datiererei und Verweis auf Schreiben, die uns nicht vorliegen, wie in meinem Post beschrieben, der Eindruck aufdrängt, das gehe alles nicht mit rechten Dingen zu.

Jedenfalls wird jetzt zeitnah ein Termin mit einem wirklich guten Anwalt für Sozialrecht gemacht - Rechtsschutz vorhanden, und in dieser 10-Wochen-Frist sind wir ja auch. Fragt sich nur, ab wann die läuft, denn von der DRV liegt ja nichts vor, worauf aber die KK verweist.

Und wie soll das überhaupt gehen, jemanden ab März 2018 (Antrag der Reha), bewilligt im Oktober nach Widersprüchen, angetreten im November - in die Erwerbsminderung zu schicken, wenn er in der Zwischenzeit bis zur Reha noch voll gearbeitet hat, in der Hoffnung, dass ihm die Reha etwas bringe? Da gab's ja kein Krankengeld o.ä., sondern Gehalt in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Und dann eben für 4 Wochen Übergangsgeld.

von
Ainja

Zitiert von: Ulli
Um weiter Krankengeld zu beziehen, muss dein Mann den Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, wegen der Mitwirkungspflich.
Jedoch, sollte die Erwerbsminderungsrente tatsächlich bewilligt werden, dann kann er immer noch arbeiten, der Verdienst wird dann gegen gerechnet

Lieber Ulli, er kann halt nicht mehr so viel arbeiten, was bei einem 56-jährigen Mann auch schon mal sein kann. Und er ist chronisch krank. Er bezieht erst seit dem 02.12. Krankengeld. Man sollte es doch einem Menschen erlauben, selbstmündig zu entscheiden, wie und wann er seinen Rentenantrag stellt. Was der Gesetzgeber ihm auch zubilligt. Sowas ist ein Prozess - und mein Mann hat sich da auf den Weg gemacht, war beim VDK, setzt sich damit auseinander, Rentenberater bereits hier. Wenn da die KK nicht wär, die am liebsten gar nichts zahlen würde und sich damit in der Lage sieht, sich alles Geld wieder zurückzuholen. Das ist nicht in Ordnung. Weder dem Versicherten noch der RV gegenüber.

von
Ainja

Lieber LuckyLuke,
habe Ihre und ähnliche Erfahrungsberichte gelesen, die man lieber nicht hätte. Auch Ihnen viel Kraft!
Da hilft's auch nicht, erneut und erneut auf das Gesetz verwiesen zu werden, wie ich das seit 2 Tagen immer wieder lese - das macht's nicht besser und hilft einem aus der ohnmächtigen Wut auch nicht raus und ist nicht gerade förderlich auf dem Weg der Genesung. Wenn's denn eine ist - dieses System macht sowieso krank. Ich kann Sie und andere da sehr gut verstehen.
Wir versuchen es halt jetzt bei einem Anwalt. Irgendwas Konstruktives muss man ja tun. Und hoffen das Beste.

Liebe Anja,
gibt es irgendwo Posts von Ihnen, die ich nachlesen kann? Dankesehr!

von
W*lfgang

Zitiert von: Ainja
Hat vielleicht noch jemand Einschätzungen?

Hallo Ainja,

hatten wir gerade heute/gestern im Forum – Dispositionsrecht bei EM - auch nachträglich eingeschränkt:

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/hoehe-der-em-rente-antrag-in-2019-nachfrage.html

Dort nachlesen, insofern bedarf es keiner Wiederholung der Antworten zu Ihrer Frage.

Gruß
w.

von
Ainja

Lieber Wolfgang,
das hilft mir nicht weiter - ich sehe hier keine Parallelen.

von
Ainja

Zitiert von: Ainja
Lieber Wolfgang,
das hilft mir nicht weiter - ich sehe hier keine Parallelen.
Aber trotzdem danke!

von
Ulli

Was hast du denn für ein Problem mit dem Dispositionsrecht?
Das bringt doch in der Praxis überhaupt keine Nachteile!!!!
Niemand wird, ohne es zu wollen, in Erwerbsminderungsrente geschickt.
Was sind das nur für absurde Gedankengänge hier manchmal.
Nur weil man einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen muss, heißt es noch lange nicht, das er bewilligt wird.
Und selbst wenn, dann immer erst frühestens 7 Monate nach dem ersten Tag Krankengeld.
Und man kann dann ohne Probleme, ganz unbürokratisch, trotzdem wieder arbeiten gehen

von
Brunno

Zitiert von: Ulli
Was hast du denn für ein Problem mit dem Dispositionsrecht?
Das bringt doch in der Praxis überhaupt keine Nachteile!!!!
Niemand wird, ohne es zu wollen, in Erwerbsminderungsrente geschickt.
Was sind das nur für absurde Gedankengänge hier manchmal.
Nur weil man einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen muss, heißt es noch lange nicht, das er bewilligt wird.
Und selbst wenn, dann immer erst frühestens 7 Monate nach dem ersten Tag Krankengeld.
Und man kann dann ohne Probleme, ganz unbürokratisch, trotzdem wieder arbeiten gehen

Ich denke ihr Problem ist das Sie Angst hat die Erwerbsminderungsrente die schon beabsichtigt ist zu bekommen wird auf 2018 festgelegt.

Aug Grund des neuen Gesetztes nochmal längere Zurechnungszeit soll der Erwerbsminderungsfall besser erst in 2019 liegen.

von
Lucky Luke

[quote=315947]Erwerbsminderungsrente ist nun mal kein Wunschkonzert. [/quot LPe]

Genau so ist es! Es ist ein Schicksalsschlag den man hinnehmen muss - durch Krankheit(en) wird man plötzlich aus dem gewohnten Leben gerissen.

Und stirbt man daran nicht schnell, kommen auch noch erhebliche finanzielle Probleme dazu.

Und dann liest man, dass man als "Neurentner" in 2019 zumindest finanziell etwas besser gestellt wird. Man verlässt sich darauf, hofft aber gleichzeitig, vllt. doch wieder arbeiten zu können. Die Hoffnung erfüllt sich nicht, man beantragt EM-Rente (die im Übrigen auch kein Geschenk ist, man hat sie sich erarbeitet) und erfährt, das die GKV einem durch das eingeschränkte Dispositionsrecht das Recht am selbstbestimmten Rentenbeginn (neue, günstigere Rechtslage 2019) aus den bekannten Gründen genommen hat.

Liebe Ainja, hoffentlich kann Ihnen Ihr Fachanwalt helfen, und lassen Sie sich nicht von Menschen, die Ihrem Mann zynisch raten, er könne doch wieder arbeiten, er müsse die Rente doch nicht annehmen, herunterziehen.
Eben diese Wahl hat ein Erkrankter NICHT.

"Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen" - Marie Antoinette (unberechtigterweise) zugeschrieben, als das Volk von Paris hungerte.

Alles Gute, Lucky Luke

Experten-Antwort

Hallo Ainja,
leider können wir als Mitarbeiter der Rentenversicherung nicht beurteilen, ob die Einschränkung des Dispositionsrechts durch die Krankenkasse im Falle Ihres Mannes rechtens war. Da könnte Ihnen vielleicht ein Forum der gesetzlichen Krankenkasse weiterhelfen.
Allerdings könnten Sie zur Aufklärung des Sachverhalts den Rentensachbearbeiter Ihres Mannes bitten, Ihnen Kopien des Schreibens der Krankenkasse zu übersenden, mit dem das Dispositionsrecht eingeschränkt wurde und dies mit dem Ihnen vorliegenden Unterlagen vergleichen. Dabei könnten Sie auch gezielt nachfragen wie Ihrem Mann geholfen werden kann und welche Konsequenzen sich für Ihren Mann nach derzeitigen Stand genau ergeben.

von
Ainja

Zitiert von: Ulli
Was hast du denn für ein Problem mit dem Dispositionsrecht?
Das bringt doch in der Praxis überhaupt keine Nachteile!!!!
Niemand wird, ohne es zu wollen, in Erwerbsminderungsrente geschickt.
Was sind das nur für absurde Gedankengänge hier manchmal.
Nur weil man einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen muss, heißt es noch lange nicht, das er bewilligt wird.
Und selbst wenn, dann immer erst frühestens 7 Monate nach dem ersten Tag Krankengeld.
Und man kann dann ohne Probleme, ganz unbürokratisch, trotzdem wieder arbeiten gehen

Ich bitte Sie, die Höflichkeit der Anrede und im Ton zu wahren. In Ihren "inhaltlichen" Ausführungen scheinen Sie darüber hinaus keine Rechtskenntnis zu haben.

von
Ainja

Zitiert von: Experte/in
Hallo Ainja,
leider können wir als Mitarbeiter der Rentenversicherung nicht beurteilen, ob die Einschränkung des Dispositionsrechts durch die Krankenkasse im Falle Ihres Mannes rechtens war. Da könnte Ihnen vielleicht ein Forum der gesetzlichen Krankenkasse weiterhelfen.
Allerdings könnten Sie zur Aufklärung des Sachverhalts den Rentensachbearbeiter Ihres Mannes bitten, Ihnen Kopien des Schreibens der Krankenkasse zu übersenden, mit dem das Dispositionsrecht eingeschränkt wurde und dies mit dem Ihnen vorliegenden Unterlagen vergleichen. Dabei könnten Sie auch gezielt nachfragen wie Ihrem Mann geholfen werden kann und welche Konsequenzen sich für Ihren Mann nach derzeitigen Stand genau ergeben.

Liebe Experten von der DRV,
ich vermute, dass Sie uns doch helfen könnten?
1.
Darf die KK nun jemanden zur Rente auffordern? Was unsere jetzt getan hat. Ich lese immer wieder, dass nein. Sie darf einen für mein aktuelles Verständnis lediglich auffordern, einen Reha-Antrag oder Leistungen zur Teilhabe zu stellen. Was sie nicht getan hat im März 2018. Sondern der Versicherte selbst. Die er dann von Nov.-Dez. geleistet hat. Im Nachhinein tut sie mit ihren Schreiben nun so, als ob sie uns auffordern würde oder nun aufgefordert hätte und damit der seinerzeitige Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgewandelt worden sei. Soweit. Wir sind also bei der Rentenfiktion.
Muss nicht vielmehr die DRV zur Rente auffordern? Muss nicht ordentliches Ermessen ausgeübt werden?
Darf man lediglich aufgrund eines Rehaabschlussberichtes einen Versicherten in Rente abschieben, obwohl er dort als eingeschränkt, also erwerbsgemindert, arbeitsfähig angesehen wird? Man geht dort noch von 20-25 Stunden Arbeitsfähigkeit aus. Das würde also auf eine Teil-Erwerbsunfähigkeitsrente hinauslaufen. Die die KK mit ihrem Schreiben ja auch ablehnt.
Hier hat niemand Bock auf die soziale Hängematte. Solange es der aktuelle Gesundheitszustand erlaubt, wäre das eine gute Lösung.
Und wo ist das Ermessen, wenn man noch 11 Jahre bis zur Vollrente hätte - hier geht doch unglaublich viel verloren an Punkten und man wird zusätzlich zu unverschuldeter Krankheit noch zum Sozialfall.

2.
Die Schreiben der KK liegen uns ja vor - nur ein entsprechender Brief bzw. Antrag oder ein Angebot oder eine Aufforderung der DRV nicht. Die DRV schreibt einige Tage vorher (am 04.02.)
a) s.o.,
b) dass der Versicherte das mit seiner KK klären solle, weil er nun angeblich keinen Rentenantrag mehr stellen will. Was so nicht stimmt. Wir haben lediglich am 31.01. in einer EMail guten Glaubens und Gewissens geschrieben, dass der Vers. derzeit von keiner Institution zur Rente aufgefordert worden sei und eine Rente zu diesem Zeitpunkt nicht gestellt wäre.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir ja noch gar nicht wissen können geschweige denn verstehen, dass der Antrag längt von der KK mit Mitteilung an die DRV vom 14.01. und gemäß der Mitteilung an den Vers. vom 07.02. mit Zugang am 12.02. bei uns umgewandelt worden ist.

Auf eine solche Aufforderung der DRV bezieht sich aber die KK, dass man bitte binnen 10 Wochen-Frist den Rentenantrag zu stellen habe.

3.
Mittlerweile habe ich von einigen Urteilen gelesen. Sinngemäß habe ich jetzt herausgefunden, dass wir unserer Mitwirkungspflicht genüge getan haben, da der Rentenantrag ja bereits von wem auch immer vorhanden ist (Rentenfiktion). Diesen ziehen wir auch gar nicht zurück, wenn möglich. Aber was passiert, wenn doch?
Einen formellen Antrag müssen wir nicht hinterherschieben. Warum auch? Wir sind ja nicht einverstanden mit der Knebelung und gehen in Widerspruch. Bin ich da richtig informiert?

4.
Leider hat uns der Rentenberater ebenfalls neben dem VDK darauf hingewiesen, dass der Vers. disponieren müsse, um den ganzen Einschränkungen nun zu entgehen. Von daher waren wir auch da sehr falsch beraten.

5.
Zeitgleich läuft ein Antrag auf Erhöhung der Schwerbehinderung. Inwiefern korreliert das mit der derzeitigen Situation? Bzw. wäre danach eine andere Rente möglich? Ich frage hier wg. des Ermessens.

von
Ainja

Sorry, Korrektur:
ad 4.
Leider hat uns der Rentenberater ebenfalls neben dem VDK <u>NICHT</u> darauf hingewiesen, dass der Vers. disponieren müsse, um den ganzen Einschränkungen nun zu entgehen. Von daher waren wir auch da sehr falsch beraten.

von
Kusmitsch

Ich werde immer weniger schlau aus Ihren genannten Z und Daten. Was wollen Sie denn nun eigentlich? Rente für Ihren Mann oder keine? Nur teilweise EMR - welche man nicht explizit beantragen kann-oder noch eine Reha?

von
Ainja

Zitiert von: Kusmitsch
Ich werde immer weniger schlau aus Ihren genannten Z und Daten. Was wollen Sie denn nun eigentlich? Rente für Ihren Mann oder keine? Nur teilweise EMR - welche man nicht explizit beantragen kann-oder noch eine Reha?

Was wir wollen?
Rente ja - und zwar ohne Disposition, ohne Einschränkungen, als Teilzeitrente, wenn möglich - da entsprechende Passi im Abschlussbericht der Reha.
Und ja, ich weiß, dass man diese nicht explizit beantragen kann. Musste ich mir alles anlesen. Aber immerhin würden die Aussichten - schenkt man dem Reha-Abschlussbericht Glauben wie auch der Einschätzung meines Mannes seines gesundheitlichen Zustandes - dahingehend nicht ganz so schlecht stehen, wenn die KK das jetzt nicht auch noch eingeschränkt hätte.

Und nach 2,5 Monaten Krankengeld keine Knebelung der KK.

Und insofern auch den Rentenantrag ganz normal und selbstbestimmt in 2019 stellen, wie wir es jetzt auch vorhatten. Ist das denn so schwer zu verstehen, dass dies ein Prozess ist? Und jedem Versicherten auch dieses Recht gegeben wird?

Und außerdem keinen Abzug sämtlicher Entgeltpunkte, wenn ein Rehaantrag von März 2018 nun einfach so in einen Rentenantrag umgewandelt wird. Ohne das man irgendetwas dazu kann.
Dabei wird zudem völlig unterschlagen, dass der Versicherte danach noch bis Anfang der Reha zur Wiederherstellung seiner Erwerbsfähigkeit voll gearbeitet hat. Wie soll das denn gehen? Danach AU entlassen mit der Einschätzung, ab März/April wieder 20/25 Std. arbeiten gehen zu können.
Darauf konnte bisher noch niemand antworten.
Wo ist HIER das Ermessen?

Von einer erneuten Reha habe ich nichts geschrieben. Die ist vorbei. Gerade eben.

Ich hoffe, es ist jetzt verständlicher.

von
Ainja

Wenn ich oben von Rente spreche, meine ich natürlich immer die EM. Sorry, wenn das missverständlich ist. Von Altersrente kann ja mit 56 Jahren noch keine Rede sein.