Doppelte KV-Beiträge bei voller EMR+Kleinunternehmen?

von
habnefrage

Guten Tag.

Ich (44) beziehe eine Erwerbsminderungsrente (eine volle EMR als Arbeitszeitrente).
D.h., ich darf neben der Rente bis zu 450Euro dazuverdienen.
Im Rahmen eines Minijobs schaffe ich es aus gesundheitlichen Gründen nicht,
da mit mir nicht regelmäßig zu planen ist.
Deshalb überlege ich, ein Kleingewerbe nach §19 zu beantragen, wo ich dann
ab und zu mal etwa verkaufe! Möchte Gefahr der Schwarzarbeit verhindern.
Ich rechne pro Monat mit max. 200-300 Euro Gewinn. Wenn überhaupt. Natürlich halte ich auch die Zeitgrenzen ein.

Meine Frage nun:
Muß ich nun nochmals KV-Beiträge zahlen (über das Gewerbe)?
Ich zahle ja schon KV-Beiträge über meine Rente!

Wie wird soetwas geregelt?

Vielen lieben Dank!
tom

von
GroKo

Zitiert von: habnefrage

Guten Tag.

Ich (44) beziehe eine Erwerbsminderungsrente (eine volle EMR als Arbeitszeitrente).
D.h., ich darf neben der Rente bis zu 450Euro dazuverdienen.
Im Rahmen eines Minijobs schaffe ich es aus gesundheitlichen Gründen nicht,
da mit mir nicht regelmäßig zu planen ist.
Deshalb überlege ich, ein Kleingewerbe nach §19 zu beantragen, wo ich dann
ab und zu mal etwa verkaufe! Möchte Gefahr der Schwarzarbeit verhindern.
Ich rechne pro Monat mit max. 200-300 Euro Gewinn. Wenn überhaupt. Natürlich halte ich auch die Zeitgrenzen ein.

Meine Frage nun:
Muß ich nun nochmals KV-Beiträge zahlen (über das Gewerbe)?
Ich zahle ja schon KV-Beiträge über meine Rente!

Wie wird soetwas geregelt?

Vielen lieben Dank!
tom


So wie bei jedem Anderen auch, werden Beiträge auf das gesamte Arbeitseinkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben.

von
W*lfgang

Hallo tom,

sofern Sie mit der Rente in der KVdR (Krankenversicherung der Rentner) vorrangig pflichtversichert sind, werden aus Einkünften aus selbständiger Tätigkeit keine weiteren KV/PV-Beiträge fällig, wenn Sie die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreiten.

Eine 'hauptberufliche' selbstständige Tätigkeit liegt dann vor, wenn Sie aus Sicht Finanzamt einen gewerberechtlichen Gewinn von mehr als 5400 EUR pro Jahr erzielen - dann würden Sie aus der KVdR rausfallen und die Krankenkasse setzt Beiträge nach dem Gesamteinkommen (Rente + Gewerbe) für eine freiwillige Versicherung fest. Gleichzeitig hätten Sie ein Problem mit der EM-Rente ...vergessen Sie nicht, der DRV Ihre Tätigkeit (auch wenn finanziell zulässig) mitzuteilen.

Sprechen Sie noch mal mit der Krankenkasse, um das bestätigt zu bekommen.

Gruß
w.

von
habnefrage

Zitiert von: W*lfgang

Hallo tom,

sofern Sie mit der Rente in der KVdR (Krankenversicherung der Rentner) vorrangig pflichtversichert sind, werden aus Einkünften aus selbständiger Tätigkeit keine weiteren KV/PV-Beiträge fällig, wenn Sie die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreiten.

Eine 'hauptberufliche' selbstständige Tätigkeit liegt dann vor, wenn Sie aus Sicht Finanzamt einen gewerberechtlichen Gewinn von mehr als 5400 EUR pro Jahr erzielen - dann würden Sie aus der KVdR rausfallen und die Krankenkasse setzt Beiträge nach dem Gesamteinkommen (Rente + Gewerbe) für eine freiwillige Versicherung fest. Gleichzeitig hätten Sie ein Problem mit der EM-Rente ...vergessen Sie nicht, der DRV Ihre Tätigkeit (auch wenn finanziell zulässig) mitzuteilen.

Sprechen Sie noch mal mit der Krankenkasse, um das bestätigt zu bekommen.

Gruß
w.

Hallo Wolfgang.
Vielen Dank für deine klare Antwort!
Ich werde pro Jahr wirklich max. 2000-3000 Euro Gewinn machen.
Die 5400 Euro werde ich sicher nicht überschreiten.
Ja, ich bin in der KVdR versichert.

Ich habe mal gelesen, dass die Grenze bei 160 Euro pro Monat liegen soll. Wenn man diese überschreitet, dann fallen zusätzlich KV Beiträge an.

Aber bei einer Grenze von 5400Euro pro Monat (wäre ja 450 Euro pro Monat) sehe ich keine Gefahr!

Wäre folgender Ablauf Richtig?

1) Ich melde meiner DRV, dass ich ein Kleingewerbe führen möchte, und max. 200-300 Euro dazuverdienen möchte.
Auch werde ich die Stundenzahl einhalten.
Das Ganze kann ich wirklich steuern!
2) Ich melde das meiner KV
3) Ich hoffe, dass ich keine Problemem bekomme mit meiner Rente....

Dankeschön!

von Experte Experten-Antwort

Hallo habnefrage,

als beitragspflichtige Einnahmen ist bei Rentnern neben Versorgungsbezügen auch das vom Rentner erzielte Arbeitseinkommen (AE) aus einer nicht hauptberuflich ausgeübten selbständigen Tätigkeit zur Beitragsberechnung heranzuziehen.

Wird die Selbständigkeit hauptberuflich ausgeübt, entfällt die Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner, d. h. sie müssten sich dann ggf. freiwillig krankenversichern.

Bei einer geringfügigen selbständigen Erwerbstätigkeit liegt Hauptberuflichkeit regelmäßig nicht vor, so dass das AE (=Gewinn) als beitragspflichtige Einnahme grds. berücksichtigt wird. Das AE ist allerdings nur dann der Beitragsberechnung heranzuziehen, wenn es 1/20 der monatlichen Bezugsgröße (2014: 138,25 Euro) übersteigt; dann allerdings nicht nur vom übersteigenden, sondern vom vollen Betrag.

Für die Beitragsberechnung ist vom derzeit festgesetzten Beitragssatz von 15,5% auszugehen; die Beiträge sind voll vom Versicherten zu tragen.

Nähere Auskünfte zu einer hauptberuflichen selbständigen Tätigkeit und deren Folgen erteilt Ihre zuständige Krankenkasse.

von
Peter King

Ich habe den Thread mit interesse gelesen.

Auch wenn er schon älter ist.

Sie schreiben, dass der Fragesteller mit der EM-Rente probleme bekommen würde, wenn seine Selbständigkeit als "hauptberuflich" gewertet werden würde.

Warum bekäme er Probleme? Würde die Zahlung der EM-Rente um 1/4, 1/2, 3/4 oder 4/4 gekürzt oder würde ihm das Recht auf EM-Rente entzogen werden?

Zum Hintergrund:

Meine EM-Rente wegen voller Erwerbsminderung beträgt ca. 1000 EUR pro Monat. Im Rentenbescheid war eine Tabelle der Zuverdienstgrenzen. Dort stand, wie viel von der Rente ich erhalten würde, wenn ich Monatlich x EUR dazu verdienen würde. Es stand, dass die Zahlung der Rente um 4/4 gekürzt wird, wenn ich über 2.500 EUR pro Monat dazu verdienen würde.

Ich könne auch mit einem täglichen Einsatz von ca. 2 Stunden ohne Probleme Jährlich einen Gewinn von ca. 25.000 EUR generieren.

Würde in enem solchen Fall die Rente völlig entzogen werden oder nur um 4/4 gekürzt, aber nach der Beendingung der Selbständigkeit und dem Wegfall der Gewinne wieder in voller Höhe weiter gezahlt werden?

Gruss
Peter