DRV-Umschulung mit 54

von
Kranke

Guten Morgen,

ich bin seit einer Woche in einer psych. Tagesklinik. Nun wurde mir vom Sozialdienst empfohlen, mich mit dem Gedanken einer Umschulung zu beschäftigen. In meinem bisherigen beruflichen Feld kann ich wirklich nicht mehr arbeiten, mein AG hat mir auch schon gekündigt.

Grundsätzlich finde ich die Idee gut. Aber wie realistisch ist das, mit 54/55 eine (mehrjährige?) Umschulung anzufangen? Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dann mit 57 oder älter, einen AG finde der mich ohne Berufserfahrung einstellt.

Die Klinik-Sozialarbeiterin sagte, dass Umschulungen von der DRV finanziert werden.
Stimmt das? Und gibt es eine offizielle rechtsverbindliche oder interne Altersgrenze?
Da die Sozialarbeiterin erst nächste Woche wieder im Haus ist, hoffe ich hier auf Antworten...

Vielen Dank

von
???

Die DRV finanziert natürlich Umschulungen und eine Altersgrenze gibt es grundsätzlich nicht. Voraussetzung ist jedoch immer, dass man davon ausgehen kann, dass Sie danach einen Arbeitsplatz finden. Wie Sie selbst festgestellt haben, werden da durch die Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber schon Grenzen gesetzt. In Ihrem Alter macht, wenn überhaupt, nur noch eine betriebliche Umschulung Sinn. Idealerweise in einem Bereich, in dem Sie Ihre bisherige Berufserfahrung einbringen können. Von daher ist es natürlich schade, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen schon gekündigt hat. Die beste Lösung für Personen Ihres Alters ist nämlich eine passgenaue Schulung für den Arbeitgeber.
Beispiel: Die Arbeit als Lkw-Fahrer geht nicht mehr, aber in der Logistik könnte der Arbeitgeber noch jemanden gebrauchen. Mit einer entsprechenden Ausbildung (Umschulung oder vielleicht reichen auch nur entsprechende Fortbildungen) ist dann allen geholfen.
Hier müssen natürlich mehrere Faktoren stimmen, aber so selten sind solche Lösungen auch wieder nicht.

von
Schade

Eine Umschulung=komplette neue Berufsausbildung wird in dem Alter kaum finanziert werden.
Bis der Kunde weiß was er will, die Anträge durch sind und dann die 2 jährige Lehre beendet ist, sind Sie 57/58 und Berufsanfänger.
Macht so was zu finanzieren Sinn?

Schaffen Sie als psychisch belasteter Mensch in diesem Alter den Stress eine Berufsausbildung?

Andere Maßnahmen wie Einarbeitungszuschüsse, Kurzlehrgänge, usw. Sind da eher denkbar.

von
Kranker

Zitiert von: Kranke

Guten Morgen,

ich bin seit einer Woche in einer psych. Tagesklinik. Nun wurde mir vom Sozialdienst empfohlen, mich mit dem Gedanken einer Umschulung zu beschäftigen. In meinem bisherigen beruflichen Feld kann ich wirklich nicht mehr arbeiten, mein AG hat mir auch schon gekündigt.

Grundsätzlich finde ich die Idee gut. Aber wie realistisch ist das, mit 54/55 eine (mehrjährige?) Umschulung anzufangen? Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dann mit 57 oder älter, einen AG finde der mich ohne Berufserfahrung einstellt.

Die Klinik-Sozialarbeiterin sagte, dass Umschulungen von der DRV finanziert werden.
Stimmt das? Und gibt es eine offizielle rechtsverbindliche oder interne Altersgrenze?
Da die Sozialarbeiterin erst nächste Woche wieder im Haus ist, hoffe ich hier auf Antworten...

Vielen Dank

Grundsätzlich werden Umschulungen von der DRV finanziert. Aber ich glaube in ihrem Alter wird das nicht einfach werden. Da sie sich zur Zeit in einer psychischen Tagesklinik befinden, würde ich diese Zeit nutzen um wieder gesund zu werden. Und lassen Sie sich von der Sozialrbeiterin nichts einreden.
Ich gehe davon aus da sie ja gekündigt wurden, dass sie sich arbeitslos gemeldet haben. Sie können auch z.b. einen LTA Antrag bei der DRV (Leistung zurTeilhabe am Arbeitsleben) stellen. Und vielleicht hat ja die Arbeitsagentur weitere Alternativen.

Alles Gute.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Kranke,

wie bereits ??? richtig ausgeführt hat, gibt es für "Umschulungen" keine Altersbegrenzung. Sicherlich muß aber diskutiert werden, inwiefern eine "Umschulung" (= zweijährige Ausbildung in einem neuem Ausbildungsberuf) im Hinblick auf die Vermittlungschancen am Arbeitsmarkt noch tatsächlich Sinn macht. Dies und alle weiteren Möglichkeiten bespricht mit Ihnen der zuständige Fachberater der DRV, falls Sie dort einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen und der Antrag dem Grunde nach bewilligt wird.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bietet nämlich deutlich mehr, als "nur" eine Umschulung.

von
Meier

Zitiert von: Kranke

Hallo Kranke,

wie bereits ??? richtig ausgeführt hat, gibt es für "Umschulungen" keine Altersbegrenzung. Sicherlich muß aber diskutiert werden, inwiefern eine "Umschulung" (= zweijährige Ausbildung in einem neuem Ausbildungsberuf) im Hinblick auf die Vermittlungschancen am Arbeitsmarkt noch tatsächlich Sinn macht. Dies und alle weiteren Möglichkeiten bespricht mit Ihnen der zuständige Fachberater der DRV, falls Sie dort einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben stellen und der Antrag dem Grunde nach bewilligt wird.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bietet nämlich deutlich mehr, als "nur" eine Umschulung.

Mich würde mal die Statistik der DRV interessiern wo festgehalten wird,wie viele der LTA`ler Mitte 50 und älter (krank mit anerkannter Schwerbehindrung von mindestens 50 %) eine "Umschulung" durchführen und dann auch im Umschulungsberuf vermittelt werden. Wie viele der Umgeschulten landen wieder in ihren alten Job,weil sie den am besten können. Wie hoch ist die Abbruchrate? Welche Berufe sind das wo da umgeschult wird? Wer stellt einen dann fast 60-Jährigen noch ein ohne Berufserfahrung und noch gesundtheitlich eingeschränkt dazu? Achso! Die Alten sind ja gefragt wie nie in diesen Zeiten.