Einbezahlte Rentenbeiträge ausbezahlen lassen

von
Kunis

Einen schönen guten Tag,

ich habe eine Frage bezüglich der Auszahlung der von mir einbezahlten Rentenbeiträge. Ich habe einige Sachen hierzu gelesen die mich leider oftmals nur noch mehr verwirrt haben (60 Monatsregel z.B.) und hoffe, dass Ihr mir womöglich weiterhelfen könnt.

Ich bin dt. Staatsbürgerin, habe in Deutschland 33 Jahre gearbeitet und Beiträge einbezahlt. Ich lebe nun seit 3 Jahren in der Türkei. Dies werde ich wohl für immer tun, ich habe keine Absicht mehr nach Deutschland zurückzukehren.

Sollte ich nun wieder die Türkische Staatsbürgerschaft annehmen und dıe dt. abgeben, kann ich mir die von mir eingezahlten Beiträge ausbezahlen lassen? Oder ist dies nicht möglich da ich mehr als 5 Jahre einbezahlt habe? (dadurch ist es, soweit ich verstanden habe, nur unter gewissen umständen möglich)

Und wie lange müsste ich warten? Ich zahle seit 3 Jahren nicht mehr in die Kasse ein. Bedeutet dies ich würde die Auszahlung sofort bekommen oder müsste ich nach Abgabe der dt. Staatsbürgerschaft noch einmal 2 Jahre warten?

Vielen Dank schon einmal im Voraus.

LG

von
chi

Warum würden Sie das wollen? Es wäre ein sehr schlechtes Geschäft.

von
Fantasie

Zitiert von: chi
Warum würden Sie das wollen? Es wäre ein sehr schlechtes Geschäft.

Hallo Chi,

weiss jemand, dass er unheilbar krank ist, dann ist es das letzte mal, dass die Rentenkasse ......

Denken Sie schlicht mal nach. Was haben wir für ein Rentensystem ?

Gruss

Experten-Antwort

Hallo User Kunis,

die Beiträge, die Sie zur Deutschen Rentenversicherung gezahlt haben, können Sie sich nur erstatten lassen, wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit aufgegeben haben, ansonsten könnten Sie freiwillige Beiträge zahlen und eine Beitragserstattung kommt nicht in Frage.

Sobald Sie die deutsche Staatsangehörigkeit aufgegeben haben, können Sie entweder über den türkischen Rentenversicherungsträger (SGK) oder über einen Bevollmächtigen, den Sie vertrauen, den Antrag auf Beitragserstattung stellen.

Nur für türkische Staatsangehörige gilt die Regel nicht, dass eine Beitragserstattung ausgeschlossen ist, wenn für mindestens 60 Monate Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung gezahlt wurden. Die ist eine Ausnahmeregel im Deutsch-türkischen Sozialversicherungsabkommen.

Sie müssen auch keine zwei Jahre, nach Aufgabe der deutschen Staatsbürgerschaft warten, bis Sie den Antrag gestellt haben. Sobald die Aufgabe bekannt gegeben wurde, kann der Antrag auf Beitragserstattung gestellt werden.

Erstattet werden nur die Beiträge, die Sie selbst mitgetragen haben.

von
Ich denke mal

Zitiert von: Fantasie
Zitiert von: chi
Warum würden Sie das wollen? Es wäre ein sehr schlechtes Geschäft.

Hallo Chi,

weiss jemand, dass er unheilbar krank ist, dann ist es das letzte mal, dass die Rentenkasse ......

Denken Sie schlicht mal nach. Was haben wir für ein Rentensystem ?

Gruss

Es ist keine Rentenkasse, es ist eine Renten-(!)Versicherung(!).
Und bei einer Versicherung ist es normal, das manche mehr von der Versicherung profitieren als andere; und manche auch gar nicht.

von
Ein Schelm

der überprüft mal in der DRV, wieviel Bürger der Türkei nach der Erstattung der Rentenbeiträge verstorben sind ?

Deutschen ist die Erstattung so nicht möglich

von
Die Farbe Schwarz

Sollte der türkische Staatsbürger nach dem 17.3.1987 die Bundesrepublik Deutschland verlassen haben, ist die Beitragserstattung ausgeschlossen, solange dieser der türkischen Versicherungspflicht unterliegt.

Nach Ablauf von 2 Jahren nach Wegfall der (ggf. vorhandenen)
Versicherungspflicht in der Türkei besteht bei Beendigung der deutschen Staatsangehörigkeit die Berechtigung zur Beitragserstattung.

Wenn Sie in der Türkei gar nicht versicherungspflichtig sind, können Sie sich - nach Schilderung Ihrer Sachlage - bereits die Beiträge erstatten lassen.

von
chi

Zitiert von: Fantasie
weiss jemand, dass er unheilbar krank ist, dann ist es das letzte mal, dass die Rentenkasse ......

Ja, das ist richtig – bei absehbar baldigem Tod könnte es sinnvoll sein, sich die Beiträge erstatten zu lassen.

Es gibt noch eine Einschränkung für türkische Staatsangehörige: Es darf kein freiwilliger Beitrag vor dem 1. 4. 1987 vorliegen (Pflichtbeiträge sind in Ordnung).

von
Hallo ich Denke mal

Zitiert von: Ich denke mal
Zitiert von: Fantasie
Zitiert von: chi
Warum würden Sie das wollen? Es wäre ein sehr schlechtes Geschäft.

Hallo Chi,

weiss jemand, dass er unheilbar krank ist, dann ist es das letzte mal, dass die Rentenkasse ......

Denken Sie schlicht mal nach. Was haben wir für ein Rentensystem ?

Gruss

Es ist keine Rentenkasse, es ist eine Renten-(!)Versicherung(!).
Und bei einer Versicherung ist es normal, das manche mehr von der Versicherung profitieren als andere; und manche auch gar nicht.

So etwas nennt man kreative Buchhaltung. Dem deutschen Versicherten ist diese Art von " Vorteil" nicht möglich.

Wenn Ihnen nichts anderes dazu einfällt ? lassen Sie es einfach sein
Es ist einfach, die DRV lässt Ihr Computersystem laufen und vergleicht Türkei oder auch andere Staaten ( Rumänien ) etc mit den Erstattungen und den Todesfällen.

Das Problem, will die DRV dies ?

von
Bei

einer Erstattung profitiert doch die DRV und damit alle Rentner, denn die Arbeitgeber Beiträge werden ja einbehalten, also eher ein gutes Geschäft.
Von daher sollte man sich nicht über eine angebliche Ungleichheit aufregen und die Neid Brille absetzen.

von
Kunis

Zitiert von: Die Farbe Schwarz
Sollte der türkische Staatsbürger nach dem 17.3.1987 die Bundesrepublik Deutschland verlassen haben, ist die Beitragserstattung ausgeschlossen, solange dieser der türkischen Versicherungspflicht unterliegt.

Nach Ablauf von 2 Jahren nach Wegfall der (ggf. vorhandenen)
Versicherungspflicht in der Türkei besteht bei Beendigung der deutschen Staatsangehörigkeit die Berechtigung zur Beitragserstattung.

Wenn Sie in der Türkei gar nicht versicherungspflichtig sind, können Sie sich - nach Schilderung Ihrer Sachlage - bereits die Beiträge erstatten lassen.

Vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge.

Was meinen Sie mit der Versicherungspflicht in der Türkei? Derzeit bin ich in der Türkei nicht Erwerbstätig und zahle daher nichts in die Rentenkasse, bzw. Könnte sogar gegen Einmalzahlung einer Summe hier Rente beziehen.

Vor dem Jahr 1987 habe ich bereits in DE gearbeitet aber nie freiwillig in die Rentenkasse extra eingezahlt.

von
Scherzle

Zitiert von: Bei
einer Erstattung profitiert doch die DRV und damit alle Rentner, denn die Arbeitgeber Beiträge werden ja einbehalten, also eher ein gutes Geschäft.
Von daher sollte man sich nicht über eine angebliche Ungleichheit aufregen und die Neid Brille absetzen.

Hallo Bei,

fiktive Zahl! 100.000.-- Euro also 50% bezahlt die DRV an den Versicherten ( es ist nicht nur die Türkei !! )
50.000.-- Euro aus.

Der Versicherte stirbt, während des Antrags.( Die Summe geht an die Erben ) Mit Sicherheit ist dies schon längst ein " Geschäftsmodell und keiner will es sehen ?

Wo ist da der Gewinn für die DRV ??????????
Die DRV wird so gemolken ohne Ende.

Ich kann es nicht Glauben.

von
KSC

an @scherzle

Ob Ihr diesbezügliches Geschäftsmodell tatsächlich ein zahlenmäßig relevantes Problem darstellt, zweifle ich an.

Klar es kann Menschen geben die darauf spekulieren, dass Sie vor der Altersrente sterben werden, auch keine rentenberechtigten Hinterbliebenen haben und damit Geld "verjubeln" können das sie sonst nicht hätten.

Aber wie viele werden das sein? Können Sie Zahlen nennen?

Das gibt der DRV Computer kaum her, denn die DRV kennt in Erstattungsfällen an Ausländer in aller Regel kein Sterbedatum (vor oder nach der Altersgrenze) und weiß auch nicht ob der Tote Witwen und Waisen hinterlässt an die ohne Erstattung Renten zu zahlen gewesen wäre. Wer sollte uns den Tot dieses ehemaligen Versicherten melden?

Der Großteil der Türken die sich bei mir nach der Erstattung erkundigen ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, dem ist einfach das sofortige Geld lieber als eine spätere Altersrente und eine mögliche Hinterbliebenenrente an seine Frau und Kinder.

Alles in allem werden hier wieder wilde Spekulationen angestellt deren Häufigkeit niemand kennt.

An @kunis: wenn Sie in TR derzeit nichts mit der Rentenversicherung zu tun haben und nicht arbeiten werden Sie dort wohl auch nicht versicherungspflichtig sei und könnten die Beiträge zurückbekommen sobald Sie rechtswirksam Türkin und nicht mehr Deutsche sind.
Wie lange im Zweifel dieses "Einbürgerungsgedöhns" dauert, weiß ich nicht - sollte mich aber wundern wenn das in 8 bis 10 Tagen über die Bühne geht.

An alle Kritiker, vielleicht stirbt der "EX Deutsche und Türke in spe" auch während des Einbürgerungsverfahrens und bekommt das Geld dann nicht.......:)

von
chi

Mal ein Beispiel (mit weit zurückliegenden Beiträgen, weil es da am deutlichsten ist): 1987 wurde ein Arbeitnehmerbeitrag von 1955,83 D-Mark (= 1000 Euro) bezahlt. Der Arbeitgeber hat dieselbe Summe dazugegeben. Bei einem Beitragssatz von 18,7% entsprach das einem Verdienst von 20918 DM; beim damaligen Durchschnittsentgelt von 37726 DM ergeben sich 0,5545 Entgeltpunkte.

Daraus würde nach jetzigem Rentenwert eine Rente von monatlich 17,76 Euro bezahlt, bzw. 213,12 Euro im Jahr. Nach fünf Jahren kommt man auf 1065,60 Euro, nach achtzehn Jahren (durchschnittliche Rentenbezugsdauer) auf 3836,16 Euro – und das noch ohne Berücksichtigung von künftigen Rentenerhöhungen. Bei einer Rückerstattung gäbe es hingegen einmalig genau 1000 Euro.

Die Lira ist auch nicht unbedingt die stabilste Währung, gerade dieses Jahr ist es zu starken Schwankungen gekommen. Ein laufendes Einkommen in Euro ist da keine schlechte Absicherung.