Eingeschränktes Dispositionsrecht durch Krankenkasse & Rentenantrag ?

von
Heidi

Guten Tag,

ich bin etwas verwirrt.

Ich habe vor ein paar Wochen einen Brief von meiner Krankenkasse bekommen, dass sie mein Dispositionsrecht einschränkt und meinen Rehaantrag vom letzten Jahr umdeuten lassen will. Ach ja die Reha habe ich letztes Jahr angetreten und bin nach drei Monaten arbeitsunfähig entlassen worden.

Heute war ein Brief von der DRV im Briefkasten, in dem sie mitteilt, dass mein Antrag zur Teilhabe nach Paragraph 116 SGB als Rentenantrag gilt, welcher als gestellt gilt. So weit so gut. Jetzt aber steht weiterhin folgendes drin:“

Bei uns gilt der Rentenantrag als gestellt. Diesen Antrag können wir nur bearbeiten, wenn sie Rentenantragsformulare ausfüllen, unterschreiben und uns übersenden.

Weil die Krankenkasse Sie in ihren
Gestaltungsrechten eingeschränkt hat, dürfen sie den umgedeuteten nicht ohne Zustimmung Ihrer Krankenkasse zurücknehmen.

Biere teilen Sie uns das Ergebnis Ihres Gesprächs mir der Krankenkasse mit.“

Ich verstehe das nicht!!! Wenn der Rehaantrag umgedeutet wird und ich durch das eingeschränkte Dispositionsrecht sowie so nicht mehr frei entscheiden kann, warum muss nochmal ein Rentenantrag gestellt werden? Was sind die Konsequenzen wenn ich das nicht mache? Bzw warum soll ich einen Rentenantrag stellen obwohl der Rehaantrag umgedeutet werden soll? Finde ich sehr komisch?

Eure Heidi

von
Schorsch

Zitiert von: Heidi

Ich verstehe das nicht!!! Wenn der Rehaantrag umgedeutet wird und ich durch das eingeschränkte Dispositionsrecht sowie so nicht mehr frei entscheiden kann, warum muss nochmal ein Rentenantrag gestellt werden? Was sind die Konsequenzen wenn ich das nicht mache? Bzw warum soll ich einen Rentenantrag stellen obwohl der Rehaantrag umgedeutet werden soll? Finde ich sehr komisch?

Zunächst wurde nur ein formloser Rentenantrag gestellt, was zur Fristenwahrung auch ausreicht.
Allerdings sind umfangreiche Angaben erforderlich, um eventuelle Rentenansprüche ermitteln zu können und dafür benötigt die DRV entsprechende Antragsvordrucke.

Ein EM-Rentenantrag besteht aus zahlreichen Seiten und deshalb sollten Sie zur förmlichen Antragsstellung beispielsweise ein Rathaus oder Bürgeramt aufsuchen.
Die dortigen Mitarbeiter geben Ihre Daten sofort in einen PC ein und leiten die Daten dann elektronisch an die DRV weiter.

Es besteht also überhaupt kein Grund zur Panik.

MfG

von
Daniela

Hast du denn viel Krankengeld? Da du schreibst, die Reha war schon letztes Jahr gehe ich davon aus, das es bald endet?
Bei Ende des Krankengelds endet auch das Dispositionsrecht.
Aber:
Sobald du in der Nathlosigkeitsregelung bist, wird die AfA das Gleiche verlangen.
War bei mir genauso.
Aber: wieso möchtest du keine Erwerbsminderungsrente?
Du kannst diese jederzeit durch Arbeitsantritt selbständig beenden.

von
Adson

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Zunächst wurde nur ein formloser Rentenantrag gestellt, was zur Fristenwahrung auch ausreicht.
Allerdings sind umfangreiche Angaben erforderlich, um eventuelle Rentenansprüche ermitteln zu können und dafür benötigt die DRV entsprechende Antragsvordrucke.

Ein EM-Rentenantrag besteht aus zahlreichen Seiten und deshalb sollten Sie zur förmlichen Antragsstellung beispielsweise ein Rathaus oder Bürgeramt aufsuchen.
Die dortigen Mitarbeiter geben Ihre Daten sofort in einen PC ein und leiten die Daten dann elektronisch an die DRV weiter.

Es besteht also überhaupt kein Grund zur Panik.

MfG[/quote]

So simpel ist es nicht. Es sind sehr viele Daten und Nachweise erforderlich, um den Antrag auszufüllen. Erstmal den Antrag durchsehen, sämtliche Daten beschaffen, ggf. die Nachweise und dann kann es weitergehen.

Ein Rathaus oder Bürgeramt ist auch nicht ganz zutreffend, hier wäre eine Beratungsstelle der Rentenversicherung sicher besser. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html

Bei der Verfahrensweise geht es letztlich darum, Ansprüche seitens der Krankenkasse ggü. anderen Kostenträgern zu sichern. Außerdem können Sie ohne die Zustimmung der Krankenkasse den Antrag z.B. nicht ändern oder zurückziehen. Wenn eine Krankenkasse so was macht, sollte sie auch den Versicherten beraten und nicht mal eben so einen Brief vor die Nase hauen. Also reden Sie am besten auch mit der Krankenkasse.

von
Versicherungsamt

Zitiert von: Adson


Zunächst wurde nur ein formloser Rentenantrag gestellt, was zur Fristenwahrung auch ausreicht.
Allerdings sind umfangreiche Angaben erforderlich, um eventuelle Rentenansprüche ermitteln zu können und dafür benötigt die DRV entsprechende Antragsvordrucke.

Ein EM-Rentenantrag besteht aus zahlreichen Seiten und deshalb sollten Sie zur förmlichen Antragsstellung beispielsweise ein Rathaus oder Bürgeramt aufsuchen.
Die dortigen Mitarbeiter geben Ihre Daten sofort in einen PC ein und leiten die Daten dann elektronisch an die DRV weiter.

Es besteht also überhaupt kein Grund zur Panik.

MfG[/quote]

Ein Rathaus oder Bürgeramt ist auch nicht ganz zutreffend, hier wäre eine Beratungsstelle der Rentenversicherung sicher besser. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html

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Jetzt bin ich gespannt: warum ist das besser? Klären Sie mich auf.

von
Wahrheit

Zitiert von: Versicherungsamt
Zitiert von: Adson


Zunächst wurde nur ein formloser Rentenantrag gestellt, was zur Fristenwahrung auch ausreicht.
Allerdings sind umfangreiche Angaben erforderlich, um eventuelle Rentenansprüche ermitteln zu können und dafür benötigt die DRV entsprechende Antragsvordrucke.

Ein EM-Rentenantrag besteht aus zahlreichen Seiten und deshalb sollten Sie zur förmlichen Antragsstellung beispielsweise ein Rathaus oder Bürgeramt aufsuchen.
Die dortigen Mitarbeiter geben Ihre Daten sofort in einen PC ein und leiten die Daten dann elektronisch an die DRV weiter.

Es besteht also überhaupt kein Grund zur Panik.

MfG

Ein Rathaus oder Bürgeramt ist auch nicht ganz zutreffend, hier wäre eine Beratungsstelle der Rentenversicherung sicher besser. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html

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Jetzt bin ich gespannt: warum ist das besser? Klären Sie mich auf.
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Das ist doch kein Geheimnis! Immer mehr Kommunen sparen hier an der Besetzung der Vericherungsämter und deren Qualifizierung oder beraten sogar gar nicht mehr.
Im Ruhrgebiet wird das z.B immer mehr zu einer Sparform der Kommunen und auf dem Rücken der Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung ausgetragen ( lange Wartezeiten). Leidtragende sind die letztendlich die Versicherten. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, mehr auf die gesetzliche Beratungspflicht der Kommunen einzuwirken und deren Rückzug aus dem Beratungsgeschäft zu unterbinden.

von
Versicherungsamt

Zitiert von: Wahrheit
Zitiert von: Versicherungsamt
Zitiert von: Adson


Zunächst wurde nur ein formloser Rentenantrag gestellt, was zur Fristenwahrung auch ausreicht.
Allerdings sind umfangreiche Angaben erforderlich, um eventuelle Rentenansprüche ermitteln zu können und dafür benötigt die DRV entsprechende Antragsvordrucke.

Ein EM-Rentenantrag besteht aus zahlreichen Seiten und deshalb sollten Sie zur förmlichen Antragsstellung beispielsweise ein Rathaus oder Bürgeramt aufsuchen.
Die dortigen Mitarbeiter geben Ihre Daten sofort in einen PC ein und leiten die Daten dann elektronisch an die DRV weiter.

Es besteht also überhaupt kein Grund zur Panik.

MfG

Ein Rathaus oder Bürgeramt ist auch nicht ganz zutreffend, hier wäre eine Beratungsstelle der Rentenversicherung sicher besser. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html


Jetzt bin ich gespannt: warum ist das besser? Klären Sie mich auf.
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Das ist doch kein Geheimnis! Immer mehr Kommunen sparen hier an der Besetzung der Vericherungsämter und deren Qualifizierung oder beraten sogar gar nicht mehr.
Im Ruhrgebiet wird das z.B immer mehr zu einer Sparform der Kommunen und auf dem Rücken der Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung ausgetragen ( lange Wartezeiten). Leidtragende sind die letztendlich die Versicherten. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, mehr auf die gesetzliche Beratungspflicht der Kommunen einzuwirken und deren Rückzug aus dem Beratungsgeschäft zu unterbinden.[/quote]

Und die vorhandenen Stellen können nichts, zumindest im Ruhrgebiet, oder was wollen sie damit sagen?

von
Schorsch

Zitiert von: Adson

So simpel ist es nicht. Es sind sehr viele Daten und Nachweise erforderlich, um den Antrag auszufüllen. Erstmal den Antrag durchsehen, sämtliche Daten beschaffen, ggf. die Nachweise und dann kann es weitergehen.

Ein Rathaus oder Bürgeramt ist auch nicht ganz zutreffend, hier wäre eine Beratungsstelle der Rentenversicherung sicher besser.


Sie scheinen wohl ein ganz besonders Schlauer zu sein, was?

Sowohl meine EM-Rente als auch die Witwenrente meiner Mutter wurden problemlos im Rathaus meines damaligen Reha-Ortes bzw. im regionalen Bürgeramt beantragt und das sogar ohne nennenswerte Wartezeiten.

Das Einzige was ich für meinen EM-Rentenantrag benötigte, waren Personalausweis, Versichertenkarte meiner Krankenkasse sowie ungefähre Angaben bezgl. meines bisherigen beruflichen Werdegangs.
Eventuell fehlende Nachweise, (z.B. Kopie des Schulabschlusszeugnises), kann man ggf. nachreichen.

Sollte es am Wohnort der Fragestellerin aus welchen Gründen auch immer nicht möglich sein, den Antrag im Rathaus-/Bürgeramt zu stellen, wird man es ihr dort ganz bestimmt mitteilen, meinen Sie nicht auch?

MfG

von
Wahrheit

Und die vorhandenen Stellen können nichts, zumindest im Ruhrgebiet, oder was wollen sie damit sagen?[/quote]

Nicht immer aber immer öfter. Lehrt uns die Praxis.
Warun sonst gehen immer mehr Versicherte, enttäuscht von Ihrem eigentlich zuständigen kommunalen Versicherungsamt, lieber im Anschluss zu einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung?

von
W*lfgang

Zitiert von: Wahrheit
Warun sonst gehen immer mehr Versicherte, enttäuscht von Ihrem eigentlich zuständigen kommunalen Versicherungsamt, lieber im Anschluss zu einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung?

...ich kenne nur den umgekehrten Weg ;-)

Das will ich aber nun nicht weiter im Speziellen ausführen ... AuB-Stelle DRV ./. Versicherungsamt 'auszuspielen', nee, da spielen beide nicht mit, das kommt auf die besonderen örtlichen Umstände an/die verstehen sich meist bestens - und wo sich die Versicherten besser aufgehoben fühlen, können sie selbst wählen.

Gruß
w.

von
Kaiser

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Wahrheit
Warun sonst gehen immer mehr Versicherte, enttäuscht von Ihrem eigentlich zuständigen kommunalen Versicherungsamt, lieber im Anschluss zu einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung?

...ich kenne nur den umgekehrten Weg ;-)

Das will ich aber nun nicht weiter im Speziellen ausführen ... AuB-Stelle DRV ./. Versicherungsamt 'auszuspielen', nee, da spielen beide nicht mit, das kommt auf die besonderen örtlichen Umstände an/die verstehen sich meist bestens - und wo sich die Versicherten besser aufgehoben fühlen, können sie selbst wählen.

Gruß
w.

Keine andere Antwort war von Dir möglich. Selbstkritik kennt unser W*lfgang natürlich nicht.

von
Heidi

Hallo zusammen,

ich bedanke mich für die Antworten.

Ich wollte keine Diskussion auslösen, bei welcher Stelle ich am Besten die Rente beantrage. Ich war nur verunsichert, dass ich nochmal einen Rentenantrag "zusätzlich" zum umgedeuteten Rehaantrag stellen soll.

Ich dachte es werden keine weiteren Angaben benötigt, da der Rehaantrag letztes Jahr ja von mir unterschrieben war und ich durch das eigeschränkte Dispostionsrecht auch keinen Einfluss auf Beginn oder Arte der Rente habe. Aber so ist die Deutsche Bürokratie.

Ich werde mit meiner Krankenkasse sprechen und dann einen Termin bei der DRV ausmachen.

Vielen Dank für die Hilfe.

Eure Heidi

Experten-Antwort

Da Ihr Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet worden ist, kann der Rentenversicherungsträger diesen Antrag nur bearbeiten, wenn Sie noch einen "förmlichen" Rentenantrag nachholen. In diesen weiteren Antragsformularen sind noch einige Fragen von Ihnen zu beantworten.
Diesen Antrag können Sie beim zuständigen Versicherungsamt (ansässig in der Stadtverwaltung) oder in einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers stellen.

von
Ge-litten

Aber was passiert wenn man diese Angaben nicht macht?
Bei mir wurde auch umgedeutet doch mittlerweile stellt sich mir die Frage was passiert wäre ohne meinen "zusätzlichen" förmlichen Rentrnantrag.?

von
Schorsch

Zitiert von: Ge-litten
Aber was passiert wenn man diese Angaben nicht macht?
Bei mir wurde auch umgedeutet doch mittlerweile stellt sich mir die Frage was passiert wäre ohne meinen "zusätzlichen" förmlichen Rentrnantrag.?

Dann wäre Ihr Rentenantrag nicht abschließend bearbeitet worden.

MfG

von
DRV

Zitiert von: Ge-litten
Aber was passiert wenn man diese Angaben nicht macht?
Bei mir wurde auch umgedeutet doch mittlerweile stellt sich mir die Frage was passiert wäre ohne meinen "zusätzlichen" förmlichen Rentrnantrag.?

Der Antrag wäre wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt worden und falls die KK ein Dispositionsrecht hatte, wäre auch die Krankengeldzahlung eingestellt worden, weil Sie Ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sind!

von
Gerda

Zitiert von: DRV

Der Antrag wäre wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt worden....

Auf welcher Rechtsgrundlage denn?
Der Antrag wäre lediglich bis auf Weiteres auf Eis gelegt worden, sonst nichts.

Gruß

von
W*lfgang

Zitiert von: Gerda
Zitiert von: DRV
Der Antrag wäre wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt worden....
welcher Rechtsgrundlage denn?
Der Antrag wäre lediglich bis auf Weiteres auf Eis gelegt worden, sonst nichts. Gruß

Hallo Gerda,

schauen Sie sich den § 66 SGB 1 an. In der rvRecht

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/index.jsp

finden Sie ausführliche Erklärungen, wenn ein Antragsteller nicht mitspielen will/was dann passiert - die DRV hat kein 'Eisfach', wo unerledigte Fälle mittels Kryotechnik ein paar Jahrhunderte später wieder neu aktiviert werden ;-)

Gruß
w.

von
Gerda

Zitiert von: Gerda
Zitiert von: DRV

Der Antrag wäre wegen fehlender Mitwirkung abgelehnt worden....

Auf welcher Rechtsgrundlage denn?
Der Antrag wäre lediglich bis auf Weiteres auf Eis gelegt worden, sonst nichts.

Gruß

Einfach mal dummes Zeug ablassen, sollten Sie besser anderen Usern überlassen, vor allem, wenn man keinen blassen Schimmer von der Materie hat.
Lesen Sie besser W*lfgangs Erläuterungen durch, vielleicht verstehen Sie dann wenigstens ein bisschen.

von
Gerda

Zitiert von: W*lfgang

die DRV hat kein 'Eisfach', wo unerledigte Fälle mittels Kryotechnik ein paar Jahrhunderte später wieder neu aktiviert werden ;-)

Nicht ein paar Jahrhunderte aber zumindest so lange, bis eine gesetzte Frist nach Aufklärung des Versicherten über mögliche Folgen verstrichen ist.

Gruß