EM Rente 2019

von
Doris

Guten Tag,
ich bin 47 Jahre alt und seit 04/2017 erkrankt. Nach Auslaufen des Krankengeldes musste ich mich bei der Arbeitsagentur melden, um weiterhin Geld zu erhalten (Nahtlosigkeitsregelung). Im November 2018 von der Arbeitsagentur aufgefordert, einen Antrag auf medizinische Rehabilitation bei der DRV zu stellen, sonst könnte ich keine weiteren Zahlungen erhalten. Dazu erfolgte im Januar 2019 eine medizinische Begutachtung. Nun erhielt ich einen Ablehnungsbescheid zu meiner medizinischen Reha verbunden mit der Aufforderung einen Rentenantrag auf EM Rente zu stellen. Dieser wird rückdatiert auf meinen ursprünglichen Reha-Antrag, also auf November 2018 (Umwandlung). Meine Frage ist nun, welche Regelung nun hier greift. Wird meine EM-Rente nach den gesetzlichen Regelungen von 2018 oder den neuen Regelungen in 2019 berechnet werden?
Viele Grüße Doris

von
chi

Das kommt darauf an, welcher Rentenbeginn festgelegt wird. Das wiederum kommt darauf an, wann die Erwerbsminderung eingetreten ist, welche Rente es gibt und wann der Antrag eingegangen ist. Also schwer zu sagen.

von
Boing

Zitiert von: chi
Das kommt darauf an, welcher Rentenbeginn festgelegt wird. Das wiederum kommt darauf an, wann die Erwerbsminderung eingetreten ist, welche Rente es gibt und wann der Antrag eingegangen ist. Also schwer zu sagen.

Stimmt nicht. Die Erwerbsminderungsrente tritt rückwirkend mit dem ersten Tag der Krankschreibung in Kraft.

von
Valzuun

Ach so.

Wie dumm vom Gesetzgeber, dass er dann (wirkungslose) Antragsfristen in Gesetzbuch geschrieben hat.

Und wie dumm von der Rentenversicherung (und den Sozialgerichten) teure Gutachten in Auftrag zugeben, wenn der Betreffende längst krankengeschrieben ist.

Und wen interessiert schon, dass befristet Renten frühestens erst sechs Monate nach Eintritt des Leistungsfalls ("Krankschreibung" ?!) beginnen...

Experten-Antwort

Hallo Doris,

von den Neuregelungen der Erwerbsminderungsrente profitieren alle Erwerbsminderungsrentenzugänge mit einem erstmaligen Rentenbeginn ab 01.01.2019.

von
Bonzo

Zitiert von: Valzuun

Wie dumm vom Gesetzgeber, dass er dann (wirkungslose) Antragsfristen in Gesetzbuch geschrieben hat.

Wird der Leistungsfall ohne Verschulden des Betroffenen erst rückwirkend festgestellt, sind Antragsfristen für künftige fälle keinesfalls wirkungslos.
Zitiert von: Valzuun

Und wie dumm von der Rentenversicherung (und den Sozialgerichten) teure Gutachten in Auftrag zugeben, wenn der Betreffende längst krankengeschrieben ist.

Krankschreibung ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer rentenrelevanten Erwerbsminderung.
Zitiert von: Valzuun

Und wen interessiert schon, dass befristet Renten frühestens erst sechs Monate nach Eintritt des Leistungsfalls ("Krankschreibung" ?!) beginnen...

Eigentlich niemanden, da die erste Rentenzahlung auch schon früher erfolgen kann, sofern kein Anspruch auf Krankengeld oder ähnlich besteht.

So, und jetzt lehnen Sie sich mal ganz enspannt zurück und trinken eine Tasse Baldriantee.
Und schon bald wir es Ihnen besser gehen....

von
Boing

Zitiert von: Experte/in
Hallo Doris,

von den Neuregelungen der Erwerbsminderungsrente profitieren alle Erwerbsminderungsrentenzugänge mit einem erstmaligen Rentenbeginn ab 01.01.2019.

In Doris‘ Fall trifft das aber nicht zu. Eintritt der Erwerbsminderung wird 2017 sein. Voraussetzung ist natürlich immer noch dieselbe Krankheit. Entsprechend kann es nur nach Rechtsstand 2017 bewilligt werden.

von
EM

Es zählt nicht der Leistungsfall sondern der Rentenbeginn

von
Nicky

zum Rentenbeginn/Leistungsfall:
Könnten Sie mich aufklären? Diese Frage ist ganz ernst gemeint.
Ich weiß, dass Rentenbeginn ein anderes Datum als der Leistungsfall haben kann.
Aber wovon wird das abhängig gemacht? Wie weit kann zurückgegangen werden? Wenn beispielsweise eine Reha wegen des Leistungsfalles in 2018 war, vorher gab es auch schon seit mindestens 2016/2017 AU's mit dem gleichen leider fortschreitenden Krankheitsbild, zwischenzeitlich wurde immer wieder gearbeitet, nun EM-Rentenantrag in 2019 gestellt. Derzeit im Krankengeldbezug.

von
Boing

Zitiert von: Nicky
zum Rentenbeginn/Leistungsfall:
Könnten Sie mich aufklären? Diese Frage ist ganz ernst gemeint.
Ich weiß, dass Rentenbeginn ein anderes Datum als der Leistungsfall haben kann.
Aber wovon wird das abhängig gemacht? Wie weit kann zurückgegangen werden? Wenn beispielsweise eine Reha wegen des Leistungsfalles in 2018 war, vorher gab es auch schon seit mindestens 2016/2017 AU's mit dem gleichen leider fortschreitenden Krankheitsbild, zwischenzeitlich wurde immer wieder gearbeitet, nun EM-Rentenantrag in 2019 gestellt. Derzeit im Krankengeldbezug.

In Ihrem Beispiel wäre der Rentenbeginn rückwirkend auf den ersten Tag der Reha zu datieren. Allerdings wäre für die Ermittlung der Zurechnungszeit der erste Tag der Krankschreibung maßgebend - wenn Nahtlosigkeit zum Rehabeginn. Der letzte Arbeitstag ohne Krankmeldung wäre dann der letzte rentenrelevante Tag für die Berechnung der Rente.

von
DRV

Zitiert von: Boing
Zitiert von: Nicky
zum Rentenbeginn/Leistungsfall:
Könnten Sie mich aufklären? Diese Frage ist ganz ernst gemeint.
Ich weiß, dass Rentenbeginn ein anderes Datum als der Leistungsfall haben kann.
Aber wovon wird das abhängig gemacht? Wie weit kann zurückgegangen werden? Wenn beispielsweise eine Reha wegen des Leistungsfalles in 2018 war, vorher gab es auch schon seit mindestens 2016/2017 AU's mit dem gleichen leider fortschreitenden Krankheitsbild, zwischenzeitlich wurde immer wieder gearbeitet, nun EM-Rentenantrag in 2019 gestellt. Derzeit im Krankengeldbezug.

In Ihrem Beispiel wäre der Rentenbeginn rückwirkend auf den ersten Tag der Reha zu datieren. Allerdings wäre für die Ermittlung der Zurechnungszeit der erste Tag der Krankschreibung maßgebend - wenn Nahtlosigkeit zum Rehabeginn. Der letzte Arbeitstag ohne Krankmeldung wäre dann der letzte rentenrelevante Tag für die Berechnung der Rente.

Ich kann Ihnen nicht sagen, woher @Boing seine Kenntnisse hat, aus dem Rentenrecht jedenfalls nicht. Er vermischt Leistungsfall mit Rentenbeginn.
Der Leistungsfall wird vom sozialmedizinischen Dienst der Rentenversicherung festgestellt und liegt häufig in der Vergangenheit (oft erste AU, aber nicht zwingend).
Darauf basierend richtet sich dann der Rentenbeginn nach der Antragstellung (bei Umwandlung, das Datum des Rehaantrages) und danach, ob es sich bei Rentengewährung um eine befristete oder unbefristete Rente handelt.
Da aber niemand im Forum Ihren Leistungsfall kennt und genauso wenig vorhersagen kann, ob eine befristete oder unbefristete Erwerbsminderungsrente gewährt wird, kann auch niemand den Rentebeginn vorhersagen.
Letztendlich müssen Sie den Rentenbescheid abwarten!

von
Boing

Zitiert von: DRV
Zitiert von: Boing
Zitiert von: Nicky
zum Rentenbeginn/Leistungsfall:
Könnten Sie mich aufklären? Diese Frage ist ganz ernst gemeint.
Ich weiß, dass Rentenbeginn ein anderes Datum als der Leistungsfall haben kann.
Aber wovon wird das abhängig gemacht? Wie weit kann zurückgegangen werden? Wenn beispielsweise eine Reha wegen des Leistungsfalles in 2018 war, vorher gab es auch schon seit mindestens 2016/2017 AU's mit dem gleichen leider fortschreitenden Krankheitsbild, zwischenzeitlich wurde immer wieder gearbeitet, nun EM-Rentenantrag in 2019 gestellt. Derzeit im Krankengeldbezug.

In Ihrem Beispiel wäre der Rentenbeginn rückwirkend auf den ersten Tag der Reha zu datieren. Allerdings wäre für die Ermittlung der Zurechnungszeit der erste Tag der Krankschreibung maßgebend - wenn Nahtlosigkeit zum Rehabeginn. Der letzte Arbeitstag ohne Krankmeldung wäre dann der letzte rentenrelevante Tag für die Berechnung der Rente.

Ich kann Ihnen nicht sagen, woher @Boing seine Kenntnisse hat, aus dem Rentenrecht jedenfalls nicht. Er vermischt Leistungsfall mit Rentenbeginn.
Der Leistungsfall wird vom sozialmedizinischen Dienst der Rentenversicherung festgestellt und liegt häufig in der Vergangenheit (oft erste AU, aber nicht zwingend).
Darauf basierend richtet sich dann der Rentenbeginn nach der Antragstellung (bei Umwandlung, das Datum des Rehaantrages) und danach, ob es sich bei Rentengewährung um eine befristete oder unbefristete Rente handelt.
Da aber niemand im Forum Ihren Leistungsfall kennt und genauso wenig vorhersagen kann, ob eine befristete oder unbefristete Erwerbsminderungsrente gewährt wird, kann auch niemand den Rentebeginn vorhersagen.
Letztendlich müssen Sie den Rentenbescheid abwarten!

Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass es sich um ein und dieselbe Krankheit handelt und es zu einer vollen und unbefristeten Rente kommen würde. Geht hier doch nur um eine kurze Stellungnahme und Hilfestellung damit sich jemand ein Bild über den grundsätzlichen Ablauf machen kann.

von
DRV

Zitiert von: Boing
[quote=317845][quote=317843][quote=317818]zum quote]

Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass es sich um ein und dieselbe Krankheit handelt und es zu einer vollen und unbefristeten Rente kommen würde. Geht hier doch nur um eine kurze Stellungnahme und Hilfestellung damit sich jemand ein Bild über den grundsätzlichen Ablauf machen kann.

Wovon SIE ausgehen, ist doch irrelevant. Das hilft doch der Fragestellerin nicht. Entscheidend ist doch, was der Rententräger entscheidet.

von
Valzuun

Zitiert von: DRV
Zitiert von: Boing
[quote=317845][quote=317843][quote=317818]zum quote]

Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass es sich um ein und dieselbe Krankheit handelt und es zu einer vollen und unbefristeten Rente kommen würde. Geht hier doch nur um eine kurze Stellungnahme und Hilfestellung damit sich jemand ein Bild über den grundsätzlichen Ablauf machen kann.

Wovon SIE ausgehen, ist doch irrelevant. Das hilft doch der Fragestellerin nicht. Entscheidend ist doch, was der Rententräger entscheidet.

Das Einzige was noch „relevanter“ ist, sind natürlich die tatsächlichen Umstände. Mit etwas Glück stimmt aber beides überein.

Auf die hellseherischen Fähigkeiten von Boing (selbstverständlich unbefristete Rente) würde ich mich allerdings nicht verlassen. Aber selbst in diesem (statistisch unwahrscheinlichem) Fall ist der Beginn der AU nicht zwangsläufig auch der Eintritt der Erwerbsminderung (Leistungsfall). Ob es sich um die gleiche Krankheit handelt ist der Rentenversicherung übrigens auch egal.
So, jetzt aber zu meinen Baldriantee. Der ist dringend nötig.

von
Doris

Es freut mich, dass auf meine Frage rege diskutiert wird, aber eine schlüssige Antwort habe ich leider noch nicht gefunden.
Meine Frage ist ja, ob für die Berechnung in meinem Fall die Regelungen in 2018 oder die in 2019 zur Anwendung kommen. Leider konnte ich das auch aus der Expertenantwort nicht definitiv herauslesen.
Ist das Antragsdatum relevant oder das Datum des Bewilligunsbescheides?

von
KSC

Liebe Doris, ob Ihnen das nun gefällt oder nicht, werden Sie keine Antwort auf Ihre Frage bekommen.

Es kann nämlich sein dass Ihre Rente 2018 beginnt und es kann sein dass Ihre Rente 2019 beginnt.

Um das aber wissen zu können müsste ich entweder als Sachbearbeiter Ihren Vorgang bearbeiten oder hellseherische Fähigkeiten besitzen.

Ist Erwerbsminderung beispielsweise bereits 2017 eingetreten und zählt der Rehaantrag vom November 18 als Rentenantrag, dann wird die Rente im Jahr 2018 (mit der schlechteren Zurechnungszeit) beginnen.

Es könnte aber auch sein dass der Leistungsfall der EM erst im Herbst 2018 liegt und eine Zeitrente angedacht ist, dann würde die Rente erst 2019 (nach 6 Monaten) beginnen und Sie hätten die bessere Zurechnungszeit.

Aber genau da liegt der Hund begraben: das weiß keiner im Forum und deshalb müssen Sie den Bescheid abwarten und wissen es erst dann.

Schönes WE

von
Nicky

Vielen Dank für alle Antworten - mir ist der Sachverhalt nebst für mich neuen Infos jetzt wesentlich klarer!