EM-Rente max Entgeltpunkte für Zurechnungszeit

von
Frank

Kurz und knapp: Person x ist 40 Jahre alt, hat 17 Jahre eingezahlt und dabei durchschnittlich 1,7 Entgeltpunkte pro Jahr erworben. Werden ihn dann bei einer vollen EM-Rente (25,66 x 1,7) 43,63 Entgeltpunkte zugerechnet und die EM-Rente beträgt 2.226€? Oder sind die Entgeltpunkte für die Zurechnungszeit nach oben hin gedeckelt?

von
chi

Das kommt zunächst einmal darauf an, was derjenige zwischen 17 und 23 gemacht hat, vor den Beitragszahlungen. Auch ist die Zurechnungszeit kürzer (bis Alter 62 plus 3 Monate), und die Rente wird mit Abschlägen belegt, was in Ihrer Berechnung nicht berücksichtigt zu sein scheint.

Aber eine Deckelung gibt es nicht. Wenn der Gesamtleistungswert 1,7 beträgt, geht das so in die Bewertung der Zurechnungszeit ein.

von
Frank

Zitiert von: chi
Das kommt zunächst einmal darauf an, was derjenige zwischen 17 und 23 gemacht hat, vor den Beitragszahlungen. Auch ist die Zurechnungszeit kürzer (bis Alter 62 plus 3 Monate), und die Rente wird mit Abschlägen belegt, was in Ihrer Berechnung nicht berücksichtigt zu sein scheint.

Aber eine Deckelung gibt es nicht. Wenn der Gesamtleistungswert 1,7 beträgt, geht das so in die Bewertung der Zurechnungszeit ein.

Mit welchen Abschlag wird die Rente berücksichtigt? Person x hatte zwischen 17-19 eine 2 jährige Ausbildung gemacht, 1 Jahr das Fachabitur und 3 Jahre Studium. Die Ausbildungsjahre habe ich pro Jahr jeweils mit 1 Entgeltpunkt (=2) angesetzt, bin mir aber nicht sicher ob das so korrekt ist.

von
chi

Die Abschläge sind 0,3% pro Monat vor der Regelaltersgrenze, aber höchstens 10,8%; in diesem Fall (Alter 40) also 10,8%.

Die Gesamtleistungsbewertung kann grob so hinkommen. Die Ausbildungszeiten werden aufgewertet, die Schul- und Studienzeiten gehen nicht in die Zahl der Monate für den Durchschnitt ein.

von
Prüfer

Ist das nicht toll, wenn andere für einen die Prüfungsaufgaben lösen?

Experten-Antwort

Hallo Frank,

Chi hat ihre Fragen ja größtenteils schon richtig beantwortet (Kompliment an dieser Stelle an Chi!).

Eine Kleinigkeit hätte ich aber noch anzumerken:

Die Ausbildungszeiten gehen mit 1 EP auch in die Bestimmung des Gesamtleistungswertes ein und gelten insoweit immer als vollwertige Beitragszeiten. Daher "drücken" die Ausbildungszeiten den Gesamtleistungswert von 1,7 auf 1,6263 EP.

Somit werden Ausbildungszeiten und Zurechnungszeit mit 1,6263 EP (Jahreswert!) bewertet.

von
Frank

Zitiert von: Prüfer
Ist das nicht toll, wenn andere für einen die Prüfungsaufgaben lösen?

Ja das stimmt. Mir ist eine Kleinigkeit entfallen, Person x hatte eine schulische Berufsausbildung (Informatik Assistent) an einer Berufsschule absolviert. Gilt hier dennoch das Selbe?

von
W*lfgang

Zitiert von: Frank
Mir ist eine Kleinigkeit entfallen, Person x hatte eine schulische Berufsausbildung (Informatik Assistent) an einer Berufsschule absolviert. Gilt hier dennoch das Selbe?

Hallo Frank,

als schulische Ausbildung/Fachschulausbildung geht diese Zeit - genau wie die allgemeine Schule, wie auch die Hochschule - aus der Gesamtleistungsbewertung für den besten Durchschnittswert zunächst raus. Damit liegen Sie wieder bei 1,7 EP.

Berechnen Sie die Zurechnungszeit aber genau (wie kommen Sie heute bei einem 40-jährigen auf 25J + 8M Jahre?) und vergessen Sie nicht, die Bewertung der Fachschulzeit in die Rente einzurechnen - wie auch @chi's Hinweis auf die Abschläge + ggf. KV/PV ./. KV-Zuschuss, um dann endlich den Auszahlungsbetrag ermittelt zu haben ...sofern kein Deckelung der Rente aus anderen Gründen vorliegt ;-)

Gruß
w.

von
Mirror

Guten Tag, Ich habe an einem Oberstufenzentrum eine Ausbildung zum Sozialassistenten gemacht, anschließend das Fachabitur, dann 2 Jahre studiert und bin daraufhin leider schwer erkrankt. Jetzt habe ich 2 Fragen: 1. Bekomme ich Entgeltpunkte für meine Ausbildung? 2. Werden sie mir als Pflichtbeitragszeiten angerechnet und besteht somit ein Anspruch auf EM-Rente?

Experten-Antwort

Hallo Mirror,

ich beantworte zunächst Ihre zweite Frage.

Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung besteht grundsätzlich unter folgenden Voraussetzungen:
1. Es muss volle oder teilweise Erwerbsminderung vorliegen.
2. Sie müssen vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 5 Jahre mit Beitragszeiten vorweisen können (Erfüllung der allgemeinen Wartezeit).
3. In den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen.

Die Erfüllung der allgemeinen Wartezeit ist u. a. dann nicht erforderlich, wenn die Erwerbsminderung vor Ablauf von 6 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung eingetreten ist und in den letzten 2 Jahren davor mindestens 1 Jahr mit Pflichtbeiträgen belegt ist.

Nach Ihren Angaben haben Sie bislang keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet. Bei der Ausbildung zum Sozialassistenten an einem Oberstufenzentrum dürfte es sich um den Besuch einer Berufsfachschule gehandelt haben, d. h. es kann ggf. eine Anrechnungszeit wegen Fachschulausbildung vorliegen. Eine Beitragszeit liegt bei einer schulischen Ausbildung nicht vor.

Ein Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung ist damit nicht gegeben.

Zu Ihrer ersten Frage:

Da bislang keine Beiträge zur Rentenversicherung geleistet wurden, können aktuelle auch keine Entgeltpunkte für eine etwaige Anrechnungszeit aufgrund des Besuchs einer Fachschule ermittelt werden.

von
Mirror

Zitiert von: Experte
Hallo Mirror,

ich beantworte zunächst Ihre zweite Frage.

Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung besteht grundsätzlich unter folgenden Voraussetzungen:
1. Es muss volle oder teilweise Erwerbsminderung vorliegen.
2. Sie müssen vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 5 Jahre mit Beitragszeiten vorweisen können (Erfüllung der allgemeinen Wartezeit).
3. In den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen.

Die Erfüllung der allgemeinen Wartezeit ist u. a. dann nicht erforderlich, wenn die Erwerbsminderung vor Ablauf von 6 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung eingetreten ist und in den letzten 2 Jahren davor mindestens 1 Jahr mit Pflichtbeiträgen belegt ist.

Nach Ihren Angaben haben Sie bislang keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet. Bei der Ausbildung zum Sozialassistenten an einem Oberstufenzentrum dürfte es sich um den Besuch einer Berufsfachschule gehandelt haben, d. h. es kann ggf. eine Anrechnungszeit wegen Fachschulausbildung vorliegen. Eine Beitragszeit liegt bei einer schulischen Ausbildung nicht vor.

Ein Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung ist damit nicht gegeben.

Zu Ihrer ersten Frage:

Da bislang keine Beiträge zur Rentenversicherung geleistet wurden, können aktuelle auch keine Entgeltpunkte für eine etwaige Anrechnungszeit aufgrund des Besuchs einer Fachschule ermittelt werden.

Hallo, Ich hatte in den Semesterferien meines Studiums einige freiwillige Praktika absolviert, die mit dem Mindestlohn vergütet worden sind. Dabei habe ich knapp 6 Monate an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt.

Experten-Antwort

Hallo Mirror,

an der Frage zu einem möglichen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ändern knapp 6 Monate mit Beitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung nichts.

Erkennt Ihr Rentenversicherungsträger die Zeit der Ausbildung zum Sozialassistenten als Anrechnungszeit wegen Fachschulausbildung an, wird diese bei einem späteren Rentenanspruch nach derzeitiger Rechtslage mit 75 % des Durchschnittswertes Ihres Versicherungslebens (maximal mit 0,0625 Entgeltpunkten pro Kalendermonat) bewertet.

von
Mirror

Zitiert von: Experte
Hallo Mirror,

an der Frage zu einem möglichen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ändern knapp 6 Monate mit Beitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung nichts.

Erkennt Ihr Rentenversicherungsträger die Zeit der Ausbildung zum Sozialassistenten als Anrechnungszeit wegen Fachschulausbildung an, wird diese bei einem späteren Rentenanspruch nach derzeitiger Rechtslage mit 75 % des Durchschnittswertes Ihres Versicherungslebens (maximal mit 0,0625 Entgeltpunkten pro Kalendermonat) bewertet.

Danke, eine letzte Frage. Muss das 1 Jahr innerhalb von 2 Jahren nach der Ausbildung zusammenhängend sein oder sind auch mehrmonatige Unterbrechungen in dem 1 Jahres Zeitraum möglich?

Experten-Antwort

Hallo Mirror,

es handelt sich um einen 2-Jahreszeitraum, in dem 1 Jahr (12 Monate) mit Pflichtbeiträgen belegt sein muss. Dieses Jahr muss nicht zusammenhängend vorliegen.

Bei weitergehendem Beratungsbedarf wenden Sie sich am besten an eine Auskunfts- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe (hierfür können Sie die Beratungsstellensuche im Forum nutzen) oder an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger. Dort kann in Ihr Versicherungskonto eingesehen und entsprechende Auskünfte erteilt werden.