EM Rente Prüfung auf Teilzeitarbeit-Leistungsbild fehlerhaft...

von
blume1

Hallo,
ich lese schon sehr lange in diesem Forum. Ich bin im Moment verzweifelt an meiner Situation und würde mich freuen, falls irgendwer ähnliches erlebt hat, sich hier meldet
kurz zu meiner Fall.
Zuletzt gearbeitet in Teilzeit. Krank geworden, Reha, Umsetzung (LTA) versucht beim Arbeitgeber, Gesundheit verschlechtert... Bin dort durch die Hölle gegangen...
Dann geplante Umschulung, welche nicht statt finden konnte aufgrund der Gesundheit.
Krankengeld, ausgesteuert, EM-Rentenantrag, Nahtlosgeld.. UNGEKÜNDUGT! ALG1....
Musste zu versch. Gutachtern. Ein Gutachten ist korrekt und empfiehlt die volle Rente. das andere gravierend falsch und voller Fehler, Rente abgelehnt.
Widerspruch eingereicht. Nun Unterlagen erhalten, wo geprüft werden soll (beim "alten" Arbeitgeber) ob ein Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung steht, da ich für teil-erwerbsfähig gehalten werde. Dazu wurde ein Leistungsbild erstellt, mehr als lückenhaft. Punkte welche in den Gutachten der Rentenversicherung bezeichnet sind, fallen komplett weg und finden keine Beachtung. Natürlich sind diese Einschränkungen von behandelnden Ärzten bestätigt und liegen vor. Das diese nicht zählen ist ja bekannt, aber das die eigenen erstellten Gutachten keine Bedeutung finden, macht mich sprachlos... Das fehlerhafte Leistungsbild wird mich in meinen alten JOB befördern, wo ich die Umsetzung nicht geschafft habe... Ich bin total verzweifelt und fassungslos...
Rechtsbeistand habe ich nicht mal irgend eine Handhabe im Moment, dagegen vor zugehen.
Ich bin seit sehr langer Zeit nach wie vor AU und nicht arbeitsfähig. Mann stellt ja nicht ohne Grund einen Antrag auf EM Rente.
Ich würde sehr gerne wieder arbeiten, aber kann es gesundheitlich absolut nicht. Ich habe alles versucht, von sämtlichen Reha-Maßnahmen, ohne Erfolg. Außer das es mir immer schlechter geht. Und Menschen an irgend einem Schreibtisch, füllen Formulare falsch aus und bearbeiten Akten lückenhaft, von wo Existenzen abhängen...

von
Herz1952

Natürlich können Sie einen weiteren Rentenantrag stellen. Die Widerspruchsfrist für das RV-Gutachten ist wohl leider vorbei.

Es kann nicht schaden, wenn Sie das Gutachten der AfA dem Rentenantrag beilegen.

Solche Beurteilungen, die sich widersprechen, sind schon fast die Regel, da jede Institution auf ihren eigenen finanziellen Vorteil achtet und Gutachten durchaus nicht immer objektiv sind, bzw. auch aufgrund der Komplexität es auch nicht sein können.

Im übrigen sind die Reha-Ärzte sozusagen "erfolgsorientiert", d. h. die Gutachten werden bewusst oder auch unbewusst "geschönt".

Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass z.B. Atteste von Hausärzten und Fachärzten dem Patientenrechtegesetz entsprechen, d. h. dass diese vollständig und richtig sind. Auch die Massivität der Beschwerden sollten deutlich erwähnt sein.

Leider ist für viele Ärzte das "Patientenrechte-Gesetz" ein Fremdwort (egal ob Hausarzt, Facharzt oder Reha-Arzt). Dieses Recht ist leider auch gut versteckt in Teilen des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Hinzu kommt noch, dass manche Ärzte nicht einmal die "Berufsordnung für Ärzte" kennen, obwohl diese. BO ausdrücklich die Ärzte verpflichtet sich mit den Gesetzen, die ihre Arbeit auch nur tangieren, kennen müssen und sich auch auf dem laufenden halten müssten.

Das ist zugegebener Maßen auch ziemlich schwierig, da beim Medizinstudium nicht einmal die Rechtsgrundsätze gelehrt werden.

von
mitleser

Zitiert von: blume1

Zuletzt gearbeitet in Teilzeit. Krank geworden, Reha, Umsetzung (LTA) versucht beim Arbeitgeber, Gesundheit verschlechtert... Bin dort durch die Hölle gegangen...

Widerspruch eingereicht. Nun Unterlagen erhalten, wo geprüft werden soll (beim "alten" Arbeitgeber) ob ein Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung steht, da ich für teil-erwerbsfähig gehalten werde.


Hallo blume1,

dass beim alten AG nachgefragt wird, ob ein leidensgerechter Teilarbeitsplatz zur Verfügung steht ist normale Prozedur, solange jemand ungekündigt ist. Aber so wie sie die Situation schildern, ist es doch eher unwahrscheinlich, dass es diesen leidensgerechten Teil-Arbeitsplatz dort gibt. Sie hatten ja bereits einen Teilarbeitsplatz, den sie nicht mehr schaffen. Falls also ihr AG bestätigt, dass er keinen entsprechenden Arbeitsplatz hat, könnte es vielleicht sogar auf eine Arbeitsmarktrente hinauslaufen.

von
Schade

Aus Ihrem "Roman" wird nicht klar ob das Widerspruchsverfahren derzeit noch läuft oder schon beendet ist.

Läuft der Widerspruch noch, müssen Sie abwarten ob er erfolgreich ist oder nicht. Dann ginge es "nur" darum die derzeitige Gesundheissituation und die Fähigkeit arbeiten zu können darzustellen. Dabei sollten Ihnen die Ärzte Ihres Vertrauens helfen.

Ist das Widerspruchsverfahren schon abgeschlossen stellt sich die Frage ob und mit welchem Ergebnis Sie dagegen geklagt haben.

Sie ergehen sich in Vorwürfen und Anschuldigungen, haben aber vergessen "wichtige Daten" zu liefern.

von
blume1

Hallo mitleser,

danke für die Infos. Ich hoffe das der AG es so sieht... Meine Angst ist, dass er (aufgrund des Leistungsprofils) mir eine Stelle anbietet. Da ich lt.dem fehlerhaften Schreiben einiges machen kann.

von
Denise

An Schade,

sie müssen meinen "Roman" nicht lesen.
Das Widerspruchsverfahren läuft...

von
mitleser

Zitiert von: blume1

Hallo mitleser,
danke für die Infos. Ich hoffe das der AG es so sieht... Meine Angst ist, dass er (aufgrund des Leistungsprofils) mir eine Stelle anbietet. Da ich lt.dem fehlerhaften Schreiben einiges machen kann.

Wenn der AG und sie immer ein super Verhältnis hatten und er auf sie auf keinen Fall verzichten will, dann wird er sicher alles versuchen einen solchen Arbeitsplatz zu finden. Falls dies eher nicht der Fall ist, ist er vielleicht froh, dass er 'leider' keinen solchen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann. Ist aber nur meine Meinung.

Aber wie gesagt, die Anfrage beim Arbeitgeber ist so weit ich weiß Standard, solange man ungekündigt ist... Falls die DRV sie für voll leistungsfähig halten würde, hätte sie diese Anfrage ja gar nicht erst raus geschickt.

von Experte Experten-Antwort

Hallo blume1,

da sie sich noch im Widerspruchsverfahren befinden, sollten sie zunächst den Ausgang des Verfahrens abwarten (siehe auch Beitrag von mitleser). Nutzen Sie dieses Verfahren, um Ihren Rentenversicherungsträger auf die von Ihnen festgestellten "Missstände" klar hinzuweisen. Vielleicht können Ihnen Ihre behandelnden Ärzte dabei behilflich sein.

Wenn Sie auch nach Abschluss des Widerspruchsverfahrens noch der Meinung sind, dass die Leistungseinschätzung der Rentenversicherung unzutreffend ist, können Sie Klage beim Sozialgericht erheben. Einen Rechtsbeistand brauchen Sie hierzu nicht. Das Sozialgericht wird als neutrale Stelle auf jeden Fall auch "Ihre" Gutachten würdigen. Zudem beauftragt das Sozialgericht in der Regel nochmals einen Gutachter außerhalb der DRV mit einer Begutachtung, sodass Sie hier nochmals eine Zweitmeinung erhalten.

von
blume1

Nutzen Sie dieses Verfahren, um Ihren Rentenversicherungsträger auf die von Ihnen festgestellten "Missstände" klar hinzuweisen. Vielleicht können Ihnen Ihre behandelnden Ärzte dabei behilflich sein.

Wie meinen Sie das?
Mein Rechtsbeistand hat mir gesagt, dass ich im Moment keinerlei Handhabe habe, um dagegen vorzugehen.
Und aus der Erfahrung von fast 3 Jahren mit der Rentenversicherung, ist das Fazit:
Es interessiert Niemanden, ob es "Missstände" gibt. Es gibt nicht einmal Ansprechpartner für Anliegen solcher Art. Genauso wenig wie es Niemand interessiert, inwiefern erstellte Gutachten (durch die Rentenversicherung) von den in der Folge erstellten Leistungsbildern abweichen.

von
Schade

Im Widerspruchsverfahren können Sie all das schriftlich beanstanden was Ihrer Meinung nicht in Ordnung und nicht zutreffend ist. Genau dafür sind Widerspruchsverfahren da.
Sie können allerdings keinem Gutachter verbieten anderer Meinung als Sie zu sein was das Leistungsvermögen betrifft.

Sie können das "Gutachten voller Fehler" richtigstellen, können beschreiben wie das "bin durch die Hölle gegangen" genau aussieht, können die Fehler des "lückenhafte Leistungsbild" aufzählen, u.v.m..
Je qualifizierter Ihre Ärzte Sie unterstützen um so größer ist Ihre Chance - nicht mehr und nicht weniger.