EMR oder Altersrente mit 63

von
Yupp

Frage an die Experten:
EMR beantragt im Januar, Entscheidung noch nicht erfolgt. Nach Auskunft der DRV kann das unter Umständen noch Monate dauern.
Die Altersrente mit 63 könnte ich zum 1.10. beantragen.

Praktisch wäre es somit möglich, dass die EMR erst nach der Altersrente genehmigt wird. Was passiert dann ? Wird die EMR gezahlt und die Altersrente abgelöst ?

Entfällt die EMR nach dem die Altersrente durch ist ?

von
W°lfgang

Hallo Jupp,

bei positiver Entscheidung (egal wann) zur EMRT liegt der Versicherungsfall und Rentenbeginn vor dem der Altersrente, die EMRT wird rückwirkend wirksam und nachgezahlt. Zum Beginn der Altersrente findet dann eine Vergleichsberechnung statt. Ist die EMRT höher, wird die Altersrente mit dem höheren Betrag weiter- bzw. nachgezahlt.

Auf jeden Fall die Altersrente beantragen, sofern nicht andere höhere Sozialleistungen (KG, Nahtlosigkeits-ALG) laufen – auch über den 01.10. hinaus, diese dann natürlich mitnehmen. Frage ist auch, ob Sie in einem Beschäftigungsverhältnis stehen und das zum 30.09. beenden möchten ...zu viele Fragen in diesem Absatz, zu wenig Hintergrundinformationen von Ihnen ...liegt ein GdB 50 vor ?...wäre eine abschlagsfreie Altersrente 63+8 möglich? ...und und und

> Nach Auskunft der DRV kann das unter Umständen noch Monate dauern.

Mit Widerspruch + Klage kann sich das Jahre hinziehen. Wenn Ihr Ziel ist, den aktuellen/finanziellen 'Zustand/Notstand' zum 30.09. zu beenden, dann – wie oben erwähnt – parallel Altersrentenantrag zum 01.10. stellen.

Machen Sie umgehend schon mal einen Antrags- und Beratungstermin aus - bei 3 Monaten 'Vorlaufzeit' bis zur Altersrente könnten Sie noch rechtzeitig einen freien Wunsch-Termine ergattern.

Gruß
w.

von
Yupp

Vielen Dank an W°lfgang für die präzise Antwort. Meine Situation ist aktuell tatsächlich nicht sehr rosig. ALG1 ist nach 24 Monaten ausgelaufen, von der EMR hört man nichts mehr, also bleibt mir wohl keine andere Wahl als mit ALG2 die verbleibenen 5 Monate zu überbrücken.
Der Antrag auf Altersrente geht morgen auf den Weg.

von
KSC

Wenn all Ihre Versicherungszeiten geklärt sind, brauchen Sie doch jetzt noch nicht wegen der Altersrente tätig werden!
Die Oktoberrente wird doch eh erst zum 31.10.2019 fällig - bis dahin ist noch knapp ein halbes Jahr Zeit und vor August / September braucht über den auch nicht entschieden sein.

M.E. reicht es im August den Altersrentenantrag auf den Weg zu bringen wenn Sie bis dahin noch keinen EM Rentenbescheid in Händen halten.

Wenn Sie morgen den Altersrentenantrag stellen erreichen Sie dadurch keine Beschleunigung des Verfahrens und es geht auch nicht schneller als wenn Sie bis August warten.

Ist aber letztlich allein Ihre Entscheidung - dass ein in Januar gestellter EM Antrag heute noch nicht beschieden ist, ist aber absolut normal.

von
W°lfgang

Zitiert von: Yupp
Der Antrag auf Altersrente geht morgen auf den Weg.

...wie von @KSC gesagt: zu früh, wenn Sie den Antrag selbst ausfüllen/jetzt schon abschicken wollen. Der liegt bis Ende Juli einfach nur rum, da nur die letzten 3 Monate/hier ALG 2, bis Rentenbeginn hochgerechnet werden können. Sie tun der Sachbearbeitung keinen Gefallen, wenn zu früh gestellte Anträge die bestehende Haldenablage weiter erhöhen ;-)

Nebenbei: zulässig ist es, den Antrag bereits 6 Monate vorher zu stellen ...

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Jupp,

wie bereits von W°lfgang beschrieben, sollten Sie im Juli/August einen Antrag auf die Altersrente stellen, sofern bis dahin noch kein positiver Bescheid über die Erwerbsminderungsrente vorliegt.
Terminvereinbarungen in den Beratungsstellen können maximal für 3 Monate im Voraus vereinbart werden. Daher können Sie sich jetzt um einen passenden Termin kümmern.
Sollte eine positive Entscheidung über den Erwerbsminderungsrentenantrag erst nach Bewilligung der Altersrente fallen, dann wird automatisch die von W°lfgang genannte Vergleichsberechnung gemacht und die höhere Rente gezahlt.